Poieni (Cluj)

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Poieni
Kissebes
Poieni (Cluj) führt kein Wappen
Poieni (Cluj) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Cluj
Koordinaten: 46° 55′ N, 22° 52′ OKoordinaten: 46° 54′ 53″ N, 22° 51′ 41″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 482 m
Fläche: 190 km²
Einwohner: 4.842 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Postleitzahl: 407470
Telefonvorwahl: (+40) 02 64
Kfz-Kennzeichen: CJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Poieni, Bologa, Cerbești, Hodișu, Lunca Vișagului, Morlaca, Tranișu, Valea Drăganului
Bürgermeister: Gheorghe Constantin Boca (PNL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 268
loc. Poieni, jud. Cluj, RO–407470
Website:

Poieni [ˈpoienʲ] (veraltet Sebeșu Mic oder Poeni; ungarisch Kissebes) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj, in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Poieni im Kreis Cluj

Die Gemeinde Poieni liegt in den Nordostausläufern des Vlădeasa-Gebirges (Munții Vlădeasa), ein Gebirgszug des Apuseni-Gebirges (Munții Apuseni). Am Crișul Repede (Schnelle Kreisch), der Bahnstrecke Oradea–Cluj-Napoca und der Nationalstraße 1 – Teilstrecke der Europastraße 60 – befindet sich das langgezogene Straßendorf Poieni im Osten des Kreises Cluj neun Kilometer westlich von der Kleinstadt Huedin und etwa 65 Kilometer nordwestlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stausee Drăgan

Poieni wurde 1496 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter ein rumänisches Hörigendorf, welches zur Bologa-Burg () gehörte.[2]

Auf eine Besiedlung des Areals bis in die Römerzeit zurück, deuten archäologische Funde auf dem von den Einheimischen genannten Bergen Carpin, Cetățuia und Dosul Marcului, letzter auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Hodișu (ungarisch Hodosfalva).[3]

Nach mehreren Zerstörungen Poienis im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Ort 1700 erneut besiedelt. Der Ort ist auch wegen der schönen Volkstracht und der Holzschnitzereien bekannt.[2]

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Bánffyhunyad in der Gespanschaft Klausenburg, anschließend dem historischen Kreis Cluj und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 3.042 2.976 25 - 41
1930 8.652 8.314 147 15 176
1977 8.646 8.488 119 4 35
2002 5.781 5.561 29 1 190
2011 4.842 4.445 27 3 367 (Roma 251)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Poieni die höchste Einwohnerzahl (8874) und auch die der Magyaren (772) 1941 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumänen wurde 1977, die der Roma 2011 und die der Rumäniendeutsche (78) 1900 registriert. Des Weiteren bekannten sich bei einigen Volkszählungen Ukrainer (10; höchste Anzahl 1930) und Slowaken (22; höchste Anzahl 1900).[4]

Die Hauptbeschäftigungen der Bevölkerung sind in den nahgelegenen Steinbrüchen und auch die Holzwirtschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Gemeindezentrum Poieni die Türme aus der Römerzeit bei Măgura Sebeșului, Carpen, Cetățuia und ein Römerwall bei Dâmbul Vărădeștilor, stehen unter Denkmalschutz,[5] und die orthodoxe Kirche Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.[6]
  • Im eingemeindeten Dorf Bologa (ungarisch Sebesvár) die Ruinen einer Burg im 13. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz,[5] das Auxiliarkastell Resculum () eine Wassermühle () und die orthodoxe Kirche 1929 errichtet.[7]
  • Im eingemeindeten Dorf Tranișu (ungarisch Tranyis) die orthodoxe Holzkirche Sfinții Arhangheli Mihail și Gavriil
  • Im eingemeindeten Dorf Hodișu (ungarisch Hodosfalva) die orthodoxe Kirche Înălțarea Sfintei Cruci 1936 errichtet.[8]
  • Im eingemeindeten Dorf Morlaca (ungarisch Marótlaka) die orthodoxe Kirche 1735 errichtet.[9]
  • Der Stausee Drăgan unterhalb des Zusammenflusses des gleichnamigen Flusses mit dem Sebeșel hat eine 120 Meter hohe, 856 Meter lange Bogenstaumauer () und ist 1985 in Betrieb gegangen. Das Wasserkraftwerk mit den zwei Francis-Turbinen von etwa 146 Megawatt produziert durchschnittlich etwa 200 GWh elektrische Energie pro Jahr.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Poieni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. a b Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  3. Institute Of Archaeology: Poieni. cimec.ro, abgerufen am 19. November 2017 (rumänisch).
  4. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (ungarisch; PDF; 1 MB;)
  5. a b Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch)
  6. BISERICI.org: Biserica Ortodoxă, Poieni. Abgerufen am 21. November 2017 (rumänisch).
  7. BISERICI.org: Biserica Ortodoxă, Bologa. Abgerufen am 21. November 2017 (rumänisch).
  8. BISERICI.org: Biserica Ortodoxă, Hodișu. Abgerufen am 21. November 2017 (rumänisch).
  9. Webdarstellung des eingemeindeten Dorfes Morlaca: Biserica Ortodoxă din Morlaca. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 1. Dezember 2017; abgerufen am 21. November 2017 (rumänisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.morlaca.ro
  10. PROIECTE: Barajul Dragan si CHE Remeti. hidroconstructia.com, abgerufen am 21. November 2017 (rumänisch).
  11. Bild der Holzkirche neben der heutigen orthodoxen Kirche
  12. Oana Ionel: Alexandru Dejeu și Securitatea. (PDF; 321 kB) Abgerufen am 19. November 2017 (rumänisch).
  13. Camera Deputaților: Gavril DEJEU. cdep.ro, abgerufen am 19. November 2017 (rumänisch).