Bertelsmann Transformation Index

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Der Bertelsmann Transformation Index (BTI) ist eine Messgröße zum Entwicklungsstand und zur Governance von politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozessen in Entwicklungs- und Transformationsländern der Welt. Der BTI wird seit 2006 zweijährlich von der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht, zuletzt 2018 zu 129 Ländern. Der Index misst und vergleicht in einer Rangliste die Qualität von Regierungshandeln anhand selbst erhobener Daten und analysiert Erfolge und Rückschritte auf dem Weg zu rechtsstaatlicher Demokratie und sozialpolitisch begleiteter Marktwirtschaft. Dazu wird der „Status-Index“ berechnet zum allgemeinen Entwicklungsstand hinsichtlich demokratischer und marktwirtschaftlicher Merkmale sowie der „Management-Index“ zum politischen Management der Entscheidungsträger.[1]

Status- und Management-Index[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Status-Index setzt sich aus den Untersuchungsdimensionen Politische und Wirtschaftliche Transformation zusammen. Politische Transformation beinhaltet wesentliche Merkmale einer demokratischen staatlichen Ordnung. Dies schließt Partizipationsrechte, Rechtsstaatlichkeit, die Stabilität demokratischer Institutionen und die politische und gesellschaftliche Integration von Institutionen ein, aber auch die Staatlichkeit als Grundbedingung für das Funktionieren einer Demokratie. Wirtschaftliche Transformation berücksichtigt neben den klassischen marktwirtschaftlichen Merkmalen wie volkswirtschaftliche Leistungsstärke, Markt- und Wettbewerbsordnung, Währungs- und Preisstabilität sowie dem Schutz des Privateigentums auch soziale Komponenten wie das sozioökonomische Entwicklungsniveau, die Sozialordnung und die ökologische und bildungsbezogene Nachhaltigkeit.[2][3]

Der Management-Index bewertet, inwieweit politische Entscheidungsträger den Transformationsprozess steuern und fördern können. Er setzt sich aus den Kriterien Steuerungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, Konsensbildung und Internationale Zusammenarbeit zusammen. Bei der Berechnung des Management-Index wird der Schwierigkeitsgrad berücksichtigt, etwa strukturelle Hindernisse, zivilgesellschaftliche Traditionen und die Konfliktintensität.[4]

Berechnungsmethodik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Status- und Management-Index setzen sich modular aus Untersuchungsdimensionen (2. Ebene), Kriterien (3. Ebene) und Indikatoren (4. Ebene) zusammen. Alle Werte für Indikatoren werden auf einer Ordinalskala natürlicher Zahlen von 1 (geringste Ausprägung) bis 10 (vollständige Ausprägung) vergeben. Die Indikatoren, Kriterien und Untersuchungsdimensionen werden durch Mittelwertbildung zur nächsthöheren Ebene aggregiert. Status- und Management-Index werden nicht zu einem übergeordneten Gesamtwert aggregiert.[1]

In der wissenschaftlichen Beurteilung des BTI werden seine demokratietheoretische Relevanz, die Breite und Qualifikation der Länderexperten, die Dokumentation der Quellen, umfangreiche Reliabilitätstests, die Veröffentlichung aller disaggregierten Daten und die Anwendbarkeit der Aggregationsregel positiv hervorgehoben.[5][6] Kritisch beurteilt werden Redundanz und mangelnde Trennschärfe der Indikatoren, eine normativ aufgeladene Konzeptlogik und die fehlende theoretische Begründung der Messniveaus.[5]

