Bert Hellinger

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Bert Hellinger (2011)

Bert Hellinger (bürgerlich Anton Hellinger; * 16. Dezember 1925 in Leimen) ist ein deutscher Theologe und Buchautor, der als Familientherapeut tätig ist. 1952 zum Priester geweiht, war er viele Jahre lang Leiter einer südafrikanischen Missionsschule. Seit den späten 1970er Jahren entwickelte er, unter Abwandlung von Methoden der systemischen Familientherapie, mit seiner Form der Familienaufstellung eine von ihm selbst als „Lebenshilfemethode“ bezeichnete Gruppenarbeit. Bei der Aufstellungsmethode nach Hellinger handelt es sich nicht um ein eigenständiges Verfahren der Psychotherapie. Hellingers zugrunde liegendes Weltbild und sein Umgang mit Klienten sind stark umstritten.

Leben[Bearbeiten]

Anton Hellinger wuchs in der späten Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus in Köln auf und studierte Philosophie, Katholische Theologie und Pädagogik. 1952 erhielt er die Priesterweihe, anschließend arbeitete er bis 1968 als Leiter einer katholischen Missionsschule in Südafrika. Als Ordensmitglied der Kongregation der Mariannhiller Missionare führte Hellinger den Namen Suitbert, abgekürzt als „Bert“. Diesen Kurznamen behielt er auch nach seinem Ordensaustritt und der Niederlegung seines Priesteramtes 1971 bei.

Anschließend ging er eine erste Ehe ein. Mit seiner zweiten Frau Maria-Sophie Hellinger-Erdödy zog er vorübergehend in die ehemalige Kleine Reichskanzlei in Stanggaß ein, einem Ortsteil von Bischofswiesen im Berchtesgadener Land, wo sich Arbeitsräume Adolf Hitlers befanden, was Kritik in der Presse auslöste.[1]

Hellinger absolvierte Kurse in Primärtherapie bei Arthur Janov, in Provokativer Therapie bei Frank Farrelly und absolvierte eine Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten (Fachrichtung Psychoanalyse). Die Wiener Psychoanalytische Vereinigung verweigerte aber die Anerkennung seiner Ausbildung, weil sie aufgrund seiner Präferenzen für die Janov'sche Primärtherapie eine Abweichung von der Psychoanalyse konstatierte. Hellinger erhielt später seine Anerkennung als Psychoanalytiker durch die Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse.

Besondere Bedeutung für Hellinger hatten die Gruppendynamik, die therapeutische Arbeit von Leslie B. Kadis und Ruth McClendon aus USA,[2] die Familientherapie von Salvador Minuchin (geb. 1923) und Iván Böszörményi-Nagy (1920–2007),[3] die Skriptanalyse von Eric Berne (1910–1970) und die lösungsorientierten Ansätze des Hypnotherapeuten Milton H. Erickson (1901–1980).

Methode[Bearbeiten]

Bei der Familienaufstellung nach Hellinger werden vom Aufstellenden möglichst Männer für Männer und Frauen für Frauen aus dem Kreis der Anwesenden stellvertretend für Familienmitglieder räumlich so angeordnet, dass sie seiner subjektiven Wirklichkeit entsprechen. Hellinger glaubt, daraus resultiere die Möglichkeit, das Beziehungsgeflecht des aufgestellten Systems wahrzunehmen und etwaige Lösungsmöglichkeiten zu erkennen. Familienaufstellung bringe etwas „Verborgenes“ ans Licht, das sich jenseits von Manipulation und bewusstem Hintergrundwissen zeigen könne. Bei Aufstellungen sei immer wieder zu beobachten, dass Stellvertreter recht genaue Auskunft über Befindlichkeiten von vertretenen Personen geben können. Nach Bert Hellinger war das Familienstellen zunächst nur eine Methode, um festzustellen, wie die Beziehungen in einer Familie beschaffen sind und was dort wirkt. Es war in erster Linie zielneutral. Der Hauptfokus der Methode richtet sich weniger auf den Aufstellenden selbst als auf sein System und das diesbezügliche Beziehungsgeflecht. Für das jeweilige System und dessen Beteiligte sei primär „Lösung“ zu erwirken, woraus sich dann für den Klienten davon abgeleitet eine „Lösung“ ergeben könne.

Für Hellinger stellen Aufstellungen nicht primär eine therapeutische Methode dar, sondern sind ein Werkzeug, welches in vielen Bereichen zu sinnvollem Einsatz kommen könne. Mittlerweile spricht Hellinger davon, dass er selbst in seiner Arbeit „Lebenshilfe“ leiste, Hilfe für Betroffene, über einen veränderten Zugang zu einem besseren Leben zu kommen. Einen psychotherapeutischen Anspruch lehnt er inzwischen ab. Heute bezeichnet Hellinger sein weiterentwickeltes Aufstellungsformat als „Neues Familienstellen“.

Die von Hellinger bei Familienaufstellungen entwickelten Vorgehensweisen wurden seit den 1990er Jahren auch auf andere Systeme (Arbeitsteams und Organisationen) übertragen und werden in allgemeinem Kontext systemische Aufstellungen oder Systemaufstellungen genannt. Aufstellungen im Unternehmenskontext werden als Organisationsaufstellungen bezeichnet. Ferner können innerhalb von Systemaufstellungen auch abstrakte Begriffe, z. B. „die Krankheit“, „das Hindernis“ (repräsentierend durch Stellvertreter) aufgestellt werden.

Bert Hellinger hat sich vom Versuch einer Verwissenschaftlichung seiner Methode distanziert. Aktuell unterhält er mit seiner Ehefrau Maria Sophie Hellinger-Erdödy eine „Hellingerschule“. Dort liegt der Arbeitsschwerpunkt einer neu entwickelten Form, dem so genannten „geistigen Familienstellen“. Dadurch sei es möglich, durch ein „Gehen mit dem Geist“, sich jener Bewegung anzuschließen, die hinter allen Bewegungen wirke. Dadurch könne man sich allem in gleicher Weise zuwenden, so wie es sei.[4]

Hellingers Grundkonzept[Bearbeiten]

Hellinger postuliert als systemische Grundbedürfnisse des Menschen die drei Bereiche Ausgleich,[5][6] Ordnung, Bindung (Zugehörigkeit)[7]. Nach eigenen Angaben war sein maßgeblicher Verdienst zur Aufstellungsarbeit bloß das Erkennen der Wesentlichkeit des Bereichs der Zugehörigkeit – dass niemand aus dem System von der Zugehörigkeit (zum System)[8] ausgeschlossen werden darf.[9] Kritisiert wird Hellinger insbesondere hinsichtlich des Bereichs der Ordnung.[10] Die von Hellinger aufgestellte These hinsichtlich der Korrelation Ordnung/Krankheit wird insbesondere von Klaus Weber abgewertet.[11] Das Konzept hierarchischer Ordnung findet sich allerdings nicht allein bei Hellinger, sondern ist (war schon vor Hellinger) üblicher Bestandteil der Familientherapie[12] (vgl. Parentifizierung)[13]. Über die Einhaltung dieser drei systemischen Grundbedürfnisse wache einerseits das individuale, andererseits ein kollektives (System-)Gewissen (gutes/schlechtes) des jeweiligen Systems.[14] Auf einer spirituellen Ebene spricht Hellinger noch von einer dritten Form des Gewissens, dem Gewissen einer „großen Seele“. Erst auf dieser dritten Ebene unterscheidet Hellinger nicht mehr zwischen Opfern und Tätern.[15] Diese Nichtunterscheidung von Opfern und Tätern führt insbesondere im Rahmen der deutschen Schuld aus der Zeit des Nationalsozialismus zu Kritik an Hellinger, die moralische Nichtunterscheidung von Opfern und Tätern bei Vergewaltigungen führt insbesondere bei Feministinnen zu Bestürzung und Empörung. Hellingers Ordnungskonzept der Familie wird heute üblich als traditionell[16] und patriarchal eingestuft.[17] Die Therapeutin Eva Madelung weist darauf hin, dass Hellinger „sein“ Bild der Ordnung weder als grundsätzlich starr, noch als normativ versteht.[18]

Rezeption[Bearbeiten]

Kritik an der Methode[Bearbeiten]

Hellingers Methode hat etwa 2000 praktizierende Anhänger, ist aber in Fachkreisen wie in der breiteren Öffentlichkeit stark umstritten. Hellinger wird vorgeworfen, bei seinen öffentlichen Familienaufstellungen gegen zahlreiche Regeln evidenzbasierten psychotherapeutischen Arbeitens zu verstoßen, im Anschluss seine Klienten allein zu lassen und ihnen nicht zu helfen, ihre Eindrücke und oft starke emotionale Anspannung angemessen zu verarbeiten. Zudem handele es sich um keine anerkannte Form der Psychotherapie, sei zur Behandlung psychischer Störungen ungeeignet, wissenschaftlich unbelegt und berge erhebliche Risiken.[19]

