Benutzer:Liga von Lezha/AL-AT

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albanisch-österreichische Beziehungen
Lage von Albanien und Österreich
Albanien OsterreichÖsterreich
Albanien Österreich

Die albanisch-österreichischen Beziehungen (albanisch Marrëdhëniet shqiptaro-austriake) sind historisch durch den gemeinsamen Widerstand gegen das Osmanische Reich, die Unterstützung von Österreich-Ungarn für die albanische Nationsbildung und die Unabhängigkeit des albanischen Staates geprägt. Österreicher spielten eine bedeutende Rolle bei der Enstehung der Albanologie als wissenschaftliche Disziplin. Der Helm und das Schwert des albanischen Nationalhelden Skanderbeg befinden sich seit Jahrhunderten im österreichischen Besitz und werden in der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien aufbewahrt.

Die engen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden von höchster politischer Ebene als traditionell exzellent bezeichnet.[1] Österreich gilt als wichtigster Befürworter und Unterstützer Albaniens in dessen Ambitionen um einen Beitritt in die Europäische Union. Beide Staaten sind Mitglieder des Europarates und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Das NATO-Mitglied Albanien ist seit 2014 ein Beitrittskandidat der Europäischen Union.

Die Republik Albanien verfügt über eine Botschaft und eine ständige Vertretung bei den internationalen Organisationen in Wien. Albanische Honorarkonsulate befinden sich in Eisenstadt, Gössendorf bei Graz, Puch bei Salzburg, St. Pölten und Villach. Roland Bimo ist seit 2014 albanischer Botschafter in Wien. Die Republik Österreich betreibt seinerseits eine Botschaft und ein Koordinationsbüro für Technische Zusammenarbeit in Tirana. Das einzige österreichische Honorarkonsulat befindet sich in der nordalbanischen Stadt Shkodra.[2] Johann Sattler ist seit 2016 österreichischer Botschafter in Tirana.

Diplomatische Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte: „Türken Gefahr“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angriff der Albaner auf ein türkisches Feldlager während der Schlacht von Albulena (1457)
Die Schlacht am Kahlenberg (1683) beendete die Zweite Wiener Türkenbelagerung

Ende des 14. Jahrhunderts erreichten osmanische Truppen zum ersten Mal albanische Siedlungsgebiete. Am 2. März 1444 gründete der albanische Fürst Georg Kastriota Skanderbeg die Liga von Lezha. Dieses Verteidigungsbündnis brachte das Osmanische Reich mehrmals an den Rande des Zusammenbruchs und konnte die weitere Ausdehnung der islamischen Monarchie 35 Jahre lang entscheidend aufhalten. Die militärischen Erfolge des Skanderbegs machten ihn bereits zu Lebzeiten zum Symbol der Verteidigung des Christentums. Nach dem Tod von Skanderbeg fiel im Jahr 1479 mit Shkodra die letzte albanische Festung und Albanien geriet für über 400 Jahre unter türkische Herrschaft. Der albanische Widerstand ging jedoch ungebrochen weiter: bis zur Unabhängigkeit Albaniens im Jahr 1912 fanden 34 größere Aufstände der Albaner gegen die Osmanen statt, die Österreich oft finanziell und militärisch unterstützte.[3]

Giorgio Basta stammte aus einer albanischen Adelsfamilie und war Oberbefehlshaber der habsburgische Armee während des Langen Türkenkrieges. Erzherzog Ferdinand II., Sohn des österreichischen Kaisers Ferdinand I., sah sich als Nachfolger Skanderbegs. Der Habsburger hatte ebenfalls erfolgreich in den Türkenkriegen gegen die Osmanen gekämpft. Er war es auch der den Helm und das Schwert des Skanderbeg kaufte. Der Große Türkenkrieg, bei dem auch albanische Rebellen teilnahmen, endete für das Osmanen mit einer Niederlage. Dies legte den Grundstein für den Aufstieg Österreichs zur Großmacht und war der Beginn der Epoche des militärischen Niedergangs des Osmanischen Reiches.

Als Folge der jahrhundertelangen militärischen Auseinandersetzungen verbindet Albaner und Österreicher ein überwiegend negatives Bild über die Osmanen, das sich im kollektiven Gedächtnis beider Völker verankert hat:

Aus Sicht albanischer Nationalisten übte das Osmanische Reich über Jahrhunderte einen „kulturellen Völkermord“ an den Albanern aus, der oft von Gewalt begleitet wurde. Die Kultivierung der albanischen Sprache war per Dekret des Sultans verboten.[4] Albanische Intelektuelle, wie Ismail Kadare, bezeichnen die osmanische Besatzung als ein „schwarzes Loch in der Geschichte der albanischen Nation“, das die „Entwicklung des albanischen Volkes stoppte“, die Albaner „mit Gewalt von Europa trennte“ und „immer Teil des historischen Gedächtnis sein werde“.[5] Die historisch belasteten Beziehungen sorgen immer wieder für Spannungen. Im Juni 2016 bezeichnete ein türkischer Historiker vor der Grabeskirche von Skanderbeg in Lezha den albanischen Nationalhelden als „Räuber und Terroristen“.[6] Der Bürgermeister der Stadt Lezha erklärte ihn darauf zur Persona non grata.[7] Ein paar Monate später wurde in Prizren, die als Stadt der nationalen Wiedergeburt der Albaner gilt, während des 104. Nationalfeiertages im November 2016 das türkische Konsulat mit einem Molotowcocktail angegriffen.[8] Im Dezember 2017 zerstörten Bewohner von Mirdita einen mehreren Meter großen türkischen Mondstern aus Metall. Das Symbol der türkischen Flagge war Teil einer Staumauer, die ein Unternehmen aus der Türkei erbaute. [9]

In Österreich haben die türkischen Belagerungen von Wien bis heute tiefe Spuren hinterlassen. Allein in Wien erinnern über 200 Denkmäler im öffentlichen Raum an den Sieg über die Osmanen nach der zweiten Belagerung Wiens.[10] Vor allem das Jahr 1683 ist eine Art Ur-Trauma von dem sich bis heute Österreich nicht lösen konnte. Immer wieder wurden scheinbare Bedrohungen mit der damaligen Situation verglichen. Die FPÖ zog in mehreren Wiener Wahlkämpfen mit Comics Parallelen zum Jahr 1683. [11] Mit anti-türkischen Positionen kann man in Österreich gut Politik beim konservativen bis rechten Wählerspektrum machen.[12] Den EU-Betritt der Türkei lehnen jedoch die Österreicher unabhängig von ihrer politischen Gesinnung ab. Laut Meinungsumfragen sind das bis zu 84 % der Bevölkerung.[13] Die Regierung Kurz, eine Koalition der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ, präsentierte ihr Regierungsprogramm im Dezember 2017 am Kahlenberg in Wien. Die Wahl der Ortes ist symbolisch zu verstehen, denn dort fand die Schlacht am Kahlenberg statt in der die Türken bei der zweiten Belagerung Wiens vernichtend geschlagen wurden.[14]

Kultusprotektorat der Habsburgermonarchie (bis 1912)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Langen Türkenkrieges erreichten die Habsburger bei den Türken im Frieden von Zsitvatorok (1606) die Erlaubnis für die Katholiken ihre Religion auszuüben. Dies wurde in einem weiteren Friedensvertrag 1615 bestätigt. [15] Erst mit den Verträgen von Karlowitz (1699) und Passarowitz (1718) konnten sich die Österreicher von den Osmanen ein Protektorat über die Katholiken im nördlichen Bergland von Albanien garantieren lassen.[16] Im Rahmen dieses Kultusprotektorats wurden zahlreiche Kirchenbauten und -renovationen sowie Geistliche finanziell unterstützt.[17]

Die ersten österreichischen Konsulate wurden 1751 in Durrës und 1801 in Shkodra errichtet.[18] 1860 gründeten Jesuiten ein Seminar und 1870 wurde mit Hilfe Österreich-Ungarns ein theologisches Gymnasium des Franziskanerordens eingerichtet. Die Österreicher zielten damit darauf ab, ihren Einfluss im katholischen Nordalbanien zu vergrößern.[19]

Albanische Unabhängigkeit (1912-1916)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Ersten Balkankrieges rief Albanien am 28. November 1912 in Vlora seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich aus. Das Fürstentum Albanien genoss von Anfang an die Unterstützung des österreichisch-ungarischen Außenministers Leopold Berchtold. Österreich-Ungarn setzte sich erfolgreich bei der Londoner Botschafterkonferenz im Dezember 1912 für die Anerkennung Albaniens durch die europäischen Großmächte ein. Jedoch waren die albanischen Gebiete zum großen Teil von griechischen, montenegrinischen und serbischen Truppen besetzt. Im Mai 1913 erkannten die Balkanstaaten im Londoner Vertrag Albanien an. Die Festlegung der albanischen Grenze wurden einer internationalen Kommission übertragen. Österreich-Ungarn und Russland stritten praktisch um jedes Dorf.

