Altenbruch

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Altenbruch
Stadt Cuxhaven
Wappen von Altenbruch
Koordinaten: 53° 49′ 37″ N, 8° 46′ 26″ O
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 34,45 km²
Einwohner: 3944 (Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 27478
Vorwahl: 04722
Altenbruch (Niedersachsen)
Altenbruch

Lage von Altenbruch in Niedersachsen

Altenbruch in der Stadt Cuxhaven
Altenbruch in der Stadt Cuxhaven
Luftbild vom Altenbrucher Hafen

Altenbruch (gesprochen mit langem u wie in Buch; niederdeutsch Olenbrook) ist seit dem 1. Juli 1972 ein Stadtteil von Cuxhaven in Niedersachsen im Norden Deutschlands.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt ungefähr einen Kilometer vom Elbdeich entfernt und etwa sechs Kilometer südöstlich von Cuxhaven entfernt im Landkreis Cuxhaven. Die Braake, ein Vorfluter, der die Niederung bis Otterndorf entwässert, fließt durch Altenbruch. An ihrer Mündung in die Elbe befindet sich ein kleiner Hafen und der restaurierte Leuchtturm die Dicke Berta, der früher als Richtfeuer (Unterfeuer) diente. Wenige Meter westlich von Altenbruch steht das Oberfeuer Altenbruch, die Neue schlanke Anna, ein 1971 gebauter, 59 Meter hoher Betonturm als weit sichtbare Landmarke, der die 1897 erbaute und 1976 abgerissene Schlanke Anna ersetzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Form ist Altenbruch ein Straßendorf, das sich über eine Länge von 15 Kilometer und eine Breite von drei Kilometer westlich von Otterndorf hinzieht. Es scheint eine planmäßige Kolonisierung im Rahmen der Eindeichung der Elbe gewesen zu sein, worauf die lockere Besiedlung hindeutet. Eine der ersten urkundlichen Nennungen ist vom 12. November 1280, als ein Pfarrer („plebanus“) für Altenbruch erwähnt wird. Der Ort war ursprünglich eine selbständige Gemeinde im sächsisch-lauenburgischen und später im hannoverschen Land Hadeln. Danach gehörte es ab 1866 zum preußischen Kreis des Landes Hadeln, bis es am 1. Juli 1972 nach Cuxhaven eingemeindet wurde.[1] Das Land war großenteils im Besitz der Bauern, die das durch Landsitze und Wappen auch zeigten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Altenbruch setzt sich aus einer Ratsfrau und acht Ratsherren folgender Parteien zusammen:[2]

  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Grüne: 1 Sitz
  • Die Cuxhavener: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Altenbruch ist Jörg-Heinrich Ahlemeyer (CDU). Sein Stellvertreter ist Hans-Jürgen Umland (Grüne).[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Altenbruch
Blasonierung: „In Silber über grünem von zwei silbernen Wellenbalken durchzogenen Schildfuß eine rote zweitürmige Kirche mit blauen Turmspitzen.“[3]
Wappenbegründung: Die St. Nicolaikirche ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Der Schildfuß symbolisiert die Lage des Ortes in der Marsch am Elbufer.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der alte Leuchtturm „Dicke Berta“
  • Der neue Leuchtturm
  • Oberfeuer Altenbruch

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Altenbruch

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchtürme in Altenbruch
Hauptartikel: St. Nicolai-Kirche

Die westlichste Gemeinde des alten Landes Hadeln beheimatet einen der drei so genannten „Bauerndome“ der Gegend. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende romanische Feldsteinkirche mit ihren Doppeltürmen wurde mittels einer Spende reicher Altenbrucher Schwestern Anne und Beate gebaut und ist heute noch ein Schmuckstück der Nordseeküste, das ohne Parallele ist. Im Kirchturm befand sich früher das Landesarchiv mit dem Landessiegel. Dieses Landessiegel zeigte den heiligen Bischof Nikolaus, den Schutzpatron des Landes Hadeln, somit auch die Wappenfigur des Landes Hadeln; heute ist er es auch für den Landkreis Cuxhaven.