Der Psychotherapeut Michael Utsch differenziert wie folgt: „Im beraterischen und therapeutischen Bereich sieht es anders aus. Hier gibt es einige Fachleute, die das Hellingersche Familienstellen ergänzend in ihre Behandlung mit einbeziehen. [...] Als diagnostisches Hilfsmittel kann sie [die Familienaufstellung] in erfahrenen Händen hilfreich sein, als rigoroses Deutungsinstrument hingegen auch gefährlich werden.“[20]

Kritik an der Person[Bearbeiten]

In Deutschland begann 2002, insbesondere mit einem Artikel des Spiegel (von Beate Lakotta),[21] eine tendenziöse Darstellung Hellingers und seiner Arbeit durch unterschiedliche Medien.[22][23][24][25][26] Als die in der Öffentlichkeit prominent auftretenden kritischen Experten zu Hellinger und seiner Arbeit zählen der klinische Psychologe Colin Goldner und der Psychologieprofessor Klaus Weber. Beide halten Hellingers „Lehre“ für „an faschistischem Gedankengut anknüpfend“.[27][28] Eine häufig zititierte Textstelle, die sich in Hellingers Schrift Gottesgedanken (2004) befindet und auf Adolf Hitler bezogen ist, wirkt diesbezüglich nicht entlastend: „Manche betrachten Dich als einen Unmenschen, als ob es je jemanden gegeben hätte, den man so nennen darf.“[29] Sogar der damals Vorsitzende der Systemischen Gesellschaft Arist von Schlippe, prangerte per offenem Brief[30] Hellinger diesbezüglich an (was von zahlreichen Medien und Autoren im In- sowie Ausland als Argument gegen Hellinger übernommen wurde)[31], stellte aber in seinem zweiten offenen Brief klar: „Für mich ist Bert kein Nazi, auch kein Faschist und sein Denken kein Wegbereiter „brauner“ Weltanschauung.“, und dass seine eigentliche Kritik seiner „systemischen Verantwortung“ entsprang.[32][33]

2005 differenziert der jüdische Psychiater Haim Dasberg (der das Vorwort zu Hellingers Publikation zu einem Kurs in Israel Rachel weint um ihre Kinder schrieb) hinsichtlich Bert Hellingers Aussagen zu Hitler und dem jeweils gegebenen Zuhörern/Lesern wie folgt: „Wenn ich aber davon ausgehe, dass sich Bert Hellinger öffentlich mit seinen Gedanken an den Weisen, den Bösen, den Einfachen und an jenen richtet, der nicht zu fragen versteht, dann kann ich, als Erzieher, das auf einer deutschen Bühne nicht zulassen. Wenn Bert Hellinger seine Einsicht, die ihm in seinem Gespräch mit Hitler gekommen ist, zusammen mit anderen Initiierten einer höheren geistlichen Autorität, zum Beispiel dem Papst im Vatikan, als innere Einsicht vermittelt, wird der Papst sagen: Das ist eine große Einsicht, aber wir warten damit noch zehn Generationen; wenn es ein guter Papst ist. Jetzt sprechen wir noch eine andere Sprache.“[34]

Der Psychoanalytiker Micha Hilgers kann Hellingers Methodik zwar nicht vollends nachvollziehen (wie er selbst implizit zugibt)[35], wirft ihm aber vor: „Mit einer Mischung aus theologischen Phrasen und mystizistischen Geschichten, einfachen Wahrheiten und absoluten (gelegentlich auch absurden) Werturteilen behauptet Bert Hellinger, umfassende Hilfe für alles und jeden bieten zu können. Respekt und Demut gegenüber Eltern und Familienangehörigen fordernd, behandelt Hellinger seine Patienten anmaßend und unverschämt, respektlos und in der Attitüde des Allwissenden.“[36] Der Psychoanalytiker Stavros Mentzos weist darauf hin, dass das Bild der überheblichen Autorität Hellingers häufig vermittelt wird, aus seinen persönlichen Erfahrungen diesem aber nicht grundsätzlich zustimmt.[37]

