Gigondas

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Gigondas
Wappen von Gigondas
Gigondas (Frankreich)
Gigondas
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Carpentras
Kanton Beaumes-de-Venise
Gemeindeverband Ventoux-Comtat Venaissin.
Koordinaten 44° 10′ N, 5° 0′ O44.1638888888895.0047222222222241Koordinaten: 44° 10′ N, 5° 0′ O
Höhe 87–698 m
Fläche 27,14 km²
Einwohner 531 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km²
Postleitzahl 84190
INSEE-Code

Dorfansicht

Gigondas ist eine französische Gemeinde des Départements Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Administrativ ist sie dem Kanton Beaumes-de-Venise und dem Arrondissement Carpentras zugeteilt.

Das Gemeindegebiet ist innerhalb der Weinbauregion Côtes du Rhône ein Untergebiet mit eigener HerkunftsbezeichnungGigondas (Weinbaugebiet).

Geografie[Bearbeiten]

Das südfranzösische Dorf mit 531 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) befindet sich am westlichen Eingang der Felslandschaft Dentelles de Montmirail. Der Ort liegt 15 Kilometer östlich der Stadt Orange und wird vom Trignon, einem Nebenfluss der Ouvèze durchflossen.

Das Klima ist mediterran geprägt, allerdings kann es frisch werden, sobald der Mistral bläst.

Geschichte[Bearbeiten]

Aufgefundene antike Urnen, Statuetten, Lampen, Fliesen und mehr, die zufällig beim Pflügen oder bei gezielten Ausgrabungen gefunden wurden, bezeugen die Präsenz von Bewohnern zur gallorömischen Zeit.[1] 1866 fand Eugène Raspail den Kopf eines Bacchus auf seinem Grundstück auf Schloss Château Raspail.[2]

Erstmals schriftlich erwähnt wird Gigondas im Jahre 951 unter dem lateinischen Namen Jucundus, was ‚angenenehm‘ oder ‚erfreulich‘ bedeutet.[3] Im Spätmittelalter machten die Fürsten von Orange ihren Einfluss über das Gebiet geltend.[4]

Bis zum 18. Jahrhundert wurde in Gigondas vor allem Wein angebaut, doch dann begann sich die Bevölkerung mehr und mehr auf den Anbau von Oliven und Maulbeeren für die Seidenraupenzucht zu konzentrieren.[2] Erst 1861 belebte die Familie Raspail und insbesondere ihr Vertreter Eugène Raspail nach seiner politischen Karriere den Weinbau wieder. Drei Jahre später wurden seine Erzeugnisse über den Hafen von Roquemaure auf der Rhône nach Valence und Lyon sowie über weitere Wasserstraßen auch nach Saint-Étienne und Paris verschifft[2]. Die Invasion der Reblaus rund zehn Jahre später, konnte den Aufschwung der Weinproduktion in Gigondas nur vorübergehend stoppen. Seit 1971 darf die Gemeinde ihre Produkte unter der Herkunftsbezeichnung Gigondas AOC vermarkten.

Wappen[Bearbeiten]

Das Schildhaupt entspricht jenem der Fürsten von Orange.

Auf azurblauem Grund bilden ein silbernes, perforiertes Tolosanerkreuz (Croix cléchée auch Croix occitane) und zwölf Silbermünzen einen Radkranz. Das güldene Schildhaupt ist besetzt mit einem silbern beschlagen, azurblauen Jagdhorn an dem eine Kordel festgemacht ist.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 792 746 703 648 612 648 559

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Felslandschaft Dentelles de Montmirail, die sich zu einem guten Teil auf Gemeindegebiet befindet, und den Wein machen Gigondas attraktiv. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Großteile der Bevölkerung vom Tourismus und dem Weinbau lebt. Darüber hinaus werden auch noch einige Olivenbaumplantagen unterhalten. Das örtliche Gewerbe bietet Wander-, Kletter-, Reit- und Radfahrtouren an. Zudem werden auch Malkurse organisiert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die ursprünglich romanische Kapelle Chapelle Saint-Cosme et Saint-Damien befindet sich im Norden der Gemeinde an der Auffahrt zum Pass Col du Cayron. Sie wurde im 16. Jahrhundert zerstört und im 17. Jahrhundert rekonstruiert. Vom alten Bau blieben lediglich die Apsis und das Querschiff, welches im neuen Bau zum Langhaus wurde. Als Baumaterial wurden Bruch- und Werkstein eingesetzt, wobei letzterer als Verstärkung für die Ecken sowie Tür- und Fesnsterrahmen verwendet wurde. Die Bedachung besteht aus „römischen Ziegeln“. Bei genauem Hinsehen entdeckt man zahlreiche Steinmetzzeichen auf den Steinen.[5]
  • Die romanische Kirche Église Sainte-Catherine d’Alexandrie aus dem 11. Jahrhundert.
  • Die Hospizien, welche ab 1982 renoviert wurden.
  • Mauerruinen der im Mittelalter befestigten Stadt.
  • Das Schloss und Weingut Château Raspail
  • Das ehemalige Thermalbad von Montmirail, welches zwischen 1859 und 1939 in Betrieb war, befindet sich an der Dorfausfahrt in Richtung Vacqueyras.
  • Der Skulpturenweg Cheminement de Sculptures contemporaines präsentiert zeitgenössische Plastiken.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Sautel: Carte archéologique de la Gaule romaine – le Vaucluse, Nr. 79, S. 45. Édition Lerroux, Paris, 1936.
  2. a b c Robert Bailly: Dictionnaire des communes du Vaucluse, S. 8, 70, 114. A. Barthélemy, Avignon, 1986.
  3. Albert Dauzat und Charles Rostaing: Dictionnaire étymologique des noms de lieux en France, S. 1798. Édition Larousse, Paris, 1968.
  4. Barthélemy: Inventaire chronologique et analytique des chartes de la Maison des Baux. Marseille, 1882.
  5. Chapelle Saint-Cosme et Saint-Damien in der französischsprachigen Wikipedia

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gigondas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien