Bonțida

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Bonțida
Bonisbruck
Bonchida
Bonțida führt kein Wappen
Bonțida (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Cluj
Koordinaten: 46° 55′ N, 23° 49′ OKoordinaten: 46° 54′ 41″ N, 23° 48′ 49″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 296 m
Fläche: 80,38 km²
Einwohner: 4.856 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 407105
Telefonvorwahl: (+40) 02 64
Kfz-Kennzeichen: CJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Bonțida, Coasta, Răscruci, Tăușeni
Bürgermeister: Aurel-Emil Cărhaț (PNL)
Postanschrift: Str. Mihai Eminescu, nr. 446
loc. Bonțida, jud. Cluj, RO–407105
Website:

Bonțida (deutsch Bonisbruck, ungarisch Bonchida) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj, in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Bonțida im Kreis Cluj

Die Gemeinde Bonțida befindet sich etwa in der Nordhälfte des Siebenbürgischen Beckens beidseitig am Unterlauf des Someșul Mic (Kleiner Somesch). Das Gemeindezentrum liegt am rechten Ufer des Kleinen Somesch, am Drum național 1C und der Bahnstrecke Apahida–Dej 19 Kilometer südlich von Gherla (Neuschloss) und etwa 30 Kilometer nördlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Bonțida wurde nach unterschiedlichen Angaben erstmals 1245 oder 1263[2] urkundlich erwähnt und gehörte der ungarischen Adelsfamilie Csák, später der Adelsfamilie Bánffy wobei unter den freien Bewohner auch Siebenbürger Sachsen lebten.[3]

Archäologische Funde die auf eine Besiedlung Bonțidas bis in die Jungsteinzeit deuten, wurden nach Angaben von E. Orosz auf dem von den Einheimischen genannten Areal Podărie (ung. Pados), gemacht.[4] Sowohl im eingemeindeten Dorf Coasta (ung. Gyulatelke)[5] als auch in Răscruci (ung. Válaszút) wurden bei der Mündung des Baches Borșa in den Someșul Mic[6] archäologische Funde aus der Bronzezeit gemacht.

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Kolozsvár im Komitat Klausenburg, anschließend dem historischen Kreis Cluj und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 3.643 2.325 946 15 357
1920 4.373 3.094 1.562 14 67
1956 5.658 3.824 1.282 2 550
1992 4.447 3.075 833 1 538
2002 4.722 3.037 902 1 746
2011 4.856 2.897 812 - 1.147 (962 Roma)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl 1956 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumänen (3896) wurde 1977, der Magyaren (2859) wurde 1941, die der Roma 2011 und die der Rumäniendeutschen (89) wurde 1900 registriert. Des Weiteren bekannten sich unterschiedlich bei fast jeder Aufnahme einzelne Einwohner als Ukrainer, Serben oder Slowaken.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die gotische reformierte Kirche mit Renaissance-Elementen[3] in Bonțida, im 13. Jahrhundert und dem hölzernen Glockenturm im 19. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz.[8]
  • Das ehemalige Barockschloss Banffy, wurde 1652 vom italienischen Baumeister Augostino Serena errichtet, 1750 bis 1850 immer wiedermal umgebaut und erweitert, steht unter Denkmalschutz.[8] Letzter Besitzer war der Großgrundbesitzer und Politiker Miklós Bánffy.[3]
  • Im eingemeindeten Dorf Coasta das Gutshaus Dujardin, Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, heute die Dorfschule, steht unter Denkmalschutz.[8] Seit etwa 1600 ist das Dorf ein von Rumänen bewohnter Ort, mit einer Kirche 1669 errichtet.[3]
  • Im eingemeindeten Dorf Răscruci, die reformierte Kirche im 17. Jahrhundert[9] und das Gutshaus Banffy mit dessen Parkanlage im 18. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bonțida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Angaben auf der Website der Gemeinde
  3. a b c d Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  4. Institute Of Archaeology − Bonțida abgerufen am 6. Juli 2017 (rumänisch)
  5. Institute Of Archaeology − Coasta abgerufen am 6. Juli 2017 (rumänisch)
  6. Institute Of Archaeology − Răscruci abgerufen am 6. Juli 2017 (rumänisch)
  7. Volkszählung, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (ungarisch; PDF; 525 kB)
  8. a b c d Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (rumänisch; PDF; 12,7 MB)
  9. Angaben zur Kirche in Răscruci bei biserici.org abgerufen am 9. Juli 2017 (rumänisch)