Status-Index Management-Index
Politische Transformation Wirtschaftliche Transformation Transformationmanagement
Staatlichkeit Sozioökonomisches Entwicklungsniveau Schwierigkeitsgrad
1.1 Staatliches Gewaltmonopol 6.1 Sozioökonomische Hindernisse 13.1 Strukturelle Hindernisse
1.2 Staatliche Identität Markt- und Wettbewerbsordnung 13.2 Zivilgesellschaftliche Traditionen
1.3 Kein Einfluss religiöser Dogmen 7.1 Grundlagen marktwirtschaftlichen Wettbewerbs 13.3 Konfliktintensität
1.4 Grundlegende Verwaltungsstrukturen 7.2 Antimonopolpolitik 13.4 BNP p. c. PPP
Politische Partizipation 7.3 Liberalisierung des Außenhandels 13.5 UN Education Index
2.1 Freie und faire Wahlen 7.4 Bankensystem 13.6 BTI Staatlichkeit & Rechtsstaatlichkeit
2.2 Effektive Regierungsgewalt Währungs- und Preisstabilität Gestaltungsfähigkeit
2.3 Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit 8.1 Antiinflations- und Wechselkurspolitik 14.1 Priorisierung
2.4 Presse- und Meinungsfreiheit 8.2 Makroökonomische Stabilität 14.2 Implementierung
Rechtsstaatlichkeit Privateigentum 14.3 Lernfähigkeit
3.1 Gewaltenteilung 9.1 Eigentumsrechte Ressourceneffizienz
3.2 Unabhängigkeit der Justiz 9.2 Privatwirtschaft 15.1 Effiziente Ressourcennutzung
3.3 Ahndung von Amtsmissbrauch Sozialordnung 15.2 Politikkoordinierung
3.4 Bürgerrechte 10.1 Soziale Sicherungssysteme 15.3 Antikorruptionspolitik
Stabilität demokratischer Institutionen 10.2 Chancengleichheit Konsensbildung
4.1 Leistungsfähigkeit demokratischer Institutionen Leistungsstärke der Volkswirtschaft 16.1 Zielkonsens
4.2 Akzeptanz demokratischer Institutionen 11.1 Leistungsstärke 16.2 Antidemokratische Akteure
Politische und gesellschaftliche Integration Nachhaltigkeit 16.3 Konfliktmanagement
5.1 Parteiensystem 12.1 Umweltpolitik 16.4 Zivilgesellschaftliche Beteiligung
5.2 Interessengruppen 12.2 Bildungspolitik / Forschung und Entwicklung 16.5 Versöhnung
5.3 Zustimmung zur Demokratie Internationale Zusammenarbeit
5.4 Sozialkapital 17.1 Nutzung internationaler Unterstützung
17.2 Glaubwürdigkeit
17.3 Regionale Kooperation

Länderauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untersucht werden alle Entwicklungs- und Transformationsländer mit mehr als zwei Millionen Einwohnern. Als Entwicklungs- und Transformationsländer werden jene Länder betrachtet, die nicht als demokratisch und marktwirtschaftlich konsolidiert gelten. In Abwesenheit einer konkret anwendbaren Definition der Konsolidierungsgrenze wird die OECD-Mitgliedschaft vor 1989 als Konsolidierungskriterium herangezogen.

In Ausnahmefällen werden auch Länder mit weniger als zwei Millionen Einwohnern (Bahrain, Bhutan, Estland, Kosovo, Mauritius und Montenegro) untersucht. Seit der Aufnahme des Südsudan im BTI 2014 umfasst die Studie 129 Staaten.[2][7]

Erhebungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BTI-Erhebungsverfahren[2]

Die Berichte und Bewertungen jeder Studie, an der etwa 250 Länderexperten beteiligt sind,[8] beruhen auf einem mehrstufigen Erhebungs- und Prüfverfahren. Ziel des Verfahrens sei es, zu möglichst objektiven und vergleichbaren Ergebnissen zu gelangen. Zwei Gutachter pro Land – in der Regel ein internationaler und ein lokaler Experte – erstellen und überprüfen qualitative Länderanalysen anhand von 49 standardisierten Fragen und übersetzen die Antworten unabhängig voneinander in quantitative Bewertungen.[9] Auf dieser Grundlage vereinheitlichen sieben Regionalkoordinatoren die Ergebnisse intra- und interregional. Ein wissenschaftlicher Beirat von Transformationsexperten kontrolliert und diskutiert die Ergebnisse und verabschiedet die endgültigen Werte.[2]

Der Prototyp des BTI wurde 2003 veröffentlicht und anschließend methodisch überarbeitet. Seitdem haben keine grundlegenden methodologischen Änderungen mehr stattgefunden, so dass vergleichbare Zeitreihen seit 2006 gebildet werden können.

