Écurat

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Écurat
Écurat (Frankreich)
Écurat
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement Saintes
Kanton Saint-Porchaire
Gemeindeverband Communauté d’agglomération de Saintes
Koordinaten 45° 47′ N, 0° 40′ WKoordinaten: 45° 47′ N, 0° 40′ W
Höhe 14–69 m
Fläche 10,55 km²
Einwohner 479 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 45 Einw./km²
Postleitzahl 17810
INSEE-Code

Écurat – Ortsbild mit Kirche Saint-Pierre

Écurat ist eine westfranzösische Gemeinde mit 479 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Charente-Maritime, Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Écurat liegt ca. 30 Meter ü. d. M. in einer Entfernung von etwa sechs Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich von Saintes inmitten der Kulturlandschaft der Saintonge. Die Stadt Cognac liegt etwa 38 Kilometer südöstlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 212 190 222 291 361 420

Die Bevölkerung des Ortes ist wegen der Nähe zu Saintes und wegen des Neubaus einer Wohnsiedlung seit dem Ende der 1980er Jahre deutlich angewachsen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft (Getreide und Wein) spielt immer noch die größte Rolle im Wirtschaftsleben der kleinen Gemeinde, die zum Weinbaugebiet der Fins Bois in der Region Cognac gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Geschichte von Écurat sind keine speziellen Informationen publiziert. Die Geschichte des Ortes dürfte jedoch eng mit der von Saintes verknüpft sein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wichtigste Sehenswürdigkeit von Écurat ist die romanische Kirche Saint-Pierre, die – mit Ausnahme der im 15. Jahrhundert zur Stabilisierung der Außenwände hinzugefügten Strebepfeiler – dem 12. Jahrhundert zuzurechnen ist. Der um ein fensterloses Joch nach Osten verlängerte Chorbereich mit einer in drei – nur durch Pfeilervorlagen voneinander getrennte – Segmente unterteilten Apsis ist weitgehend schmucklos gestaltet. Der – weitaus plastischer gestaltete – quadratische Vierungsturm, der als Glockenturm fungiert, hat doppelte Schallöffnungen nach allen vier Himmelsrichtungen. Die in drei Ebenen unterteilte Westfassade der Kirche zeigt ein tympanonloses Archivoltenportal mit zwei niedrigeren seitlichen Blendportalen, so dass das Erdgeschoss insgesamt an einen antiken Triumphbogen erinnert; die Bogenläufe aller drei Portale sind mit abstrakt-geometrischen Ornamenten geschmückt. Der rechtsseitige Blendbogen ist von einem eckständigen Strebepfeiler des 15. Jahrhunderts überschnitten; auch auf der linken Seite wurde ein Strebepfeiler angefügt – allerdings in der Bauflucht. Über einem figürlichen Konsolenfries, der u. a. eine Eule zeigt, findet sich eine Zone mit zwei schmalen Fenstern; ein weiteres Fenster findet sich im dekorlosen Giebelfeld. Die ursprüngliche Breite der Fassade lässt sich an den Giebelseiten ablesen. Das einschiffige und mit einem handwerklich sauber ausgeführten Mauerwerk versehene Kircheninnere ist von hohen seitlichen Blendbögen gekennzeichnet und von einem angespitzten Tonnengewölbe mit Gurtbogenunterzügen bedeckt. Die Kapitelle der seitlichen Halbsäulenvorlagen tragen – ebenso wie das umlaufende Gesims – ein schönes vegetabilisches Dekor; die Blendbögen ruhen lediglich auf Kämpferplatten. Die insgesamt kleiner dimensionierte Apsis wird von einem hohen Chorbogen eingefasst; zu beiden Seiten des Bogens stehen zwei weitere Altäre. Die Kirche wurde im Jahre 1910 als Monument historique[1] eingestuft.
  • Etwas außerhalb des Ortes steht das Château de la Morinerie, ein eingeschossiger Bau mit einem zweigeschossigen Mittelrisalit aus dem 17. Jahrhundert. Die in Privatbesitz befindlichen und nicht zu besichtigenden Gebäude wurden im Jahre 1969 als Monument historique[2] unter Schutz gestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-Pierre, Écurat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Château de la Morinerie, Écurat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thorsten Droste: Poitou. Westfrankreich zwischen Poitiers und Angoulême – die Atlantikküste von der Loire bis zur Gironde. DuMont, Köln 1999, S. 216, ISBN 3-7701-4456-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Écurat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien