Bordighera

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Bordighera
Wappen
Bordighera (Italien)
Bordighera
Staat Italien
Region Ligurien
Provinz Imperia (IM)
Koordinaten 43° 47′ N, 7° 40′ OKoordinaten: 43° 47′ 0″ N, 7° 40′ 0″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 10 km²
Einwohner 10.454 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 1.045 Einw./km²
Postleitzahl 18012
Vorwahl 0184
ISTAT-Nummer 008008
Volksbezeichnung A984
Schutzpatron Sant'Ampelio
Website http://www.bordighera.it/
Lage Liguriens an der italienischen Riviera

Bordighera ist ein Ferien- und Badeort mit 10.454 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Provinz Imperia, Region Ligurien an der Italienischen Riviera.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bordighera liegt jeweils etwa 10 km von San Remo (im Osten) und der französischen Grenze (im Westen) entfernt. Die Stadt gliedert sich in zwei Stadtteile, die durch die Via Romana getrennt werden: Die Altstadt und den neueren Teil aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die historische Altstadt liegt im Osten Bordigheras auf einem 46 m hohen Hügel, dem Capo San Ampelio (Kap Ampelio). Die Neustadt zieht sich entlang der Küste von der Altstadt bis zur Nervia-Mündung im Westen. Bordighera hat ein besonderes Mikroklima mit milderen Sommern und wärmeren Wintern bei relativ niedriger Luftfeuchtigkeit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist bekannt, dass bereits im 5. Jahrhundert vor Christus ligurische Stämme auf dem heutigen Stadtgebiet siedelten. Im Jahre 411 soll der Eremit Ampelio, der von Ägypten kam, hier Dattelbäume gepflanzt haben. Im Jahre 1340 beginnt die Geschichte der Stadt Bordighera, da sie als „Villa Burdighete“ erstmals als kleine Ansiedlung belegt ist. Diese Ansiedlung muss wohl später wieder aufgegeben worden sein.

Am 2. September 1470 wurde in einer Versammlung von 32 Familien aus „Castrum Sancti Nicolai“ („Borghetto San Nicolo“ war ein früheres Dorf, welches heute ein Stadtteil von Bordighera ist) der Entschluss gefasst, den Ort auf dem Hügel oberhalb der Kirche am Kap Ampelio wieder zu errichten. Am 20. April 1686 gründen acht Dörfer eine „Freie Acht-Dörfer-Republik“ – darunter auch Bordighera –, die bis zur napoleonischen Zeit bestand. Später gehört Bordighera zur demokratischen Republik Ligurien und diese wird als Folge des Wiener Kongresses an den Staat Sardinien angegliedert.

Durch den romantischen Liebesroman „Il Dottor Antonio“ von Giovanni Ruffini, der in San Remo und Bordighera spielt und 1855 erstmals in Edinburgh erschien, wird der Ort in ganz England bekannt. Dies löst eine Reisewelle an die italienische Riviera insbesondere von England, aber auch von Frankreich, Russland, Deutschland und Österreich vor allem nach Bordighera und San Remo aus. Der Strom der Touristen wird noch durch den Bau der Eisenbahn im Jahre 1872 verstärkt. Zur damaligen Zeit gab es hauptsächlich den Wintertourismus, das heißt die Touristen kamen im Herbst und blieben bis zum Frühling des nächsten Jahres. Zu manchen Zeiten waren mehr Engländer im Ort als Einheimische.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1861 2.358
1871 2.357
1881 3.026
1901 4.843
1911 5.470
1921 6.142
1931 7.256
Jahr Einwohner
1936 7.334
1951 8.515
1961 11.252
1971 11.654
1981 12.043
1991 11.129
2001 10.292

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946–1965: Prof. Raul Zaccari
  • 1965–1970: Lodovico Ronco
  • 1970–1971: Dr. Giulio Martinucci
  • 1971–1975: Emilio Verrando
  • 1975–1980: Dr. Giorgio Laura
  • 1980–1982: Livio Gerin
  • 1982–1983: Pier Giorgio Zaccari (bis 31. Juli 1983)
  • 1983–1983: Giovanbattista Ansaldi (1. August–10. Oktober)
  • 1983–1984: Renata Olivo (bis 24. Februar 1984)
  • 1984–1984: Dr. Amando Levante (10. März–25. August)
  • 1984–1994: Renata Olivo
  • 1994–2002: Dr. Ivo Alvaro Vignali
  • seit 2002: Giovanni Bosio

