Straßenbahn Kassel

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Straßenbahn
Straßenbahn Kassel
Bild
Basisinformationen
Staat Deutschland
Stadt Kassel
Eröffnung 9. Juli 1877
Betreiber KVG
Verkehrsverbund NVV
Infrastruktur
Streckenlänge Straßenbahn: 73,6 km

Regiotram: 87,2 km (DB Netz AG)

Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 600 V DC Oberleitung
Haltestellen 129
Tunnelbahnhöfe 1
Fernbahnhöfe ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe
Betriebshöfe 2
Betrieb
Linien 8 Straßenbahnlinien (davon eine nur an Schultagen)

3 Regiotram-Linien

Takt in der HVZ 15 Minuten
Fahrzeuge 3 Hochflurwagen N8C
21 Niederflurwagen Duewag NGT6C
22 Niederflurwagen 8NGTW
10 Niederflurwagen 8ZNGTW
21 Niederflurwagen NGT8
7 Niederflurbeiwagen Bombardier 4NBWE
28 Stadtbahnwagen 8NRTW-E/D
Statistik
Fahrgäste 44,8 Mio. (KVG)
+ 2,2 Mio. (RBK)
Einzugsgebiet ca. 400000
Mitarbeiter 822 (inkl. KVN)
+ 100 (RTG)
Netzplan
Liniennetzplan der Straßenbahn Kassel (bis 24. März 2018)

Die Straßenbahn Kassel wird von der KVG betrieben. Sie umfasst Straßenbahn-, Stadtbahn- und Eisenbahn-Strecken. Seit 1877 fährt in Kassel eine Straßenbahn, zunächst als Dampfstraßenbahn von Wilhelmshöhe zum Königsplatz. Später folgten Pferdebahnen, um die Jahrhundertwende die elektrische Straßenbahn. Die Spurweite beträgt 1435 mm (Normalspur). Es existierte aber auch ein Meterspurnetz mit der Herkulesbahn und ein Oberleitungsbus zwischen Harleshausen, Kirchditmold und Wilhelmshöhe. Heute ist die Straßenbahn das Rückgrat des ÖPNV in Kassel und wird nach und nach ins Umland verlängert, teilweise als herkömmliche Straßenbahn, teilweise nach dem „Karlsruher Modell“ als RegioTram.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampfstraßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Zug der „Cassel Tramways Company“

Bereits im Sommer 1870 verkehrte in Kassel ein Pferdeomnibus, der die Stadt mit dem Bergpark Wilhelmshöhe verband. Der „Pferde-Omnibus-Verkehr“ wurde während der Dauer einer Industrie-Ausstellung vom 1. Juni bis 5. Oktober 1870 vom Verlagsbuchhändler Georg H. Wigand betrieben.

Das Wachstum der Stadt machte ab 1877 den Betrieb einer Dampfstraßenbahn rentabel. Vom 9. Juli 1877 an betrieb die englische Firma Jay & Comp. London die Cassel Tramways Company. Mit zunächst zwei Dampflokomotiven und vier Personenwagen wurde die Strecke vom Königsplatz nach Wilhelmshöhe befahren. Der Wagenpark wurde etappenweise um weitere Fahrzeuge erweitert, unter anderem durch einige Lokomotiven der Henschel-Werke.

Die Kasseler Dampfbahn gilt als die erste Straßenbahn Deutschlands, die aus eigener Kraft fuhr, also nicht von Pferden gezogen wurde. 1881 wurde die Gesellschaft von einer Berliner Aktiengesellschaft übernommen und in Casseler-Straßenbahn-Gesellschaft umbenannt. Die Dampfbahn wurde 1897 von der neu gegründeten Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft übernommen und ging in ihr auf. Am 10. Mai wurde der Betrieb der Dampfbahn eingestellt und durch elektrischen Straßenbahnverkehr ersetzt.

Pferdebahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagen Nr. 8 der „Pferdebahn Cassel-Wolfsanger G.m.b.H.“ an der Endstation Wolfsanger 1897
Aktie über 1000 Mark der Großen Casseler Straßenbahn vom 21. Juni 1897

Neben der Dampfbahn bestanden in Kassel anfangs auch zwei Pferdebahnen. Die Aktiengesellschaft Casseler-Stadteisenbahn betrieb drei Linien: Seit 1884 die Linien vom heutigen Hauptfriedhof zum Königsplatz, von der Hedwigstraße (Königsplatz) zum Bahnhof Bettenhausen und vom Kirchweg über den Hauptbahnhof zur Hedwigstraße. 1897 wurde auch dieser Betrieb von der Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft übernommen und auf elektrischen Betrieb umgestellt.

Die Pferdebahn Cassel-Wolfsanger G.m.b.H. wurde 1897 von einem Berliner Unternehmen gegründet und kam 1903 in Privathand. Der Betrieb verfügte über acht Wagen und verband den Altmarkt im Zentrum der Stadt mit dem Stadtteil Wolfsanger an der Fulda. Erst 1909 ging auch diese Bahn in der Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft auf und wurde elektrifiziert.

Elektrifizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweigleisiger Ausbau der Trasse am Weinberg, 1926

Am 24. September 1897 wurden die beiden bisher nebeneinander bestehenden Betriebe, Casseler-Stadteisenbahn und Casseler-Straßenbahn-Gesellschaft in der neu gegründeten Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft verschmolzen. Nun begann die Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes. Am 14. Dezember 1898 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahntriebwagen in Kassel. Zu diesem Zweck wurden zwei neue Betriebshöfe in Wilhelmshöhe und Bettenhausen gebaut, sowie ein eigenes Elektrizitätswerk nahe der Kasseler Innenstadt im Königstor errichtet.

Herkulesbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Herkulesbahn
Triebwagen der Herkulesbahn an der Endstation am Brasselsberg, 1962

Die Herkulesbahn war eine nebenbahnähnliche meterspurige Kleinbahn im Kasseler Habichtswald. Sie transportierte von 1902 bis April 1966 Güter und Personen. Seit 1927 war sie ein Bestandteil der Großen Kasseler Straßenbahn.

Historischer Fahrzeugpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der elektrische Triebwagen 58 während der Auslieferung 1899

Bis 1900 wurden 54 elektrische Triebwagen bei Van der Zypen & Charlier und Credé bestellt. Das erste Los von 14 relativ großen Triebwagen war für den Betrieb auf der kurvenarmen Strecke der ehemaligen Dampfbahn vorgesehen. 40 weitere Triebwagen mit deutlich kleinerem Achsabstand verkehrten auf den restlichen verwinkelten Strecken.

Nach dem Ersten Weltkrieg kamen in den 1930er und 1940er Jahre weitere Zweiachsfahrzeuge zur Kasseler Straßenbahn. Viele kriegszerstörte Fahrzeuge wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

260, 261–288 (2+2-Triebwagen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1955 wurden von Credé fünf zweiachsige Einrichtungstriebwagen mit entsprechenden Beiwagen ausgeliefert. Sie stellen die letzte zweiachsige Triebwagenbaureihe der KVG dar und entsprachen dem auch in anderen westdeutschen Städten verbreiteten Verbandstyp. Die ersten beiden Beiwagen (551 und 552) wurden als Zweirichtungswagen abgeliefert, aber noch im Ablieferungsjahr zu Einrichtungswagen umgebaut.

Aus dem Verbandstyp entwickelte Credé ab 1955 einen Gelenktriebwagen. Im Prinzip handelte es sich um einen Triebwagen mit Beiwagen bei dem ein begehbares und freischwebendes Mittelteil beide Wagenhälften verband. Aus wirtschaftlicher Sicht sprachen die geringen Entwicklungskosten und der Rationalisierungseffekt beim Einsatz von Schaffnern für die Anschaffung. Aus dem im Kasseler Liniendienst eingesetzten Prototypen (Wagen 260) wurde eine Serie von 28 vierachsigen Gelenktriebwagen (261–288), wobei sich nun der Wagenkasten an modernen Bauformen des Duewag-Gelenkwagens orientierte. Die Wagen wurden von 1956 bis 1958 ausgeliefert.

Auf den Einsatz des Triebwagens 260 konnte nach Auslieferung der N8C-Triebwagen verzichtet werden, so wurde er am 25. Oktober 1981 abgestellt und 1983 an das Hannoversche Straßenbahn-Museum abgegeben, wo er noch heute in schlechtem Zustand vorhanden ist. Auch einige Wagen der Serie 261-288 konnten nach der Indienststellung der N8C ausrangiert werden. Die restlichen etwa 20 Fahrzeuge dieses Typs wurden noch einmal grundmodernisiert und bis 1986/87 bzw. 1990/91 in den Liniendienst geschickt.

Der Triebwagen 269 befindet sich heute im Hannoverschen Straßenbahn-Museum in Wehmingen, Triebwagen 273 ist noch bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft nicht betriebsfähig vorhanden. Der Triebwagen 282 befindet sich in den Niederlanden. Zehn Fahrzeuge erhielt 1990/91 der Verkehrsbetrieb Gorzów Wielkopolski in Polen. Mit Ausnahme von Triebwagen 270, der an die Straßenbahnfreunde Warschau ging, sind diese Wagen mittlerweile verschrottet.

301–317, 351–366 (GT 6)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegmann-Triebwagen 362 von 1970

Mitte der 1960er Jahre wurde die Arbeitsgemeinschaft der Kasseler Waggonindustrie (eine Kooperation von Wegmann und Credé) mit der Lieferung neuer Straßenbahnen beauftragt. Im wesentlich glichen die Wagen den seit 1956 von Düwag gebauten Gelenktriebwagen und waren Lizenzbauten.

Von Wegmann wurden in zwei Lieferlosen die Triebwagen 301–314 (1966) und 315–317 (1970) geliefert. Die Triebwagen 304 und 314–317 hatten am B-Teil eine Scharfenbergkupplung montiert, um auch mit den Beiwagen eingesetzt werden zu können. Diese wurden aber relativ früh wieder abgenommen. Die Triebwagen 301–304 wurden abweichend von den anderen Fahrzeugen mit einer SieMatic-Steuerung geliefert, die sie auch bis zur Ausmusterung behalten haben.

Credé lieferte 1966/67 sieben sechsachsige Einrichtungsgelenktriebwagen Typ GT 6 (351–357, geliefert als 315–321). Diese Wagen hatten das typische PCC-Gesicht der sonst in Deutschland weit verbreiteten Düwag-Wagen erhalten. Ein weiteres Los Einrichtungstriebwagen lieferte Wegmann 1971. Die neun Wagen (358–366) hatten im Gegensatz zur Credé-Serie eine schlankere Stirnfront mit Panorama-Windschutzscheibe, die den Kasseler Wagen 301–317 angeglichen war.

Beiwagenzug der KVG 1995

Zu den 16 Einrichtungstriebwagen wurden insgesamt elf vierachsige Großraum-Beiwagen beschafft. Die ersten fünf Wagen wurden 1967 noch von Credé ausgeliefert, kurz bevor die Produktion eingestellt wurde, die restlichen kamen 1971 von Wegmann. 1986 wurden drei gebrauchte L-Beiwagen aus Frankfurt am Main übernommen. Zwei gingen als Bw 575 und 576 in Betrieb, der dritte diente als Ersatzteilspender.

Ein Wagen aus Kassel in Gorzów Wielkopolski

Die Zweirichtungsfahrzeuge 301-317 konnten nach der Inbetriebnahme der ersten 8NGTW 1999 ausgemustert werden. Viele Wagen wurden nach Gorzów in Polen verkauft oder verschrottet.

Die Beiwagenzüge 351-366 konnten ebenfalls Ende der 1990er Jahre abgestellt werden, wurden allerdings zunächst betriebsfähig gehalten, da man noch nicht wusste, ob die vorhanden Wagen nach der bevorstehenden Einweihung der Lossetalstrecke (2001) für den Betrieb ausreichen würden. So wurden die Triebwagen 354 und 355 sowie die Beiwagen 563 und 569 2001 wieder in Betrieb genommen. Ihre endgültige Abstellung erfolgte Ende 2003. Auch viele Einrichtungswagen (ohne Beiwagen) gingen nach Gorzow. Ein Einrichtungswagen samt Beiwagen wird in Kassel als zukünftiger historischer Zug aufbewahrt (Triebwagen 355 + Beiwagen 569). Ein Zweirichtungswagen (317) wurde zum Schienenpflegezug umgebaut und ein weiterer (316) ist nicht betriebsfähig abgestellt.

