Samtgemeinde Land Hadeln

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Samtgemeinde Land Hadeln
Samtgemeinde Land Hadeln
Deutschlandkarte, Position der Samtgemeinde Land Hadeln hervorgehoben

Koordinaten: 53° 48′ N, 8° 54′ O

Basisdaten
Bestandszeitraum: 2016–
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Fläche: 406,57 km2
Einwohner: 26.830 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: CUX
Verbandsschlüssel: 03 3 52 5411
Verbandsgliederung: 14 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Marktstraße 21
21762 Otterndorf
Website: www.samtgemeinde-land-hadeln.de
Samtgemeindebürgermeister: Harald Zahrte (parteilos)
Lage der Samtgemeinde Land Hadeln im Landkreis Cuxhaven
NordseeSchleswig-HolsteinBremerhavenLandkreis OsterholzLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis StadeLandkreis WesermarschArmstorfArmstorfBelumBeverstedtBülkauCadenbergeCuxhavenGeestlandHagen im BremischenHechthausenHemmoorHollnsethIhlienworthLamstedtLoxstedtMittelstenaheNeuenkirchen (Land Hadeln)Neuhaus (Oste)NordledaOberndorf (Oste)OdisheimOsten (Oste)OsterbruchOtterndorfSchiffdorfSteinau (Niedersachsen)StinstedtStinstedtWannaWingstWurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeindeverband in Deutschland/Wartung/Wappen

Die Samtgemeinde Land Hadeln ist eine Samtgemeinde im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. In ihr haben sich 14 Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zusammengeschlossen. Verwaltungssitz der Samtgemeinde ist die Stadt Otterndorf, in Cadenberge und Ihlienworth befinden sich Außenstellen mit Bürgerbüros, in Neuenkirchen, Nordleda und Wanna sind Gemeindebüros.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Samtgemeinde liegt an der Niederelbe-Seite des Landkreises Cuxhaven in Niedersachsen. Es ist Teil des historisch-kulturellen Landstriches Land Hadeln im Elbe-Weser-Dreieck und umfasst in etwa den mittleren Teil des „Hadler Hochlandes“ zwischen dem heutigen Stadtgebiet der Stadt Cuxhaven und der Mündung der Oste in die Elbe. Die Nordgrenze der Samtgemeinde bildet die Mündung in die Elbe. Im Süden schlossen sich im Sietland die Moorrandseen bei Bad Bederkesa (Dahlemer-, Halemer und Bederkesaer See) ab. Die frühere Westgrenze zum Stadtgebiet Cuxhaven ist unregelmäßig und nicht historisch gewachsen, seit die bis dahin selbstständigen Hadler Gemeinden Altenbruch und Lüdingworth nach Cuxhaven eingemeindet worden sind. Die Landschaft ist geprägt durch den fruchtbaren Marschboden und die Küstenlage. Das wichtigste Gewässer auf dem Gebiet bildet die Medem, die zusammen mit dem Hadler Kanal bei Otterndorf in die Elbe mündet.

Die schwierige Entwässerung des südlich gelegenen Sietlandes erfolgt über die Emmelke, die Alte Aue und die Gösche, die sich bei Ihlienworth zur Medem vereinigen, sowie eine große Anzahl von landschaftsgestaltenden Wettern, Vorflutern und Gräben. Ohne den 1853 gebauten Hadelner Kanal und das Schöpfwerk Otterndorf würde es aber, wegen der topographischen Lage von teilweise bis zu zwei Meter unter Meeresspiegel, zu regelmäßigen Überschwemmungen kommen. Nur im Westen der Samtgemeinde, in der Wannaer Geest und im Ahlen, findet sich etwas erhöhter und sandiger Untergrund. In dem Dreieck zwischen Wanna, Ihlienworth und Steinau erstreckt sich das größtenteils kultivierte Ahlenmoor.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde, deren Verwaltungssitz und Zentrum die Stadt Otterndorf ist, setzt sich aus den folgenden Mitgliedsgemeinden zusammen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Bauernhäuser in Nordleda
Hadler Kanal bei Odisheim

Hadolaun (Hadeln) wird schon in der Sachsenchronik des Widukind von Corvey (um 950) als Landungsort der Sachsen erwähnt.[2]

Das Land Hadeln blickt auf eine lange Zeit politisch eigenständiger Entwicklung zurück. Erst als das Königreich Hannover nach dem preußisch-österreichischen Krieg 1866 von Preußen annektiert wurde, endete der Sonderstatus des Landes Hadeln.

