Unguraș

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Unguraș
Schlosswall
Bálványosváralja
Unguraș führt kein Wappen
Unguraș (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Cluj
Koordinaten: 47° 7′ N, 24° 3′ OKoordinaten: 47° 6′ 41″ N, 24° 3′ 2″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 281 m
Fläche: 64,13 km²
Einwohner: 2.777 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 407570
Telefonvorwahl: (+40) 02 64
Kfz-Kennzeichen: CJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Unguraș, Batin, Daroț, Sicfa, Valea Ungurașului
Bürgermeister: Ildiko Mureșan (UDMR)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 486
loc. Unguraș, jud. Cluj, RO–407570

Unguraș [unguˈraʃ] (deutsch Schlosswall, ungarisch Bálványosváralja) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj, in Siebenbürgen, Rumänien.

Der Ort ist auch unter der ungarischen Bezeichnung Váralja bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Unguraș im Kreis Cluj

Die Gemeinde Unguraș liegt im Siebenbürgischen Becken im Nordosten des Kreises Cluj. An der Kreisstraße (Drum județean) DJ 161D befindet sich das Gemeindezentrum 18 Kilometer östlich von der Stadt Dej (Deesch) und etwa 70 Kilometer nordöstlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg) entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Unguraș wurde 1269 urkundlich erwähnt.[3] Archäologische Funde auf dem Areal des Ortes deuten nach Angaben von J. Ackner, J. F. Niegebauer und andere in die späte Bronzezeit.[4] Nach Angaben von I. Marțian deuten Funde im eingemeindeten Dorf Batin (Battendorf), bei Dealul Cetății[5] oder La Cetățele,[6] auf eine Besiedlung der Region bis in die Urgeschichte zurück.

Nach dem Mongolensturm von 1241 wurde auf dem Gebiet des heutigen Gemeindezentrums die Burg Bálványos () errichtet, in deren Nähe eine ungarische Siedlung, das heutige Dorf Unguraș entstand. Im Mittelalter gehörten zur Domäne der Burg mehrere sächsische, ungarische und rumänische Dörfer.

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Dés in der Gespanschaft Szolnok-Doboka, anschließend dem historischen Kreis Someș und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 2.450 1.217 1.062 - 171
1920 2.755 1.338 1.335 1 81
1966 4.131 2.158 1.972 - 1
2002 3.093 1.131 1.850 1 111
2011 2.777 992 1.707 2 76 (Roma 41)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl und gleichzeitig die der Rumänen 1966 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Magyaren (2.095) 1977, die der Roma (116) 1850 und die der Rumäniendeutschen (68) wurde 1910 registriert. Bei einigen Erhebungen wurden bis zu drei Ukrainer registriert.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Ruinen der Bálványos Burg in Unguraș, etwa im 14. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz.[6] Nach dem Besitz siebenbürgischer Fürsten kam sie im 16. Jahrhundert in Besitz des moldauischen Fürsten Petru Rareș. 1536 ließ Georg Martinuzzi mit Steinen der Burg, das neue Schloss in Gherla (Neuschloss) errichten.[3]
  • Im Gemeindezentrum die reformierte Kirche, wurde nach unterschiedlichen Angaben im 14.[6] oder im 15. Jahrhundert[3] errichtet, steht unter Denkmalschutz.
  • Die orthodoxe Kirche im Gemeindezentrum, um das Jahr 1800 errichtet.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unguraș – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Unguraș bei ghidulprimariilor.ro
  • Unguraș auf der Website des Kreisrates von Cluj

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Unguraș bei arcanum.hu
  3. a b c d Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  4. Institute Of Archaeology − Unguraș abgerufen am 21. September 2017 (rumänisch)
  5. Institute Of Archaeology − Batin abgerufen am 21. September 2017 (rumänisch)
  6. a b c Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (rumänisch; PDF; 12,7 MB)
  7. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (ungarisch; PDF; 1 MB)
  8. Angaben zur orthodoxen Kirche in Unguraș bei biserici.org abgerufen am 24. September 2017 (rumänisch)
  9. Angaben zu Mihály Fekete bei mek.oszk.hu abgerufen am 18. September 2017 (ungarisch)