Ceanu Mare

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Ceanu Mare
Mezőcsán
Wappen von Ceanu Mare
Ceanu Mare (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Cluj
Koordinaten: 46° 40′ N, 23° 57′ OKoordinaten: 46° 39′ 52″ N, 23° 57′ 25″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 368 m
Fläche: 95,08 km²
Einwohner: 3.531 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahl: 407185
Telefonvorwahl: (+40) 02 64
Kfz-Kennzeichen: CJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Ceanu Mare, Andici, Boian, Bolduț, Ciurgău, Dosu Napului, Fânațe, Hodăi-Boian, Iacobeni, Morțești, Stârcu, Strucut, Valea lui Cati
Bürgermeister: Ana Liliana Moldovan (PSD)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 101/C
loc. Ceanu Mare, jud. Cluj, RO–407185
Website:

Ceanu Mare (ungarisch Mezőcsán) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj (Klausenburg) in Siebenbürgen, Rumänien.

Der Ort ist auch unter den ungarischen Bezeichnungen Mezőnagycsán und Csán bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Ceanu Mare im Kreis Cluj

Die Gemeinde Cătina liegt im Siebenbürgischen Becken im Tal des Flusses Valea Largă – ein Nebenfluss des Arieș. Im Südosten des Kreises Cluj an der Kreisstraße (Drum județean) DJ 161A befindet sich das Gemeindezentrum etwa 25 Kilometer nordöstlich von der Stadt Turda (Thorenburg) und etwa 40 Kilometer südöstlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg) entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ceanu Mare wurde erstmal 1293 urkundlich erwähnt.[3] Nach Angaben von J. Téglás deuten archäologische Funde auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Boian (ung. Mezőbő) auf eine Besiedlung in die Römerzeit zurück.[4]

Eine gewisse Bekanntheit erhielt der Ort, als am 18. September 2001 der damalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder das Grab seines Vaters, des Obergefreiten Fritz Schröder,[5] besuchen wollte. Dieser war am 4. Oktober 1944 im Alter von 32 Jahren nahe der Stadt Turda (Thorenburg) gefallen.[6] Aufgrund der Ereignisse vom 11. September 2001 (Angriff auf das World Trade Center und das Pentagon) wurde der Besuch aber abgesagt. Bei seinem Staatsbesuch am 12. August 2004 holte Gerhard Schröder in Begleitung des rumänischen Staatspräsidenten Ion Iliescu den Besuch des Dorffriedhofs nach,[7] auf dem auch acht weitere Soldaten begraben liegen.[8]

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das größte Problem des Dorfes ist das Fehlen von fließendem Wasser. Nach dem Staatsbesuch zeichnet sich aber eine Lösung ab. Ion Iliescu hat (nachdem er von Schröder auf die Kosten des Projektes angesprochen worden war) die zuständigen Behörden angewiesen, „sich um das Problem zu kümmern“.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 3.045 2.760 165 2 118
1920 4.339 4.038 247 - 54
1966 7.291 7.064 213 - 14
2002 4.322 4.067 102 1 152
2011 3.531 3.132 77 - 322 (Roma 211)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl und gleichzeitig die der Rumänen 1966 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Magyaren (482) wurde 1900, die der Roma 2011 und die der Rumäniendeutsche (20) wurde 1890 registriert.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ceanu Mare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Ceanu Mare bei arcanum.hu
  3. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  4. Institute Of Archaeology − Ceanu Mare abgerufen am 17. September 2017 (rumänisch)
  5. Bild des Massengrabs in dem auch Fritz Schröder liegt abgerufen am 17. September 2017 bei ziuadecj.realitatea.net
  6. Mihăiță Enache: Das Grab des Obergefreiten Fritz Schröder, der Vater des ehemaligen deutschen Kanzlers Gerhard Schröder befindet sich in Rumänien. redescoperaistoria.ro, 26. August 2014, abgerufen am 17. September 2017 (rumänisch).
  7. Interview mit Zeitzeugen bei Realitatea TV, am 18. September 2011 auf YouTube, abgerufen am 17. September 2017
  8. Ceanu Mare bei Onlineprojekt Gefallenendenkmäler
  9. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (ungarisch; PDF; 1 MB)