Albanien erklärte sich im Ersten Weltkriegs als neutral. Dies hinderte jedoch die am Krieg teilnehmende Königreiche wie Italien, Montenegro und Serbien nicht große Teile des Landes zu besetzen. In weiten Teilen des Landes herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände.

Österreichische Verwaltung Albaniens (1916-1918)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein albanischer Junge überreicht einem Offizier der k.u.k. Armee einen Blumenstrauß, Shkodra im März 1916

Der Norden und die Mitte des Landes waren ab 1916 von den österreichisch-ungarischen Truppen besetzt, die von der albanischen Bevölkerung als Befreier angesehen wurden. Österreich-Ungarn setzte in Shkodra einen Verwaltungsrat mit Luigj Gurakuqi als Unterrichts- und Fejzi Alizoti als Finanzdirektor ein und gestattete eine einheimische Lokalverwaltung. An der Spitze der Ziviladministration stand der österreichische Generalkonsul August Kral. Die k.u.k. Armee rekrutierte albanische Freiwillige, die sie ausbildete und wie deigene Soldaten behandelte. Der Oberbefehlshaber der österreich-ungarischen Armee in Albanien, Ignaz Trollmann von Lovcenberg appellierte dabei an den Nationalstolz der Albaner:

„Wir Truppen des großen Kaisers und Königs Franz Josef I. haben euer Land von Feinden befreit, wir nehmen es jetzt in unsere Verwaltung, wir wollen es aber auch in Zukunft gegen jeden äußeren und inneren Feind schützen. [..] Wir kriegsgewohnte und geübte Soldaten wollen Euch nun schulen und militärisch erziehen, damit zu Eurer altbekannten Tapferkeit auch die Fähigkeit kommt, einem modernen Krieger entgegen zu treten. Gedenket wackere Shqypteraten, dass Albaniens schönste Tage jene waren, da der größte albanische Volksheld Skanderbeg mit seinen wohlgeschulten Soldaten ein Schrecken für alle Feinde Albaniens war. Er und seine tapferen Mitkämpfer seinen Euer Vorbild! [..] Jeder Wehrfähige von Euch ist willkommen, wir freuen uns Euch unsere Erfahrungen zu Nutze bringen zu können, wir werden Euch nicht nur zu guten Soldaten heranbilden und auf die Dauere dieser Ausbildung wie unsere eigenen Truppen behandeln, verpflegen und besolden, wir werden auch versuchen Euch andere nützliche Dinge wie Lesen und Schreiben zu lehren, damit Ihr wieder das werdet, was Eure Vorfahren waren: Das große tapfere und geachtete Volk der Sqypetaren!“

K.u.K Korpskommandant Trollmann, Shkodra im März 1916[20]

Albanische Historiker bewerten heute die österreichisch-ungarische Verwaltung überwiegend positiv. In dieser Zeit wurde Albanisch per Gesetz zur einzigen Amtssprache erhoben. Grundvoraussetzung für eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung war nun das Beherrschen der albanischen Sprache. Das österreichisch-ungarische Außenministerium forderte die Vereinigung aller albanischen Siedlungsgebiete. Sie gründeten eine Kommission zur Standardisierung der albanischen Sprache. Parallel zur Einführung der Schulpflicht entstanden hunderte Schulen sowie eine Kommission zur Standardisierung der albanischen Sprache. Um die Zumsammenarbeit mit der Bevölkerung zu erleichtern wurden Albanisch-Kurse für k.u.k Soldaten eingerichtet. Um das Nationalbewusstsein der Albaner zu fördern waren albanische Fahnen und nationale Feiertage von österreichischer Seite ausdrücklich erwünscht. Mehrere zig Millionen Kronen wurden in Brücken, Eisenbahnen und Straßen investiert. Bis zu 100.000 österreichisch-ungarische Soldaten nahmen an den Bauarbeiten teil. Beim Abzug der Österreicher hatte das staatliche Budget Albaniens zum ersten und bisher einzigen Mal einen Überschuss.[21][22]

Zwischenkriegszeit (1918–1938)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich fiel nach dem Ende des ersten Weltkriegs als Schutzmacht Albaniens aus. Die junge Republik Österreich nahm am 22. Februar 1922 diplomatische Beziehungen mit Albanien auf. Die Zwischenkriegszeit war für beide Länder von inneren Unruhen und wirtschaftlichen Problemen gekennzeichnet. Sowohl das faschistische Italien, als auch das Dritte Reich spielten in unterschiedlicher Form eine wichtige Rolle:

Ab 1924 setze sich in Albanien eine autoritäre Herrschaft durch und löste die junge parlamentarische Demokratie ab. Durch den ersten und zweiten Tiranapakt war Albanien ab Ende 1927 de facto ein italienisches Protektorat. Nach der italienischen Besetzung Albaniens im April 1939 geriet das Land unter die totale Kontrolle Mussolinis. Das Königreich Albanien war durch das gemeinsame Staatsoberhaupt Viktor Emanuel III. in Personalunion mit dem Königreich Italien vereint. Nach der Kapitulation Mussolinis geriet Albanien unter deutsche Kontrolle.

Österreich konnte seine parlamentarische Demokratie zehn Jahre länger erhalten als Albanien. Jedoch litt das Land unter einer politischen Polarisierung, die 1934 in einen Bürgerkrieg mündete. Als Folge etablierte sich mit dem Austrofaschismus eine Diktatur, die sich an Italien anlehnte. Durch den Anschluss an Deutschland verschwand Österreich 1938 von der Landkarte.

Beim Aufbau der albanischen Armee wirkten Österreicher jedoch führend mit. Gustav von Myrdacz diente im Ersten Weltkrieg als Generalstabsoffizier der kuk-Armee. 1917 war er Kommandant eines Grenzjägerbataillons in Albanien. Seine Pensionierung trat er 1920 mit dem Dienstgrad eines Oberst an. Danach leitete er in Albanien eine Gruppe ehemaliger Angehöriger der habsburgerischen Armee, die sich im Straßenbau betätigte. Ab Dezember 1921 war er auch Leiter für die Ausbildung der Wehrformationen Albaniens zuständig. Er wurde zum General der albanischen Armee befördert und war bis 1939 ihr Generalstabschef.[23]

Hermann Kirchner trat 1928 in albanische Armee ein. In der Funktion des Ersten Generalstabsoffiziers zählten zu seinen Aufgaben die Vorbereitung der Landesverteidigung. In Anerkennung seiner Dienste und Fähigkeiten verlieh ihm König Zogu I. 1929 den Skanderbeg-Orden dritter Klasse. Nach einer Umstrukturierung der albanischen Armee im Jahr 1931 wurde Kirchner zum Major befördert und bekam die Leitung des Personalamtes der Armee übertragen. Das Generalsekretariat der Vaterländischen Front ernannte Kirchner im Mai 1935 zum Vorsitzenden des Vereins „Vaterländische Front“ in Albanien. Im Antrag auf die Zulassung des Vereins schrieb er an das albanische Innenministerium: „Wie die Italiener ihren Verein ‚Fascio‘ bzw. die Deutschen ihren Verein ‚Die Nationalsozialisten‘ in Albanien gegründet haben, so hoffe ich wird Ihr Ministerium nichts dagegen haben, dass auch Österreicher ihren Verein in Tirana haben.“[24]

Zweite Republik Österreich (seit 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalter Krieg (1945-1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Österreich durch den Österreichischen Staatsvertrag im Mai 1955 seine volle Souveränität erhalten hatte, nahm es im Februar 1956 die diplomatischen Beziehungen mit der Sozialistischen Volksrepublik Albanien auf. Bis 1991 war Österreich durch seinen Botschafter im sozialistischen Jugoslawien vertreten.

Nach dem Bruch Albaniens mit der Volksrepublik China, schlug das Land einen Weg der Autarkie ein und isolierte sich zunehmend vom Rest der Welt. Die Zusammenarbeit mit dem militärisch neutralen Österreich verstärkte sich jedoch ab dem Ende der 70er Jahre.

Während einer Tagung im Juni 1977 in Wien äußerte eine gemischte albanisch-österreichische Regierungskommission das beidseitige Interesse den Warenaustausch zu intensivieren.

http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/114433?name=1977

Der Bundesminister für Handel, Gewerbe und Industrie Josef Staribacher empfing im Oktober 1978 den albanischen Außenhandelsminister Nedin Hoxha in Wien. Das Gespräch zwischen den beiden Ministern beschäftigte sich mit den Möglichkeiten der Steigerung des albanisch-österreichischen Warenverkehrs. Eine Delegation der Wirtschaftskammer Österreich besuchte Albanien Mitte November 1978, um vor Ort die Möglichkeiten einer Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen zu erörtern. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/1756326?name=1978

Bundesminister Staribacher unterzeichnete während eines offiziellen Besuchs, im Oktober 1979, in Tirana ein neues Handelsabkommen mit fünfjähriger Laufzeit und diskutierte mit seinem albanischen Amtskollegen den weiteren Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Fokus auf den Energiebereich.

Die Wirtschaftsbeziehungen wurden ausgebaut. Die Ausfuhren stiegen um 50% von 39 auf 58 Mill. S, die Einfuhren sanken um 32% von 101 auf 69 Mill. S. Das österreichische Handelsbilanzdefizit gegenüber Albanien konnte auf 11 Mill. S verkleinert werden.

Vom 24. bis 26. April 1979 fand in Tirana auf Beamtenebene die 6. Tagung der Gemischten Regierungskommission zur Überprüfung des bilateralen Warenaustausches statt. Eine Delegation der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft und Vertreter österreichischer Firmen besuchten im Berichtsjahr Albanien. Das verstärkte Interesse Albaniens an Österreich kam auch in der Einladung des Generaldirektors der APA zu einem Besuch in Albanien zum Ausdruck. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/128785?name=1979

1980 Die österreichisch-albanischen Beziehungen zeigten auch im Berichtsjahr eine Tendenz zu weiterer Intensivierung, wozu insbesondere das albanische Interesse, mit dem neutralen Österreich in engeren Kontakt zu kommen, beigetragen hat. Im wirtschaftlichen Bereich nahmen die Ausfuhren um 51,2% auf 87,4 Mio. S zu, die Einfuhren stiegen um 26,7% auf 86,9 Mio. S. Im Herbst des Berichtsjahres wurde in Tirana eine mit offizieller Förderung zustande gekommene Kunstausstellung des Steiermärkischen Werkbundes gezeigt. Diese österreichische Ausstellung war die erste Kunstausstellung aus dem westlichen Ausland, die seit 1945 in Albanien gezeigt wurde; sie stieß bei der Bevölkerung auf großes Interesse. Bei diesem Anlaß fanden auch Gespräche über die Möglichkeiten einer Intensivierung der kulturellen Zusammenarbeit zwi¬ schen beiden Ländern statt. Zwischen den Akademien der Wissenschaften kam es zu engeren Kontakten: Im Sommer 1980 hielten sich zwei österreichische Albanologen in Tirana auf; eine Gruppe albanischer Architekten absolvierte eine Studienreise in Österreich. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/130385?name=1980

1981 Die Tendenz zu einer Intensivierung der österreichisch-albanischen Beziehungen hat sich fortgesetzt. Beide Länder sind bemüht, die bereits bestehenden Kon¬ takte, vor allem auf dem Gebiet der Kultur und Wissenschaft, weiter auszubauen. Die österreichischen Exporte (Eisen- und Stahlprodukte, Papier, Industriepro¬ dukte) stiegen um 21,1% auf 105,81 Mio. S, während die Importe (Obst, Ge¬ müse, Chromerze, Textilien) um 6,7% auf 81,07 Mio. S zurückgingen. In der 318 Algerien Zeit vom 10. bis 12. Juni 1981 besuchte der albanische Minister für Außenhan¬ del, Nedin Hoxha, als Leiter einer Regierungsdelegation für Handel Österreich. Als Ergebnis der stattgefundenen Gespräche wurde am 12. Juli 1981 ein Protokoll über den Handel zwischen der Republik Österreich und der Sozialistischen Volks¬ republik Albanien über den Warenaustausch für das Jahr 1981 unterzeichnet. Die in den letzten Jahren angeknüpften Kontakte zwischen wissenschaftlichen In¬ stitutionen wurden im Jahre 1981 fortgesetzt. In der Zeit vom 2. bis 15. Mai 1981 fand eine Exkursion des Institutes für Wirtschafts- und Sozialgeographie der Wirt¬ schaftsuniversität Wien nach Tirana statt. Über Einladung des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst besuchten zwei albanische Experten, der Generalsekre¬ tär des albanischen Komitees für kulturelle und freundschaftliche Beziehungen mit Verdi dem Ausland, Karagjozi, und der Österreichreferent im albanischen Außen¬ ministerium, Idris Bardhi, die Bundeshauptstadt. Die albanischen Gäste erörterten anläßlich dieses Besuches auch Fragen der Vor¬ bereitung eines Kulturaustauschprogrammes zwischen Österreich und Albanien. Eine Gruppe von Spezialisten des albanischen Ministeriums für Bildung und Kul¬ tur besuchte im abgelaufenen Jahr eine Reihe von österreichischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/120828?name=1981

1982 Die in den letzten Jahren feststellbare Tendenz zu einem Ausbau der österrei¬ chisch-albanischen Beziehungen auf verschiedenen Ebenen hat sich fortgesetzt.

wenn auch die Intensität der bestehenden Kontakte nach wie vor relativ gering bleibt. Der Handelsverkehr zwischen Albanien und Österreich zeigte im Berichtsjahr eine deutliche Steigerung der österreichischen Einfuhren aus Albanien. Der Wert dieser Einfuhren erreichte 1982 177,2 Mio. S gegenüber 81 Mio. S im Vorjahr, was eine Steigerung der albanischen Exporte um 118,5% darstellt. Die österreichischen Exporte nach Albanien stiegen 1982 von 105,8 Mio. S im Jahre 1981 auf 115 Mio. S, was einer Erhöhung der österreichischen Exporte um 8,7% gleichkommt. In der Zeit vom 5. bis 6. Oktober besuchte Bundesminister für Handel, Gewerbe und Industrie, Dr. Josef Staribacher, als Leiter der österreichischen Delegation zur 3. Tagung der Regierungsdelegationen für Handel zwischen Österreich und Alba¬ nien Tirana. Als Ergebnis der stattgefundenen Gespräche wurde am 5. Oktober ein Protokoll über den Handel zwischen der Republik Österreich und der Sozialisti¬ schen Volksrepublik Albanien über den Warenaustausch für das Jahr 1983 unter¬ zeichnet. Während seines Aufenthaltes in Tirana hatte Bundesminister Dr. Stariba¬ cher auch Gelegenheit, mit dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten Qirjako Mihali zusammenzutreffen. Wie in den letzten Jahren konnten auch im Berichtsjahr die bereits bestehenden wissenschaftlichen Kontakte weiter entwickelt werden. So besuchte eine Reihe von österreichischen Universitätsprofessoren im Rahmen des UniversitätsprofessorenAustausches Albanien und hielten Gastvorträge. Auch der Stipendienaustausch verlief innerhalb des gegebenen Rahmens problemlos. Anläßlich des Antrittsbesu¬ ches des österreichischen Botschafters kam auch die eventuelle Einführung einer Abteilung für Germanistik an der Universität Tirana zur Sprache, bei der unter Umständen auch österreichische Lektoren mitwirken könnten. Weiters wurde über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit der Rundfunkanstalten beider Länder gesprochen. Der österreichische Botschafter überreichte der Akademie der Wissen¬ schaft eine Bücherspende. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/123866?name=1982