Die Einmaligkeit dieser Kirche wird an ihrer Inneneinrichtung deutlich. 1727 wurde sie als Backsteinrohbau erneuert. Die kostbaren gotischen Altarschreine aus dem 15. Jahrhundert sind die bedeutendsten Arbeiten dieser Art im norddeutschen Raum. Im Chor von 1710 und im Altarraum befinden sich Priechen, mit Rankenwerk und Wappen geschmückte logenartige Pastoren- und Patronatssitze. Als der in seiner Zeit (1650) berühmte Bildschnitzer Jürgen Heydtmann von Holstein nach Otterndorf kam, schuf er auch für diese Kirche verschiedene Kostbarkeiten, die stupsnäsigen Putten und den Holzaufsatz des Taufkessels.

Diese Kirche beheimatet mit über 500 Jahren eine der ältesten Orgeln Europas. Die Ursprünge der Orgel gehen auf die Jahre 1497/98 zurück, als der Orgelbauer Johann Coci den Grundstein legte. In den Jahren 1647–49 von Hans Christoph Fritzsche und 1727/28 von Johann Hinrich Klapmeyer, einem Schüler des bekannten Orgelbauers Arp Schnitger gründlich umgebaut, blieb sie später vor größeren Eingriffen verschont. Sie verfügt über drei Manuale, Pedal und 35 Register, die fast vollständig original erhalten sind.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 73 führt südlich um Altenbruch herum. Obwohl die Bahnlinie von Hamburg-Harburg nach Cuxhaven, die Niederelbebahn nahe an Altenbruch vorbeiführt, halten hier seit 1991 keine Züge mehr. Der Bahnhof ist noch erhalten, liegt aber etwas außerhalb des Ortes.[5]

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die beiden Turmspitzen von Altenbruch
  • Der Altarschrein zu Altenbruch
  • Von der Zehntfreiheit des Westerteiles in Altenbruch
  • Der Schädel in der Warningsackermühle
  • Der Alte im Westermoor[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter Altenbruchs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit Altenbruch in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Martin Müller (1722–1781), Pädagoge, Rektor der lateinischen Schule in Altenbruch
  • Carsten Niebuhr (1733–1815), Mathematiker, Kartograf und Forschungsreisender in dänischen Diensten, besuchte die Lateinschule in Altenbruch
  • Johann Diedrich Plate (1816–1902), Lehrer und Autor, Lehrer in Altenbruch (1869–1886)
  • Martin Bücking (1868–1954), evangelisch-lutherischer Pfarrer und Schriftsteller, drei Jahre Rektor in Altenbruch
  • Wilhelm Neander (1892–1968), Theologe und Kirchenhistoriker, Pfarrer in Altenbruch (1945–1948)
  • Erich von Lojewski (1909–1970), Journalist, Redakteur und Schriftsteller, lebte nach dem Kriege in Altenbruch
  • Wolf von Lojewski (* 1937), Fernsehjournalist und Sachbuchautor, lebte nach dem Kriege in Altenbruch
  • Hans-Christian Biallas (* 1956), evangelischer Theologe, Politiker (CDU) und Präsident der Klosterkammer Hannover, Pastor in Altenbruch (1983–1994)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hinrich Alpers: Altenbruch einst und jetzt. Ein Wegweiser. Eigenverlag Stadt Cuxhaven, Stadtteil Altenbruch, Cuxhaven 1974.
  • Alfred Weckwerth: Ev.-lutherische St.-Nicolai-Kirche Cuxhaven-Altenbruch. In: Schnell Kunstführer. 3. Auflage. Band 1495. Schnell & Steiner, München 2004, ISBN 978-3-7954-5202-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altenbruch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 241.
  2. a b Ortsrat Altenbruch. In: Ratsinformationssystem der Stadt Cuxhaven. Abgerufen am 29. März 2018.
  3. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 12 (Wappenteil).
  4. Partner-/Patenschaften. In: Internetseite der Stadt Cuxhaven. Abgerufen am 29. März 2018.
  5. Bahnhof Altenbruch. In: Onlinemagazin elbe-weser.bahn. Archiviert vom Original am 15. Juni 2009; abgerufen am 29. März 2018.
  6. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.