Die Systemische Gesellschaft bewertete im Juli 2004 in ihrer Potsdamer-Erklärung Hellingers Praxis zum großen Teil negativ:[38]

„Heute sehen wir jedoch den Punkt gekommen, an dem nicht nur wesentliche Teile der Praxis von Bert Hellinger – und vieler seiner Anhänger –, sondern auch viele seiner Aussagen und Vorgehensweisen explizit als unvereinbar mit grundlegenden Prämissen systemischer Therapie anzusehen sind, etwa
  • die Vernachlässigung jeder Form von Auftragsklärung und Anliegenorientierung
  • die Verwendung mystifizierender und selbstimmunisierender Beschreibungen («etwas Größeres», «in den Dienst genommen» u. ä.)
  • die Nutzung uneingeschränkt generalisierter Formulierungen und dogmatischer Deutungen («immer, wenn», «schlimme Wirkung», «mit dem Tode bestraft», «der einzige Weg», «das Recht verwirkt» u. ä.).
  • der Einsatz potentiell demütigender Interventionen und Unterwerfungsrituale
  • die angeblich zwingende Verknüpfung der Interventionen mit bestimmten Formen des Menschen- und Weltbildes (etwa in Bezug auf Genderfragen, Elternschaft, Binationalität u. a.)
  • die Vorstellung, über eine Wahrheit verfügen zu können, an der eine Person mehr teilhaftig ist als eine andere. Dies führt zu der Verwendung verabsolutierender Beschreibungsformen und impliziert, dass keine partnerschaftliche Kooperationsbeziehung angestrebt wird.“

Diese Potsdamer-Erklärung wird von Wilfried Nelles in Die Hellinger-Kontroverse auf fundierte Weise „auf die Schippe genommen“.[39] Gunthard Weber unterschrieb diese Potsdamer-Erklärung (nach eigenen Angaben) nicht, da er Hellingers Verdienste zur Aufstellungsarbeit darin[40] in unzureichender Weise gewürdigt erlebt.[41]

Eine Vielzahl von Familienstellern, Therapeuten, Journalisten haben sich von Hellinger (mehr oder weniger halbherzig)[42] distanziert, wie auch die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) 2003 von seiner Person und seiner Herangehensweise an Familienaufstellungen – von der DGSF werden Hellingers Methoden als ethisch nicht vertretbar und gefährlich für die Betroffenen beurteilt.[43]

Ein Problem der Hellinger’schen Methode war, dass sie lange Zeit kaum nach einem ausgearbeiteten Lehrkonzept verschult und vermittelt wurde und einige tausend Familienaufsteller dies letztlich mehr oder weniger nach eigenen Gutdünken durchführ(t)en. Viele Aufsteller geben heute noch an „Familienaufstellung nach Hellinger“, obwohl diese weder relevante Aufstellungsvideos studierten, noch persönlich bei Hellinger lernten, was von Colin Goldner auch teilweise zurecht kritisiert wurde.[44]

Auf der anderen Seite wird nach wie vor, auch von seriösen Therapeuten und Ärzten, die klassische (statischere) Familienaufstellung nach Hellinger praktiziert, dies aber in erster Linie im Rahmen eines umfassenden therapeutischen Konzeptes. Nach der ursprünglichen Methode (klassische Familienaufstellung nach Hellinger) werde eher hinterfragt, Hypothesen überprüft und dementsprechend sorgfältig vorbereitet. In Fachkreisen ist dies gewürdigt worden, so von Arist von Schlippe und Jochen Schweitzer im Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung (1996), das 2007 in 10. Auflage erschien.[45]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Gunthard Weber (Hrsg.): Zweierlei Glück. Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers. Carl-Auer, Heidelberg 1995, ISBN 3-89670-197-5.
  • Ordnungen der Liebe. Carl-Auer, Heidelberg 1996, ISBN 3-89670-215-7.
  • Mit Gabriele ten Hövel: Anerkennen, was ist. Gespräche über Verstrickung und Heilung. Kösel, Köln 1996, ISBN 3-466-30400-8.
  • Mit der Seele gehen. Herder, Freiburg 2001, ISBN 3-451-27579-1.
  • Ordnungen des Helfens. Ein Schulungsbuch. Carl-Auer, Heidelberg 2003, ISBN 3-89670-421-4.
  • Gedanken unterwegs. Kösel, Köln 2003, ISBN 3-466-30642-6.
  • Gottesgedanken. Ihre Wurzeln und ihre Wirkung. Kösel, Köln 2004, ISBN 3-466-30656-6.
  • Rachel weint um ihre Kinder. Familien-Stellen mit Überlebenden des Holocaust in Israel. Vorwort: Haim Dasberg. Herder, Freiburg 2004, ISBN 3-451-05443-4.
  • Wahrheit in Bewegung. Herder, Freiburg 2005, ISBN 3-451-28480-4.
  • Mit Gabriele ten Hövel: Ein langer Weg. Gespräche über Schicksal, Versöhnung und Glück. Kösel, Köln 2005, ISBN 3-466-30694-9.