Streckennetz heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des Straßenbahn-Streckennetzes im Stadtzentrum von Kassel
Straßenbahn in der Endhaltestelle Vellmar Nord
Nicht mehr fahrplanmäßig genutzte Haltestelle an der Wendeschleife Polizeipräsidium. Das linke Gleis führt sowohl zum Stern als auch in den alten Tunnel, das überasphaltierte rechte nur Richtung Stern. Rechts oberhalb liegt der Hauptbahnhof.
Alte Nordeinfahrt in den Tunnel unter dem Bahnhofsvorplatz
Bahnhof Oberkaufungen

Durch die Fußgängerzone Königsstraße und nordwestlich daran vorbei befindet sich der Innenstadtring.

Der zweigleisige Innenstadtring beginnt an der Kreuzung Am Stern, folgt dann der Unteren und Oberen Königsstraße durch die Fußgängerzone bis zur Kreuzung am Rathaus. Von dort geht es über die Fünffensterstraße bis zum Gleisdreieck am Ständeplatz und weiter zum Gleisdreieck am Scheidemannplatz. Heute zweigt hier die Strecke für die Regiotram zum Hauptbahnhof ab. Diese führt direkt nach dem Abzweig in die Kurfürstenstraße über eine Rampe in einen unter dem Bahnhofsvorplatz und dem Bahnhofsgebäude verlaufenden Tunnel. Ab dem Scheidemannplatz verläuft die Strecke über die Rudolf-Schwander-Straße zum Lutherplatz und mündet in die Lutherstraße ein, die wieder direkt zur Kreuzung Am Stern führt.

Daran schließen sich von Nordwesten her im Uhrzeigersinn folgende Strecken an:

  • Grüner Weg – Wendeschleife Ottostraße: ohne Linienverkehr
Die Strecke beginnt zweigleisig am Lutherplatz und kann nur aus/in Richtung Am Stern befahren werden. Über den Grünen Weg vorbei an der ehemaligen Haltestelle Erzbergerstraße verläuft die Strecke bis zur Einmündung der Reuterstraße. Von dort führte die Strecke bis 2005 in den 1968 eröffneten Tunnel unter den Bahnhofsvorplatz des Hauptbahnhofs mit dem U-Bahnhof Hauptbahnhof. Dieser Streckenabschnitt wurde auch „Deutschlands hässlichste U-Bahn“ genannt. Durch den Verlust des Fernverkehrs für den Hauptbahnhof im Jahr 1991 verlor diese Streckenführung an Bedeutung. Auch für Umleitungen war die Strecke aufgrund der längeren Fahrzeit gegenüber der Route durch die Königsstraße ungeeignet. Dadurch und durch den dazu noch dünnen Takt der damaligen Linie 7 verwaiste und verwahrloste dieser Streckenteil immer mehr und er wurde 2005 nach dem Bau der alternativen Strecke durch die Rudolf-Schwander-Straße geschlossen.
Die groß angelegte Wendeschleife Ottostraße konnte bis 2005 sowohl von der Tunnelstrecke unter dem Hauptbahnhof als auch vom Lutherplatz kommend befahren werden. Die Strecke verläuft eingleisig durch den Grünen Weg und biegt dann in die Ottostraße ein. Bei Fahrt durch den Grünen Weg wird noch die Haltestelle Arbeitsamt angekündigt, die jedoch vor Ort nicht dauerhaft gekennzeichnet ist und nur bei geplantem Umleitungsverkehr wieder aktiviert wird. Das Ausweichgleis an der Endhaltestelle Ottostraße (Mittlerweile in Polizeipräsidium umbenannt) war bereits durch Asphalt überdeckt, im Jahr 2016 wurde die Asphaltierung jedoch wieder entfernt. Die Ausfahrt erfolgt dann in die vom alten Tunnel kommende Strecke. Bis 2005 war auch die Ausfahrt in den Tunnel möglich. Die Haltestelle Ottostraße war über eine Treppe vom Nordausgang des Hauptbahnhofs zu erreichen, die heute jedoch völlig mit Buschwerk zugewachsen ist beziehungsweise entfernt wurde, ein Zugang aus Richtung Hauptbahnhof ist nur noch über einen Fußweg der deutschen Bahn möglich.
  • Rothenditmold: stillgelegt zum Fahrplanwechsel am 25. September 1971, zuletzt Linie 7
Die Strecke begann an einem Gleisdreieck nahe der Haltestelle Erzbergerstraße. Über die Reuterstraße und die Wolfhager Straße führte die Strecke zumeist eingleisig in den Stadtteil Rothenditmold. Endhaltestelle war zuletzt ein Gleisdreieck an der Ecke Wolfhager Straße/Engelhardstraße. An einer Verkehrsinsel an der Einmündung der Reuterstraße in den Grünen Weg befindet sich noch ein kurzes zweigleisiges Reststück der Strecke.
  • Holländische Straße – Vellmar Nord: Linien 1 und 5
Die Strecke beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle Am Stern und folgt in ihrem gesamten Verlauf der Holländischen Straße durchgehend auf eigenem Gleiskörper in Mittellage. An der Haltestelle Holländischer Platz/Universität befindet sich eine Vorsortierweiche, die noch vor dem eigentlichen Abzweig im Nichts endet. Sie entstand Ende der 90er Jahre im Rahmen der Neugestaltung der Haltestelle als Bauvorleistung für eine an der Universität vorgesehene Wendeschleife. Sie sollte eine Angebotsverstärkung zwischen Stern und Holländischem Platz ermöglichen, um die durch die Universität bedingte sehr hohe Fahrgastnachfrage besser befriedigen zu können. Nachdem der Bau der Wendeschleife in den politischen Gremien der Stadt seinerzeit keine Mehrheit fand, ist keine Einrichtung einer Wendeschleife mehr vorgesehen.
Kurz vor der Stadtgrenze befindet sich die Haltestelle Holländische Straße mit einer zweigleisigen Wendeschleife, an der die Linie 5 endet. Hier gibt es Anschluss zu den Buslinien 11, 28 und 44 Richtung KS-Harleshausen, KS-Philippinenhof/Warteberg und Vellmar-West sowie zur Schnellbuslinie 100 zum Flughafen Kassel-Calden. Seit dem 23. Oktober 2011 schließt sich hier die Neubaustrecke der Linie 1 nach Vellmar Nord entlang der ehemaligen Buslinie 45 an, deren Bau im August 2008 begonnen wurde. Die Strecke folgt der Holländischen Straße in Mittellage im Linksverkehr, um nur einen Mittelbahnsteig pro Haltestelle bauen zu müssen; eine solche Anordnung stellt für Deutschland (abgesehen vom nach EBO betriebenen Bahnhof Dürkheim Ost der Rhein-Haardt-Bahn) ein Novum dar und ist weltweit nur sehr selten anzutreffen. Die Trasse verlässt die Bundesstraße 7 über die Brüder-Grimm-Straße. Die Strecke verläuft bis auf einen kurzen eingleisigen Abschnitt (Gleisverschlingung) an der Haltestelle Vellmar Rathaus zweigleisig und endet am nördlichen Ortsausgang von Vellmar in Richtung Espenau-Hohenkirchen in einer Wendeschleife. Hier besteht Anschluss zum Bus 47 Richtung Flughafen Kassel-Calden über Espenau, Wilhelmsthal und Calden.
  • Weserstraße – (Klinikum Kassel) – Ihringshäuser Straße: Linien 3 und 6
Die Strecke beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle Am Stern und zweigt am Altmarkt von der Strecke nach Hessisch Lichtenau ab. An der Haltestelle Weserspitze zweigt die Strecke nach Wolfsanger in die Fuldatalstraße ab und die Strecke verzweigt sich nach kurzem Verlauf in der Ihringshäuser Straße. Eine Strecke zweigt nach links in den Mittelring ab und folgt dann der Mönchebergstraße zum Klinikum und trifft an der Eisenschmiede wieder auf die durchgehende Strecke durch die Ihringshäuser Straße.
Vor der Endstation befindet sich eine Gleiskreuzung, so dass die Wendeschleife im Uhrzeigersinn befahren werden kann. Hier besteht Anschluss an Busse nach Vellmar, Fuldatal, Hann. Münden und Immenhausen-Holzhausen sowie zu den Stadtbussen in die Siedlungen Bossental und Hasenhecke. Die durchgehende Strecke verläuft zweigleisig auf eigenem Bahnkörper, die Strecke über Klinikum ist eingleisig mit einer Ausweiche an der Haltestelle Klinikum und verläuft im Straßenraum. Vom Klinikum kommend besteht an der Eisenschmiede eine Abbiegemöglichkeit stadteinwärts in die Ihringshäuser Straße, die aber im Liniendienst nicht bedient wird.
Bereits seit Jahren wird über eine Verlängerung nach Fuldatal-Ihringshausen diskutiert. Nach dem Ausbau der B 3 wäre jetzt der Weg frei, aber in Fuldatal wird teilweise die Anbindung über eine Regiotramlinie auf der Strecke Kassel–Göttingen bevorzugt.
  • Wolfsanger: Linie 7
Die Strecke zweigt an der Haltestelle Weserspitze von der Strecke zur Ihringshäuser Straße ab. 2006 begann der Umbau der Fuldatalstraße, welcher im Sommer 2007 abgeschlossen wurde. Seitdem ist die Strecke bis zur Haltestelle Wolfsgraben zweigleisig geführt. Die restliche Strecke ist eingleisig und endet stumpf an der Haltestelle Wolfsanger, was den Einsatz von Zweirichtungs-Fahrzeugen erfordert. Nach der Stilllegung der Strecke nach Rothenditmold war auch diese Strecke stilllegungsgefährdet. Langfristig wird aber über eine Verlängerung über die Fulda nach Niestetal nachgedacht. Dies würde den Bau einer Brücke über die Fulda erforderlich machen.
Sechsschienengleis in Kaufungen auf der Strecke nach Hess. Lichtenau
  • Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau: Linien 4 und 8
Die Strecke beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle Am Stern. An der nächsten Haltestelle Altmarkt zweigt die Strecke nach Ihringshäuser Straße/Wolfsanger ab. Die Strecke überquert sodann die Fulda und ist damit die einzige Strecke rechts der Fulda. Der Unterneustädter Kirchplatz und der Platz der Deutschen Einheit (Großer Kreisel) werden anschließend von der Trasse durchquert. An der Haltestelle Sandershäuser Straße befindet sich seit 2001 ein Betriebshof mit zweigleisiger Zufahrt aus beiden Fahrtrichtungen. Das Gleisdreieck wird zudem vom Gleis der Anschlussbahn zum Kasseler Fuldahafen gekreuzt. Bis hierhin ist die Strecke zweigleisig auf eigenem Bahnkörper. Bis Leipziger Platz wird anschließend der Straßenraum mitbenutzt. Bis 2006 befand sich am Leipziger Platz eine Wendeschleife, die jedoch aufgrund ihres engen Kurvenradius nicht von den neueren Straßenbahnfahrzeugen befahren werden konnte. Außerdem wurde die Wendeschleife häufig durch parkende Autos blockiert. Als Ersatz wurde etwa 200 Meter stadtauswärts die neue Wendeschleife Leipziger Straße angelegt. Ab dem Leipziger Platz hat die Strecke wieder einen eigenen Bahnkörper. Der zweigleisige Ausbau des Abschnitts Leipziger Platz Richtung Lindenberg war erst im Jahr 2000 fertiggestellt worden. An der Haltestelle Lindenberg könnte später ein Abzweig nach Lohfelden realisiert werden. Hier befand sich bis 2000 eine Wendeschleife an der Endstation der damaligen Trasse. Die Strecke führt seitdem weiter bis zur Haltestelle und Wendeschleife Kaufungen-Papierfabrik. Danach erfolgt die Einfädelung in die Eisenbahnstrecke (Waldkappeler Bahn), die nur von Fahrzeugen der 600er und 700er Serien befahren werden kann.
Die Strecke ist ab hier nur noch teilweise zweigleisig und einzelne Haltestellen sind mit Mehrschienengleisen ausgestattet. Zwischen Niederkaufungen Bahnhof und Oberkaufungen Bahnhof gibt es zwei alternative Streckenführungen: als Straßenbahn elektrisch durch Kaufungen oder als Eisenbahn ohne Oberleitung. In Hessisch Lichtenau zweigt eine Straßenbahnstrecke von der Eisenbahnstrecke ab und endet in der Stadt. Wendemöglichkeiten gibt es in Helsa und Hessisch Lichtenau als Wendeschleife und in Oberkaufungen Bahnhof als Stumpfgleis.
In Oberkaufungen gibt es Anschlüsse nach Nieste, in Helsa nach Großalmerode und in Hessisch Lichtenau nach Eschwege.
  • Oberzwehren: Linien (2), 3, 5, 6 und 7
Die Strecke beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle Rathaus und folgt der Frankfurter Straße und Altenbaunaer Straße bis Oberzwehren. Sie ist zweigleisig mit eigenem Bahnkörper in Straßenmitte bis kurz vor die Haltestelle Keilsbergstraße, danach abseits der Straßen. Am Auestadion gibt es eine in beiden Richtungen befahrbare Wendeschleife. In diese ist eine zweigleisige Haltestelle integriert, welche jedoch nur während Großveranstaltungen im Auestadion oder der Eissporthalle bedient wird. Weiterhin befinden sich kurz hinter der Haltestelle Auestadion zwischen den beiden Fahrspuren des Autobahnzubringers zur A 49 zwei Stumpfgleise, die von Regiotram-Wagen zum Wenden verwendet werden. An der Haltestelle Oberzwehren Mitte existiert ein Gleisdreieck mit Fahrtmöglichkeit zum Bahnhof Wilhelmshöhe und nach Baunatal/Mattenberg.
  • von Oberzwehren weiter nach Baunatal-Großenritte: Linien (2) und 5
Die Strecke führt zunächst abseits der Straßen bis zur Haltestelle Mattenberg, wo die Linien 3, (5) und 7 enden. Hier zweigt auch die alte Strecke zum VW-Werk ab. Entlang der Altenbaunaer Straße geht es bis zur Haltestelle Baunsberg. Ab hier wird die Strecke eingleisig und nach Eisenbahnrecht befahren. Nach VW-Werk biegt die Strecke auf die Eisenbahnstrecke Kassel–Baunatal–Schauenburg–Naumburg ein. Nach der Ausweiche Kleingartenverein folgt Stadtmitte, ebenfalls mit Ausweiche. Dort findet der Umstieg zu den Stadtbussen statt.
Nach zwei weiteren Stationen endet die Straßenbahnstrecke in einer Wendeschleife am Bahnhof Großenritte. Da der Abstand zwischen diesen beiden Stationen ca. vier Minuten Fahrzeit beträgt, was bei vier Zügen pro Viertelstunde nicht ausreicht, die Strecke zu räumen, fährt zu den Zeiten, zu denen zwei Linien betrieben werden, eine davon gegen die Lastrichtung die beiden Haltestellen dazwischen nicht an.
  • von Mattenberg weiter nach Baunatal (VW-Werk Schleife): ohne Linienverkehr; seit Ostern 2017 gesperrt und unterbrochen
Ein wartender Straßenbahntriebwagen an der Endhaltestelle VW-Werk-Schleife, Februar 2014
Diese Strecke wurde im Februar 1941 eröffnet. Die Strecke endet vor dem VW-Werk im Baunatal, Haltestelle VW-Werk Schleife. Zwischen Mattenberg und VW-Werk befanden sich noch die Haltestellen Schenkelsberg (bis 2017 in Betrieb) und Henschelweg (bereits früher aufgegeben). Die Strecke ist zweigleisig mit eigenem Bahnkörper ausgebaut. Zuletzt wurde sie nur von einzelnen Fahrten, die nur im Winter und an Schultagen stattfanden, im Liniendienst genutzt, vorwiegend, um die Endhaltestelle Mattenberg zu entlasten.
Die Strecke ist seit Ostern 2017 für den Verkehr unterbrochen, außerdem sind die Haltestellen aufgelöst. Anfang Mai 2017 wurde ca. 300 Meter vor der ehemaligen Haltestelle Schenkelsberg in der Julius-Leber-Straße eine Weiche eingebaut, damit mit Zweirichtungsfahrzeugen dort umgesetzt werden kann, falls die Wendeschleife Mattenberg blockiert ist. Diese Umsetzanlage wurde zwischen Oktober 2017 und März 2018 von den Fahrzeugen der Linie 5E zum Umsetzen genutzt.
Grund für die Sperrung der Strecke sind Brückenbauarbeiten an der querenden A 44, wofür die Gleise und die Oberleitung darunter ausgebaut worden sind. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich zwei Jahre dauern. Ob die Strecke nach den Bauarbeiten wieder in Betrieb genommen wird, ist zurzeit offen.
Diese Strecke war die erste, die in Kassel eröffnet wurde. Die Strecke ist zweigleisig auf eigenem Bahnkörper.
  • Friedrich-Ebert-Straße: Linie 4 (durchgehend bis Bahnhof Wilhelmshöhe), Linie 7 (bis Abzweig Goethestraße), Linie 8 (bis Bebelplatz)
  • Goethestraße: Linie 7
Die Strecke zweigt von der Innenstadt kommend direkt nach der Haltestelle Annastraße von der Friedrich-Ebert-Straße ab. Die Strecke folgt zunächst der Goethestraße, anschließend der Germaniastraße und mündet am Wehlheider Platz in die Wilhelmshöher Allee Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe vor der Haltestelle Kirchweg ein. Der Streckenabschnitt weist in seinem Verlauf nur eine Station an der Kreuzung Goethestraße/Querallee (Goethestraße) auf. Ihre wichtigste Berechtigung schien die Strecke in den 1990ern verloren zu haben, nachdem mit der Sanierung der Rathauskreuzung der Verkehr von der Wilhelmshöher Allee am Rathaus auf den Innenstadtring über Lutherplatz bzw. Hauptbahnhof abbiegen konnte. Eine befürchtete Stilllegung konnte jedoch verhindert werden. 2011 wurden Goethe- und Germaniastraße saniert, dabei wurden die Straßen nach dem alten, historischen Straßenbild gestaltet und die Gleise zusammen mit dem Individualverkehr auf die südliche Seite gelegt, während auf der nördlichen Seite eine Fußgängerpromenade entstand.
Mit der Einführung des neuen Liniennetzes im März 2018 verlor die Strecke stark an Bedeutung, da die Linie 7 nur noch unter der Woche durch die Goethestraße verkehrt. Am Wochenende wird dieser Abschnitt nur noch von einigen wenigen einrückenden Bahnen bedient.
  • Friedrich-Ebert-Straße – Hessenschanze: Linie 8
Die Strecke zweigt am Bebelplatz ab und folgt zunächst dem Kirchweg und der Aschrottstraße. Danach verläuft die Strecke entlang der Breitscheidstraße und im weiteren Verlauf der Gilsastraße bis zur Teichstraße. Bis zur Haltestelle Teichstraße ist die Strecke zweigleisig ausgebaut, danach gibt es nur an den Haltestellen Kirche Kirchditmold und Riedwiesen Ausweichstellen. Zudem befindet sich zwischen den Haltestellen Teichstraße und Kirche Kirchditmold der steilste Streckenabschnitt der Kasseler Straßenbahn mit über 7 % Steigung. Ab der Haltestelle Kirche Kirchditmold folgt die Strecke der Schanzenstraße bis zur eingleisigen Wendeschleife Hessenschanze. Die Wendeschleife war im Sommer 2004 grundlegend erneuert worden. Dabei erfolgte der Rückbau des zweiten Gleises.
  • Betriebsstrecke Kattenstraße
Die eingleisige Strecke zweigt von der Friedrich-Ebert-Straße an der Haltestelle Kongress-Palais/Stadthalle in die Kattenstraße ab. Die Einfahrt kann von der Friedrich-Ebert-Straße aus beiden Fahrtrichtungen erfolgen. Die Strecke folgt der Kattenstraße bis zur Kreuzung mit dem Kirchweg und mündet dort in das vom Bebelplatz stadtauswärts führende Gleis Richtung Hessenschanze ein. Eine Befahrung der Strecke aus Richtung Hessenschanze ist seit dem Ausbau eines mit Automatikweichen ausgestatteten Gleiswechsels im Oktober 2010 nicht mehr möglich. Die Betriebsstrecke Kattenstraße wird überwiegend in den frühen Morgenstunden durch aus dem Betriebshof Wilhelmshöhe ausrückende Bahnen genutzt, die ihre Fahrt als Linie 8 zur Hessenschanze fortsetzen. Daneben erfolgt die Nutzung als Wende- und Abstellmöglichkeit bei Veranstaltungen in der Stadthalle oder bei Sperrung der Strecke Richtung Hessenschanze.

Vom Bahnhof Wilhelmshöhe geht es weiter in Richtung Westen und Süden auf folgenden Strecken:

  • Wilhelmshöhe: Linie 1
An der Haltestelle Hessischer Rundfunk befindet sich der Betriebshof Wilhelmshöhe. Hier ist unter anderem die Hauptwerkstatt und eine große Abstellhalle angesiedelt. Mit Einführung der Doppeltraktionen im Dezember 2013 wurde die Haltestelle Weißensteinstraße in der Wendeschleife Wilhelmshöhe aufgegeben.
  • Wendeschleife Rolandstraße: ohne Linienverkehr
Vom Bahnhof Wilhelmshöhe geht es stadtauswärts nach links, wie die Strecken nach Druseltal und Oberzwehren, dann biegt die eingleisige Strecke und nur in einer Richtung befahrbare Strecke nach rechts ab, und mündet schließlich nach einer Haltestelle (Rolandstraße) wieder in der Strecke von Wilhelmshöhe zum Bahnhof Wilhelmshöhe. Die Haltestelle Rolandstraße ist in Fahrtrichtung links gebaut. Trotzdem waren auf der Linie 7 häufig Einrichtungsfahrzeuge (Ausstieg nur rechts möglich) anzutreffen. Mit der Einführung des neuen Liniennetzes am 25. März 2018 verlor die Schleife ihren planmäßigen Linienverkehr.
Ende der stillgelegten Strecke zur Kurhausstraße
  • Druseltal: Linie 4
Die Strecke liegt im gesamten Verlauf im Straßenraum und ist durchgehend zweigleisig. An der Haltestelle Brabanter Straße zweigte bis 1994 ein eingleisiger Abschnitt zur Kurhausstraße ab, der dort nur eine Haltestelle später stumpf endete. Diese Strecke wurde bis 2014 vom „Bergparkbus“ (Linie 23) befahren, der bis zur Endhaltestelle/Wendeschleife Wilhelmshöhe (Park) fuhr und dort auf dem Parkplatz Ochsenallee hielt. Die Wendeschleife Druseltal wurde 1991 neu gebaut, da sich an der bisherigen steilen Endhaltestelle einige Unfälle ereigneten. Seitdem können auch Einrichtungsfahrzeuge ins Druseltal fahren.
An der Endstation gibt es Anschlüsse nach Brasselsberg/Nordshausen und zum Herkules. Die Linie zum Herkules soll eventuell durch eine verlängerte Straßenbahn ersetzt werden, um somit den wichtigsten Abschnitt der Herkulesbahn zu reaktivieren, allerdings diesmal in Normalspur.
  • Brückenhof: Linien (2), 3, 6 und 7
Die Strecke wurde zwischen 1992 und 1998 eröffnet. Vorher fuhren hier die Buslinien 20 und 21. Die Strecke ist durchgehend zweigleisig und unabhängig vom Straßenverkehr gebaut worden. Die Kreuzungen sind wie unbeschrankte Bahnübergänge gestaltet, lediglich an zwei Kreuzungen hat die Bahn nicht grundsätzlich Vorrang. An der Haltestelle Schulzentrum Brückenhof gibt es eine von Süden befahrbare Wendeschleife. Diese wurde gebaut als Ersatz für einen ebenfalls nur von Süden befahrbaren Abzweig nach Nordshausen, der nie realisiert wurde. Dorthin fährt heute die Buslinie 21. Zwei Stationen später endet die Strecke in einem Gleisdreieck mit Strecken zum Innenstadtring und nach Mattenberg/Baunatal.

