Wendeburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wendeburg
Wendeburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wendeburg hervorgehoben
52.31666666666710.467Koordinaten: 52° 19′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Peine
Höhe: 67 m ü. NN
Fläche: 59,98 km²
Einwohner:

10.027 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38176
Vorwahlen: 05303, 05302 und 05171Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PE
Gemeindeschlüssel: 03 1 57 008
Gemeindegliederung: 8 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Anger 5
38176 Wendeburg
Webpräsenz: www.wendeburg.de
Bürgermeister: Gerd Albrecht (CDU)
Lage der Gemeinde Wendeburg im Landkreis Peine
Hohenhameln Lahstedt Lengede Vechelde Ilsede Peine Wendeburg Edemissen Landkreis Peine Niedersachsen Braunschweig Landkreis Gifhorn Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hildesheim Region HannoverKarte
Über dieses Bild

Wendeburg ist eine Gemeinde im Landkreis Peine in Niedersachsen. Der Ortsname ergibt sich aus dem Teil „Burg“ und dem offensichtlichen Bestimmungswort „Winethe“, die germanische Bildung „Win-ithi“, „winja“ bedeutet Weide, zusammen also Weideort, Weidestelle. Der Name kann aber auch auf einer wendischen Siedlung basieren.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Wendeburg liegt unmittelbar am nordwestlichen Stadtrand von Braunschweig. Das Ortsbild ist von der Landwirtschaft geprägt. Es sind in den vergangenen Jahren in allen Ortsteilen Neubaugebiete entstanden. Gleichwohl blieben die traditionellen Strukturen erhalten, so dass von einer „Idylle im Grünen“ mit hoher Lebensqualität zu sprechen ist. In Wendeburg ist zudem ein Freibad, das Auebad, sowie ein großes Einkaufszentrum vorzufinden.

Gemeindegliederung (Ortschaften) [Bearbeiten]

Lage der Ortsteile in Wendeburg

(Einwohnerstand: April 2013)

Geschichte [Bearbeiten]

Dort, wo früher die Heerstraße von Braunschweig nach Celle die Aue überquerte, wurde irgendwann im hohen Mittelalter (12. oder 13. Jahrhundert) eine Burg angelegt. Die ältesten Bezeichnungen lauten 1196–1197 Winetheburg und Wenedeburch. Es bietet sich an, dass eine Namensgebung vorliegt, die sich auf den Volksstamm der Wenden bezieht. Urkundliche oder archäologische Beweise für die Niederlassung von Wenden gibt es hier nicht. Der Ortsname mit der Silbe „Wende“ könnte auf die Wenden hinweisen, aber auch auf einen Personennamen Winetho, Wendo oder ähnlich oder mit dem Zeitwort „wenden“ oder mit einer Ecke (= Wendung) einer (Gau-)Grenze in Zusammenhang stehen – alles sind Meinungen. Naheliegendst ist jedoch – ausgehend „Winethe“ – die Deutung als „Weide“, was sich mit der Lage in der Aueniederung erklärt. Die „Burg“ mag an der Stelle der heutigen Marienkirche ihren Platz gehabt haben. Die Marienkirche, mit dem Kirchturm aus den Jahren 1250–1300, ist das älteste Gebäude des Ortes. Erhalten aus dem Mittelalter ist an der Westseite des Kirchturms eine Weihetafel, die nach einem wesentlichen Umbau und anschließender Neuweihe der Kirche in etwa 5 m Höhe am Kirchturm angebracht wurde. Dieser Stein zeigt den Gekreuzigten mit Maria und Johannes, ihnen zu Füßen das betende Stifterpaar. Darunter befindet sich ihr Adelswappen und die Jahreszahl 1439.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Bortfeld, Didderse, Harvesse, Meerdorf, Neubrück, Rüper, Sophiental und Wense eingegliedert.[2]

Politik [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
Wahlbeteiligung: 64,29 % (+5,37 Pp.)
 %
50
40
30
20
10
0
47,47 %
33,52 %
17,42 %
1,57 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,43 %p
-3,60 %p
+10,14 %p
-2,11 %p