Literatur[Bearbeiten]

  • Colin Goldner (Hrsg.): Der Wille zum Schicksal. Die Heilslehre des Bert Hellinger. Ueberreuter Verlag, Wien 2003, ISBN 3-8000-3920-6.
  • Klaus Weber: Verhöhnung der Opfer durch Versöhnung mit den Tätern. Bert Hellingers Unterwerfungsprojekt. In: Klaus Weber: Blinde Flecken. Psychologische Blicke auf Faschismus und Rassismus. Argument, Hamburg 2003, ISBN 978-3-88619-296-0 (= Argument Sonderband AS, zugleich Habilitationsschrift an der Universität Oldenburg, zugleich in: Der Wille zum Schicksal. Die Heilslehre des Bert Hellinger. [Hg. Colin Goldner], S. 253-264.).
  • Werner Haas: Das Hellinger-Virus. Zu Risiken und Nebenwirkungen von Aufstellungen. Asanger, Kröning 2009, ISBN 978-3-89334-538-0.
  • Gert Höppner: Heilt Demut, wo Schicksal wirkt? Evaluationsstudie zu Effekten des Familien-Stellens nach Bert Hellinger. Profil, München 2001 (Diss. Univ. München 2001) ISBN 3-89019-508-3; Online-Ausgabe bei Auer, Heidelberg 2006 ISBN 978-3-89670-566-2.
  • Gunthard Weber, Fritz B. Simon, Gunther Schmidt: Aufstellungsarbeit revisited. ...nach Hellinger? Carl-Auer Systeme Verlag, Heidelberg 2005.
  • Wilfried Nelles: Das Hellinger-Prinzip. Informationen und Klärungen. Herder, Freiburg 2003.
  • Wilfried Nelles: Die Hellinger-Kontroverse. Fakten - Hintergründe - Klarstellungen. Herder, Freiburg 2009.

Lehrbücher, die sich teilweise auf Hellinger beziehen[Bearbeiten]

  • Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. [Band 1], 10. Auflage, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2007 (Erstausgabe 1996). ISBN 978-3-525-45659-0.
  • Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung II. Das störungsspezifische Wissen. 3. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009 (Erstausgabe 2006), ISBN 978-3-525-46256-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bert Hellinger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Psycho-Hauptquartier TAZ vom 29. Juni 2004
  2. Ein langer Weg, S. 73.
  3. Oliver König: Geben und Nehmen. Soziologische Anmerkungen zu einem psychotherapeutischen Konzept (PDF).
  4. Michael Utsch (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen): Die Hellinger-Szene driftet auseinander: Streit um Methode und Ausbildung
  5. Ausgleich ist bezogen auf Geben und Nehmen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Eine Störung des Ausgleichs ist auch bei einer Ordnungsdynamik kennzeichnend – vgl. Albert Lenz: Interventionen bei Kindern psychisch kranker Eltern: Grundlagen, Diagnostik und therapeutische Maßnahmen. Göttingen 2008, S. 29: „Boszormenagy-Nagy betrachtet Parentifizierung als Ungleichgewicht des gegenseitigen Gebens und Nehmens, wobei weniger exekutive als vielmehr emotionale Funktionen im Vordergrund stehen.“
  6. Vgl. Hellinger: Grundordnungen des Lebens: „Die Ordnung von Geben und Nehmen wird uns durch unser Gewissen vorgegeben. Sie dient dem Ausgleich von Geben und Nehmen und damit dem Austausch in unseren Beziehungen. Sobald wir von jemandem etwas nehmen oder bekommen, fühlen wir uns verpflichtet, ihm ebenfalls etwas zu geben, und zwar etwas Gleichwertiges. Das heißt: Wir fühlen uns bei ihm solange in Schuld, bis wir ihm etwas Entsprechendes zurückgeben und damit die Schuld begleichen. Danach fühlen wir uns ihm gegenüber wieder unschuldig und frei. Dieses Gewissen lässt uns solange keine Ruhe, bis wir ausgeglichen haben. Alle Gewissensbewegungen fühlen wir als Schuld oder Unschuld, in welchen Bereichen auch immer.“
  7. Christa Renoldner, Eva Scala, Reinhold Rabenstein: Einfach systemisch. Systemische Grundlagen und Methoden für Ihre pädagogische Arbeit. Münster 2007, S. 104 ff.
  8. Das Recht auf Zugehörigkeit gilt für die Einzelnen des Familiensystems, bei Organisationen müsste es korrekt lauten: Dass niemand aus dem Organisationssystem leichtfertig ausgeschlossen werden darf. Hellinger formuliert wie folgt: „Sobald einem Mitglied der Familie diese Zugehörigkeit verweigert oder abgesprochen wird, entsteht eine Unordnung mit weittragenden Folgen.“ (Grundordnung 1: Das gleiche Recht)
  9. Bert Hellinger nach eigenen Angaben auf einem Kurs in Wien 2008.
  10. Vgl. Werner Haas: Familienstellen nach Hellinger - ein destruktiver Kult? (Skeptiker 1/2008): „Hellinger schwört auf das Senioritätsprinzip: Wer vorher da war, ist kraft dieses Faktums als höherrangig einzustufen. Die Dynamik von Geben und Nehmen wird hauptsächlich aus der Perspektive der Weitergabe des Lebens betrachtet, das Individuum somit weitgehend reduziert auf seine Funktion als Gattungswesen. Kinder sind per Definition Nehmende und Eltern Gebende.“
  11. Süddeutsche Zeitung, 19. Mai 2010: Psycho-Guru: Seelenheilung im Minutentakt, S. 2: Er [Klaus Weber] debattiert darüber regelmäßig mit Studenten: "Wenn ich im Seminar Sätze laut vorlese, in denen Hellinger behauptet, dass nur eine rechte ,Ordnung' zur Gesundung führt, wissen vernünftige Menschen oft nicht, ob sie darüber lachen oder bestürzt sein sollen."
  12. Viktoria Joelle Jost: Systemische Aufstellungsarbeit: Überwindung symbiotischer Verstrickungen. Hamburg 2012, S. 19: „Insbesondere die Anhänger der strukturellen Familientherapie (u. a. Minuchin) sind der Ansicht, dass die hierarchische Ordnung zwischen Eltern und Kindern [...]“
  13. Manfred Cierpka (Hg.): Handbuch der Familiendiagnostik. Heidelberg 1996, S. 387 f.
  14. Vgl. Wilfried Nelles: Die Bewegungen der Seele und das Gewissen (PDF; 51 kB).