Aktuelles Liniennetz (seit 2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Juni 2015 hatte die KVG bekannt gegeben, das Liniennetz in Kassel grundlegend zu erneuern. Im Rahmen des Konzeptes Kasseler Linien fand eine umfangreiche Bürgerbeteiligung statt. Im Juni 2017 wurde die Einführung des neuen Liniennetzes beschlossen,[1] welches am 25. März 2018 in Betrieb ging.[2] Dabei erhielten die Linien 3, 4, 6 und 7 neue Linienführungen und Fahrziele. Auf der Linie 6 kommen seitdem unter der Woche Beiwagenzüge zum Einsatz.

Aktuelles Liniennetz Straßenbahn und RegioTram
Linie Linienweg
1 Wilhelmshöhe – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße – Vellmar Nord
2 Baunatal – Mattenberg – Brückenhof
nur HVZ an Schultagen
3 Mattenberg – Helleböhn – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Weserspitze – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße
4 Druseltal – Bf. Wilhelmshöhe – Stadthalle – Bebelplatz – Königsplatz – Bettenhausen – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
5 Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Holländische Straße
6 Brückenhof – Auestadion – Königsplatz – Weserspitze – Ihringshäuser Straße
7 Mattenberg – Helleböhn – Bf. Wilhelmshöhe – Goethestraße – / (Hauptbahnhof –) Lutherplatz – (5/7 Königsplatz) – Weserspitze – Wolfsanger
8 Hessenschanze – Teichstraße – Bebelplatz – Königsplatz – Bettenhausen – Kaufungen-Papierfabrik
RT1 Hofgeismar-Hümme – Immenhausen – Vellmar – Kassel Hbf – Königsplatz – Holländische Straße
RT4 Wolfhagen – Zierenberg – Ahnatal – Vellmar – Kassel Hbf – Königsplatz – Holländische Straße
RT5 Melsungen – Guxhagen – Baunatal – Kassel-Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Rathaus/Fünffensterstraße – Auestadion

Details zum Takt

Linie Montag -

Freitag (HVZ)

Montag -

Freitag

Samstag 10 bis 18 Uhr Samstag bis 8 Uhr

Sonntag bis 10 Uhr

Samstag 8 bis 10, ab 18 Uhr

Sonntag 10 bis 20 Uhr

Sonntag 1. Mai – 3. Oktober täglich ab 20 Uhr Nacht

(Samstag, Sonn- und Feiertags)

Anmerkungen
1 7,5*/15 15 15 30** 30 15***/30**** 30 N1; Abfahrten Königsplatz 1 und 2:15 Uhr, Vellmar - Königsplatz. Verknüpfung mit Linie 3 * 7,5er Takt nur Vellmar - Holländische Straße als 1/5 oder 5/1, teils bis Baunatal

** 30-Min.-Takt Vellmar - Königsplatz, weiter als Linie 5 nach Baunatal

*** Zusatzfahrten 15 bis 16 Uhr zwischen Wilhelmshöhe und Königsplatz, teils in Traktion

**** Doppeltraktion

2 15* - - - - - - - * nur an Schultagen
3 15 15 15 30 30 30 30 N3; Abfahrten Königsplatz 1 und 2:15 Uhr, Mattenberg - Königsplatz über Goethestraße. Verknüpfung mit Linie 1
4 15/30* 15/30/60** 15/30/60** 30/60*** 30/60**** 15*****/30/60**** 30/60*** N4; Abfahrten Königsplatz 1 und 2:15 Uhr, Helsa - Königsplatz, in Helsa Anschluss an N200 (AST) nach Hess. Lichtenau. Verknüpfung mit Linie 5 * Morgens alle 15 Min. bis Hess. Lichtenau, nachmittags alle 15 Min. bis Helsa und alle 30 Min. bis Hess. Lichtenau

** alle 15 Min. bis Kaufungen-Papierfabrik, alle 30 Min. bis Helsa, alle 60 Min. bis Hess. Lichtenau

*** alle 30 Min. bis Oberkaufungen, alle 60 Min. bis Hess. Lichtenau

**** alle 30 Min. bis Helsa, alle 60 Min. bis Hess. Lichtenau

***** Zusatzfahrten 12 bis 14 Uhr zwischen Druseltal und Königsplatz

5 7,5*/15 15 15 30** 30*** 30*** 15/30**** N5; Abfahrten Königsplatz 1 und 2:15 Uhr, Baunatal - Königsplatz. Verknüpfung mit Linie 4 * Morgens an Schultagen Fahrten der Linie 5E Mattenberg -> Rathaus/Fünffensterstraße, eine davon weiter als E-Wagen Ri. Druseltal

** 30-Min.-Takt Baunatal - Königsplatz, weiter als Linie 1 nach Vellmar

*** 30-Min.-Takt Baunatal - Königsplatz

**** 30-Min.-Takt Baunatal - Königsplatz, weiter als Linie 7 nach Wolfsanger; 30-Min.-Takt Mattenberg - Königsplatz

6 15 15 15 - 30 30 - - Einzelne Fahrten frühmorgens über Klinikum Kassel
7 15 15 15* 30** 30*** 30*** 30**** - * 15-Min.-Takt Wolfsanger - Hauptbahnhof

** Busverkehr Wolfsgraben - Weserspitze

*** 30-Min.-Takt Wolfsanger - Hauptbahnhof

**** 30-Min.-Takt Wolfsanger - Königsplatz, weiter als Linie 5 nach Baunatal

8 15 15 15 30* 30 30 30 - Montag bis Samstag ab 20 Uhr, Sonntag ab 18 Uhr nur bis Leipziger Straße

* Busverkehr Hessenschanze - Bebelplatz

RT1 30 30 30 60 60 60 60 -
RT4 30/60* 30/60* 30/60* 60 60 60 60 - * alle 30 Min. bis Zierenberg, alle 60 Min. bis Wolfhagen
RT5 30 30 30 60 60 60 60 -

Entwicklung des Strecken- und Liniennetzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linie 1 am 24. Sept. 1969 an der Oberen Königsstraße

1877–1950[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Juli 1877 wurde zwischen Wilhelmshöhe und dem Königsplatz eine dampfbetriebene Straßenbahn eröffnet.

In den nächsten 25 Jahren wurden zusätzlich noch Pferdebahnen eröffnet: (heutige Ortsbezeichnungen)

  • vom Kirchweg über Friedrich-Ebert-Straße zum Hauptbahnhof
  • vom Hauptbahnhof über die Leipziger Straße nach Bettenhausen
  • vom Hauptbahnhof in die Holländische Straße

Ab 1898 wurde das Netz elektrifiziert.

Linie Linienweg
1 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz
2 Wilhelmshöhe – Stadthalle – Hauptbahnhof – Wolfsanger
3 Kirchweg – Hauptbahnhof – Leipziger Platz
4 Kirchweg – Friedrich-Ebert-Straße – Staatstheater – Leipziger Platz
5 Mulang – Stadthalle – Kölnische Straße – Königsplatz – Holländische Straße
6 Stadthalle – Rathaus – Königsplatz – Hauptfriedhof
7 Aue Stadion – Rathaus – Rothenditmold
8 Aue Stadion – Königsplatz – Kölnische Straße – Hauptbahnhof

Später, bis 1915, folgten die Linien nach Kirchditmold (Hessenschanze), zum Klinikum und nach Niederzwehren. Damit war das Netz bis auf einige Verlängerungen in dem Zustand angelangt, wie es bis in die 1990er Bestand haben sollte. Noch im Kriegsjahr 1941 wurde die Strecke von Niederzwehren zum (heutigen) VW-Werk in Baunatal gebaut, um die dortigen Flugmotorenwerke an den Straßenbahnverkehr anzubinden.

Bei der Zerstörung Kassels am 22. Oktober 1943 wurde auch der Straßenbahnbetrieb ganz erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Bis 1946 konnten die meisten Innenstadtstrecken nicht befahren werden, so dass der Betrieb auf zwei Teile aufgespalten war. Beim Wiederaufbau wurden mehrere Innenstadtstrecken zugunsten einer Führung durch die zentrale Obere Königsstraße und die neuerrichtete Strecke Am Stern–Altmarkt aufgegeben.

Linie Linienweg
1 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße
2 Teichstraße – Friedrich-Ebert-Straße – Rathaus – Staatstheater – Leipziger Platz
3 Mulang – Bahnhof Wilhelmshöhe – Kirchweg – Hauptbahnhof – Leipziger Platz
4 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Staatstheater – Wolfsanger
5 Druseltal → Stadthalle → Kölnische Straße → Königsplatz → Rathaus → Stadthalle → Druseltal
6 Rheinweg → Stadthalle → Rathaus → Königsplatz → Kölnische Straße → Stadthalle → Rheinweg
7 Niederzweren – Rathaus – Rothenditmold
8 Auestadion – Staatstheater – Weserspitze – Eisenschmiede
9 Niederzweren → Königsplatz → Hauptbahnhof → Lutherplatz → Staatstheater → Niederzweren
10 Bettenhausen → Lutherplatz → Hauptbahnhof → Rathaus → Staatstheater → Bettenhausen
14 Kirchweg – Hauptbahnhof – Eisenschmiede

1950–1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahn-Liniennetz zwischen 1950 und 1962
Linie Linienweg
1/11 (Wilhelmshöhe –) Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße
alle 5 Minuten bis Bf Wilhelmshöhe (Linien 1 und 11)
alle 10 Minuten bis Wilhelmshöhe (nur Linie 1)
2 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Hauptbahnhof – Lindenberg
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Klinikum – Ihringshäuser Straße
4 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Rathaus – Baunatal (VW-Werk)
6 Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Hauptbahnhof – Wolfsanger
7 Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Rothenditmold
8 Kurhausstraße – Friedrich-Ebert-Straße – Hauptbahnhof – Lindenberg
12 Kirchweg – Luisenhaus (nahe Druseltal) – Brasselsberg
13 Herkules – Luisenhaus (– Kirchweg)

1962–1971[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965 wurde die Herkulesbahn vom Kirchweg nach Brasselsberg stillgelegt, 1966 folgte die restliche Strecke vom Druseltal zum Herkules. Noch heute sind bei den Buslinien die alten Liniennummern erkennbar: vom Kirchweg nach Brasselsberg fährt heute die Buslinie 12, zum Herkules fuhr lange die Buslinie 43 (statt der Tramlinie 13). Heute ist allerdings die Liniennummer 43 in 22 geändert worden, damit die beiden Buslinien, die den Bergpark Wilhelmshöhe bedienen, benachbarte Nummern (22 und 23) haben.

Straßenbahn-Liniennetz zwischen 1962 und 1971
Linie Linienweg
1/11 (Wilhelmshöhe –) Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße
alle 5 Minuten bis Bf Wilhelmshöhe (Linien 1 und 11)
alle 10 Minuten bis Wilhelmshöhe (nur Linie 1)
2 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Hauptbahnhof – Lindenberg
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Hauptbahnhof – Klinikum – Ihringshäuser Straße
4 Kurhausstraße – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Rathaus – Baunatal (VW-Werk)
5 Baunatal (VW-Werk) – Mattenberg – Auestadion – Hauptbahnhof – Ihringshäuser Straße
6 Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Hauptbahnhof – Wolfsanger
7 Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Rothenditmold
12 Kirchweg – Luisenhaus – Brasselsberg
bis 1965
13 Herkules – Luisenhaus (– Kirchweg)
bis 1966

1971–1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurde die Strecke nach Rothenditmold (Linie 7) stillgelegt. Die Strecken nach Wolfsanger (6) und zur Hessenschanze (2/8) standen ebenfalls auf der Kippe.

Ende der 1970er Jahre war geplant, das gesamte Kasseler Straßenbahnnetz stillzulegen. Als Gründe wurden hohe Kosten und der veraltete Wagenpark angeführt. Der Kampf zum Erhalt der Straßenbahn, der auch von Gewerkschaften sehr lautstark unterstützt wurde, schlug bundesweite Wellen. Auch von der Kasseler Bevölkerung wurden diese Pläne kritisiert. Erst durch eine neue Mehrheit im Rathaus unter dem später bekannten Bundesfinanzminister Hans Eichel als Bürgermeister wurden die Pläne endgültig gestoppt und die Modernisierung und der Ausbau des Straßenbahnnetzes beschlossen. Erster Schritt war die Beschaffung neuer Stadtbahnwagen im Jahr 1981 zur zweiten in Kassel stattfindenden Bundesgartenschau, die 1985 um weitere bauartgleiche Wagen ergänzt wurden (Wagen 401–422). Es handelt sich hierbei erstmals um Straßenbahnwagen, die nicht in Kassel geplant und gebaut wurden. Sie stammen von der Düsseldorfer Waggonfabrik, kurz DÜWAG.