Quelle: [2]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bordighera: Gemälde von Claude Monet (1884)
Blick zum kleinen Hafen von der Via Romana aus

Bordighera wird von Reisenden, Malern und Dichtern vor allem wegen seiner reichhaltigen mediterranen Flora als Ort von ausnehmender Schönheit beschrieben. So zählte der Botaniker Gerolamo Molinari 1869 rund 12.000 Palmen, 36.000 Zitronen- und Apfelsinenbäume und ca. 50.000 Olivenbäume. Außerdem gibt es hier Eukalyptusbäume, Myrten, Mimosen, Agaven, Oleander und neben einer Vielzahl verschiedener Kakteen auch andere exotische Pflanzenarten. Insbesondere die farben- und duftintensive Pflanzenwelt haben berühmte Persönlichkeiten wie zum Beispiel den englischen Schriftsteller Charles Dickens und den französischen Maler Claude Monet (siehe Bild) beeindruckt.

Die Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der malerischen Altstadt sind vor allem die drei Stadttore – im Süden die Porta del Capo (17. Jahrhundert), im Osten die Porta della Maddalena (Umbau 1780) und im Westen die Porta Sottana (15. Jahrhundert) - und Reste der Stadtmauer sehenswert. Durch verwinkelte Gassen erreicht man die Piazza del Popolo mit der Pfarrkirche Santa Maria Maddalena (von 1617, umgebaut 1886). Erwähnenswert ist noch das Rathaus, das Charles Garnier 1870 in einem dem Barock ähnlichen Stil erbaut hat. Am Capo San Ampelio, am östlichen Ortseingang unterhalb der Altstadt, erinnert eine kleine Kapelle an den Heiligen Ampelio - den Einsiedler, der den Samen der Dattelpalme aus Ägypten hierher gebracht haben soll.

Die Neustadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neustadt besteht hauptsächlich aus Hotels, Jugendstilvillen mit schönen Gärten und einer langgezogenen und schönen Seepromenade. Erwähnenswert ist das Museum Bicknell (gegründet 1888), welches heute zugleich Sitz des „Internationalen Instituts für ligurische Studien“ ist (gegründet 1938). Clarence Bicknell (1842-1918) war ein englischer Naturforscher, Archäologe, Botaniker, Mathematiker und protestantischer Pastor. Im Museum Bicknell befinden sich weit mehr als 50.000 Bände, Karten und etwa 12.000 Felszeichnungen, die Bicknell an den Hängen des Mont Bégo im Vallée des Merveilles (Tal der Wunder) entdeckt und abgezeichnet hatte. Die Stadt verdankt Bicknell auch die Gründung der Stadtbibliothek im Jahre 1883. Diese Bibliothek besitzt ca. 70.000 Bände, von denen etwa 22.000 aus einer englischen Stiftung stammen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt lebt hauptsächlich vom Tourismus. Außerdem hat Bordighera seit 1586 das Privileg, kunstvoll geflochtene Palmenwedel, die Palmurelli, für die Palmsonntags-Prozession an den Vatikan nach Rom liefern zu dürfen.

Roman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giovanni Domenico Ruffini, Doctor Antonio (1855) (in Italien 1937 von Enrico Guazzoni verfilmt und 1954 vierteilig fürs Fernsehen verfilmt)
  • John von Düffel, Hotel Angst, Novelle, Köln 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Kurt Bauer: 40 Jahre Städtepartnerschaft Bordighera – Neckarsulm 1963 - 2003, Neckarsulm 2003, Seite 94 bis 109

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckart Diezemann: Italienische Riviera – Die ligurische Küste, Goldstadtverlag GmbH, Pforzheim 2000, ISBN 3-89550-005-4.
  • Sybille Geier: Ligurien, Cinque Terre, Italienische Riviera, Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH, Bielefeld 2005, ISBN 3-8317-1342-1.
  • Kurt Bauer: 40 Jahre Städtepartnerschaft Bordighera – Neckarsulm 1963–2003, Hrsg. Stadt Neckarsulm, Neckarsulm 2003
  • Wilhelm Hörstel: Das Palmyra Italiens. Mit neun Illustrationen nach photographischen Original-Aufnahmen. In: Reclams Universum : Moderne illustrierte Wochenschrift 28.2 (1912), S. 745–750.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bordighera – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien