Aubervilliers

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Aubervilliers
Wappen von Aubervilliers
Aubervilliers (Frankreich)
Aubervilliers
Region Île-de-France
Département Seine-Saint-Denis
Arrondissement Saint-Denis
Kanton Aubervilliers (Hauptort)
Gemeindeverband Métropole du Grand Paris
Koordinaten 48° 55′ N, 2° 23′ OKoordinaten: 48° 55′ N, 2° 23′ O
Höhe 33–46 m
Fläche 5,76 km²
Einwohner 80.273 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 13.936 Einw./km²
Postleitzahl 93300
INSEE-Code

Zentrum von Aubervilliers

Die Gemeinde Aubervilliers ist ein Vorort im Norden der französischen Hauptstadt Paris. Sie gehört zum Département Seine-Saint-Denis im Ballungsraum Île de France und hat 80.273 Einwohner (Stand 1. Januar 2014). Die Einwohner werden Albertivillariens genannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aubervilliers grenzt im Westen an Saint-Denis, im Norden an La Courneuve, im Osten an Pantin und im Süden an Paris. Der Westen der Stadt wird von dem Canal Saint-Denis durchzogen.

Aubervilliers gliedert sich in die Kantone Kanton Aubervilliers-Est und Kanton Aubervilliers-Ouest auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1060 erstmals urkundlich erwähnt, als König Heinrich I. der Abtei St-Martin-des-Champs in Paris Güter in Aubervilliers schenkte.[1]

Bis in das 19. Jahrhundert hinein war sie von der Landwirtschaft geprägt. Erst durch das Anwachsen von Paris änderte sich das Stadtbild. Industrien siedelten sich an, dementsprechend vergrößerte sich die Bevölkerung durch den Zuzug von Industriearbeitern aus Paris in den weniger teuren Vorort. Seit den 1960er Jahren kamen Hochhäuser in Plattenbauweise hinzu, in denen sich vor allem Einwanderer niederließen. Heute ist Aubervilliers eine multikulturelle Stadt mit 41 unterschiedlichen Nationalitäten und ein Zentrum des Islam in Frankreich.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zur Métrostation Front Populaire

Aubervilliers ist mit den Stationen Aubervilliers – Pantin – Quatre Chemins, Fort d’Aubervilliers und Front Populaire an das Netz der Pariser Métro angeschlossen. Des Weiteren hat die Stadt zwei Bahnhöfe an der Strecke des RER B und eine Station an der Linie 3b der Pariser Straßenbahn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aubervilliers ist traditionell eine Hochburg der politischen Linken. Seit 1944 wurde die Stadt bis 2008 stets von kommunistischen Bürgermeistern regiert und wird es seit 2014 wieder. Die Stadt wurde durch den schulischen Ausschluss zweier Mädchen aus dem Lycée Henri Wallon, die Kopftücher trugen (Alma und Lila Lévy-Omari) im Jahre 2003 bekannt.[2] Außerdem wurde es Schauplatz der gewaltsamen Ausschreitungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Sommer/Herbst 2005.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1884:

  • 1884–1904: Achille Domart
  • 1904–1905: Louis Fourrier
  • 1905–1919: Edouard Poisson
  • 1919–1923: Michel Georgen
  • 1923–1944: Pierre Laval
  • 1945–1953: Charles Tillon (ehemaliger Minister)
  • 1953–1957: Emile Dubois
  • 1957–1984: André Karman
  • 1984–2003: Jack Ralite (ehemaliger Minister)
  • 2003–2008: Pascal Beaudet (Parti communiste français)
  • 2008–2014: Jacques Salvator (Parti socialiste)
  • seit 2014: Pascal Beaudet (Front de gauche)[3]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fort d'Aubervilliers
  • Notre-Dame des Vertus
  • Hôtel de Ville, erbaut in den 1840er Jahren

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Seine-Saint-Denis. Flohic Éditions, 2. Auflage, Paris 2002, S. 39–48, ISBN 2-84234-133-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aubervilliers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Patrimoine des Communes de la Seine-Saint-Denis. Flohic Éditions, 2. Auflage, Paris 2002, S. 39
  2. Jennifer Joan Lee: INTERNATIONAL EDUCATION: Expulsions over veil intensify French debate on secularity New York Times, 21. Oktober 2003
  3. Günter Platzdasch: Der ehemalige ist der neue Bürgermeister, Ostthüringische Zeitung,1. April 2014