Straßenbahn-Liniennetz zwischen 1971 und 1984
Linie Linienweg
1 (Wilhelmshöhe –) Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße
alle 5 Minuten bis Bf Wilhelmshöhe
alle 10 Minuten bis Wilhelmshöhe
2 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Hauptbahnhof – Lindenberg
3 Druseltal – Bahnhof Wilhelmshöhe – Goethestraße – Hauptbahnhof – Klinikum – Ihringshäuser Straße
4 Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Rathaus – Baunatal (VW-Werk)
5 Baunatal (VW-Werk) – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Leipziger Platz/(Ottostraße)
nicht in den Sommerferien
6 Kurhausstraße – Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Hauptbahnhof – Wolfsanger
7 Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Ihringshäuser Straße
8 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Lindenberg

1985–1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1985 wurde das Netz dahin geändert, dass fast alle Linien durch die Königsstraße fuhren.

1992 wurde die Helleböhnstrecke bis zur provisorischen Endhaltestelle Heinrich-Schütz-Allee eröffnet und 1997 zur Heinrich-Plett-Straße verlängert. 1998 fand der Lückenschluss zur bestehenden Strecke Innenstadt–Baunatal statt.

1995 wurde der letzte Abschnitt der Strecke nach Baunatal-Großenritte eröffnet. Dafür wurden erstmals neue Niederflurwagen beschafft. Die Strecke ersetzte die bisherige Buslinie 13.

1997 wurde die Linie 7 aufgeteilt, da die Linienführung über Hauptbahnhof weniger Fahrgäste anlockte und dadurch die parallel zur Linie 7 verkehrenden Linien (3 und 5) überlastet waren.

Der Nordostteil hieß weiter Linie 7 und fuhr zunächst die Königstraße und dann erst den Hauptbahnhof an. Dann fand ein Linienwechsel zur Linie 9 statt, und der Wagen fuhr abermals durch die Königsstraße zum Mattenberg. Als 1998 die Helleböhnstrecke fertiggestellt war, verkehrte die Linie 9 nicht mehr zum Mattenberg, sondern nach Brückenhof, wo dann noch ein Linienwechsel zur Linie 6 stattfand.

1998 wurde der erste Abschnitt der Lossetalbahn bis Kaufungen Papierfabrik eröffnet, dieser Abschnitt ist eine normale Straßenbahnstrecke und kann somit von allen Fahrzeugen befahren werden.

Straßenbahn-Liniennetz zwischen 1985 und 1999
Linie Linienweg Bemerkungen
1 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße
2 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Hauptbahnhof – Lindenberg bis ca. 1987
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Ihringshäuser Straße
4 Kurhausstraße – / (Helleböhn –) Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Lindenberg
5 Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Holländische Straße Baunatal bis 1995 VW-Werk
6 Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Königsplatz – Wolfsanger Linien 4 und 6 wechselten sich je nach Fahrplan mit ihren Endstationen und Fahrwegen ab.
7 Mattenberg – Auestadion – Hauptbahnhof – Klinikum – Ihringshäuser Straße Baunatal bis 1995 VW-Werk
8 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – (1987–1990: Ottostraße) Lindenberg
9 Bf Wilhelmshöhe – Kirchweg – Hauptbahnhof – Ottostraße/(Fuldatalschule) bis ca. 1987
9 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Holländische Straße Spätverkehr der Linie 1
9 Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Hauptbahnhof – (zu Linie 7) nach Aufteilung der Linie 7

1999–2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baunatal wurde eine Ausweiche eingebaut, um einen 7½-Minuten-Takt zu ermöglichen, seitdem fuhr zusätzlich die Linie 2 dorthin.

2001 wurde die Lossetalbahn bis Helsa eröffnet und auf der Eisenbahnstrecke von Kassel Hbf nach Warburg ein Regiotram-Vorlaufbetrieb eingerichtet.

Im Mai 2005 wurde die Tunnelstrecke am Hauptbahnhof geschlossen und die neu gebaute Ersatzstrecke durch die Rudolf-Schwander-Straße eröffnet. Die Schleife in der Ottostraße bleibt in Betrieb und wird zeitweise als Abstellfläche genutzt.

Seit 2005 fuhr die Linie 9 nicht mehr in den Sommermonaten.

2006 wurde der letzte Abschnitt der Lossetalbahn nach Hessisch Lichtenau eröffnet und von der Linie 4 befahren, die Expresskurse werden als Linie 4S bezeichnet.

Am 1. Juli 2006 wurde der Vorlaufbetrieb der Regiotram (Linie RT 5) nach Melsungen aufgenommen, am 10. Dezember 2006 auch der nach Wolfhagen (RT 4).

Straßenbahn-Liniennetz zwischen 1999 und Einführung der ersten Regiotram-Betriebsstufe im Sommer 2007
Linie Linienweg Bemerkungen
1 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße  
2 (Baunatal–) Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße  
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Ihringshäuser Straße
4 Mattenberg – Bf Wilhelmshöhe – Stadthalle – Königsplatz – Papierfabrik – Helsa – Hessisch Lichtenau  
5 Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Holländische Straße
6 Brückenhof – Auestadion – Königsplatz – Wolfsanger  
7 (Druseltal –) Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Lutherplatz – (5/7 Königsplatz) – Klinikum – Ihringshäuser Straße
8 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Kaufungen Papierfabrik
9 Mattenberg → Auestadion → Lutherplatz → Königsplatz → Auestadion → Mattenberg
RT3 Warburg (Westf) – Hofgeismar – Immenhausen – Obervellmar – Kassel Harleshausen – Kassel Hbf seit Sommer 2001
RT4 Wolfhagen – Zierenberg – Calden – Ahnatal – Vellmar – Kassel Hbf seit Dezember 2006
RT5 Melsungen – Körle – Guxhagen – Baunatal – Bahnhof Wilhelmshöhe – Kassel Hbf seit Sommer 2006
RT9 Schwalmstadt-Treysa – Wabern – Felsberg – Baunatal – Bahnhof Wilhelmshöhe – Kassel Hbf seit Mitte 2007

Die Bedienungshäufigkeit der Straßenbahnlinien (ohne RT-Linien) lassen sich in vier Bereiche einteilen:

  • Hauptverkehrszeit (HVZ) (montags bis freitags an Schultagen, morgens und nachmittags): Alle Linien fahren im 15-Minuten-Takt
  • Normalverkehrszeit (NVZ) (montag bis sonnabends Mittag ohne HVZ): Alle Linien außer 2 und 9 fahren im 15-Minuten-Takt
  • Wochenendverkehrszeit (Sa Mittag bis sonntags): Alle Linien außer 2 und 9 fahren im 30-Minuten-Takt
  • Spätverkehrszeit (SVZ) (täglich ab 20 Uhr): Die Linien 1, 3, 4, 5, 6 und 8 fahren im 30-Minuten-Takt, zusätzlich eine Linie 5/7 Ihringshäuser Straße – Königsplatz – Auestadion – Mattenberg

Die RT-Linien 3 und 5 sowie die Strecke Helsa–Hessisch Lichtenau (Tram 4) werden mit der halben Taktdichte sowie Verstärkerzügen in der Morgenspitze gefahren. Die RT-Linie 4 fährt stündlich.

2007–2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2007 wurde das Straßenbahnnetz am Hauptbahnhof mit dem Eisenbahnnetz verbunden. Seitdem fahren die RT-Linien weiter bis in die Innenstadt. Ebenfalls seit August steht die Linie 4S zur Verfügung, die nur morgens zweimal fährt und einige Haltestellen auslässt. Als vorbereitende Maßnahme für eine Straßenbahn-Neubaustrecke nach Vellmar wurde im Herbst 2008 mit der Umgestaltung der Wendeschleife Holländische Straße begonnen.

Straßenbahn- und Regiotram-Liniennetz 2007/2008
Linie Linienweg
1 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße
Bis Vellmar Nord in Bau
2 (Baunatal –) Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Scheidemannplatz – Holländische Straße
nur bis zum 12. Dezember
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Ihringshäuser Straße
4 Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
4S Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
Kein Halt in Waldhof, Oberkaufungen Mitte, Rieckswiesen, Niederkaufungen Mitte, Industriestraße, Am Kupferhammer und Forstfeldstraße
5 Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Hegelsbergstr – Holländische Straße
5S Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Hegelsbergstr – Holländische Straße
Kein Halt in Altenbaunaer Straße, Keilsbergstraße, Brüder-Grimm-Straße, Bf Niederzwehren, Park Schönfeld, Hünstein und Albert-Einstein-Straße
6 Brückenhof – Auestadion – Königsplatz – Wolfsanger
7 (Druseltal –) Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Lutherplatz – (5/7 Königsplatz) – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße
8 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Platz – Kaufungen Papierfabrik
9 Mattenberg → Auestadion → Lutherplatz → Am Stern → Königsplatz → Auestadion → Mattenberg
RT3 (Warburg –) Hofgeismar – Immenhausen – Obervellmar – Kassel-Harleshausen – Kassel Hbf – Kassel Rathaus/Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT4 Wolfhagen – Zierenberg – Calden – Ahnatal – Obervellmar – Kassel Hbf – weiter als Blockumfahrung: Lutherplatz – Königsplatz – Kassel Hbf
RT5 Melsungen – Körle – Guxhagen – (Rengershausen ohne Halt) – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Kassel Rathaus – Königsplatz – Leipziger Straße (– Kaufungen Papierfabrik)
Kassel Rathaus/Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT9 Schwalmstadt-Treysa – Wabern – Felsberg – Baunatal – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Am Stern – Kassel Leipziger Str.

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 14. Dezember 2008 entfiel die Linie 2 und wurde durch zusätzliche Fahrten der Linien 1 (Holländische Straße–Bf. Wilhelmshöhe) und 7 (Bf. Wilhelmshöhe–Mattenberg/Baunatal) in der Hauptverkehrszeit ersetzt. Die Linie 7 wurde dafür über Helleböhn bis Mattenberg/Baunatal verlängert. Aber einige Fahrten verkehren auch weiterhin zur Rolandstraße (Wendeschleife am Bf. Wilhelmshöhe). Die früheren Fahrten am Wochenende zum Druseltal werden bis zur Rolandstraße zurückgenommen.

Die Haltestelle Fuldatalschule der Linie 6 wurde in Wolfsgraben umbenannt.

Nachdem die neu gestaltete Wendeschleife Holländische Straße im April 2009 fertig gestellt wurde, konnte im Mai 2009 der eigentliche Bau der Strecke nach Vellmar mit Verlegung eines ersten kurzen Gleisstücks begonnen werden. Die Bauarbeiten wurden 2011 abschlossen.

Seit dem 9. Februar wurden einige Fahrten der Linie 9 bis zur alten Schleife am VW-Werk verlängert, um die Mattenbergschleife zu entlasten.