1983 Albanien (Sozialistische Volksrepublik Albanien), Tirana Staatsoberhaupt Regierungschef Außenminister R. ALIA A. CARCANI R. MALILE VB: Siehe Jugoslawien, AHSt (Belgrad) Die albanische Außenpolitik blieb auch 1983 im wesentlichen von dem Grundsatz bestimmt, zwar die staatlichen Beziehungen vor allem zu kleineren europäischen 360 Algerien Ländern bilateral weiterzuentwickeln, sich aber von multilateralen Foren — etwa dem KSZE-Prozeß — fernzuhalten. Österreich gehört zu jenen westlichen Ländern, mit denen Albanien eine Vertiefung seiner Kontakte, vor allem auf kulturellem Gebiet, anstrebt. Die österreichisch-albanischen Beziehungen konnten daher auch 1983 einen weiteren Ausbau auf verschiedenen Gebieten verzeichnen, wenn auch der Intensität der Kontakte Grenzen gesetzt sind. Im Rahmen der Generalversammlung der Vereinten Nationen fand im Herbst 1983 ein Zusammentreffen von Bundesminister Lanc mit dem albanischen Außenmini¬ ster Malile in New York statt. Der Umfang des bilateralen Warenaustausches zwischen Österreich und Albanien ging zum ersten Mal seit einigen Jahren zurück. Auch die österreichischen Importe, die insgesamt einen Wert von 115,9 Mio. S erreichten, waren durch einen starken Rückgang gekennzeichnet (—35%). Die österreichischen Ausfuhren nach Albanien im Wert von 92,29 Mio. S gingen um 19,8% zurück. Vom 20. Oktober bis 24. Okto¬ ber 1983 wurde in Wien die 4. Tagung der Regierungsdelegationen beider Länder über den Warenaustausch für das Jahr 1984 abgehalten. Die albanische Delegation wurde von Handelsminister Shane Korbeci, die österreichische von Staatssekretär Dr. Schmidt angeführt. Die kulturellen Beziehungen zu Albanien entwickelten sich vor allem auf wissen¬ schaftlichem Gebiet und im Universitätsbereich. Eine Delegation der albanischen Akademie der Wissenschaften besuchte im April 1983 die Universität Innsbruck, der Rektor der Montanuniversität Leoben besuchte Albanien und hielt dort meh¬ rere Vorträge. Auch die Rundfunk- und Fernsehanstalten beider Länder haben Schritte unternommen, um in Hinkunft enger zusammenzuarbeiten. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/126063?name=1983

1984 Albanien (Sozialistische Volksrepublik Albanien), Tirana Staatsoberhaupt Regierungschef Außenminister R. Alla A.Carçani R. Malile ÖB siehe Jugoslawien Die Aussenpolitik der Sozialistischen Volksrepublik Albanien war weiterhin geprägt von dem Bemühen, gute Beziehungen zu den kleineren Staaten Europas zu pflegen, sich aber von den Grossmächten und Blöcken, aber auch von vielen multilateralen Arbeitsgebieten deutlich zu distanzieren. Im Rahmen der Grenzen, die der Zusammenarbeit mit Albanien durch die herr¬ schende Gesellschaftsordnung gesetzt sind, gehört Österreich zu den Ländern, die auf ein positives Echo in Albanien stossen. Bundesminister Gratz und sein albanischer Amtskollege Malile trafen in New York - anlässlich der Generalversammlung der UN - zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Der Umfang des bilateralen Warenaustausches hat sich Import- und exportseitig erhöht. Die österreichischen Importe stiegen gegenüber 1983 um 45% auf 167 Mio. öS, die österreichischen Ausfuhren um 2,1% auf 94,2 Mio. öS. 442 Albanien - Algerien Die kulturellen Beziehungen zu Albanien entwickelten sich auch im Berichtsjahr vor allem auf wissenschaftlichem und universitärem Bereich. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/131111?name=1984

1985 Am 11. April ist der Staatgründer und Parteichef Enver Hoxha verstorben. Zu seinem Nachfolger als Parteichef wurde Staatschef Ramiz Alia bestimmt. Bisherigen Stellung¬ nahmen ist eine grundsätzliche Kontinuität des außen- und innenpolitischen Kurses zu entnehmen. Albanien pflegt gute Beziehungen zu den kleinen europäischen Staaten und hält gleichzeitig unveränderte Distanz zu den Großmächten, zu Militär¬ bündnissen und zu zahlreichen multilateralen Foren. Für Österreich bedeutet dies, bei allen Unterschieden der Gesellschaftsordnung, auch weiterhin ein positives Gesprächsklima. Bundesminister Gratz traf anläßlich der 466 Algerien Generalversammlung der UN in New York mit dem albanischen Außenminister Reiz Malile zu einem Meinungsaustausch zusammen. Die Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Albanien konnten im Jahr 1985 weiter intensiviert werden und erreichten mit einem Volumen von 279,79 Mio. S einen neuen Höchststand. Während die österreichischen Einfuhren aus Albanien um 23,5% auf 127,83 Mio. S zurückgingen, stiegen die österreichischen Ausfuhren um 81,3% auf 151,96 Mio. S. Zur Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen besuchte eine österreichische Wirtschaftsdelegation, In der neun österreichische Firmen vertreten waren, im Herbst Tirana. Der Präsident der albanischen Akademie der Wissenschaften, Aleks Buda, hielt am Ost- und Südosteuropa-Institut in Wien einen Vortrag. An der Wiener Volkshochschu¬ le Brigittenau fanden Albanientage statt. Die Beamten-Gespräche zur Vorbereitung eines Briefwechsels über die wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit wurden festgesetzt. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/133205?name=1985

1986 (Sozialistische Volksrepublik Albanien), Tirana Staatsoberhaupt Regierungschef Außenminister Ramiz Alia Adil Carcani Reiz Malile ÖB und AHSt: siehe Jugoslawien Der im November 1986 abgehaltene 9. Kongreß der Albanischen Partei der Arbeit hat den noch unter Enver Hoxha festgelegten außen- und innenpolitischen Kurs bestätigt. Die Außenpolitik ist weiterhin gekennzeichnet von strikter Distanz zu den Großmächten und zu militärischen Bündnissen. Gleichzeitig unterhält Albanien gute Beziehungen zu den kleineren europäischen Staaten und Ländern der Dritten Welt und arbeitet selektiv in einzelnen multilateralen Organisationen mit. Die albanische Führung hat anläßlich der Überreichung des Beglaubigungsschrei¬ bens durch den neuen österreichischen Botschafter und am 4. März gegenüber Herrn Staatssekretär Dr. Erich Schmidt anläßlich der 5. Tagung der Österreichisch-Albani¬ schen Regierungsdelegationen ihr besonderes Interesse an einer Intensivierung der Beziehungen mit Österreich in allen Bereichen bekundet. Wie alljährlich hielten sich österreichische Wissenschafter zu Studien- und For¬ schungszwecken in Albanien auf, umgekehrt besuchten auch albanische Studenten 493 Algerien Österreich. Anläßlich des Besuches des Präsidenten und Generalsekretärs der Österreichischen Akade mi e der Wissenschaften im November in Tirana wurde ein Abkommen über die weitere Zusammenarbeit der beiden Institutionen unterzeich¬ net. Die mehrjährigen Vorarbeiten zu einem bilateralen Briefwechsel über die wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit wurden abgeschlossen. Österreich exportierte 1986 nach Albanien Waren im Werte von 98,6 Mio. öS (das ergibt gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 35,1%), die österreichischen Einfuhren beliefen sich auf 81,7 Mio. öS. Am 5. und 6. März fand die 5. Tagung der Österreichisch-Albanischen Regierungs¬ delegation für Handel in Tirana statt. Der Leiter der österreichischen Delegation, der damalige Staatssekretär im Bundesministerium für Handel, Gewerbe und Industrie, Dr. Schmidt, Unterzeichnete am Schluß der Tagung ein Protokoll über die Entwick¬ lung der Handelsbeziehungen im Jahre 1986 und ein für die Jahre 1986 bis 1990 geltendes Handels- und Zahlungsabkommen, Am 6. März wurde ein Handels- und Zahlungsabkommen zwischen der österreichi¬ schen Bundesregierung und der Regierung der Sozialistischen Volksrepublik Albanien für die Jahre 1986 bis 1990 abgeschlossen. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/137327?name=1986