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studie verweist regelmäßig auf einen engen empirischen und funktionalen Zusammenhang zwischen rechtsstaatlicher Demokratie und sozialpolitisch flankierter Marktwirtschaft, der mit einer hohen Korrelation der entsprechenden BTI-Werte begründet wird.[10] Demnach sei die Gruppe der Demokratien den Autokratien im Hinblick auf wirtschaftlichen Entwicklungsstand, Ressourceneffizienz, Konsensbildung und internationaler Kooperation überlegen. Aus diesem Zusammenhang ließe sich jedoch kein Entwicklungsautomatismus oder eine universell gültige optimale Abfolge von Reformen ableiten.[11]

Seit Mitte der 2000er Jahre stellt der BTI einen schleichenden Rückgang der Qualität von politischen Partizipationsrechten und rechtsstaatlichen Merkmalen in Demokratien fest. Insbesondere in relativ fortgeschrittenen Ländern Ostmittel- und Südosteuropas sowie Lateinamerikas seien die Wahlqualität, Meinungs- und Pressefreiheit, Gewaltenteilung und Bürgerrechte stärker eingeschränkt worden.[12][13] Die Autoren der Studie kommen auch zu dem Schluss, dass global betrachtet der Wohlstand tendenziell zugenommen hat und absolute Armut zurückgegangen ist, während Ungleichheit und soziale Ausgrenzung gewachsen sind.[14] Dies führe zu einer Zunahme von Protesten weltweit.[15]

Die Anfang 2016 veröffentlichte Aktualisierung der Studie stellt fest, dass die Anzahl der „harten“ Diktaturen um 7 auf 40 zugenommen hat und auch in gefestigten Demokratien wie Ungarn und Polen autoritäre Tendenzen festzustellen seien. Sie sieht außerdem einen verstärkten Einfluss von religiösen Elementen z. B. in der Türkei, in Nigeria, in Saudi-Arabien und im Iran. Während im Rahmen der Milleniumsziele über eine deutliche Reduzierung bei der absoluten Armut berichtet wird, ist im Bertelsmann Transformation Index zu lesen, dass im Jahr 2015 in mehr Ländern Menschen extremer Armut ausgesetzt waren als im Jahr 2006.[16]

Liste von Ländern nach ihrem BTI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt den Transformation Index (BTI) der erfassten 129 Länder mit den drei Unterindizes zur politischen und wirtschaftlichen Transformation und zum politischen Management, veröffentlicht 2018:[17]