Straßenbahn- und Regiotram-Liniennetz 2009
Linie Linienweg Bemerkungen
1 Wilhelmshöhe (– Rolandstraße) – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße Bis Vellmar Nord in Bau, Rolandstraße nur bei Fahrten nur bis Bf Wilhelmshöhe
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Ihringshäuser Straße
4 Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
4S Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
Kein Halt in Waldhof, Oberkaufungen Mitte, Rieckswiesen, Niederkaufungen Mitte, Industriestraße, Am Kupferhammer und Forstfeldstraße
5 Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Holländische Straße
5S Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Holländische Straße
Kein Halt in Altenbaunaer Straße, Keilsbergstraße, Brüder-Grimm-Straße, Bahnhof Niederzwehren, Park Schönfeld, Hünstein und Albert-Einstein-Straße
6 Brückenhof – Auestadion – Königsplatz – Wolfsanger
7 (Baunatal – Mattenberg –) / (Rolandstraße) – Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Lutherplatz – (5/7 Königsplatz) – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße Rolandstraße nur bei Fahrten nur bis Bf Wilhelmshöhe
8 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Platz – Kaufungen Papierfabrik
9 (VW-Werk →) Mattenberg → Auestadion → Lutherplatz → Am Stern → Königsplatz → Auestadion → Mattenberg (→ VW-Werk)
RT3 (Warburg –) Hofgeismar – Immenhausen – Obervellmar – Kassel-Harleshausen – Kassel Hbf – Kassel Rathaus / Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT4 Wolfhagen – Zierenberg – Calden – Ahnatal – Obervellmar – Kassel Hbf – weiter als Blockumfahrung: Lutherplatz – Königsplatz – Kassel Hbf
RT5 Melsungen – Körle – Guxhagen – (Rengershausen ohne Halt) – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Kassel Rathaus – Königsplatz – Leipziger Straße (– Kaufungen-Papierfabrik) Die Linie RT 5 befährt im Straßenbahnnetz ab Kassel Rathaus zwei verschiedene Strecken und ist dadurch doppelt belegt.
Melsungen – Körle – Guxhagen – Rengershausen – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Kassel Rathaus / Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT9 Schwalmstadt-Treysa – Wabern – Felsberg – Baunatal – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Am Stern – Kassel Leipziger Str.

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 13. Dezember 2009 entfiel die Linie 9 und wurde durch zusätzliche Fahrten der Linien 5 ersetzt. Die zusätzlichen Fahrten der Linie 5 behielten die Linienführung der Linie 9.

Die Haltestelle Hallenbad Ost der Linien 4 und 8 wurde in Sandershäuser Straße und Ottostraße in Polizeipräsidium umbenannt.

Straßenbahn- und Regiotram-Liniennetz 2010
Linie Linienweg Bemerkungen
1 Wilhelmshöhe (– Rolandstraße) – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße Bis Vellmar Nord in Bau, Rolandstraße nur bei Fahrten nur bis Bf Wilhelmshöhe
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Ihringshäuser Straße
4 Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
4S Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
Kein Halt in Waldhof, Oberkaufungen Mitte, Rieckswiesen, Niederkaufungen Mitte, Industriestraße, Am Kupferhammer und Forstfeldstraße
5 Baunatal – / (VW-Werk Schleife –) Mattenberg – Auestadion – (Scheidemannplatz) – Königsplatz – Holländische Straße Scheidemannplatz nur bei Fahrten bis Am Stern
5S Baunatal – / (VW-Werk Schleife –) Mattenberg – Auestadion – Königsplatz – Holländische Straße
Kein Halt in Altenbaunaer Straße, Keilsbergstraße, Brüder-Grimm-Straße, Bf Niederzwehren, Park Schönfeld, Hünstein und Albert-Einstein-Straße
6 Brückenhof – Auestadion – Königsplatz – Wolfsanger
7 (Baunatal – Mattenberg –) / (Rolandstraße) – Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Lutherplatz – (5/7 Königsplatz) – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße Rolandstraße nur bei Fahrten bis Bf Wilhelmshöhe
8 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Platz – Kaufungen Papierfabrik
RT3 (Warburg –) Hofgeismar – Immenhausen – Obervellmar – Kassel-Harleshausen – Kassel Hbf – Kassel Rathaus/Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT4 Wolfhagen – Zierenberg – Calden – Ahnatal – Obervellmar – Kassel Hbf – weiter als Blockumfahrung: Lutherplatz – Königsplatz – Kassel Hbf  
RT5 Melsungen – Körle – Guxhagen – (Rengershausen ohne Halt) – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Kassel Rathaus – Königsplatz – Leipziger Straße (– Kaufungen Papierfabrik) Die Linie RT 5 befährt im Straßenbahnnetz ab Kassel Rathaus zwei verschiedene Strecken und ist dadurch doppelt belegt.
Melsungen – Körle – Guxhagen – Rengershausen – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Kassel Rathaus/Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT9 Schwalmstadt-Treysa – Wabern – Felsberg – Baunatal – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Am Stern – Kassel Leipziger Str.

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 wurde die Haltestelle am Auestadion erneuert und die Linie 1 bis zur neuen Haltestelle Vellmar-Nord verlängert. Die Eröffnung fand am 22. Oktober statt und der offizielle Linienbetrieb begann am 23. Oktober.[3] Seitdem wird die Strecke in der Normalverkehrszeit im 15-Minuten-Takt und im Wochenendverkehr im 30-Minuten-Takt befahren. Ein zeitweiliger 7,5-Minuten-Takt nach Vellmar in der Hauptverkehrszeit wird durch Verstärkungskurse der Linie 1 gewährleistet.

Straßenbahn- und Regiotram-Liniennetz 2011
Linie Linienweg Bemerkungen
1 Wilhelmshöhe (– Rolandstraße) – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße – Vellmar Nord Rolandstraße nur bei Fahrten nur bis Bf Wilhelmshöhe
3 Druseltal – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Ihringshäuser Straße
4 Mattenberg – Helleböhn – Bf Wilhelmshöhe – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Straße – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
5 Baunatal – / (VW-Werk Schleife –) Mattenberg – Auestadion – (Scheidemannplatz) – Königsplatz – Holländische Straße Scheidemannplatz nur bei Fahrten bis Am Stern
6 Brückenhof – Auestadion – Königsplatz – Wolfsanger
7 (Baunatal – Mattenberg –) / (Rolandstraße) – Bf Wilhelmshöhe – Goethestraße – Lutherplatz – (5/7 Königsplatz) – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße Rolandstraße nur bei Fahrten bis Bf Wilhelmshöhe
8 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Königsplatz – Leipziger Platz – Kaufungen Papierfabrik
RT3 (Warburg –) Hofgeismar – Immenhausen – Obervellmar – Kassel-Harleshausen – Kassel Hbf – Kassel Rathaus/Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT4 Wolfhagen – Zierenberg – Calden – Ahnatal – Obervellmar – Kassel Hbf – weiter als Blockumfahrung: Lutherplatz – Königsplatz – Kassel Hbf
RT5 Melsungen – Körle – Guxhagen – (Rengershausen ohne Halt) – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Kassel Rathaus – Königsplatz – Leipziger Straße (– Kaufungen Papierfabrik) Die Linie RT 5 befährt im Straßenbahnnetz ab Kassel Rathaus zwei verschiedene Strecken und ist dadurch doppelt belegt.
Melsungen – Körle – Guxhagen – Rengershausen – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Kassel Rathaus/Fünffensterstr. – Kassel Auestadion
RT9 Schwalmstadt-Treysa – Wabern – Felsberg – Baunatal – Kassel Bf Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Am Stern – Kassel Leipziger Str.

2013 bis 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 traten bei den Straßenbahnlinien einige größere Änderungen in Kraft, die heute rückblickend als erste Vorbereitungsmaßnahmen für die im Jahr 2018 umgesetzte Liniennetzreform gesehen werden können. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Umsetzung des Regiotram-Zielkonzeptes: Auf allen besteht Regiotram-Linien besteht nun zur Haupt- und Normalverkehrszeit ein 30-Minuten-Takt und durch die Vertaktung der Linien RT1 und RT4 auf der Harleshäuser Kurve zusätzlich ein 15-Minuten-Takt. Die Linien RT1 und RT4 fahren seitdem außerdem durch die Königstraße und anschließend weiter bis zur Holländischen Straße, die RT5 fährt über Rathaus/Fünffensterstraße zum Auestadion.
  • Planmäßiger Einsatz von Doppeltraktionen auf der Linie 1, wodurch die nachmittäglichen Verstärkerkurse dieser Linie gestrichen werden konnten.
  • Einschränkungen auf der Tramlinie 5: In der Wochenend- und Schwachverkehrszeit fährt diese nicht mehr bis zur Holländischen Straße, sondern endet am Königsplatz, da die Bedienung der Holländischen Straße dann von den Linien 1, RT1 und RT4 übernommen wird.
Dadurch kommt es auf der Linie 5 seitdem zum vermehrten Einsatz von Zweirichtungsfahrzeugen, da sonst am Gleiswechsel auf dem Königsplatz kein Fahrtrichtungswechsel möglich ist.
  • Entfall der Haltestelle Weißensteinstraße in der Wendeschleife in Wilhelmshöhe (Linie 1).
  • Die EBO-Strecke in Baunatal wurde mit Zugbeeinflussung/Indusi ausgestattet, sodass dorthin seitdem nur noch Fahrzeuge mit Indusiausrüstung fahren dürfen.

Durch die oben genannten Änderungen kam es auf vielen Linien zu Änderungen bei Fahrzeugeinsatz.

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 wurde die Linienbezeichnung der Linie RT3 in RT1 geändert, ebenso wurde die RT9, welche von Kassel Hbf nach Schwalmstadt-Treysa verkehrte, als RT-Linie eingestellt und durch Triebwagen der HLB ersetzt.

Am 12. Dezember 2016 begann der Einsatz der aus Rostock gebraucht erworbenen Beiwagen auf der Linie 1. Dadurch konnten einige Doppeltraktionen ersetzt werden.

Straßenbahn- und RegioTram-Liniennetz 2013 bis 2018
Linie Linienweg Anmerkungen
1 Wilhelmshöhe – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße – Vellmar Nord
3 Druseltal – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Weserspitze – Ihringshäuser Straße
4 Mattenberg – Helleböhn – Bf. Wilhelmshöhe – Stadthalle – Bebelplatz – Königsplatz – Bettenhausen – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
5 Baunatal – / (VW-Werk Schleife –) Mattenberg – Auestadion (/ -> Scheidemannplatz) – Königsplatz – Holländische Straße Scheidemannplatz nur bei Fahrten bis Am Stern; VW-Werk Schleife bis Ostern 2017
6 Brückenhof – Auestadion – Königsplatz – Weserspitze – Wolfsanger
7 (Baunatal – Mattenberg – Helleböhn – /) (Rolandstraße –) Bf. Wilhelmshöhe – Goethestraße – Lutherplatz – (5/7 Königsplatz) – Weserspitze – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße Rolandstraße nur bei Fahrten bis Bf. Wilhelmshöhe
8 Hessenschanze – Teichstraße – Bebelplatz – Königsplatz – Bettenhausen – Kaufungen-Papierfabrik
RT1 Hofgeismar-Hümme – Immenhausen – Vellmar – Kassel Hbf – Königsplatz – Holländische Straße bis Dezember 2015: RT3
RT4 Wolfhagen – Zierenberg – Ahnatal – Vellmar – Kassel Hbf – Königsplatz – Holländische Straße
RT5 Melsungen – Guxhagen – Baunatal – Kassel-Wilhelmshöhe – Kassel Hbf – Rathaus/Fünffensterstraße – Auestadion
RT9 Treysa – Borken – Wabern – Kassel-Wilhelmshöhe – Kassel Hbf bis Dezember 2015

Weitere Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterhin bestehen folgende Planungen und Ideen, das Straßenbahnnetz perspektivisch auszubauen:

  • Unterneustadt–Waldau (Kategorie 1 im Nahverkehrsplan 2014)
  • Druseltal–Herkules (Kategorie 2 im Nahverkehrsplan 2014)
  • Innenstadt–Rothenditmold–Harleshausen (Kategorie 3 im Nahverkehrsplan 2014)
  • Fuldatal-Ihringshausen (seit 2014 im Verkehrsentwicklungsplan 2030)
  • Schauenburg
  • Niestetal-Sandershausen
  • Lohfelden

Teilweise haben sich bereits Bürgerinitiativen für oder gegen diese Vorhaben gebildet.[4] In Lohfelden scheitert es am finanziellen Eigenanteil, den die Gemeinde zu tragen hätte.[5]

Die Strecken nach Bossental und Jungfernkopf wurden im Juni 2013 aus dem Nahverkehrsplan der Stadt Kassel gestrichen.[6]

Fahrzeugpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

417–422 (N8C)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen 407 auf der Wilhelmshöher Allee, oberhalb des Bundessozialgerichts

In den 1980er Jahren beschaffte die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft in zwei Losen 22 Hochflur-Zweirichtungs-Stadtbahn-Fahrzeuge des Typs N8C von Düwag. 1981 wurden die Triebwagen 401–416 und 1986 die Triebwagen 417–422 (beide Serien mit Chopper-Steuerung) geliefert. Dieser Typ ist ein Standardwagen, der bundesweit anzutreffen ist beziehungsweise war. Die ersten Fahrzeuge wurden rechtzeitig zur 1981 in Kassel stattfindenden Bundesgartenschau ausgeliefert. Die Fahrzeuge der ersten Serie aus 1981 (401-416) wurden bereits 2014 an die Straßenbahn Danzig verkauft.