1987 Albanien (Sozialistische Volksrepublik Albanien), Tirana Staatsoberhaupt Ramiz Alla Regierungschef Adil Çarçani Außenminister Reis Malile ÖB und AHSt: siehe Jugoslawien Vizekanzler Dr. Mock traf mit Außenminister Malile am Rande der UN-Generalversammlung in New York Anfang Oktober zu einem Meinungsaustausch zusammen. In Übereinstimmung mit dem beiderseitigen Handels- und Zahlungsabkommen wurde am 29. April in Wien die 2. Tagung der Regierungsdelegationen für Handel über die Entwicklung der Handelsbeziehungen im Jahr 1987 abgehalten. Der aus diesem Anlaß in Wien weilende albanische Außenhandelsminister Korbeci führte bei dieser Gelegenheit Arbeitsgespräche mit den Bundesministern für wirtschaftli¬ che Angelegenheiten, für öffentliche Wirtschaft und Verkehr sowie für Land- und Forstwirtschaft. Die österreichischen Ausfuhren gingen 1987 um 28,7% weiter zurück und betrugen 70,3 Mio. öS, die Einfuhren stiegen um 49,7% auf 122,4 Mio. öS, was vor allem auf die beträchtliche Zunahme bei den Stromlieferungen zurückzuführen war. Das von der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft am 29./30. September in Tirana erstmals durchgeführte wissenschaftlich-technische Firmen-Symposium über Klein¬ wasserkraftwerke, Viehzucht und Futteraufbereitung in Gebirgsgegenden hat beim interessierten Fachpublikum großen Anklang gefunden. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/138100?name=1987

1988 Albanien (Sozialistische Volksrepublik Albanien), Tirana Staatsoberhaupt Regierungschef Außenminister Ramiz Alia Adil Carcani Reis Malile ÖB und AHSt: siehe Jugoslawien Außenminister Mock traf am 13. Mai mit Außenminister Malile, der sich anläßlich eines privaten Aufenthaltes in Wien befand, zu einem inoffiziellen Gespräch zusammen und setzte den Meinungsaustausch am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am 1. Oktober fort. Vom 7. bis 10. November hielt sich der albanische Vizeaußenminister Plaka auf Einladung des Generalsekretärs für auswärtige Angelegenheiten Klestil zu einem Besuch in Wien auf. Er führte auch Gespräche mit Außenminister Mock und Bundesminister Tuppy. Dem beiderseitigen Handels- und Zahlungsabkommen entsprechend wurde am 23. März in Tirana die 3. Tagung der Regierungsdelegationen für Handel über die Entwicklung der Handelsbeziehungen im Jahr 1988 abgehalten. Der österreichisch-albanische Warenaustausch verzeichnete 1988 eine positive Entwicklung. Die österreichische Ausfuhr stieg um 55,1% auf 109,1 Mio. öS und die albanische nach Österreich um 58,3% auf 193,8 Mio. öS. Auf die neue Warenposi¬ tion „anorganische Chemikalien“ entfiel mehr als die Hälfte der österreichischen Importe. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/139057?name=1988

1989 Albanien (Sozialistische Volksrepublik Albanien), Tirana Staatsoberhaupt Regierungschef Außenminister Ramiz Alia Adil Carcani Reis Malile ÖB und AHSt: siehe Jugoslawien Auf Einladung des albanischen Vizeaußenministers Sokrat Plaka stattete der Generalsekretär für auswärtige Angelegenheiten Thomas Klestil Tirana einen offiziellen Besuch vom 22. bis 23. Mai ab. Generalsekretär Klestil traf zu einem Besuch mit Außenminister Reis Malile und Parlamentspräsident Petro Dode zusammen. Gespräche fanden ferner mit dem Präsidenten des kulturellen Komitees Alfred Uci sowie Außenhandelsminister Shane Korbeci statt. 527 Algerien Vom 12. bis 18. Juni besuchte eine österreichische Parlamentarier-Delegation unter der Leitung des Dritten Präsidenten des Nationalrates Gerulf Stix Albanien. Die Delegation wurde zu offiziellen Gesprächen von Gastgeber Petro Dode sowie den Ministem Reis Malile, Shane Korbeci und Forndin Hoxha (Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland) sowie Staats- und Parteichef Ramiz Alia empfangen. Dem bilateralen Handels- und Zahlungsabkommen entsprechend wurde vom 6. bis 10. März in Wien die 4. Tagung der Regierungsdelegation für Handel über die Entwicklung der Handelsbeziehungen im Jahre 1989 abgehalten. Österreich konnte die Ausfuhren um 22,7% auf 133,8 Mio. öS steigern, während die Importe aus Albanien um 52,6% auf 91,9 Mio. öS zurückgingen. Die Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen haben durch eine Erhöhung der von Österreich gewährten Stipendien eine Belebung erfahren. Im April 1989 absolvierte der Dirigent Wolfgang Poduschka ein Gastspiel beim Symphonieorchester von Tirana. Eine vom 9. bis 18. November 1989 von der Volkshochschule Linz veranstaltete „Albanische Woche“ bot Gelegenheit zum Kennenlernen des albani¬ schen Kulturlebens und den nach Österreich gereisten albanhen Künstlern und Tänzern die Möglichkeit persönlicher Begegnungen. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/140631?name=1989

1990 Albanien (Sozialistische Volksrepublik Albanien), Tirana Staatsoberhaupt Regierungschef Außenminister Ramiz Alia Adil Carcani Reis Malile ÖB und AHSt: siehe Jugoslawien Albanien ist im Jahre 1990 verschiedenen auch für Österreich wichtigen internatio¬ nalen Konventionen beigetreten (so z. B. der Umweltschutzkonvention von Barcelo¬ na und dem Atomsperrvertrag). Die bilaterale Zusammenarbeit wurde in verschiedenen Bereichen ausgebaut, insbesondere auf dem Transportsektor. Im Juni 1990 fanden Gespräche über den Straßengüterverkehr statt. Albanien hat auch seine Bereitschaft bekundet, ein Luftverkehrsabkommen abzuschließen. 538 Algerien Die Umstellung der Zahlungsabwicklung mit den osteuropäischen Staaten auf frei¬ konvertierbare Devisen führt dazu, daß sich der albanische Außenhandel in Richtung Westeuropa verschiebt. In den ersten acht Monaten 1990 kam es zu einem starken Anstieg der albanischen Exporte (im wesentlichen Frischgemüse) nach Österreich. Die österreichischen Exporte stiegen von 134 um 2,4 Prozent auf 137 Millionen Schilling, wohingegen die Importe aus Albanien um 61,3 Prozent auf insgesamt 148 Millionen Schilling Zunahmen. Für das Studienjahr 1990/91 wurde das österreichische Stipendienangebot für albanische Kandidaten weiter aufgestockt. Ein Stipendium für den einjährigen Lehrgang an der Fremdenverkehrsschule in Salzburg wurde dieses Jahr auch an eine albanische Bewerberin vergeben. Vom 1.-8. April 1990 weilte Prof. Wolfgang Poduschka als Gastdirigent in Tirana und gab am 7. April mit dem albanischen Rundfunkorchester ein Konzert. Im Rahmen seiner Albanien-Tournee (2. -10. Juni 1990) trat das „Tripp-Trio“ aus Wien bei fünf Konzerten in vier albanischen Städten auf. http://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/143605?name=1990