  15. Vgl. Wilfried Nelles: Bert Hellinger, Adolf Hitler und der Nationalsozialismus (PDF), S. 2.
  16. Colin Goldner: Rottenführer der Psychoszene: „Der Grund für die enorme Akzeptanz Hellingers liegt in der erzreaktionären und damit zeitgeistkompatiblen Ausrichtung des Glaubenssystems, das hinter seinem Ansatz steht: Zurück hinter alles, was die Frauenbewegung erkämpft hat, hinter `68, die bürgerlichen Errungenschaften des 19. und 18. Jahrhunderts, Humanismus und Aufklärung - zurück zu alttestamentarischmosaischen Welt- und Werteordnungen, in denen patriarchale Sippen- und Familienhierarchien noch unhinterfragt Geltung hatten.“
  17. Vgl. Sigrid Vonwinckel: Hellinger – eine Backlash-Episode. Kritik aus feministischer Sicht. In: Der Wille zum Schicksal (Hg. Colin Goldner), S. 178 ff.
  18. Vgl. Eva Madelung: Die Stellung der systembezogenen Psychotherapie Bert Hellingers im Spektrum der Kurztherapien (doc; 61,5 kB), S. 4 ff.
  19. Werner Haas: Familienstellen nach Hellinger - ein destruktiver Kult? (Skeptiker 1/2008) [1] Abgerufen am 4. April 2014
  20. Michael Utsch: Die Hellinger-Szene driftet auseinander: Streit um Methode und Ausbildung
  21. Beate Lakotta: Danke, lieber Papi. In: Der Spiegel, 7/2002.
  22. Siegfried Rosner: Systemaufstellung als Aktionsforschung. Grundlagen, Anwendungsfelder, Perspektiven. Band 1. München und Mering 2007, S. 153.
  23. Viktoria Joelle Jost: Systemische Aufstellungsarbeit: Überwindung symbiotischer Verstrickungen. Hamburg 2012, S. 23.
  24. Wilfried Nelles: Die Meinungsmacher. Zum ZEIT-DOSSIER über Bert Hellinger und das Familien-Stellen (PDF), S. 1 ff.
  25. Gabriele Ten Hövel im Vowort von Ein langer Weg: Gespräche über Schicksal, Versöhnung und Glück. München 2005, S. 13 f.
  26. Vgl. Zeit Online, 21. August 2003: Familie: Da sitzt das kalte Herz. Vgl. TAZ, 29. Juni 2004: Das Psycho-Hauptquartier. Vgl. FAZ, 8. Januar 2010: Heike Dierbach: „Die Seelen-Pfuscher“. Nachrichten vom wissenden Feld. Vgl. Süddeutsche Zeitung, 8. Mai 2010: Familienaufstellung nach Hellinger: Wenn Ahnen krank machen. Vgl. Süddeutsche Zeitung, 19. Mai 2010: Psycho-Guru: Seelenheilung im Minutentakt. Vgl. Zeit Online, 21. Juni 2011: Depression mit Engeln (Seite 2: Der Ratsuchende traut sich keine eigenen Entscheidungen mehr zu). Vgl. Spiegel Online, 20. Oktober 2014: Umstrittene Familienaufstellung: Psychokurs im Schnelldurchlauf.
  27. Colin Goldner: Rottenführer der Psychoszene
  28. Klaus Weber: Verhöhnung der Opfer durch Versöhnung mit den Tätern. Bert Hellingers Unterwerfungsprojekt. In: Der Wille zum Schicksal. Die Heilslehre des Bert Hellinger. [Hg. Colin Goldner], S. 253-264.
  29. Gottesgedanken, S. 247 (Online Ansicht auf Google.Books)
  30. Arist von Schlippe: Offener Brief von Arist von Schlippe an Bert Hellinger (PDF): „Und eine „Rede an Hitler“: „Wenn ich dich achte, achte ich auch mich. Wenn ich dich verabscheue, verabscheue ich auch mich. Darf ich dich dann lieben? Muss ich dich vielleicht lieben, weil ich sonst auch mich nicht lieben darf?“ (aus: „Gottesgedanken“, S. 247)„.
  31. Koert van der Felde: Therapeut Hellinger blijft flirten met Hitler. In: Trouw, 15. März 2005, S. 5. Abgerufen am 20. Juni 2009. 
  32. Arist von Schlippe: ... und deshalb bist du ein Elch. Ein offener Brief und seine Folgen, S. 1: „Meine eigentliche Kritik entstammt einem Gefühl von Verantwortung als Vorsitzender der Systemischen Gesellschaft, einem Bewusstsein, dass der Begriff „systemisch“ und „systemisches Denken“ sich auf eine bestimmte Tradition bezieht, die nicht beliebig verwässert werden kann, ohne ihre Aussagekraft zu verlieren.“