Gemeinderat [Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Wendeburg setzt sich aus 27 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

Bürgermeister CDU SPD GRÜNE Gesamt
2011 1 12 9 5 27 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

Marienkirche Wendeburg
Zweidorfer Mühle
Weidenkirche Wendeburg

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Zweidorfer Mühle
  • Marienkirche
  • Weidenkirche zu Wendeburg
    In den Monaten Februar bis Mai 2006 haben etwa 100 Menschen aller Altersgruppen eine Weidenkirche in Wendeburg gebaut. Sie haben dabei in vielen Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit u. a. 16 große und kleine Bögen geflochten, die aus weit über 1000 Weidenruten bestehen und mit fast 1000 m Hanfseil zusammengebunden worden sind.

Museen [Bearbeiten]

  • Bauernhausmuseum Bortfeld

Geschichte [Bearbeiten]

  • Die erste Kraftpost-Omnibuslinie von Heinrich Büssing

Im Jahre 1903 stellte Heinrich Büssing den ersten von ihm konstruierten Motorlastwagen der Öffentlichkeit vor. Kaum ein halbes Jahr später war der erste Motoromnibus mit 20 Sitzplätzen betriebsfertig. Nach vierteljähriger Erprobung richtete Heinrich Büssing am 5. Juni 1904 seine erste Omnibuslinie zwischen Wendeburg und Braunschweig ein. Die Buslinie, die auf die Initiative des damaligen Wendeburger Pastors Otto Hayder einging, gab ihm die Möglichkeit, seinen Omnibus weiter unter seiner ständigen Kontrolle zu erproben. Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit veranlasste nur wenige Monate später die Kaiserliche Ober-Postdirektion Braunschweig, mit Büssing einen Vertrag über die Beförderung von Postsachen – ab 1. September 1904 – abzuschließen. Die Omnibuslinie Wendeburg–Braunschweig gilt daher als erste erfolgreiche Kraftpost-Omnibuslinie der Welt.

Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]

Im Zweidorfer Holz (einem Wald zwischen Peine und Wendeburg) ist mit Hilfe der Wendeburger Aueschule, der Gemeindejugendpflege, der Revierförsterei Meerdorf und des Niedersächsischen Forstamtes Braunschweig ein Walderlebnispfad entstanden.

Bildung [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Kath. Kirche Wendeburg

Religionen [Bearbeiten]

Die Marienkirche ist die evangelisch-lutherische Kirche in der Ortschaft Wendeburg, in der heutigen äußeren Form im 18. Jahrhundert vollendet. Gegenüber der Kirche, an der Braunschweiger Straße, befindet sich ein evangelischer Kindergarten. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in Bortfeld, Ersehof, Harvesse, Meerdorf, Rüper und Sophiental.

Die katholische St. Elisabeth-Kirche, benannt nach Elisabeth von Thüringen, wurde 1962/63 errichtet. Am 17. August 1963 wurde sie geweiht. Seit dem 1. November 2006 gehört die Kirche, die zwischen Pastor-Derks-Weg und Rothbergstraße gelegen ist, zur Pfarrgemeinde Heilig Geist in Braunschweig-Lehndorf.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Persönlichkeiten der Gemeinde [Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen [Bearbeiten]

  • Carl Friedrich Gauß (1777–1855), sein namensgebender Ururgroßvater Hans Gauß wurde um 1600 in Wendeburg geboren
  • Karl Friedrich Julius Brautlecht (1837–1883), erarbeitete in Wendeburg den ersten brauchbaren Nachweis für den Typhusbazillus
  • Heinrich Büssing (1843–1929), gründete und betrieb ab 1904 „die erste erfolgreiche Kraftpost-Omnibuslinie der Welt, Wendeburg-Braunschweig“

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Wendeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 268.
  3. Literaturverzeichnis "Heimatkundliche Themen"
  4. ZeitZeugenBüro