1991 ÖB Tirana (mit Sitz in Wien): Dr. Kurt Spallinger, Bundesministerium für auswärti¬ ge Angelegenheiten, Ballhausplatz 2, 1014 Wien, Tel.: 53 1 15/3616, Telex: 1371-0, Telefax: 535 45 30; Handelsdelegierter: Dr. Horst Machu, gleichfalls mit Sitz in Wien Nach der Aufnahme Albaniens in die KSZE im Juli 1991 wurden die bilateralen Beziehungen durch Beendigung der Mitakkreditierung des Missionschefs in Belgrad und Bestellung eines eigenen Botschafters (mit Sitz in Wien) auf eine neue Basis gestellt (Überreichung des Beglaubigungsschreibens am 2. Oktober). Seither sind die bilateralen Beziehungen intensiviert worden, und der Besuchsaus¬ tausch hat stark zugenommen. Vizepremierminister Gramoz Pashko stattete gemein¬ sam mit Finanzminister Gene Ruli und Außenwirtschaftsminister Ylli Cabiri Österreich im November einen offiziellen Besuch ab, Außenminister Mohamet Kapllani im Dezember. Justizminister Muci und Unterrichtsminister Lakrori hielten sich zu internationalen Tagungen im August und Oktober in Wien auf und nützten diese Aufenthalte zu bilateralen Gesprächen mit ihren österreichischen Amtskolle¬ gen. Generalstabchef Karoli nahm im Oktober an einem KSZE-Seminar über Militärdoktrinen in Wien teil und nützte diese Gelegenheit zur Kontaktnahme mit dem österreichischen Bundesheer. Eine Parlamentarierdelegation besuchte anlä߬ lich einer IPU-Tagung im September auch das österreichische Parlament und führte Gespräche mit Nationalratspräsident Fischer. Der Handelsaustausch dagegen ging aufgrund der schlechten Wirtschaftslage des Landes und der drastischen Produktionsrückgänge stark zurück. Die österreichi¬ schen Exporte (Papier, Maschinen und Ausrüstungen, chemische Erzeugnisse) sanken um 27,6 Prozent auf 99,2 Millionen Schilling, die Importe aus Albanien (Gemüse, Erze, Düngemittel, Textilien) um 48,7 Prozent auf 76,1 Millionen Schil¬ ling. Die ÖMV Unterzeichnete im April einen Vertrag für off-shore Erdölexploration und -förderung (erstes joint venture), ein weiteres joint venture wurde auf dem Gebiet des Fremdenverkehrswesens, des Transports und der landwirtschaftlichen Produktion etabliert. Das Evidenzbüro für Außenhandelsgeschäfte begründete eine Niederlas¬ sung in Tirana. Österreichischerseits wurden Entwürfe für ein Investitionsschutzab¬ kommen sowie ein Wirtschaftsabkommen überreicht und die Bereitschaft zum Abschluß eines Luftverkehrsabkommens erklärt; albanischerseits wurde der Ent¬ wurf für einen neuen Notenwechsel über kulturelle Zusammenarbeit, der jenen aus 1987 ablösen soll, übergeben. Ein Kooperationsabkommen zwischen der albani¬ schen Handelskammer und der Bundeska mm er der gewerblichen Wirtschaft wurde am 25. November 1991 unterzeichnet. Zur Erleichterung seiner Ausfuhren nach Österreich wurde Albanien im November der begünstigte Status gemäß dem General System of Preferences des GATT mit Wirkung 1. Januar 1992 eingeräumt.

Turbulente Transformationsjahre (1991-1999)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweite Republik Österreich (seit 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenminister Sebastian Kurz trifft Premierminister Edi Rama in Tirana, Juni 2014

Nachdem Österreich durch den Österreichischen Staatsvertrag im Mai 1955 seine volle Souveränität erhalten hatte, nahm es im Februar 1956 die diplomatischen Beziehungen mit der Sozialistischen Volksrepublik Albanien auf. Bis 1991 war Österreich durch seinen Botschafter im sozialistischen Jugoslawien vertreten.

Seit dem Sturz der kommunistischen Diktatur in Albanien finden zwischen beiden Ländern regelmäßige Treffen auf höchster politischer Ebene statt. Seit 1992 herrscht zwischen beiden Ländern das Meistbegünstigungsprinzip. Dadurch kam es zum Abschluss zahlreicher politischer und wirtschaftlicher Abkommen. 1995 eröffnete ein Koordinationsbüro der Austrian Development Agency in Tirana, das sich vor allem auf finanzielle und technische Aktivitäten im Norden Albaniens konzentriert.[25]

Österreich gilt als einer der wichtigsten Fürsprecher Albaniens innerhalb der Europäischen Union. Bei Verhandlungen zum Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen und der Visaliberalisierung konnte sich Albanien stets auf die österreichische Unterstützung verlassen.

Während der Westbalkan-Konferenz vom 3. Juni 2014 überzeugte Außenminister Kurz mit Hilfe eines Briefes noch skeptische Mitgliedsländer Albanien den Kandidatenstatus zu verleihen. Am folgenden Tag empfahl das die Europäische Kommission dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament.

Kulturelle Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albanologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreichische Diplomaten und Wissenschaftler spielten eine sehr wichtige Rolle bei der Entstehung der Albanologie als wissenschaftliche Disziplin. Dadurch leisteten sie einen großen Beitrag zum Verständnis von albanischer Geschichte, Kultur und Sprache. Die österreichisch-ungarische Wissenschaft dominierte innerhalb der Albanologie. In der Sprachwissenschaft hatte sie eine Vorreiterrolle in den Disziplinen Archäologie, Geographie, Geologie, Geschichte und Volkskunde.

Johann Georg von Hahn gilt als der Gründervater der Albanologie. Er legte er die Basis einer systematischen Forschung in den wesentlichsten Bereichen der Albanien-Wissenschaft wie Geschichte, Geographie, Sprachwissenschaft und Volkskunde. Der Sprachwissenschaftler Franz von Miklosich leistete einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des albanischen Wortschatzes. Gustav Meyer gelang es zum ersten Mal das Albanische als eigenständige indogermanische Sprache zu kategorisieren. Seine Werke Etymologisches Wörterbuch der albanischen Sprache und Albanesische Studien sind heute noch Standardwerke.

Als Genie unter den Albanologen gilt Norbert Jokl. Von seinen Erkenntnissen in albanischer Etymologie und Grammatik zehren Sprachwissenschaftler heute noch. Maximilian Lambertz hatte seinen Schwerpunkt im folkloristischen Bereich und war nach Jokls Tod der führende Albanologe im deutschsprachigen Raum. Mit seinem Werk Albanischen Märchen und andere Texte der albanischen Folklore nimmt er einen führenden Platz ein. Georg Pekmezi veröffentlichte zusammen mit Lambertz das erste Albanisch-Lehrbuch für deutschsprachige Schüler.

Lajos Thallóczy war Hauptinitiator der Quellensammlung Acta et diplomata res Albania und der Arbeit Illyrisch-albanische Forschungen, die Standardwerke der albanischen Geschichtsschreibung sind. Bedeutende Mitarbeiter waren Konstantin Jireček und Milan von Šufflay, dessen Fachgebiet die albanische Geschichte war. Šufflays Städte und Burgen Albaniens hauptsächlich während des Mittelalters und Serben und Albaner gehören heute zur Pflichtlektüre.

Theodor Anton Ippen und Franz Baron Nopcsa beschäftigten sich mit dem nordalbanischen Gewohnheitsrecht und die Stammesorganisation. Ippens Gewohnheitsrecht der Hochländer in Albanien und Nopcsas Bergstämme Nordalbaniens und ihr Gewohnheitsrecht gelten heute noch als wichtige Werke. Nopcsas Arbeit zur ethnographischen und geographisch-geologischen und Erforschung Nordalbaniens - Geographie und Geologie Nordalbaniens und Albanien. Trachten, Bauten und Geräte Nordalbaniens - zählen zum Grundlagenwissen der gegenwärtigen Wissenschaft. Zu den Standardwerken der Ethnographie Albaniens zählen die Kulturwissenschaftlichen Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien von Arthur Haberlandt und die Publikation über die erste durchgeführte Volkszählung in Albanien 1918, die unter der Leitung von Franz Seiner stattfand. Carl Patsch, Camillo Praschniker und Arnold Schober legten antike Stätten, wie Apollonia, im albanischen Küstenbereich frei. Archäologische Forschungen in Albanien und Montenegro dokumentieren die Ausgrabungsergebnisse.

Damals wie heute spielt die österreichische Wissenschaft einen wichtige Rolle. Die Karl-Franzens-Universität Graz und die Universität Wien sind wichtige Zentren der Albanologie im deutschen Sprachraum.

Helm des Skanderbeg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzherzog Ferdinand II. hat Helm und Schwert in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vermutlich in Italien erworben. Seit dem 16. Jahrhundert verblieben diese Waffen in Österreich: Der Helm und das Schwert wurden erstmals im Jahr 1593 im Inventar der Ambraser Sammlung des Erzherzogs erwähnt. Während der Napoleonischen Kriege wurde die Waffensammlung im Jahr 1806 von Innsbruck nach Wien in Sicherheit gebracht.