Die über 54 Sitzplätze verfügenden Wagen sind mittlerweile die einzigen Hochflur-Fahrzeuge der KVG.

Bis sie sich im Jahre 2012 langsam aus dem Linienverkehr zurückzogen, waren die Wagen zuletzt an Schultagen regelmäßig auf den Linien 6 und 7, auf den Verstärkerkursen der Linien 1 und 5 (als 1E und 5E gekennzeichnet) sowie auf morgendlichen E-Wagen anzutreffen.

Die N8C wurden in den Jahren 2007/2008 nachträglich für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken zugelassen, damit man sie nach Baunatal einsetzen konnte. Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 ist der Einsatz dieser Wagen nach dorthin nicht mehr möglich: Auf dem EBO-Abschnitt der Strecke ist die Punktförmige Zugbeeinflussung in Betrieb genommen worden, wofür die Wagen nicht mit den dazugehörenden Fahrzeugeinrichtungen ausgerüstet wurden.

Nach der Indienststellung der NGT8 im Frühjahr 2012 wurden die älteren N8C des Baujahrs 1981 sukzessive aus dem Verkehr gezogen und im ehemaligen Tunnel am Hauptbahnhof abgestellt, dort hielt man sie aber zunächst betriebsbereit. Bis März 2013 waren bis auf zwei alle älteren N8C ausgemustert, im Sommer 2014 waren alle abgestellt. Zwischen August und November 2014 wurden die Wagen 401-416 nach Polen abtransportiert, um dort nach einer Modernisierung (neue Front, Niederflurmittelteil etc.) in Danzig wieder in Dienst gestellt werden zu können.

Im Herbst 2017 stellte man auch von der verbliebenen zweiten N8C-Serie aus 1986 erste Fahrzeuge ab. So kamen die Wagen 419 und 422 aufgrund komplexerer Unfallschäden seitdem nicht mehr zum Einsatz. Im Februar 2018 folgte die Abstellung des Wagens 417, da dessen Zulassungsfrist abgelaufen war. Dadurch sind nur noch die Wagen 418, 420 und 421 im Einsatz. Sie dürfen nicht die Strecken nach Baunatal und Hessisch Lichtenau befahren und kommen nur noch auf morgendlichen Verstärkerfahrten sowie als Fahrschule zum Einsatz.

451–475 (6ENGTW bzw. NGT6C)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen 472 verlässt als Linie 1 den Königsplatz

Bereits 1990 wandte sich Kassel der neuen Niederflurtechnik zu. Von Düwag wurden 1990 15 und 1994 weitere zehn Fahrzeuge des Typs NGT6C geliefert. Sie sind die erste Generation von Fahrzeugen mit Einzelrad-Einzelfahrwerken (EEF) im Mittelteil, die später als MGT6D gebaut wurden. Allerdings besitzen sie im Gegensatz zu den später an andere Betriebe gelieferten Fahrzeugen noch keine Drehstromtechnik, sondern eine herkömmliche Choppersteuerung, weshalb der Fahrzeugboden im Hochflurteil auch höher als bei diesen ist. Sie tragen die Nummern 451 bis 475. Es waren die ersten Niederflur-Straßenbahnwagen in Deutschland. 23 Wagen gehören der KVG, zwei Wagen (474 und 475) gehörten bis zum Jahreswechsel 2015/2016 der HLB und wurden an die KVG verkauft, die diese bereits vorher wartete und frei auf allen Linien einsetzte.

Die ersten Wagen wurden Anfang 1991 in Dienst gestellt. Ihr Haupteinsatzgebiet waren die Linien 1, 3 und 5.

Für die Eröffnung der Neubaustrecke nach Baunatal-Großenritte (Linie 5) bekamen die NGT6C eine Zulassung für das Befahren von Eisenbahnstrecken, da der Abschnitt von Baunatal-Altenbauna nach Baunatal-Großenritte nach Eisenbahnrecht befahren wird.

Durch die Inbetriebnahme der punktförmigen Zugbeeinflussung auf dem EBO-Abschnitt in Baunatal zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 konnten die NGT6C wegen des Fehlens der nun für das Befahren dieser Strecke erforderlichen Fahrzeugeinrichtungen nicht mehr dorthin eingesetzt werden.

Durch den Rückzug von der Baunatal-Strecke verloren die NGT6C im Fahrzeugpark der KVG zunächst stark an Bedeutung, da man sie nur noch sehr eingeschränkt einsetzen konnte. Man entschied sich später entgegen vorheriger Aussagen dann doch dazu, einige Fahrzeuge dieser Serie mit PZB-Fahrzeugeinrichtungen nachzurüsten (siehe nächster Absatz).

Da die Wagen nach über 20 Jahren Einsatz zunehmend störanfälliger wurden, entschied man sich 2013 dazu, insgesamt 15 Fahrzeuge dieses Typs komplett zu modernisieren (sogenanntes Retrofit-Programm), um sie für den Einsatz für die nächsten 15 Jahre zu ertüchtigen. Teil dieser Modernisierung sind unter anderem die neue KVG-Lackierung, eine Klimaanlage, neue Sitzbezüge und eine Zugbeeinflussungseinrichtung (Indusi), damit der Einsatz auf der EBO-Strecke nach Baunatal wieder möglich ist. Das Retrofit-Programm soll bis zum Jahr 2019 andauern.[7]

Das erste modernisierte Fahrzeug war der Wagen 455. Er kehrte im September 2014 mit einem öffentlichen Roll-out wieder in den Liniendienst zurück[8].

Mitte Mai 2017 wurden die Triebwagen 461 und 468, welche beide nach komplexeren Unfallschäden bereits seit längerer Zeit abgestellt waren, verschrottet und schieden somit aus dem Bestand der KVG aus[9]. Daher sind vom Fahrzeugtyp NGT6C nur noch 23 Fahrzeugen vorhanden.

Wagen-Nr. Baujahr Zustand Bemerkungen
451 1990 Retrofit-Programm abgeschlossen (12/2014) 6ENGTW-M, modernisiert
452 1990 Ursprungszustand
453 1991 derzeit im Retrofit-Programm
454 1991 Ursprungszustand
455 1991 Retrofit-Programm abgeschlossen (07/2014) 6ENGTW-M, modernisiert
456 1991 Retrofit-Programm abgeschlossen (10/2016) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
457 1991 derzeit im Retrofit-Programm
458 1991 Sanierung/Neulack (11/2012)
459 1991 Neulack (01/2012)
460 1991 Neulack (06/2012)
461 1991 Ursprungszustand 03/2016 nach Unfall abgestellt, 05/2017 verschrottet
462 1991 Retrofit-Programm abgeschlossen (04/2015) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
463 1991 Ursprungszustand
464 1991 Retrofit-Programm abgeschlossen (06/2016) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
465 1991 Retrofit-Programm abgeschlossen (08/2017) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
466 1994 Retrofit-Programm abgeschlossen (12/2017) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
467 1994 Retrofit-Programm abgeschlossen (05/2017) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
468 1994 Ursprungszustand 05/2014 nach Unfall abgestellt, 05/2017 verschrottet
469 1994 Retrofit-Programm abgeschlossen (04/2018) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
470 1994 Sanierung/Neulack (05/2013)
471 1994 Retrofit-Programm abgeschlossen (12/2015) 6ENGTW-MI, modernisiert mit Indusi
472 1994 Ursprungszustand
473 1994 Ursprungszustand
474 1994 Neulack (09/2011) ehem. Hessische Landesbahn
475 1994 Neulack (04/2011) ehem. Hessische Landesbahn

Die Fahrzeuge kommen mit Ausnahme der Linie 7 im gesamten Netz zum Einsatz, primär jedoch auf den Linien 2, 3 und 8.

Die Fahrzeuge mit Indusi-Einrichtung können die Eisenbahnstrecke nach Baunatal befahren, nicht jedoch jene nach Hessisch Lichtenau. Die Fahrzeuge, die noch nicht umgebaut wurden, dürfen weder nach Baunatal, noch nach Hessisch Lichtenau eingesetzt werden.

601–622, 631–640 (8NGTW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen 609 als Linie 7 am Stern

Die schlechten Erfahrungen mit dem EEF führten dazu, dass dieser Fahrzeugtyp nicht weiter beschafft werden sollte. Vielmehr wurde bei Bombardier-Transportation eine neue Triebwagengeneration in Auftrag gegeben. Diese Wagen haben zwei Losraddrehgestelle im Mittelteil, wobei ein besseres Fahrverhalten festgestellt wurde. Die Typenbezeichnung lautet 8NGTW (Flexity Classic). Die Fahrzeuge wurden 1999–2003 ausgeliefert, 601 bis 612 und 636 bis 640 gehören der KVG, 613 bis 622 und 631 bis 635 der RBK[10]. Diese Fahrzeuge wurden für die Strecke nach Hessisch Lichtenau konzipiert, sollen aber auch auf dem bestehenden Netz fahren können.

Trotzdem konnte die Wagenkastenbreite von 2,2 Meter (200er und 300er Serie) oder 2,3 Meter (400er Wagen) auf 2,4 Meter vergrößert werden, nur die Anordnung der Türen musste an die Baunataler Haltestellen angepasst werden.

Die Einrichtungswagen wurden als 601–622 eingereiht. Sie kommen mit Ausnahme der Linie 7 im gesamten Netz zum Einsatz, primär jedoch auf den Linien 1 (auch als Doppeltraktion), 4 und 6 (häufig mit Beiwagen).

Die Zweirichtungswagen 631–640 kann man im Regelfall auf den Linien 1, 4, 5 und 7 antreffen, darüber hinaus sind auch Einsätze auf anderen Linien möglich.

Die Wagen sind für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken ausgerüstet und zugelassen, allerdings nicht auf solchen des Bundes.

651–672 (NGT8)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen 653 an der Endstation Wolfsanger

Von November 2011 bis Juli 2013 wurden diese Fahrzeuge ausgeliefert. Es handelt sich um Zweirichtungs-Niederflurwagen Modell Flexity Classic. Die Fahrzeuge sollen die N8C-Triebwagen ersetzen. Die Fahrzeuge sind 2,4 Meter breit und 30,04 Meter lang. Sie sind wie ihre Vorgänger, denen sie mechanisch weitgehend entsprechen, für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken ausgerüstet und zugelassen, jedoch ebenfalls nicht auf Strecken des Bundes. Ende 2011 sind die ersten beiden Wagen (651, 652) in Kassel eingetroffen. Seit dem 31. März 2012 wurden die ersten vier Fahrzeuge eingesetzt. Seit Herbst 2013 sind alle Fahrzeuge im Einsatz.

Die Wagen sind hauptsächlich auf den Linien 1 (meistens als Doppeltraktion), 4 und 7 eingesetzt, teilweise auch auf den Linien 3, 6 und 8. Einsätze auf der Linie 5 sind hingegen seltener.

Aufgrund des Unfalles am 19. März 2018 in Oberzwehren ist seit dem der Triebwagen 672 außer Betrieb. Was mit ihm geschieht ist noch unklar.

Regiotramtriebwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regiotram am 8. Mai 2005 im Kasseler Hauptbahnhof
Hauptartikel: RegioTram Kassel

Für den Wechselbetrieb auf DB-Strecken wurden neue 2,65 Meter breite Regiotramwagen beschafft. Diese können sowohl in Kassel die Stadtstrecken befahren als auch auf Strecken der Deutschen Bahn übergehen. Hersteller dieser der Typenfamilie RegioCitadis angehörenden Fahrzeuge ist Alstom in Salzgitter.

