Bahnhof Leer (Ostfriesland)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bahnhof Leer (Ostfriesland)
Leer (Ostfriesland), Bahnhof.jpg
Empfangsgebäude
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung HLEE
IBNR 8000225
Kategorie 3
Eröffnung 20. Juni 1856
Webadresse bahnhof.de
Lage
Stadt/Gemeinde Leer
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 13′ 53,9″ N, 7° 27′ 55″ OKoordinaten: 53° 13′ 53,9″ N, 7° 27′ 55″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Niedersachsen
i16i16i18

Der Bahnhof Leer (Ostfriesland) ist ein Durchgangsbahnhof in der Stadt Leer (Ostfriesland). Er verfügt über ein Empfangsgebäude und drei von Personenzügen genutzte Gleise (ein Mittelbahnsteig sowie ein Hausbahnsteig). Ein Busbahnhof, Fahrradstellplätze, ein Taxistand und Parkplätze sowie ein Parkhaus für Pkw verknüpfen ihn mit anderen Verkehrsmitteln. Neben den Personengleisen gibt es noch einige Rangiergleise auf dem Bahnhofsgelände.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Zollhaus aus dem 19. Jahrhundert

Im Jahr 1854/55 erhielt Leer einen Bahnhof für den Personenverkehr, als die Stadt an die Hannoversche Westbahn von Emden nach Rheine angeschlossen wurde.[4] Auf die Planungen in den Jahren 1852 bis 1855 hatte der Hannoversche Architekt Conrad Wilhelm Hase Einfluss, möglicherweise auch Adolf Funk.[5]

Auch ein Postamt ließ sich zunächst in dem damaligen Neubau nieder und eröffnete hier die erste Telegrafenstation. In den 1870er Jahren wurde ein Zollgebäude für die Abwicklung des Außenhandels gebaut. 1885/86 wurde in Bahnhofsnähe ein eigenes Gebäude als „Kaiserliches Postamt“ bezogen. Das alte Postamt wurde in den 1970er Jahren im Rahmen der Stadtsanierung abgerissen. Bis heute ist neben dem Bahnhof noch das ehemalige Zollgebäude, das unter anderem auch für die Verladung der Güterwagen gedient hatte, erhalten und wird seit 1994 für kulturelle Zwecke genutzt.[6]

Der Bahnanschluss nach Oldenburg und damit nach Bremen erfolgte am 15. Juni 1869 und umfasste 55,01 km. Am 26. November 1876 wurde die Verlängerung nach Neuschanz (26 km) in Betrieb genommen.

1955 entstand der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB). 1992 wurde die Bahnstrecke Leer–Oldenburg elektrifiziert.[7]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige, breit angelegte, symmetrische Hauptgebäude aus dem Jahr 1855 besteht aus fünf Teilen. Es wurde im Rundbogenstil des Historismus errichtet.[8] Die zweigeschossigen, kubusförmigen Baukörper außen und in der Mitte werden durch hervortretende Ecklisenen aus Sandstein und breite Sandsteinbänder geprägt und durch flache Walmdächer abgeschlossen. Auf Vorder- und Rückseite versorgen in jedem Geschoss je drei rundbogige Fenster das Gebäude mit Licht. Die niedrigeren Zwischenbauten sind zur Straßenseite eingeschossig, verfügen zur Gleisseite hin aber über eine zweite Fensterreihe. Hier gliedern Pilaster Felder, in denen jeweils zwei Rundbogenfenster eingebaut sind. Der Haupteingang befindet sich in einem flachen Vorbau vor der Gebäudemitte.

Im Februar 2014 gab die Bahn allerdings bekannt, dass sie im Zuge des Programms „Niedersachsen ist am Zug! II“ den Bahnhof im Sommer 2014 modernisieren werde. Neben der Renovierung der beiden Bahnsteige und der bestehenden Unterführung sollte der Bahnhof um eine weitere Unterführung mit Aufzügen erweitert werden.[9] Wegen verschiedener Schwierigkeiten mussten die Bauarbeiten zwischenzeitlich abgebrochen werden. Im Frühjahr 2017 wurde die Modernisierung abgeschlossen.[10]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leeraner Bahnhof ist ein Verkehrsknotenpunkt. Am Leeraner Bahnhof treffen drei Bahnlinien aufeinander:

Bei der Verbindung zwischen Oldenburg und Emden ist im Gegensatz zu allen anderen Verbindungen ein Fahrtrichtungswechsel erforderlich, so dass bei solchen Fahrten meist ein längerer Aufenthalt in Leer erfolgt.

Zugangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täglich fahren InterCity-Züge in Richtung Koblenz (über Münster, Ruhrgebiet und Köln) sowie nach Berlin/Cottbus und Leipzig (über Bremen und Hannover). Regionalzugverbindungen bestehen nach Münster sowie über Oldenburg und Bremen nach Hannover.

Bahnhof Leer in der Bildmitte
Linie Linienverlauf Takt
IC 35 Norddeich – EmdenLeer (Ostfriesl)Lingen (Ems)Münster (Westf)RecklinghausenOberhausenDuisburgDüsseldorfKölnKoblenz (Fr und Sa je ein Zug von Koblenz aus über MannheimKarlsruheOffenburg nach Konstanz) Zweistundentakt
IC 56 Norddeich – Emden – Leer (Ostfriesl)Oldenburg (Oldb)BremenHannoverBraunschweigMagdeburgHalle (Saale)Leipzig (Ein Zug täglich von Magdeburg aus über Berlin nach Cottbus) Zweistundentakt
IC Norddeich - Emden – Lingen (Ems) – Münster (Westf) – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Koblenz – MainzMannheimStuttgart (verkehrt Sa) Ein Zugpaar
RE 1 Norddeich – Emden – Leer (Ostfriesl) – Oldenburg (Oldb) – Bremen – Verden (Aller)Nienburg (Weser) – Neustadt am Rübenberge – Hannover Zweistundentakt
RE 15 Emden – Leer (Ostfriesl)Rheine – Münster (Westf) Stundentakt
RB 57 Aufgrund einer von einem Schiff gerammten Eisenbahnbrücke derzeit im Schienenersatzverkehr:
GroningenWinschotenBad NieuweschansWeenerLeer (Ostfriesl)
Stundentakt

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verschiedene Buslinien, unter anderem nach Aurich mit einer „Schnellbuslinie“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachweisung über den Bau und Betrieb der unter hannoverscher Verwaltung stehenden Eisenbahnen. Jänecke, Hannover 1858, S. 16 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Historischer Verein für Niedersachsen (Hrsg.): Hannoversche Geschichtsblätter. Band 2, 1899, S. 93.
  3. http://www.zollhaus-leer.com/das-haus-2
  4. trollibus-oldenburg.eu, gesehen 16. September 2012.
  5. Arbeitsgruppe der Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft, Paul Weßels: Stadt und Landkreis (PDF; 154 kB)
  6. Modernisierung des Bahnhofs Leer beginnt, abgerufen am 21. Januar 2016.
  7. Deutsche Bahn: DB veranstaltet Bahnhofsfest in Leer, 17. Mai 2017, abgerufen am selben Tage