Lannach

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Lannach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lannach
Lannach (Österreich)
Lannach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 19,87 km²
Koordinaten: 46° 57′ N, 15° 20′ OKoordinaten: 46° 56′ 36″ N, 15° 19′ 59″ O
Höhe: 349 m ü. A.
Einwohner: 3.398 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8502
Vorwahl: 03136
Gemeindekennziffer: 6 03 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
8502 Lannach
Website: www.lannach.at
Politik
Bürgermeister: Josef Niggas (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
14
4
3
14 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Marktgemeinde Lannach im Bezirk Deutschlandsberg
DeutschlandsbergEibiswaldFrauental an der LaßnitzGroß Sankt FlorianLannachPölfing-BrunnPredingSankt JosefSankt Martin im SulmtalSankt Peter im SulmtalSankt Stefan ob StainzSchwanbergStainzWettmannstättenWiesSteiermarkLage der Gemeinde Lannach im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Lannach (2008)
Schloss Lannach (2008)
Der markante Lagerturm der Fa. Url (2008)

Lannach ist eine Marktgemeinde mit 3398 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Deutschlandsberg (Gerichtsbezirk Deutschlandsberg) in der Steiermark (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lannach liegt ca. 349 m über dem Meeresspiegel und bedeckt eine Fläche von 19,85 km².

Nachbargemeinden von Lannach sind Sankt Josef (Weststeiermark), Stainz, Sankt Stefan ob Stainz, Lieboch, Dobl-Zwaring und Mooskirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Lannach“ wird mit den früheren Grundherren, den Lunnachern (Lannachern) in Verbindung gebracht, deren Name sich von einem Nebenarm der Kainach, der Laan (oder Lahn) ableitet; das „u“ ist eine missverstandene Lesart für ein in einer alten Urkunde oben nicht ganz geschlossen geschriebenes, somit „offenes“ a. Der Name ist 1172 als Lunach erwähnt.[1] Nach neueren Forschungen gehört der Ortsname Lannach zum Typus der Einwohnernamen slawischen Ursprungs, die ins Deutsche im Lokativ entlehnt wurden, also aus slawisch (pri) lunjach "(bei den Bewohnern von) Lunje". Der Name selbst ist 1172 als Lunach, 1245 Leunach, 1319 Laenach, 1414 Lanach bezeugt und bedeutet "Ort, wo Greifvögel vorkommen" (zu slowen. lunj "Greifvogel, Raubvogel usw.")[2]. Der Name der Gemeinde wird im Alltag mit betontem langen a (etwa: [l'ɑnaχ]) ausgesprochen. Historische Namen des kleinen Baches (Laan, Lahn), an dem der Ort liegt und die alte Schreibvariante Lanach (siehe die historischen Landkarten unten) sind Belege dafür, dass die Verdoppelung des n im Namen Lannach kein Beleg für eine Vokalverkürzung ist.[1]

Die Laan (Lahn, Lann) ist ein südlicher Nebenarm der Kainach, der längste in diesem Gebiet.[1] Lauf und Wasserführung sind in den Karten unterschiedlich dargestellt. Der Name wird nicht vom alten bairischen Wort für Lawine (Lahn) abgeleitet (bei Lannach gibt es keine steilen oder langen Hänge, an denen Lawinen üblicherweise entstehen), auch nicht von Lehne, sondern von keltisch „Lahn(e)“ - träges Wasser.[3] „Lahnen“ sind durch größere Flüsse entstandene Rinnsale, Altgewässer oder verlandende Flussarme, die vor den Flussregulierungen zum Landschaftsbild der weststeirischen Täler gehörten.[1] Die zweite Silbe im Namen „Lannach“ ist das alte Wort für Bach, Fluss: Ach(e).[4]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Schloss Lannach errichtet.

Während des nationalsozialistischen Juliputsches im Jahr 1934 war der mit nur zwei Mann besetzte Lannacher Gendarmerieposten, der durch ein von der Heimwehrortsgruppe in Dobl bereitgestelltes Maschinengewehr eiligst in Verteidigungszustand versetzt worden war, völlig auf sich allein gestellt, da alle benachbarten Posten von den Nationalsozialisten besetzt und ihrer Waffen beraubt worden waren. Wie sich später herausstellte, war seitens der Nationalsozialisten auch eine Besetzung des Lannacher Posten geplant gewesen, wegen des raschen Zusammenbruchs des Putsches war es dazu allerdings nicht mehr gekommen. Wegen Beteiligung am Juliputsch wurden im Gebiet des Gendarmeriepostenrayons Lannach sieben Personen verhaftet.[5]

Ein schwerer Schlag für das Wirtschaftsleben der Gemeinde folgte im Oktober 1934, als die Lannacher Dachziegel- und Tonwarenfabrik infolge der Weltwirtschaftskrise ihren Betrieb einstellen musste. Rund 90 Menschen wurden dadurch arbeitslos.[6]

1948 entstand das Kriegerdenkmal von Prof. Rudolf Zilli. 1962 erfolgte die Erhebung zur Pfarre. 1973 feierte Lannach sein 800-jähriges Bestehen.

Mit 1. Jänner 1969 wurden die Gemeinden Blumegg, Teipl, Lannach und Breitenbach in Weststeiermark zur heutigen Gemeinde Lannach zusammengelegt.[7] Der Name der Gemeinde Breitenbach war mit 1. Juni 1951 in Breitenbach in Weststeiermark geändert worden.[8]

1995 wurde Lannach zu einer Marktgemeinde und im Jahre 2003 wurde Lannach „Gemeinde Europas“.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Josef Niggas wurde im Frühjahr 2010 für eine vierte Amtsperiode gewählt. In seiner fünfzehnjährigen Amtszeit entstanden rund 1700 Arbeitsplätze in der Gemeinde, was sich wiederum auf die Kommunalsteuereinnahmen auswirkte.