Niederflurbeiwagen 4NBWE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KVG hat in den Jahren 2014/2015 fünfzehn gebrauchte Niederflurbeiwagen (Baujahr 2001/2002) von der Rostocker Straßenbahn RSAG erworben. Sie werden nach Sanierung und Anpassung an die Kasseler Verhältnisse mit den 8ENGTW verkehren. Die ersten beiden Beiwagen gingen 2016 in Betrieb. Die nächsten drei Beiwagen folgten 2017. 2018 kamen bisher zwei weitere Beiwagen hinzu. Zunächst sind zehn Beiwagen zur Sanierung vorgesehen. Ein bis drei Kurse können auf der Linie 1 laufen. Die übrigen Beiwagen kommen seit März 2018 auch auf der neuen Linie 6 zwischen der Ihringshäuser Straße und Brückenhof zum Einsatz. Mit Pressemeldung vom 28. September 2016 teilte die KVG mit, dass auch die Helleböhn-Strecke verlängerte Bahnsteige für Beiwagenbetrieb im Umleitungsfall und für Einrückfahrten erhält. Diese Haltestellen werden bis zum Herbst 2018 umgebaut. Die Haltestellen Marbachshöhe sowie Hasselweg (Richtung Brückenhof) können von Beiwagenzügen noch nicht bedient werden.

Historische Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen 214 als Leihgabe im Technik-Museum Kassel

Im Fahrzeugpark der KVG befinden sich die Triebwagen 110 (Baujahr 1907), 144 (Bj. 1909) und 228 (Bj. 1941). Dazu gehören auch die Beiwagen 655 und 521. Daneben existieren abgestellt die Triebwagen 229, 273 (Baujahr 1957, Doppelzweiachser), 355 (Gelenkwagen Typ GT6 Baujahr 1967), Triebwagen 316 (ein Wegmann-6ZGTW, Baujahr 1970), und der Vierachsbeiwagen 569 von 1971. Auch vorhanden ist noch der Pferdebahnwagen 8, der aber kein originaler Pferdebahnwagen ist, sondern aus dem ehemaligen Triebwagen 80 (von 1900) umgebaut wurde. Am 24. Juli 2014 wurde bekannt, dass insgesamt 19 historische Fahrzeuge und Gerätschaften aus dem Bestand der KVG als Dauerleihgabe an das Technikmuseum Kassel abgegeben werden. Hierfür wurden im Museum alte Straßenbahngleise aus der Ihringshäuser Straße eingebaut. Die Umsetzung der Fahrzeuge fand per Tieflader am 23. Oktober 2014 statt.

In verschiedenen Straßenbahnmuseen sind weitere Wagen vorhanden, so im Hannoverschen Straßenbahn-Museum die Triebwagen 100 (ex 120, Fahrschultriebwagen), die Triebwagen 218 und 223 (letzterer in einer Warschauer Lackierung für den Film „Der Pianist“ von Roman Polański), der Doppelzweiachser-Gelenkwagen-Prototyp 260, der Triebwagen 269, der Arbeitstriebwagen 722 (ehemals Triebwagen 14, von 1898 mit Dieselgenerator), daneben ein zum Fahrzeug 218 passender Beiwagen. Im Technik-Museum Kassel ist Triebwagen 214 ausgestellt.

In den Niederlanden sind noch vorhanden: der Triebwagen 212 und der Triebwagen 303 als Gästezimmer (wurde in Amsterdam wegen Fahrschalterbrand ausgemustert, er war einer von vier Triebwagen dieser Serie, die eine SiMatic-Steuerung hatten), der vierachsigen Gelenkwagen 282 (aktueller Standort unbekannt) sowie der Zweiachstriebwagen 224 in Amsterdam. Die ebenfalls zunächst an die Amsterdamer Museumstram-Sammlung abgegebenen Zweirichtungssechsachser 305 und 310 wurden im Frühjahr 2011 von dort nach längerer Abstellzeit nach Gorzów weiterverkauft. Dort wurden sie aufgearbeitet und werden seit Herbst 2011 wieder im Linienbetrieb eingesetzt.

Der Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Liniendienst stehen vier Fahrzeugtypen zur Verfügung, nämlich die Typen NGT6C, 8ENGTW/8ZNGTW, NGT8 und N8C.

  • Die sechsachsigen Niederflurfahrzeuge NGT6C findet man montags bis freitags tagsüber hauptsächlich auf den miteinander verknüpften Linien 2 und 3 sowie auf der Linie 8, darüber hinaus verkehren sie vereinzelt auch auf der Linie 5. Im Falle eines Ausfalls von Doppeltraktionen oder Beiwagenzügen kommt es häufig auch zu Einsätzen auf den Linien 1 und 6.
    Samstags sind die NGT6C auf den Linien 1, 3, 5, 6 und 8 zu finden, zudem werden auch einige der Kurse der Linie 4, die nur zwischen Druseltal und Kaufungen-Papierfabrik unterwegs sind, mit diesen Wagen bestückt.
    Täglich nach 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen beschränken sich die Einsätze dieser Fahrzeugserie mittlerweile nur noch auf wenige Kurse. Infrage kommen dafür die Linien 1 und 8.
  • Die zwischen 1999 und 2003 in Einrichtungs- und Zweirichtungsausführung (8ENGTW bzw. 8ZNGTW) gelieferten Niederflurbahnen kann man auf allen Linien antreffen, in erster Linie jedoch auf den Linien 1, 4, 5 und 6. Zusätzlich verkehren auf der Linie 7 die 8ZNGTW.
  • Die NGT8-Fahrzeuge sind die neuesten Wagen der KVG und wurden zwischen 2011 und 2013 angeliefert. Sie kommen ebenfalls auf allen Linien zum Einsatz, dabei liegt ihr Haupteinsatzgebiet bei den Linien 1, 4 und 7. Auf der Linie 5 nach Baunatal-Großenritte hingegen sieht man diesen Fahrzeugtyp nur selten.
  • Sowohl die NGT8- als auch die 8ENGTW-/8ZNGTW-Fahrzeuge ersetzen in den Abendstunden häufig die älteren Niederflurwagen vom Typ NGT6C.
  • Die Einsätze der letzten verbliebenen Hochflurfahrzeuge vom Typ N8C verminderten sich mit der Einführung des neuen KVG-Liniennetzes am 25. März 2018 deutlich. So gibt es nun nur noch zwei E-Wagen-Kurse in der morgendlichen Hauptverkehrszeit, die von diesen Fahrzeugen gefahren werden. Diese Kurse verkehren vom Mattenberg bis Rathaus/Fünffensterstraße und von dort aus weiter in Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe.

Haltestellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltestelle Friedenskirche (Bild späte 1990er Jahre)
Haltestelle Querallee mit Fahrbahnanhebung

1968 ging in Kassel ein kurzer Tunnelabschnitt in Betrieb. Im Tunnel befand sich der U-Bahnhof Hauptbahnhof, 2005 wurde die Anlage weitestgehend stillgelegt.

In den letzten Jahren sind viele Haltestellen niederflurgerecht und damit barrierefrei ausgebaut worden. Einige Haltestellen sind zu Kap-Haltestellen ausgebaut worden wie die Haltestelle Friedenskirche auf dem Karl-Marx-Platz.

Am 16. Dezember 2005 wurde die Haltestelle Querallee im vorderen Westen neu eröffnet. Um auch diese Haltestelle barrierefrei zu gestalten, wurden die sich rechts neben den Gleisen befindenden Fahrbahnen im Haltestellenbereich angehoben. Damit können Personen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator problemlos in die Straßenbahn ein- und aussteigen. Vor der Haltestelle wurde eine Lichtzeichenanlage installiert, die bei Einfahren der Straßenbahn in die Haltestelle den Kraftfahrzeugverkehr anhält. Somit ist auch ein gefahrloser Fahrgastwechsel möglich. Dies ist die erste Haltestelle in Kassel mit einer Anhebung der Fahrbahn.

Mit dem für 2018 geplanten barrierefreien Ausbau der Haltestelle Wolfsanger und des stadtauswärtigen Haltepunktes (Richtung Druseltal) der Haltestelle Hugo-Preuß-Straße[11] werden noch zwei Haltestellen in Teilen nicht barrierefrei sein. Die Haltestellen Mittelring sowie Baunatal VW-Werk sind in beiden Richtungen auch weiterhin nur mit Hilfe des Fahrpersonals (Klapprampe) barrierefrei. Dies entspricht einem Anteil von rund 98 % Prozent bei 129 angefahrenen Haltestellen. Zusätzlich sind die nicht planmäßig bedienten Haltestellen Rolandstraße, Arbeitsamt, Polizeipräsidium und Stadthalle (Kattenstraße) nicht barrierefrei.

Bei dem Umbau der Haltestellen werden diese grundsätzlich mit Blindenleitsystemen ausgestattet. Die Zugänglichkeit der Haltestelle ist häufig von allen vier Seiten gesichert möglich.

Viele Haltestellen, insbesondere die zentralen, sind mit Lautsprecheranlagen ausgerüstet, um bei Betriebsstörungen die Fahrgäste zu informieren.

Die Straßenbahnhaltestellen im Stadtgebiet sowie auf den Strecken nach Baunatal, Hessisch Lichtenau und Vellmar verfügen mittlerweile alle bis auf wenige Ausnahmen über DFI-Systeme.

Des Weiteren gab die KVG am 15. Dezember 2011 bekannt, dass bis Ende 2013 alle Haltestellen der Linie 1 auf 60 Meter Länge verlängert werden sollen, damit zukünftig ein Doppeltraktionsbetrieb auf der Linie 1 möglich sei. Dieses wurde notwendig, weil durch die Eröffnung der Strecke nach Vellmar die Fahrgastzahlen stark angestiegen sind. Im Bereich der Königsstraße werden die Bahnen so halten, dass vom ersten Wagen alle Türen ebenerdig zur Haltestelle sind und am zweiten Wagen mindestens die erste, da am Rathaus und am Friedrichsplatz nicht der nötige Platz zur Verlängerung vorhanden ist.

Beide Projekte werden durch das Land Hessen mit 5,2 Millionen Euro gefördert.

Um zukünftig die Beiwagen bevorzugt auf der „neuen“ Linie 6 einsetzten zu können, werden die Haltestellen auf der Frankfurter Straße und Ihringshäuser Straße sowie auf der Baunataltrasse bis zur Stadtgrenze Baunatal auf eine Nutzlänge von 45 m verlängert. Auch die Haltestellen zwischen Oberzwehren Mitte und Walther-Schücking-Platz werden in dieser Baumaßnahme verlängert, um im Umleitungsfall auch über den Bahnhof Wilhelmshöhe fahren zu können. Dabei werden die Haltestellen mit einem Blindenleitsystem ausgestattet sowie barrierefrei ausgebaut. Dieser Umbau wird vom Land Hessen mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.[12]

Zusätzlich wird die Stromversorgung für die Beiwagen in diesem Bereich angepasst. Auch dies wird vom Land Hessen bezuschusst.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Straßenbahn Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. KVG-Netzreform: Koalition bringt neue Kasseler Linien durch, hna.de, 19. Juni 2017
  2. Änderungen für Busse und Bahnen: KVG stellt am 25. März auf neues Netz um. In: https://www.hna.de. 7. Februar 2018 (hna.de [abgerufen am 13. Februar 2018]).
  3. Kasseler Verkehrsgesellschaft
  4. Straßenbahn-Lohfelden.net. Abgerufen am 3. März 2017.
  5. Tram nach Lohfelden vor dem Aus: Grüne machen Druck. In: https://www.hna.de/. 1. Dezember 2014 (hna.de [abgerufen am 3. März 2017]).
  6. Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Stadt Kassel (Entwurf). Kasseler Verkehrs-Gesellschaft, 4. Juni 2013, abgerufen am 30. Juli 2013 (PDF; 6,5 MB).
  7. Fragen zur Fahrzeugbeschaffung: http://www.tram-kassel.de/news/ksn2012/ksn201204/ksn20120418/ksn20120418-1_t.htm
  8. Roll-out für Retrofit-Triebwagen 455: http://www.tram-kassel.de/news/ksn2014/ksn201409/ksn20140903/ksn20140903-1_t.htm
  9. http://www.tram-kassel.de/news/ksn2017/ksn201705/ksn20170517/ksn20170517-1_f.htm
  10. Wagenpark Straßenbahn
  11. http://www.kvg.de/service/barrierefrei-unterwegs/einschraenkung-beim-gehen/
  12. Pressemitteilung: 1,2 Mio. Euro für Kasseler Tram. Kasseler Verkehrsgesellschaft, 28. September 2016, abgerufen am 2. März 2017.