Die historischen Gegenstände haben für die Albaner einen Reliquiencharakter und sind von hoher emotionaler Bedeutung. Skanderbeg ist die einzige Symbolfigur aller Albaner und ein zentraler Bestandteil des albanischen Nationalismus.[26] So gehört es für Albaner, die sich in Wien aufhalten, zum Pflichtprogramm die Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums zu besichtigen. [27] Die Albanische Fußballnationalmannschaft besuchte im Mai 2016 die Insignien Skanderbegs. Laut dem Präsidenten des albanischen Fussbalverbandes sollte damit auch der Kampfgeist der albanischen Fußballspieler vor der Euro 2016 gesteigert werden.[28]

Initiative Group Alpbach Albania[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

http://igalpbach.al

KulturKontakt Austria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KulturKontakt Austria ist ein vom Bundesministerium für Bildung und vom Bundeskanzleramt unterstützter Verein, der sich als „europäisches Kompetenz- und Ressourcenzentrum mit den Kernbereichen Kulturvermittlung mit Schulen in Österreich, internationale Bildungskooperation und Artist in Residence-Programme für KünstlerInnen aus dem Ausland“ versteht.[29] Sie fördert Austausch und Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen in Ost- und Südosteuropa und Österreich und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen in Österreich.

In Albanien liegt der Fokus in den Bereichen Berufsbildung, Gleichstellung der Geschlechter an Schulen und der Einführung von kompetenzbasiertem Lernen. Entsprechende Projekte werden in enger Zusammenarbeit von den albanischen Ministerien für "Bildung" und "Soziale Wohlfahrt und Jugend, Agentur für Berufsbildung

Kulturjahr Österreich-Albanien 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Ministerrates der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa im Dezember 2016 einigten sich die Außenminister Ditmir Bushati und Sebastian Kurz für das Jahr 2018 ein gemeinsames Kulturjahr Österreich-Albanien zu organisieren.

„Ich freue mich besonders, dass wir die engen bilateralen Beziehungen durch einen neuen Aktionsplan und die Vorbereitung und Durchführung eines solchen gemeinsamen Kulturjahrs noch weiter stärken können.“

Sebastian Kurz[30]

Im Vorfeld des 105. Nationalfeiertages Albaniens fand im November 2017 das Konzert „Vienna salutes to Tirana“ im Wiener Konzerthaus statt. Dieser musikalische Auftakt zum Kulturjahr Österreich-Albanien 2018 wurde vom ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer und dem amtierenden albanischen Präsidenten Ilir Meta feierlich eröffnet.[31] An der Feier nahmen, neben albanischen und international bekannten Künstlern, auch Reinhold Mitterlehner und der Bürgermeister von Tirana Erion Veliaj teil.[32]

Im Laufe des Kulturjahres Österreich-Albanien werden über 100 Veranstaltungen in den beiden Ländern stattfinden. Ziel ist es die bereits ausgebauten kulturellen Beziehungen zwischen Albanien und Österreich noch weiter zu vertiefen. Langfristig soll das den interkulturellen Austausch zwischen der albanischen und österreichen Öffentlichkeit fördern.

Österreich-Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Österreich-Bibliothek in Albanien wurde am 5. Juni 2000 an der Universität Shkodra eröffnet. Anfangs war sie räumlich und organisatorisch dem Institut für Germanistik angegliedert. Seit 2006 befindet sich die Österreich-Bibliothek in den ehemaligen Räumlichkeiten der Universitätsbibliothek, nach dem das Institut für Germanistik auf das Gelände der Fakultät für Fremdsprachen umzog.

„Aus den die Grundausstattung umfassenden Bereichen haben sich Österreichische Literatur und Geschichte, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft, Deutsch als Fremdsprache, Ost- Mittel- und Südosteuropäische Geschichte sowie Landeskunde und Touristik als ihre inhaltlichen Schwerpunkte herausgebildet.“[33]

Zum Bestand gehören um die 6.500 Bände, die in elektronischer Form erfasst sind, Neue Medien und eine Sammlung Styriaca der Steiermärkischen Landesbibliothek.

Seit 2008 nimmt die Österreich-Bibliothek in Shkodra anlässlich des österreichischen Nationalfeiertages an der Veranstaltungsreihe Österreich liest! Treffpunkt Bibliothek teil. Diese Initiative findet jeden Oktober statt und wird von den in Shkodra ansässigen österreichischen Honorakonsulat, der Universitätsbibliothek, der österreichischen Schule Peter Mahringer und des Instituts für Germanistik organisiert. Auch die österreichische Botschaft in Tirana unterstützt die Organisation und ist allgemein für die Betreuung der Österreich-Bibliothek in Albanien zuständig.

Skanderbeg-Austellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnung der Skanderbeg-Ausstellung: (v.l.n.r.) Sali Berisha, Claudia Schmied und Michael Spindelegger

2012 feierte Albanien das 100-jährige Jubliäum der Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Österreich stellte dem Land zum ersten Mal den Helm und das Schwert des albanischen Nationalhelden als Leihgabe vom 19. November 2012 bis zum 13. Januar 2013 zur Verfügung. Darauf einigten sich Vizekanzler Spindelegger und Premierminister Berisha während eines Forums in Dubrovnik im Juli 2012.[34] Die albanische Regierung musste den Gegenständen vertraglich volle Immunität garantieren und einen Versicherungsbetrag von 35 Millionen Euro hinterlegen.[35][36]

Bei der Eröffnung der Skanderbeg-Ausstellung im albanischen Nationalmuseum waren Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger sowie Bildungsministerin Claudia Schmied anwesend.[37]

„Die Ausstellung, die wir heute eröffnen, würdigt Fürst Georg Kastriota, bekannt als Skanderbeg, als identitätsstiftenden Nationalhelden und ist ein Brückenschlag zwischen unseren beiden Ländern. Unsere freundschaftlichen Verbindungen werden weiter gefestigt.“

Claudia Schmied[38]

Während allein am 28. November 2012, dem 100. Nationalfeiertag, 400.000 Menschen gezählt wurden, waren es bis zum Ende der Ausstellung um die 1,7 Millionen Besucher, was für das Nationalmuseum einen Rekord darstellte.[39]

Wirtschaftliche Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Albanien sind während der letzten Jahre deutlich intensiver geworden. Als im Jahr 2004 die Raiffeisen Zentralbank die damals größte albanische Bank übernahm, haben sich die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen grundlegend geändert. Besonders der Banken- und vor allem der Versicherungssektor (ca. 70% Marktanteil) sind mittlerweile stark österreichisch geprägt.

Elektrizitätsversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerkes ASHTA in Nordalbanien, ist Österreich seit März 2013 auch im Bereich der Elektrizitätsversorgung namhaft vertreten. In wechselnder Position, ist Österreich während der letzten Jahre stets unter den Top-Platzierungen der Rangliste der Auslandsinvestitionen. Derzeit beträgt die Gesamtinvestitionssumme etwa EUR 425 Mio. Insgesamt gibt es in Albanien über 100 österreichische Unternehmen (inkl. Joint-Ventures) mit österreichischem Kapital. [ÄNDERN!

Finanzdienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Banken- und Versicherungssektor sind stark österreichisch geprägt. Ende 2016 lag Raiffeisen Bank Albania nach Bilanzsumme, Krediten und Einlagen jeweils an zweiter Stelle in Albanien. Die Raiffeisen Bank betreibt eines der größten Filialnetzwerke Albaniens und betreut mehr als 750.000 Kunden. Seit ihrem Eintritt in den albanischen Markt wurde sie oft als die beste Bank Albaniens ausgezeichnet. Zuletzt gewann sie 2016 den Titel "beste ausländische Bank in Albanien". Das Tochterunternehmen Raiffeisen Leasing Albania, mittlerweile Marktführer, wurde im Jahr 2006 gegründet und befindet sich zu 100 % im Besitz der Raiffeisen Bank Albania.[40][41] http://www.raiffeisen-invest.al/web/guest;jsessionid=CEC6D6E90C3DCDA2396047FCA3DC4987

Noch größer fällt die österreichische Dominanz im Versicherungsbranche aus. Die beiden Unternehmen Sigma und Sigal teilen sich