Neben der ÖVP sind die Offene Bürgerliste (OBL), die SPÖ sowie die Liste Lannach (LiLa) im Gemeinderat vertreten.

Von der steiermärkischen Gemeindestrukturreform, die bis 2015 die Zahl der Gemeinden im Bezirk Deutschlandsberg von 40 auf 15 verringerte, war die Gemeinde nicht betroffen.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Fundstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schlossried befindet sich eine archäologische Fundstelle, die unter Denkmalschutz steht.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lannach

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kettischgründe in Lannach sind Naturschutzgebiet (NSG-c51). Es handelt sich um das Gelände einer ehemaligen Ziegelei, welches nach Einstellung des Betriebes sich selbst überlassen wurde und verwilderte. Es wurde zwecks Erhaltung als Feuchtbiotop und als Standort und Lebensraum schutzwürdiger und gefährdeter Pflanzenarten sowie als ökologisches Refugium für viele Tierarten zum Naturschutzgebiet (Tier- und Pflanzenschutzgebiet) unter Schutz gestellt.[10][11] Ungefähr 300 Meter östlich dieses Gebietes liegt mit dem „Ziegelteichgelände in Weinzettl“ (NSG-c75) ein weiteres kleines Naturschutzgebiet, allerdings bereits in der Gemeinde Dobl.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lannach ist – hauptsächlich durch die Kommunalsteuereinnahmen – die 4. reichste Gemeinde der Steiermark.

Auf dem Lannacher Industriegebiet und im Ortszentrum finden sich Firmen wie:

Vereine und Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet von Lannach bestehen drei Freiwillige Feuerwehren und zwei Betriebsfeuerwehren. Die Marktgemeinde ist in drei Löschbereiche aufgeteilt und grenzt die Zuständigkeiten der Freiwilligen Feuerwehren Lannach, Breitenbach-Hötschdorf und Blumegg-Teipl ein. Bei einem Großschadensfall wird zusätzlich zu den drei Freiwilligen Feuerwehren auch die Betriebsfeuerwehr MAGNA Lannach alarmiert.

Das Rote Kreuz betreibt in Lannach eine Rettungsdienststelle, die auch für die Versorgung der Nachbargemeinde St. Josef i. d. Wstmk. zuständig ist.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1964 Rodolfo (Rudolf) Zilli (1890–1976), Bildhauer und Maler
  • 1977 Johann Bammer (1922–2017), Landesrat
  • 1979 Alois Rath, Pfarrer (1971–1985)
  • 1989 Josef Maier, Bürgermeister (1969–1989)
  • 2002 Alfred Tacheron, Gemeindesekretär (1964–2002)
  • 2007 Frank Stronach (* 1932), Industrieller und Politiker

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Tomaschitz (1866–1942), Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat und Mitglied des Gemeinderates von Blumegg

Historische Landkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lannach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Heinrich Purkarthofer: Fading im Kainachtal. Zur Problematik und Methode siedlungsgeschichtlicher Forschung im Topographiebezirk Graz-Umgebung. In: Gerhard Pferschy: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70. Geburtstag. Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives. Band 12. Graz 1982, ohne ISBN. Seiten 23, 38 und 40 (Fußnote 2).
  2. so Fritz Lochner von Hüttenbach, Lexikon steirischer Ortsnamen von A-Z, Bd. 1.Granz, Leykam 2015, S. 433.
  3. Wilhelm Brandenstein: Steirisch Lahn – ein keltisches Wort. In: Indogermanische Forschungen. Band 60 (1952). Seite 21–28. Zitiert nach: Fritz Freiherr Lochner von Hüttenbach: Wilhelm Brandenstein. Kleine namenkundliche Arbeiten. Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 1978, ISBN 3-201-01038-3, Seiten 125–132. Das Wort wird dort mit altirisch lan – voll und lat. planus – eben behandelt. Die kleinen Nebenbäche im Kainachtal bestätigen diese Deutung: Sie sind nach Niederschlägen manchmal „eben und voll“ (mit Wasser, das mangels Gefälle nicht rasch abfließen kann und Versumpfungen fördert).
  4. Ach. In:Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch (DWB). Band 1 A–Biermolke. Leipzig 1854, Spalte 162 Zeile 60. Nachdruck Deutscher Taschenbuch Verlag. München 1991, ISBN 3-423-05945-1. dtv 5945. Gliederung zitiert nach: Der digitale Grimm – Elektronische Ausgabe der Erstbearbeitung. Version 12/04. Zweitausendeins, Frankfurt am Main, ISBN 3-86150-628-9. Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier in Verbindung mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
  5. Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934 (= Grazer zeitgeschichtliche Studien, Band 3) StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2008, Seiten 158 und 186, ISBN 978-3-7065-4006-3.
  6. Wolf: Herren, Seite 55.
  7. Gesetz vom 3. Dezember 1968 über Gebietsänderungen von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 27. Dezember 1968, 22. Stück, Nr. 164. S. 187.
  8. Kundmachung vom 16. Mai 1951, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Dezember 1959, 13. Stück, Nr. 37. S. 114.
  9. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  10. Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg vom 15. Jänner 1991 über die Erklärung der sogenannten Kettischgründe in Lannach zum Naturschutzgebiet (Tier- und Pflanzenschutzgebiet). Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. ZDB-ID 1291268-2 Jahrgang 1991, S. 92.
  11. Beschreibung des Naturschutzgebietes.