Rang Land 2018 BTI Politische
Transform.
Wirtschaftliche
Transformation
Management-
Index
1 EstlandEstland Estland 9,52 9,75 9,29 7,44
1 TschechienTschechien Tschechien 9,52 9,40 9,64 7,03
3 TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan 9,42 9,55 9,29 7,33
4 LitauenLitauen Litauen 9,24 9,45 9,04 7,18
5 UruguayUruguay Uruguay 9,19 9,95 8,43 7,36
6 SlowenienSlowenien Slowenien 9,18 9,25 9,11 6,78
7 ChileChile Chile 8,87 9,20 8,54 7,33
8 LettlandLettland Lettland 8,86 8,75 8,61 7,00
9 SlowakeiSlowakei Slowakei 8,59 8,60 8,57 6,70
10 PolenPolen Polen 8,58 8,55 8,61 6,25
11 Korea SudSüdkorea Südkorea 8,55 8,45 8,64 6,51
12 Costa RicaCosta Rica Costa Rica 8,49 9,05 7,93 6,85
13 MauritiusMauritius Mauritius 8,25 8,50 8,00 6,64
14 KroatienKroatien Kroatien 8,07 8,35 7,79 6,07
15 RumänienRumänien Rumänien 8,06 8,15 7,96 5,89
16 BotswanaBotswana Botswana 7,89 8,20 7,57 7,09
17 BulgarienBulgarien Bulgarien 7,80 8,10 7,50 5,98
18 UngarnUngarn Ungarn 7,43 7,15 7,71 4,44
19 SerbienSerbien Serbien 7,40 7,70 7,11 6,06
20 MontenegroMontenegro Montenegro 7,35 7,55 7,07 6,49
21 JamaikaJamaika Jamaika 7,31 8,30 6,32 5,86
22 BrasilienBrasilien Brasilien 7,29 7,65 6,93 5,95
23 ArgentinienArgentinien Argentinien 7,27 8,00 6,54 6,00
24 SingapurSingapur Singapur 7,15 5,42 8,89 5,95
25 PanamaPanama Panama 7,11 7,30 6,93 5,72
26 IndienIndien Indien 6,96 7,60 6,32 6,02
26 SudafrikaSüdafrika Südafrika 6,96 7,60 6,32 5,96
28 El SalvadorEl Salvador El Salvador 6,88 7,30 6,46 6,57
29 PeruPeru Peru 6,85 6,60 7,11 5,81
30 AlbanienAlbanien Albanien 6,83 7,05 6,61 6,02
31 NordmazedonienNordmazedonien Nordmazedonien 6,76 6,45 7,07 5,24
32 GhanaGhana Ghana 6,75 7,90 5,61 6,18
33 Sri LankaSri Lanka Sri Lanka 6,61 6,55 6,68 5,60
34 KolumbienKolumbien Kolumbien 6,59 6,75 6,43 6,14
34 MongoleiMongolei Mongolei 6,59 7,40 5,79 5,96
36 UkraineUkraine Ukraine 6,54 6,90 6,18 5,41
37 NamibiaNamibia Namibia 6,50 7,50 5,50 5,49
38 PhilippinenPhilippinen Philippinen 6,47 6,30 6,64 4,90
39 BolivienBolivien Bolivien 6,46 7,20 5,71 5,66
40 Dominikanische RepublikDominikanische Republik Dominikanische Republik 6,44 6,95 5,93 5,57
41 BeninBenin Benin 6,43 7,85 5,00 5,86
42 GeorgienGeorgien Georgien 6,42 6,80 6,04 5,87
43 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 6,28 6,10 6,46 4,09
44 TunesienTunesien Tunesien 6,27 6,50 6,04 5,33
45 BhutanBhutan Bhutan 6,25 6,57 5,93 6,50
45 IndonesienIndonesien Indonesien 6,25 6,50 6,00 5,45
47 ParaguayParaguay Paraguay 6,24 6,45 6,04 6,04
48 MexikoMexiko Mexiko 6,23 6,10 6,36 5,17
49 KosovoKosovo Kosovo 6,21 6,45 5,96 5,17
50 SenegalSenegal Senegal 6,18 7,10 5,25 6,70
51 TurkeiTürkei Türkei 6,17 5,55 6,79 4,72
52 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 6,07 4,00 8,14 5,55
53 MalaysiaMalaysia Malaysia 6,00 4,78 7,21 5,20
54 Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau 5,96 6,20 5,71 5,15
55 KirgisistanKirgisistan Kirgisistan 5,90 6,15 5,64 4,73
56 KatarKatar Katar 5,88 3,73 8,04 5,40
57 KeniaKenia Kenia 5,80 6,25 5,36 4,92
58 EcuadorEcuador Ecuador 5,72 5,90 5,54 4,99
59 UgandaUganda Uganda 5,66 5,43 5,89 5,31
60 KuwaitKuwait Kuwait 5,61 4,50 6,71 4,37
61 ArmenienArmenien Armenien 5,58 5,12 6,04 4,25
61 Papua-NeuguineaPapua-Neuguinea Papua-Neuguinea 5,58 6,30 4,86 4,78
63 LiberiaLiberia Liberia 5,56 6,55 4,57 5,84
64 HondurasHonduras Honduras 5,51 5,80 5,21 4,98
64 TansaniaTansania Tansania 5,51 6,10 4,93 5,07
Rang Land 2018 BTI Politische
Transformation
Wirtschaftliche