Im Mittelalter wurde das Hadelner Sietland (von niederdeutsch: siet = „niedrig“) unter dem Namen „Fünf Kirchspiele“ zusammengefasst. (Bis ins 14. Jahrhundert existierte, neben den Kirchen in Wanna, Ihlienworth, Steinau und Odisheim auch eine Kapelle in Süderleda.) Zusammen mit dem Hadler Hochland („Sieben Kirchspiele“) und den Einwohnern der Stadt Otterndorf, bildete das Sietland einen der drei „Stände“ der Hadler Selbstverwaltung (siehe Warningsacker). Von 1388 bis etwa 1484 unterstand das Sietland jedoch der bremischen Vogtei Bederkesa. An die Stelle des Kirchspiels Süderleda war zu dieser Zeit Wester-Ihlienworth (neben Oster-Ihlienworth) als fünftes Kirchspiel getreten, dass durch die mittelalterliche Hollerkolonisation an Bevölkerung gewonnen hatte. Danach kamen die Fünf Kirchspiele wieder an das Land Hadeln.

Zur Geschichte der Region vor 1866 → siehe auch: Geschichte von Hadeln und Wursten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Sietland war von 1970/72 bis 2011 der Zusammenschluss der vier Gemeinden Ihlienworth, Odisheim, Steinau und Wanna. Zum 1. Januar 2011 sind die bisherigen Samtgemeinden Sietland und Hadeln zu der neuen Samtgemeinde Land Hadeln zusammengeschlossen worden.[3] Auf einer Fläche von 228,48 km² lebten 15.321 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2015).

Zu einer zweiten Neubildung der Samtgemeinde Land Hadeln kam es am 1. November 2016, bei der die Samtgemeinde Am Dobrock mit der Samtgemeinde Land Hadeln fusionierte. Verwaltungssitz dieser neuen Samtgemeinde Land Hadeln ist wiederum in Otterndorf.[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Einwohner 14.810 15.100 15.477 16.048 15.848 15.639 15.639 15.644 15.467 15.319 15.286 15.237 15.321 27.303 27.064 26.830

(jeweils zum 31. Dezember)[6]


Einwohnerentwicklung der eingegliederten Samtgemeinden

Siehe: Samtgemeinde Hadeln (1987–2010)
Siehe: Samtgemeinde Sietland (1987–2010)
Siehe: Samtgemeinde Am Dobrock (1987–2015)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samtgemeinderatswahl 2016[7]
Wahlbeteiligung: 62,82 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,07 %
40,61 %
6,04 %
4,64 %
2,95 %
1,53 %
1,13 %
Freie Wähler
EB Kunkel

Samtgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Samtgemeinde Land Hadeln besteht aus 40 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 40.000 und 50.000 Einwohnern.[8] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Samtgemeinde ist außerdem der hauptamtliche Samtgemeindebürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[7]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
CDU 43,07 %0 170
SPD 40,61 %0 160
GRÜNE 6,04 % 2
FDP 4,64 % 2
AfD 2,95 % 1
Freie Wähler 1,53 % 1
Einzelbewerber Kunkel 1,13 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 62,82 %[7] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[9]

Ratsvorsitzender ist Eugen Böhm (CDU).

Samtgemeindebürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister ist Harald Zahrte (parteilos). Bei der Bürgermeisterwahl am 11. September 2016 wurde er (als einziger Bewerber) mit 83,9 % der Stimmen wiedergewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Samtgemeinde Land Hadeln
Blasonierung:Gespalten; vorn neunmal geteilt von Schwarz und Gold, überdeckt mit einem schrägrechts gewendeten grünen Rautenkranz; hinten in Grün mit schwarzem Schildfuß der Bischof Nikolaus, in silbernem Chorkleid, unter grünem goldgerändertem Messgewand mit goldenen Schuhen, grüner goldgeränderter Mitra, mit silbernem Krummstab, dessen Krümme in einer goldenen fünfblätterigen Rose endet, die rechte Hand zum Segnen erhoben, mit goldenen Haaren und natürlicher Fleischfarbe.“[11][12]
Wappenbegründung: Der Rautenkranz aus dem Gemeinschaftswappen des sächsischen Hauses weist auf die Herrschaft hin, die die Lauenburger Herzöge bis zu ihrem Aussterben 1689 über das Land Hadeln ausübten. Der hl. Bischof Nikolaus, Schutzpatron der Schiffer und Küstenbewohner, kommt in den Siegeln des Landes Hadeln seit dem 13. Jahrhundert vor.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Quelle unter:[13])