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Engelbert Deutsch: Das k.(u.)k. Kultusprotektorat im albanischen Siedlungsgebiet: in seinem kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Umfeld. Böhlau Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-205-78150-9, S. 1035.
  • Teodora Toleva: Der Einfluss Österreich-Ungarns auf die Bildung der albanischen Nation 1896-1908. Hermagoras, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-7086-0756-6, S. 574.
  • Hanns Christian Löhr: Die Gründung Albaniens: Wilhelm zu Wied und die Balkan-Diplomatie der Großmächte 1912-1914. Peter Lang, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-631-60117-4, S. 282.
  • Elena Kocaqi: Si e krijoi Austro-Hungaria shtetin shqiptar (Wie Österreich-Ungarn den albanischen Staat erschuf). EMAL, Tirana 2012, ISBN 978-9928-04114-2, S. 332.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Albanisch-österreichische Beziehungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nationalratspräsidentin Bures und Albaniens Parlamentspräsident Meta betonen traditionell enge bilaterale Beziehungen. In: Österreichisches Parlament. 17. Februar 2017, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  2. Österreichische Vertretungen in Albanien. In: Österreichische Botschaft Tirana. Abgerufen am 18. Dezember 2017.
  3. Zef Valentini: Studime dhe tekste historike. Plejad, Tirana 2009, ISBN 978-99956-57-47-5, S. 129–136 (albanisch).
  4. Gjenocidi turko-osman dhe qëndresa shqiptare (Der türkisch-osmanische Genocid und der albanische Widerstand). In: Bota Sot. 30. August 2015, abgerufen am 24. Dezember 2017 (albanisch).
  5. Intelektualët, peticion kundër rishikimit të historisë nga autoritetet turke (Die Intelektuellen, Petition gegen die Bewertung der Geschichte durch türkische Behörden). In: Gazeta Shqip. 27. März 2013, abgerufen am 29. Dezember 2017 (albanisch).
  6. Historiani turk cilëson Skënderbeun terrorist, Frrokaj: Papërgjegjshmëri (Der türkische Historiker bewertet Skanderbeg als Terroristen, Frrokaj: Unverantwortlichkeit). In: Bürgermeister der Stadt Lezha. Abgerufen am 24. Dezember 2017 (albanisch).
  7. Bashkia e Lezhës: “Historiani” turk person non grata në Lezhë (Gemeinde Lezha: Der türkische "Historiker" ist eine Persona non grata in Lezha). In: Bota Sot. 5. Juli 2016, abgerufen am 24. Dezember 2017 (albanisch).
  8. Sulmohet konsullata turke në Prizren (Das türkische Konsulat in Prizren wurde angegriffen). In: TV Klan. 28. November 2016, abgerufen am 24. Dezember 2017 (albanisch).
  9. Protestuesit shkatërrojnë flamurin turk në HEC-in e Qafë Mollës (Demonstranten zerstören die türkische Fahne auf dem Wasserkraftwerk in Qafë Molla). In: Koha Ditore. 31. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2018 (albanisch).
  10. ÖAW analysiert "Türkengedächtnis" von 1683 bis heute. In: Der Standard. 12. September 2013, abgerufen am 25. Dezember 2017.
  11. Beziehung Österreich-Türkei: Immer wieder 1683. In: Profil (Zeitschrift). 16. August 2016, abgerufen am 25. Dezember 2017.
  12. Türkenbelagerung: Ein Evergreen der Angst. In: Österreichischer Rundfunk. 13. Juni 2011, abgerufen am 24. Dezember 2017.
  13. Österreicher lehnen EU-Beitritt der Türkei kategorisch ab. In: Die Presse. 29. April 2016, abgerufen am 25. Dezember 2017.
  14. Eine schrecklich nette Koalition. In: Handelsblatt. 16. Dezember 2017, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  15. Engelbert Deutsch: Das k.(u.)k. Kultusprotektorat im albanischen Siedlungsgebiet: in seinem kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Umfeld Böhlau Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-205-78150-9, Seite 22.
  16. Hanns Christian Löhr: Die Gründung Albaniens: Wilhelm zu Wied und die Balkan-Diplomatie der Grossmächte, 1912-1914 Peter Lang, Wien 2010, ISBN 978-3631601174, Seite 26.
  17. Engelbert Deusch: Das k.(u.)k. Kultusprotektorat im albanischen Siedlungsgebiet in seinem kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Umfeld (= Zur Kunde Südosteuropas. Band II/38). Böhlau, Wien 2009, ISBN 978-3-205-78150-9.
  18. Österreich in Albanien. In: Österreichische Botschaft Tirana. Abgerufen am 18. Dezember 2017.
  19. Miranda Vickers: Shqiptarët. Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008, ISBN 978-99956-11-68-2, 1.5 Shfaqja e lëvizjes kulturore shqiptare, S. 51 (englisch: The Albanians – A Modern History. Übersetzt von Xhevdet Shehu).
  20. Shqypetaren! - Militärische Erziehung - Skutari - Mehrsprachiges Plakat. In: Bildarchiv Austria. 21. Dezember 2015, abgerufen am 17. Mai 2017 (englisch).
  21. Administrimi i Shqipërisë nga Austro-Hungaria 1916-1918 (Vorwort zum Buch). In: Elena Kocaqi. Abgerufen am 1. Januar 2018 (albanisch).
  22. Prof. Ass. Dr. Elena Kocaqi: Administrimi i Shqipërisë nga Austro-Hungaria 1916-1918 (Ass.Prof.Dr. Elena Kocaqi: Die Administration Albaniens von Österreich-Ungarn 1916-1918). In: Elena Kocaqi. 12. November 2016, abgerufen am 18. Dezember 2017 (albanisch).
  23. Myrdacz, Gustav von (1874-1945), General. In: Österreichisches Biographisches Lexikon. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  24. Hermann Kirchner. Im Dienste der albanischen Armee. In: Truppendienst Folge 336, Ausgabe 6/2013. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  25. Bilateral Relations. In: Albanische Botschaft Wien. Abgerufen am 18. Dezember 2017 (englisch).
  26. Albanien feiert 100 Jahre. In: Österreichischer Rundfunk. 22. November 2012, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  27. Skanderbegs Helm kehrt wieder heim. In: Kurier. 21. November 2012, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  28. Kombëtarja frymëzohet nga armët e Skënderbeut në Vjenë (Die Nationalmannschaft ist von den Waffen des Skanderbeg in Wien inspiriert). In: Mapo. 30. Mai 2016, abgerufen am 18. Dezember 2017 (albanisch).
  29. KulturKontakt Austria - Impressum. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  30. Bundesminister Kurz: „Neuer bilateraler Aktionsplan mit Albanien vereinbart“. In: Österreichisches Außenministerium. 8. Dezember 2016, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  31. Eröffnung des Kulturjahres Österreich-Albanien 2018. In: Österreichisches Außenministerium. 24. November 2017, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  32. Kultureller Austausch: Auftakt zum albanischen Kulturjahr. In: Der Standard. 17. November 2017, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  33. Österreich-Bibliotheken. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  34. Berisha: “Armët e Skënderbeut, në Shqipëri për 100-Vjetorin” (Berisha: Die Waffen des Skanderbeg, in Albanien zum 100-jährigen Jubiläum). In: Shekulli. 7. Juli 2012, abgerufen am 31. Dezember 2017 (albanisch).
  35. Alte Kunst und neue Begehrlichkeiten. In: Kleine Zeitung. 23. November 2012, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  36. Armët e Skënderbeut ne Muze (Die Waffen des Skanderbeg im Museum). In: Vizion Plus - Youtube-Kanal. 22. November 2012, abgerufen am 19. Dezember 2017 (albanisch).
  37. Spindelegger: "Österreich bleibt Albaniens verlässlicher Partner auf dem Weg in die EU". In: Österreichisches Außenministerium. 22. November 2012, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  38. Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied zur Eröffnung der Ausstellung Skanderbeg im National History Museum Tirana. In: Österreichisches Bildungsministerium. 22. November 2012, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  39. Armët e Skënderbeut, muzeu numëron 1 milion e 700 vizitorë (Die Waffen von Skanderbeg, das Museum zählt 1,7 Millionen Besucher). Mapo, 15. Januar 2013, abgerufen am 20. Januar 2013 (albanisch).
  40. Raiffeisen in Albanien. In: Raiffeisen Bank International. Abgerufen am 1. Januar 2018 (englisch).
  41. Awards. In: Raiffeisen Bank Albania. Abgerufen am 1. Januar 2018 (englisch).

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