Bobâlna (Cluj)

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Bobâlna
Krautfeld
Bábolna/Alparét
Bobâlna (Cluj) führt kein Wappen
Bobâlna (Cluj) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Cluj
Gemeinde: Bobâlna
Koordinaten: 47° 9′ N, 23° 39′ OKoordinaten: 47° 8′ 34″ N, 23° 38′ 30″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 204 m
Fläche: 97,47 km²
Einwohner: 1.572 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 407085
Telefonvorwahl: (+40) 02 64
Kfz-Kennzeichen: CJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Bobâlna, Antăș, Băbdiu, Blidărești, Cremenea, Maia, Oșorhel, Pruni, Răzbuneni, Suarăș, Vâlcelele
Bürgermeister: Augustin Mureșan (PSD)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 37
loc. Bobâlna, jud. Cluj, RO–407085
Website:

Bobâlna oder Bobîlna [boˈbɨlna] (veraltet Olpret; deutsch Krautfeld, ungarisch Bábolna oder Alparét)[2] ist eine Gemeinde im Kreis Cluj in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Bobâlna im Kreis Cluj

Die Gemeinde Bobâlna liegt im Westen des Siebenbürgischen Beckens im Somesch-Hochland (Podișul Someșelor) im Nordwesten des Kreises Cluj. Am Olpret – ein linker Nebenfluss des Someș – und der der Kreisstraße (Drum județean) DJ 108B befindet sich der Ort Bobâlna nördlich von dem 693 m hohen gleichnamigen Berg, 20 Kilometer westlich von der Stadt Dej (Burglos) und etwa 65 Kilometer nördlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg) entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersterwähnung des Ortes Bobâlna stammt aus dem Jahr 1362.[3] Auf eine Besiedlung der Region bis in die Hallstattzeit deuten Reste einer Befestigten Siedlung auf dem Berg Bobâlna.

Auf dem Areal der Gemeinde wurden zahlreiche archäologische Objekte die bis in die Jungsteinzeit datiert wurden, gefunden. Die archäologischen Funde die auf dem Gebiet des Gemeindezentrums der Latènezeit zugeordnet wurden, befinden sich in einem Wiener Museum.[4]

Im Frühjahr 1437 errichteten aufständische Bauern ein Lager auf dem Berg Bobâlna nach hussitischem Vorbild. Von dort schickten sie eine Delegation zum inzwischen aufmarschierten Lager des Adels, um ihre Anliegen darzulegen. Die Abgesandten wurden jedoch umgebracht, was zur Eskalation führte. Ende Juni 1437 kam es beim Bauernlager von Bábolna zu einer Schlacht, in der es den Bauern zusammen mit Stadtbewohnern, Arbeitern aus umliegenden Salzbergwerken und Kleinadeligen gelang, einen Sieg über das Ritterheer zu erreichen.[5]

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Dés in der Gespanschaft Szolnok-Doboka, anschließend dem historischen Kreis Someș und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 4.068 3.775 114 - 179
1941 5.876 5.470 266 5 135
2002 1.888 1.827 26 - 35
2011 1.572 1.434 32 - 106 (Roma 62)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl 1941 registriert. Die höchste Einwohnerzahl der Rumänen (5.531) wurde 1956, die der Magyaren (326) 1910, die der Rumäniendeutschen (156) 1900 und die der Roma (87) 1977 ermittelt.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Südlich des Dorfes Bobâlna befinden sich ein Denkmal () zum Gedenken an den Bauernaufstand von 1437–1438 und steht unter Denkmalschutz.[7]
  • Im eingemeindeten Dorf Antăș (ungarisch Antos) die Holzkirche Sfinții Arhangheli Mihail și Gavriil, Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.[8]
  • Im eingemeindeten Dorf Blidărești (ungarisch Tálosfalva) die Holzkirche im 19. Jahrhunderts errichtet.
  • Im eingemeindeten Dorf Cremenea (ungarisch Keménye) die Holzkirche Sfinții Arhangheli Mihail și Gavriil,[9] 1677 errichtet, steht unter Denkmalschutz.[7]

Persönlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bobâlna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Arcanum Kézikönyvtár: Historisch-administratives Ortsnamenbuch von Siebenbürgen, Banat und Partium. Abgerufen am 16. Februar 2018 (ungarisch).
  3. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  4. Institute Of Archaeology − Bobâlna abgerufen am 16. Februar 2017 (rumänisch)
  5. Daniel Ursprung: Leibeigenschaft im spätmittelalterlichen Ungarn und die Bauernaufstände von 1437 und 1514. Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde 26, 2003, abgerufen am 16. Februar 2018 (PDF; 108 kB).
  6. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch)
  7. a b Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch)
  8. Angaben zur Holzkirche in Antăș bei biserici.org, abgerufen am 16. Februar 2018 (rumänisch)
  9. Angaben zur Holzkirche in Cremenea bei biserici.org, abgerufen am 16. Februar 2018 (rumänisch)