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Johannis-d.-T.-Kirche in Steinau
Heimatmuseum in Wanna

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum Wanna

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein

  • Hadler Haus und Bürgerbüro in Otterndorf, Marktstraße 21
  • Stadtbibliothek Otterndorf, Wallstraße 12
  • Schulbibliothek in der Schule Am Dobrock, Oberreihe 11
  • Freiwillige Feuerwehr Land Hadeln mit Ortsfeuerwehren in allen Mitgliedsgemeinden

Schulen

  • Grundschule Otterndorf, Cuxhavener Straße 16
  • Grundschule Neuenkirchen, Dorfstraße 52
  • Grundschule Sietland in Ihlienworth, Rosenstraße 9
  • Grundschule Wanna, Landesstraße 119
  • Grundschule am Wingster Wald, Hasenbeckallee 11
  • Grundschule Cadenberge, Heideweg 12a
  • Grundschule Neuhaus an der Oste, Schulplatz 2
  • Wittmackschule – Schule für Lernhilfe in Otterndorf, Cuxhavener Straße 16,
  • Johann-Heinrich-Voß-Schule, Hauptschule und Realschule in Otterndorf, Schulstraße 2
  • Gymnasium in Otterndorf, Schulstraße 2
  • Gymnasium Warstade, Bürgermeister-Grube-Straße 1
  • Schule Am Dobrock (Oberschule), Oberreihe 11
  • Berufsbildende Schulen Cadenberge, Im Park 4
  • Berufsbildungswerk Cadenberge Stade gGmbH, Töpferstraße 4
  • Volkshochschule im Landkreis Cuxhaven in Otterndorf, Sophienweg 1

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Samtgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Samtgemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Samtgemeinde Land Hadeln – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae. Hrsg.: Ekkehart Rotter und Bernd Schneidmüller. Reclam, Stuttgart 1981, S. 22.
  3. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Verordnung über den Zusammenschluss der Samtgemeinden Hadeln und Sietland. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 10/2010. Hannover 7. April 2010, S. 162 (Digitalisat (Memento vom 21. März 2016 im Internet Archive) [PDF; 141 kB; abgerufen am 21. September 2019] S. 2).
  4. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Verordnung über den Zusammenschluss der Samtgemeinden Am Dobrock und Land Hadeln. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 19/2015. Hannover 10. November 2015, S. 317 (Digitalisat (Memento vom 5. Juli 2019 im Internet Archive) [PDF; 464 kB; abgerufen am 21. September 2019] S. 19).
  5. Informationen zur Fusion. In: Webseite der Samtgemeinde Land Hadeln. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  6. Bevölkerungszahlen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Internetseite Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN). Archiviert vom Original am 20. April 2019; abgerufen am 21. September 2019.
  7. a b c Samtgemeinde Land Hadeln – Samtgemeinderatswahl 2016. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 21. September 2019.
  8. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 21. September 2019.
  9. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. In: Internetseite des NDR. 12. September 2016, abgerufen am 17. Februar 2017.
  10. Wahl des Samtgemeindebürgermeisters der Samtgemeinde Land Hadeln. In: Internetseite des NDR. Abgerufen am 14. September 2016.
  11. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 5 (Wappenteil).
  12. Heiko Völker: Der heilige Nikolaus im Lande Hadeln. Wie der Heilige Nikolaus in das Wappen des Landkreises Cuxhaven kam. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 791. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven November 2015, S. 2–3 (Digitalisat [PDF; 1,5 MB; abgerufen am 10. September 2019]).
  13. Eintrag über die Paten- und Partnerschaften. In: Internetseite der Stadt Otterndorf. Abgerufen am 12. April 2019.