Bahnstrecke Kassel–Naumburg

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Kassel-Wilhelmshöhe West–Naumburg (Bz. Kassel)
Streckennummer (DB): 9390
Kursbuchstrecke (DB): ehemals 531, 198c
Streckenlänge: 33,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: Baunatal–Großenritte: 600 V =
Maximale Neigung: 25,5 
Minimaler Radius: 190 m
Höchstgeschwindigkeit: KS-Wilhelmshöhe–Bt.: 60 km/h
Bt.–Großenritte (EBO-Fz.): 40 km/h
Bt.–Großenritte (BOStraB-Fz.): 60 km/h
Zugsicherungssysteme: PZB
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0,0 Kassel-Wilhelmshöhe West
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früher Kassel-Wilhelmshöhe Kleinbf
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Main-Weser-Bahn von Kassel Hbf
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Kassel-Wilhelmshöhe Süd
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Kassel-Wilhelmshöhe Hessencourrier
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0,8 Übergabe DB Netz
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Main-Weser-Bahn nach Frankfurt
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3,4 Kassel-Niederzwehren West
vor 1945: Kleinbahnhof
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Straßenbahn Innenstadt ↔ Oberzwehren
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4,5 Kassel-Nordshausen
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A 44
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Straßenbahn von Oberzwehren
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zum VW-Werk
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7,0 Altenbauna
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Altenbauna Baunsberg
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Altenbauna VW-Werk
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links: Systemwechsel BOStrab/EBO
rechts: zum VW-Werk
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Altenbauna Kleingartenverein
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Altenbauna Stadtmitte
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Altenbauna Albert-Einstein-Str.
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Großenritte Hünstein
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10,3 Großenritte Bahnhof (mit Wendeschleife)
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Betriebswerk
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Infrastrukturgrenze HLB/RMN
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13,7 Elgershausen
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18,4 Hoof (Kr Kassel)
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19,3 Breitenbach
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21,6 Breitenbach Steinbrüche
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25,2 Sand (Kr Kassel)
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26,0 Bad Emstal Kurpark
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27,8 Balhorn
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31,2 Altenstädt (seit 1940)
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33,4 Naumburg (Bz Kassel)

Die Bahnstrecke Kassel–Naumburg ist eine Nebenbahn in Hessen. Sie wird heute von der Hessischen Landesbahn GmbH betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erbaut wurde die Strecke von der Kassel-Naumburger Eisenbahn (KNE). Die normalspurige 33,4 km lange Strecke führte von der Station Kassel-Wilhelmshöhe Kleinbahnhof ab 29. Oktober 1903 bis Schauenburg-Elgershausen und ab 31. März 1904 bis zum Bahnhof Naumburg (Bz Kassel). Die KNE ging 1966 in der Hessischen Landesbahn auf.

Ende des Jahres 2005 wurde die Strecke von der Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG übernommen, die nun als HLB Basis AG firmiert und das Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Hessischen Landesbahn darstellt.

Güterzug von VW in Süsterfeld-Helleböhn (Am Rennsteig)
Bahnhof Hoof am Schauenberg
Bahnhof Naumburg (Bz Kassel)

Obwohl die KNE-Züge seit dem 31. Mai 1970 im Kasseler Hauptbahnhof begannen und endeten, wurde auf der Stammstrecke der Personenverkehr am 4. September 1977 eingestellt. Der Güterverkehr westlich von Baunatal-Altenbauna endete am 31. Mai 1991. Auf dem verbliebenen Abschnitt wird ein reger Güterverkehr zum VW-Werk Baunatal durchgeführt. Außerdem benutzt die Regionalbahn Kassel GmbH in Baunatal einen Teil der Strecke bis Großenritte für eine Straßenbahnlinie.

Die Strecke von Wilhelmshöhe nach Naumburg wird seit 1972 von einer Museumseisenbahn befahren, die der Verein Hessencourrier e. V. betreibt. Dieser war bis 2007 im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe Süd beheimatet. Der Bahnhof musste jedoch einer Werkstatt für Cantus weichen. Deshalb wurde ein neuer Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe Hessencourrier in unmittelbarer Nähe erbaut, von dem nun seit 2007 die Dampfzüge abfahren.

Um die drohende Stilllegung des Streckenabschnittes von Großenritte bis Naumburg zu verhindern, musste ein Verein die Strecke pachten. Der Hessencourrier e. V. gründete gemeinsam mit dem Landkreis Kassel, den Städten Naumburg und Baunatal sowie den Gemeinden Bad Emstal und Schauenburg im März 1992 den Verein Regionalmuseum Naumburger Kleinbahn e. V. (RMN). Dank der Mitgliedsbeiträge und des großen persönlichen Einsatzes der Vereinsmitglieder konnte der Betrieb auf dem Streckenabschnitt Großenritte–Naumburg bislang aufrechterhalten werden.

Güterverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Januar 2015 wird der Güterverkehr nach Baunatal nicht mehr von HLB Basis sondern von DB Cargo durchgeführt.[1]

Straßenbahnverkehr seit 1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Vorbild des so genannten „Karlsruher Modells“ verkehrt seit 1995 auf einem Teilabschnitt der Strecke die Kasseler Straßenbahn. Die aus Richtung Innenstadt kommenden Straßenbahnen fädeln dabei südlich des Bahnhofs Altenbauna in die Eisenbahntrasse ein und verkehren auf dieser bis Großenritte Bahnhof. In diesem Zusammenhang wurden außerdem die Zwischenhaltepunkte Altenbauna Kleingartenverein, Altenbauna Stadtmitte, Altenbauna Albert-Einstein-Straße und Großenritte Hünstein neu eingerichtet. In diesem Bereich verkehren die Straßenbahnzüge dabei nicht nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) sondern nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO). In Großenritte entstanden zwei kleine Hallen, in denen Eisenbahn- und Straßenbahnfahrzeuge abgestellt werden. Auf der Strecke verkehren die Straßenbahnlinien 5 und 7, bis 13. Dezember 2008 außerdem die Linie 2 (statt der Linie 7). Analog zur Bahnstrecke Kassel–Waldkappel wird somit auch die Bahnstrecke Kassel–Naumburg von Straßenbahnfahrzeugen im Tram-Train-Modus bedient, ist aber nicht in das System der nach dem gleichen Konzept betriebenen RegioTram Kassel integriert.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2012 wurde bekannt, dass die Stadt Baunatal prüft, ob eine RegioTram-Verbindung zwischen dem Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, dem Baunataler ZOB und dem Schauenburger Ortsteil Elgershausen lohnend wäre, da durch den Wegfall der Buslinie 58 die Verbindung nach Baunatal und damit zu vielen Ärztehäusern schlechter geworden sei. Genaueres ist bislang jedoch noch nicht bekannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Kassel–Naumburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hessencourrier – Reiseführer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kassel-Naumburger Eisenbahn AG (Hrsg.): Die Kassel-Naumburger Eisenbahn AG. Kassel 2003, ISBN 3-937189-03-3.
  • Hessische Landesbahn GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Hessische Landesbahn GmbH. Köln 2007, ISBN 978-3-929082-26-5.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 8: Hessen. EK-Verlag, Freiburg 2004, ISBN 3-88255-667-6, S. 331–366.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. eisenbahn-magazin. Nr. 3, 2015, ISSN 0342-1902, S. 23.