Transformation
Management-
Index
66 MalawiMalawi Malawi 5,49 6,45 4,54 5,61
67 Burkina FasoBurkina Faso Burkina Faso 5,45 6,40 4,50 5,20
67 SambiaSambia Sambia 5,45 6,00 4,89 5,06
69 ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 5,38 5,80 4,96 5,54
70 RusslandRussland Russland 5,31 4,55 6,07 3,52
71 Guinea-aGuinea Guinea 5,28 6,05 4,50 5,82
72 JordanienJordanien Jordanien 5,22 4,37 6,07 4,84
73 LesothoLesotho Lesotho 5,19 5,60 4,79 3,59
74 LibanonLibanon Libanon 5,15 4,87 5,43 3,60
74 Sierra LeoneSierra Leone Sierra Leone 5,15 6,55 4,14 4,93
76 MaliMali Mali 5,14 5,95 4,32 5,17
76 NicaraguaNicaragua Nicaragua 5,14 4,92 5,36 4,22
78 NigerNiger Niger 5,13 6,30 3,96 5,87
79 BangladeschBangladesch Bangladesch 5,11 4,62 5,61 4,27
80 GuatemalaGuatemala Guatemala 5,08 5,05 5,11 4,52
81 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 5,02 3,28 6,75 4,79
82 MadagaskarMadagaskar Madagaskar 5,01 5,35 4,68 5,12
83 AlgerienAlgerien Algerien 4,98 4,75 5,21 4,55
84 TogoTogo Togo 4,89 5,07 4,71 5,10
85 RuandaRuanda Ruanda 4,80 3,88 5,71 5,20
86 WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 4,72 4,33 5,11 3,52
87 ThailandThailand Thailand 4,71 3,25 6,18 3,89
88 KasachstanKasachstan Kasachstan 4,70 3,80 5,61 4,41
89 BahrainBahrain Bahrain 4,62 3,23 6,00 3,52
90 MarokkoMarokko Marokko 4,61 3,80 5,43 4,28
91 NigeriaNigeria Nigeria 4,60 5,35 3,86 4,59
92 NepalNepal Nepal 4,52 4,90 4,14 3,74
93 OmanOman Oman 4,43 3,00 5,86 3,54
94 VietnamVietnam Vietnam 4,41 3,35 5,46 4,51
95 MosambikMosambik Mosambik 4,31 4,48 4,14 4,25
96 AgyptenÄgypten Ägypten 4,28 3,70 4,86 3,96
97 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 4,27 2,57 5,96 3,80
98 KamerunKamerun Kamerun 4,23 3,92 4,54 3,46
99 MauretanienMauretanien Mauretanien 4,22 4,22 4,21 4,06
100 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 4,13 3,43 4,82 3,86
101 KubaKuba Kuba 4,02 3,58 4,46 3,93
102 PakistanPakistan Pakistan 4,01 3,70 4,32 3,51
103 KambodschaKambodscha Kambodscha 4,00 3,57 4,43 3,23
104 BurundiBurundi Burundi 3,97 3,80 4,14 3,60
105 AngolaAngola Angola 3,94 4,20 3,68 3,60
106 LaosLaos Laos 3,85 2,92 4,79 3,89
107 IrakIrak Irak 3,75 3,60 3,89 4,43
108 UsbekistanUsbekistan Usbekistan 3,73 3,17 4,29 2,55
109 HaitiHaiti Haiti 3,50 4,10 2,89 3,39
110 VenezuelaVenezuela Venezuela 3,47 3,80 3,14 1,86
111 Kongo RepublikRepublik Kongo Republik Kongo 3,38 3,25 3,50 3,00
111 MyanmarMyanmar Myanmar 3,38 3,50 3,25 3,97
113 AthiopienÄthiopien Äthiopien 3,33 3,02 3,64 3,65
113 SimbabweSimbabwe Simbabwe 3,33 3,83 2,82 2,37
115 TadschikistanTadschikistan Tadschikistan 3,31 2,98 3,64 3,31
115 TschadTschad Tschad 3,31 3,45 3,18 2,84
117 Zentralafrikanische RepublikZentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik 3,28 3,60 2,96 4,10
118 IranIran Iran 3,15 2,92 3,39 2,85
119 TurkmenistanTurkmenistan Turkmenistan 3,14 2,85 3,43 2,51
120 Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo 3,13 3,47 2,79 2,47
121 AfghanistanAfghanistan Afghanistan 2,95 3,02 2,89 4,02
122 LibyenLibyen Libyen 2,60 2,57 2,64 2,29
123 SudanSudan Sudan 2,28 2,23 2,32 1,97
124 SudsudanSüdsudan Südsudan 2,27 2,62 1,93 2,30
125 Korea NordNordkorea Nordkorea 2,16 2,60 1,71 1,30
126 EritreaEritrea Eritrea 1,84 2,12 1,57 1,13
127 JemenJemen Jemen 1,72 1,80 1,64 1,70
128 SyrienSyrien Syrien 1,57 1,75 1,39 1,13
129 SomaliaSomalia Somalia 1,34 1,43 1,25 2,25
Rang Land 2018 BTI Politische
Transformation
Wirtschaftliche
Transformation
Management-
Index

