Beurlay

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Beurlay
Beurlay (Frankreich)
Beurlay
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement Saintes
Kanton Saint-Porchaire
Gemeindeverband Charente-Arnoult-Cœur de Saintonge
Koordinaten 45° 49′ N, 0° 43′ WKoordinaten: 45° 49′ N, 0° 43′ W
Höhe 9–64 m
Fläche 16,87 km2
Einwohner 1.032 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 61 Einw./km2
Postleitzahl 17250
INSEE-Code

Beurlay – Kirche Sainte-Madeleine

Beurlay ist eine westfranzösische Gemeinde mit 1032 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Charente-Maritime in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Toponym[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes stammt möglicherweise aus der Zeit des Hundertjährigen Krieges und ist dem Ratgeber des englischen Königs Richard III. Simon Burleigh zu verdanken.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beurlay liegt in einer Höhe von etwa 35 Metern ü. d. M. in der historischen Kulturlandschaft der Saintonge etwa 13,5 Kilometer (Fahrtstrecke) westlich von Saintes bzw. 33 Kilometer südöstlich von Rochefort.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 612 604 573 652 731 756 937

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort stets zwischen 600 und 750 Einwohner. Die Reblauskrise und die Mechanisierung der Landwirtschaft führten zu einem Bevölkerungsrückgang, der in den letzten Jahrzehnten wegen der Nähe zu den Großstädten Saintes und Rochefort und den vergleichsweise niedrigen Mieten und Grundstückspreisen in Beurlay gestoppt werden konnte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Jahrhunderte spielte die Landwirtschaft zum Zweck der Selbstversorgung der Bevölkerung die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde. Doch wurde in Gegend schon seit der Römerzeit auch Wein angebaut, der seit der frühen Neuzeit destilliert und nach Nordeuropa (v. a. nach England) exportiert wurde. Beurlay gehört zu den Bois ordinaires et communs des Weinbaugebietes Cognac, doch werden die meisten Trauben zu Wein und Pineau des Charentes verarbeitet. Wichtigster Arbeitgeber im Ort ist die Pâtisserie Beurlay, deren Produkte (v. a. die Galettes charentaises) in ganz Frankreich bekannt sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tatsache, dass der Ort eine romanische Kirche besitzt, lässt auf eine lange Besiedlungszeit schließen, die wohl bis in die gallorömische Zeit zurückreicht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Pfarrkirche Sainte-Madeleine beeindruckt durch die Kompaktheit ihrer Teile. Die Westfassade passt in ihrer Schlichtheit überhaupt nicht zu den Kirchen der Umgebung und so vermutet man eine, dass sie noch im 12. oder 13. Jahrhundert erneuert worden ist. Der massive Südturm ist – ebenso wie die mächtigen Strebepfeiler auf der Nordseite – eine Zutat des 14. oder 15. Jahrhunderts. Beeindruckendster und ältester Bauteil ist die dreigeschossig aufgebaute und durch Halbsäulenvorlagen vertikal gegliederte Apsis. Das einschiffige und nur aus zwei Jochen bestehende Langhaus ist – ebenso wie das Chorjochtonnengewölbt. Die vier Kapitelle des Chores und der Apsis überraschen durch ihre handwerkliche Perfektion. Der Kirchenbau ist seit dem Jahre 1977 als Monument historique[1] anerkannt.
  • Wenige Meter südlich der Kirche entspringt eine Quelle (Source Freussin).
  • Eine restaurierte Windmühle am Ortsrand erinnert an die Zeit des Getreidemahlens mit Hilfe von Windkraft.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Charente-Maritime. Flohic Editions, Band 2, Paris 2002, ISBN 2-84234-129-5, S. 933–934.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beurlay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Sainte-Madeleine, Beurlay in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)