  33. Auf S. 9 seines zweiten offenen Briefs (... und deshalb bist du ein Elch. Ein offener Brief und seine Folgen) veröffentlicht Arist von Schlippe die Stellungnahme einer jüdischen Psychotherapeutin: „Wir alle haben von Bert Hellinger immer nur Achtung und eine tiefe Verbundenheit mit dem jüdischen Schicksal gespürt und erfahren. Er hat klar die Täter als Mörder bezeichnet und Hitler als den Täter hinter den Tätern. Es gab nie auch nur den leisesten Zweifel an seiner Gesinnung und das Vertrauen, das ihm Hunderte von Juden in und außerhalb Israels geschenkt haben beweist das. Es ist die vielleicht schlimmste und zugleich zynischste Form von Antisemitismus dieses Vertrauen zu verhöhnen, indem man aus Bert nun einen Hitler-Verehrer macht, so als ob die Juden, die mit Bert gearbeitet haben, nicht gemerkt hätten, oder unfähig seien zu merken, dass sie sich in die Hände eines Judenverachters begeben hätten. Die Hetzkampagne gegen Bert Hellinger hat uns lange sprachlos gemacht, wir dachten dass Schweigen und Nichtreagieren die gemäße Antwort auf die Besudelungen Berts Arbeit seien.“ (Dr. Yasmin Guy, Klin. Psychologin und Psychotherapeutin, Israel).
  34. Interview von Haim Dasberg in: Praxis der Systemaufstellung 2/2005 (PDF), S. 20.
  35. Micha Hilgers: Der Pseudotherapeut. Klinische Argumente gegen Hellinger. In: Der Wille zum Schicksal (Hg. Colin Goldner), S. 64: „... nach gleichermaßen unverständlichen Regeln ...“
  36. Micha Hilgers: Der Pseudotherapeut. Klinische Argumente gegen Hellinger. In: Der Wille zum Schicksal (Hg. Colin Goldner), S. 57.
  37. ZIST Akademie für Psychotherapie, Stavros Mentzos, 2006: Familienaufstellungen – Versuch einer Kritik, aber auch einer Würdigung vom psychoanalytischen Gesichtspunkt aus: „Also das oft vermittelte Bild eines überheblichen, eigensinnigen, indirekt sadistischen, rücksichtslosen Hellingers, der die Patienten mit seiner Autorität und seinen Bemerkungen zur Verzweiflung oder sogar zum Selbstmord bringen kann, entspricht nach meinen Erfahrungen und Informationen nicht der Realität, obwohl manchmal, selten, einiges in die Richtung Verdächtiges nicht von der Hand zu weisen ist.“
  38. „Potsdamer Erklärung“ der Systemischen Gesellschaft, Juli 2004; als Online-Veröffentlichung: Pressemitteilung der Systemischen Gesellschaft vom 1. Juli 2007
  39. Wilfried Nelles: Die Hellinger-Kontroverse. Fakten - Hintergründe - Klarstellungen. Freiburg 2009, S. 79 ff.
  40. Innerhalb der Potsdamer-Erklärung wurde Hellinger kurz wie folgt gewürdigt: „Hellingers Verdienst bleibt es, dazu beigetragen zu haben, die Aufstellungsarbeit zu verdichten. Vor allem was die mögliche Auflösung von Verstrickungsdynamiken anbetrifft, hat er neue und innovative Vorgehensweisen entwickelt.“ Vgl. Pressemitteilung der Systemischen Gesellschaft vom 1. Juli 2007
  41. Gunthard Weber: Zur Kritik an Bert Hellinger. Ein nachträglicher, kurzer Ausflug. In: Aufstellungsarbeit revisited. ...nach Hellinger? Heidelberg 2005, S. 140 f: „Die Potsdamer Erklärung habe ich aber vor allem deshalb nicht unterschrieben, weil in der Erklärung die Verdienste Bert Hellingers, nämlich seine ungezählten, wertvollen, innovativen und weit reichenden Einsichten und Fokussierungen in vielen Bereichen und die Fülle der von ihm entwickelten Vorgehensweisen in keinster Weise hinreichend gewürdigt sehe.“
  42. Werner Haas: Familienstellen nach Hellinger - ein destruktiver Kult? (Skeptiker 1/2008): „Das Gros der sich offen zu Hellinger bekennenden Aufsteller ist zwar eher der Eso-Szene zuzurechnen. Aber trotz des wissenschaftsscheuen und unverhohlen antiaufklärerischen Grundtenors finden sich darunter nicht wenige diplomierte und promovierte ärztliche sowie psychologische Therapeutenkollegen. Sie tragen meines Erachtens ihre akademischen Grade zu Unrecht. Hinzu kommt, dass unter dem Druck kritischer Berichte und Analysen über die hellingerschen Praktiken eine Welle der halbherzigen Distanzierung von dem Gründervater eingesetzt hat, ohne dass man sich wirklich von den zentralen Inhalten der gängigen Aufstellungsphilosophie und -praxis verabschiedet hat.“
  43. Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie: Stellungnahme der DGSF zu Hellinger
  44. Colin Goldner: Esoterischer Firlefanz. Die Szene der Hellingerianer. In: Der Wille zum Schicksal. Die Heilslehre des Bert Hellinger. (Hg. Colin Goldner), S. 66 ff.
  45. Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1996; 2007 (10.Auflage, Übersetzungen in 7 Sprachen). ISBN 3-525-45659-X.