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studienergebnisse werden in Form von Länder-[18] und Regionalberichten[19] sowie einer Buchreihe[20] auf Englisch und teilweise auf Deutsch veröffentlicht. Initiiert und finanziert von ausländischen Think Tanks sind BTI-Studieninhalte auch in anderen Sprachen erschienen: 2009 auf Arabisch vom Gulf Research Center,[21] 2010 auf Russisch durch das Moskauer Center for Post-Industrial Studies und 2014 auf Spanisch vom argentinischen Centro para la Apertura y el Desarrollo de América Latina.[22] Der BTI Atlas, eine Grafikanwendung, bietet individuelle visuelle Zugänge zu den Ergebnissen und Berichten aller Ausgaben seit 2006.[23]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bertelsmann Transformation Index wird sowohl von Regierungen weltweit zur Beurteilung von Partnerländern herangezogen[24][25] als auch von internationalen Organisationen zur Erstellung ihrer eigenen Analysen genutzt. Der Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International und der Ibrahim Index of African Governance beruhen in Teilen auf BTI-Ergebnissen.[26][27]

Das Schwesterprojekt Sustainable Governance Indicators, das dem BTI methodisch nachempfunden ist, untersucht die Reformfähigkeit und Nachhaltigkeit fortgeschrittener Demokratien und Marktwirtschaften. Die Untersuchung umfasst alle OECD- und EU-Mitgliedsstaaten, einschließlich die nicht in den BTI einbezogenen OECD-Kernländer.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus politikwissenschaftlicher Perspektive ist an dem Bertelsmann Transformation Index auszusetzen, dass er die demokratische und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verrechnet und damit impliziert, dass diese zwangsläufig aneinander gebunden sind. Allerdings ist empirisch auch eine wirtschaftliche Entwicklung ohne demokratische Transformation beobachtbar, wie es beispielsweise in der Volksrepublik China geschieht. Des Weiteren geht der BTI bei der Bewertung des Transformationsmanagements davon aus, dass nur die jeweilige Regierung eines Landes den Transformationsprozess beeinflussen kann. Dabei wird außer Acht gelassen, dass auch gesellschaftliche Akteure - beispielsweise Gewerkschaften - Transformationsprozesse anstoßen und in hohem Maße beeinflussen und in diesem Sinne auch „managen“ können. Beispiel dafür ist die Systemtransformation in Polen unter Einfluss der katholischen Kirche und der Gewerkschaft Solidarność Ende der 1980er Jahre.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Indizes der Vereinten Nationen (UN):

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bertelsmann Stiftung (Hrsg.):
    • Bertelsmann Transformation Index 2003 – Auf dem Weg zur marktwirtschaftlichen Demokratie. Gütersloh 2004, ISBN 978-3-89204-728-5.
    • Bertelsmann Transformation Index 2006 – Auf dem Weg zur marktwirtschaftlichen Demokratie. Gütersloh 2005, ISBN 978-3-89204-855-8.
    • Bertelsmann Transformation Index 2008 – Politische Gestaltung im internationalen Vergleich. Gütersloh 2008, ISBN 978-3-89204-967-8.
    • Transformation Index BTI 2010 – Politische Gestaltung im internationalen Vergleich. Gütersloh 2009, ISBN 978-3-86793-050-5.
    • Transformationsindex BTI 2012 – Politische Gestaltung im internationalen Vergleich. Gütersloh 2012, ISBN 978-3-86793-343-8.
    • Transformation Index BTI 2014 – Political Management in International Comparison, Gütersloh 2014. ISBN 978-3-86793-520-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Transformation Index BTI: Über Uns: Ziele. In: BTI-project.de. 2020, abgerufen am 2. Februar 2020.
  2. a b c d Transformation Index: Methode. In: BTI-project.org. 2018, abgerufen am 2. Februar 2020.
  3. Tarik Ahmia: Auslaufmodell soziale Marktwirtschaft. In: taz.de. 18. Februar 2008, abgerufen am 2. Februar 2020.
  4. Sabine Donner, Hauke Hartmann: Demokratie wohlauf - Regierung mies. In: Frankfurter Rundschau. 27. November 2009, abgerufen am 2. Februar 2020.
  5. a b Thomas Müller, Susanne Pickel: Wie lässt sich Demokratie am besten messen? Zur Konzeptualität von Demokratie-Indizes. In: Politische Vierteljahresschrift. Nr. 3, 2007, S. 529–531.
  6. Jørgen Møller, Svend-Erik Skaaning: Post-communist regime types: Hierarchies across attributes and space. In: Communist and Post-Communist Studies. Nr. 43, 2010, S. 55 (englisch).
  7. Regionalbericht: Östliches und Südliches Afrika. (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) In: BTI-project.de. 2014, abgerufen am 2. Februar 2020.
  8. Stefan Kornelius: Warum die Demokratie ein schwieriges Exportgut ist. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Juli 2013, abgerufen am 2. Februar 2020.
  9. Codebuch BTI 2014: Codebook for Country Assessments. (PDF (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)).
  10. Florian Baumann: And the Winner is… (Memento vom 3. September 2014 im Internet Archive) In: E-politik.de. 13. November 2005, abgerufen am 2. Februar 2020.
  11. Fragen: Geht der BTI von einer zwangsläufigen Verbindung demokratischer und marktwirtschaftlicher Entwicklungen aus? (Memento vom 30. August 2014 im Internet Archive) In: BTI-project.de. 2014, abgerufen am 2. Februar 2020.
  12. Meldung: Bertelsmann-Studie: Demokratie macht in Osteuropa Rückschritte. In: Die Welt. 22. März 2012, abgerufen am 2. Februar 2020.
  13. Ronen Steinke, Paul-Anton Krüger: Bertelsmann Transformationsindex: Lichtblick Elfenbeinküste. In: Süddeutsche Zeitung. 22. Januar 2014, abgerufen am 2. Februar 2020.
  14. BTI-Projekt Pressemitteilung: Die weltweiten Revolten und Bürgerproteste werden weitergehen. 22. Januar 2014 (PDF (Memento vom 11. September 2015 im Internet Archive)).
  15. Meldung (dpa): Bertelsmann-Studie: Mehr Bürgerproteste und Revolten weltweit. In: Die Welt. 22. Januar 2014, abgerufen am 2. Februar 2020.
  16. Jan Puhl, Christoph Sydow, Christoph Titz: Globale Bestandsaufnahme: Die Welt wird ärmer. Radikaler. Undemokratischer. In: Der Spiegel. 28. Februar 2016, abgerufen am 2. Februar 2020.
  17. Startseite. Abgerufen am 23. März 2018.
  18. Länderberichte. (Memento vom 5. August 2014 im Internet Archive) In: BTI-project.de. 2014, abgerufen am 2. Februar 2020.
  19. Regionalberichte. (Memento vom 5. August 2014 im Internet Archive) In: BTI-project.de. 2014, abgerufen am 2. Februar 2020.
  20. BTI Report. (Memento vom 5. August 2014 im Internet Archive) In: BTI-project.de. 2014, abgerufen am 2. Februar 2020.
  21. Vergleiche Gulf Research Center (Hrsg.): Bertelsmann Transformation Index 2008. In: grc.net. 7. Mai 2009, abgerufen am 2. Februar 2020 (englisch).
  22. Meldung: Convenio con la Fundación Bertelsmann. In: Centro para la Apertura y el Desarrollo de América Latina. 14. August 2013, abgerufen am 2. Februar 2020 (spanisch).
  23. Atlas. (Memento vom 21. Juli 2014 im Internet Archive) In: BTI-project.de. Abgerufen am 31. August 2014.
  24. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Wie „misst“ man Good Governance? Abgerufen am 31. August 2014.
  25. Julius Court, Verena Fritz, E. Gyimah-Boadi: Measuring Governance: What Guidance for Aid Policy? Arbeitspapier. August 2007, S. 1–3 und 12 (englisch; PDF).
  26. Transparency International: Bertelsmann Foundation Transformation Index, Code: BF (TI). In: Corruption Perceptions Index 2013: Full Source Description. 2013, S. 4 (englisch; PDF).
  27. Ibrahim Index of African Governance (IIAG): Methodology. In: Ibrahim.Foundation/iiag. 2018, abgerufen am 2. Februar 2020 (englisch; die Bezugnahme findet sich in ausklappbaren Zeilen unter „IIAG data sources“).