Titz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Titz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Titz
Titz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Titz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 0′ N, 6° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 68,51 km²
Einwohner: 8277 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52445
Vorwahlen: 02463, 02164 (Jackerath)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL, MON, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 056
Gemeindegliederung: 16 Stadtteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Landstraße 4
52445 Titz
Webpräsenz: www.gemeinde-titz.de
Bürgermeister: Jürgen Frantzen (CDU)
Lage der Gemeinde Titz im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Städteregion Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
Über dieses Bild
Ortskern Titz

Titz ist eine ländlich geprägte Gemeinde im Norden des Kreises Düren (Nordrhein-Westfalen).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Titz liegt in der Jülicher Börde. Im Süden befindet sich die Sophienhöhe. Östlich und nordöstlich der Gemeinde liegt der Braunkohletagebau Garzweiler.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Malefinkbach entspringt bei Titz und fließt zur Rur.

Erkelenz
Jüchen
Linnich Compass card (de).svg Bedburg
Jülich Elsdorf
Niederzier

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Titz setzt sich seit der Gebietsreform des Jahres 1975 aus 16 Ortsteilen zusammen:

Die Ortschaft Titz selbst hat 2.409 Einwohner. (Stand: 31. Oktober 2009)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die ehemaligen Gemeinden Gevelsdorf, Hasselsweiler und Müntz eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1972 kam Rödingen hinzu. Aus der aufgelösten Gemeinde Garzweiler wurden Titz 4,80 km² mit damals 763 Einwohnern zugewiesen.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
     
Von 26 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 62,88 % (2009: 67,77 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,34 %
8,75 %
31,59 %
8,19 %
3,13 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009[4]
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
+7,93 %p
-17,21 %p
+10,45 %p
+0,99 %p
-2,16 %p
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Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Titz. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem 21. Oktober 2009 Jürgen Frantzen (CDU); bei der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurde er mit einem Ergebnis von 59,6 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Bisherige Bürgermeister (seit der kommunalen Neugliederung):

  • 1969 bis 1994: Wilhelm Lieven, CDU
  • 1994 bis 1999: Hans-Jürgen Herrmann, SPD
  • 1999 bis 2009: Josef Nüßer, CDU
  • seit Okt. 2009: Jürgen Frantzen, CDU

Wappen und Banner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde Titz ist[6] das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Blasonierung:„In gold (gelb) ein rotbewehrter und -bezungter schwarzer Löwe, begleitet (heraldisch) rechts von drei, links von zwei sechsstrahligen blauen Sternen; links oben befindet sich ein abnehmender blauer Mond.“

Das Wappen wurde 1972 vom Amt Titz übernommen und entstammt einem Schöffensiegel von 1343. Es zeigt den schwarzen Löwen des Herzogtums Jülich, zu dem Titz früher gehörte. Die Sterne stehen für die Anzahl der ehemaligen Gemeinden, die Bedeutung des Mondes ist ungeklärt.

Der Gemeinde ist ferner[7] das Recht zur Führung einer Flagge (Banner) verliehen worden.

Beschreibung des Banners:„Blau-gelb im Verhältnis 1:1 längs-gestreift mit dem Gemeindewappen in der oberen Hälfte.“[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düppelsmühle

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synagoge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rödingen existiert eine der wenigen erhaltenen Landsynagogen im Rheinland. Das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen zeigt hier in einer Dauerausstellung Jüdisches Leben im Rheinland und bietet zahlreiche Veranstaltungen an. In Rödingen und Müntz befinden sich jüdische Friedhöfe.

Evangelisches Gemeindezentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisches Gemeindezentrum Titz

Die evangelische Kirchengemeinde Kirchherten unterhält in Titz ein Gemeindezentrum, das für Gottesdienste, Frauenkreise. kirchlichen Unterricht und einen Bibelkreis genutzt wird. Das multifunktionale Gebäude beisitzt zwei farbige Glasfenster des Alsdorfer Glaskünstlers Ludwig Schaffrath.[10]

Matronensteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1785 wurden zwischen Rödingen und Höllen neun Matronensteine aus der römischen Siedlungsphase gefunden. Ein Stein ist noch erhalten. Das Original steht im Reiss-Museum Mannheim, je ein Duplikat im Foyer des Rathauses Titz und in der Ortschaft Rödingen Ecke Hohe Straße/Platz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karnevalsumzug in Titz am Tulpensonntag. Veranstalter ist die Interessengemeinschaft Titzer Karneval e.V.
  • Radrennen sowie Vatertagsfest. Veranstalter ist der SV 1919 Rödingen-Höllen e.V.
  • Schützenfest in Titz am ersten Sonntag nach dem 8. September. Veranstalter ist die St. Antonius-Schützenbruderschaft Titz 1442 e.V.

Jakobsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Titz führt über Mündt, Opherten, Titz, Meerhof und Spiel ein Pilgerweg der Wege der Jakobspilger im Rheinland. Es ist der Weg 9, der von Dortmund nach Aachen führt. Stationen des Weges sind die benachbarten Orte Kaster und Jülich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 wurden 87 % der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt. Damit ist die Gemeinde Titz die Kommune mit dem größten Anteil landwirtschaftlich genutzter Fläche in Nordrhein-Westfalen. Als Folge davon ist Titz mit einem Waldanteil von unter 4 % gleichzeitig die Kommune mit dem geringsten Waldanteil in Nordrhein-Westfalen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahn A 44 verläuft durch die Gemeinde und bildet mit der Autobahn A 61 bei Jackerath das gleichnamige Autobahndreieck.

ehemalige Bahntrasse zwischen Immerath und Titz

Titz hatte früher einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Mönchengladbach–Stolberg. Da die Bahntrasse östlich der Ortschaft Titz in deutlichem Abstand vorbeiführte, befand sich der Titzer Haltepunkt am äußersten Nordostende an der Landstraße Richtung Jackerath. Obwohl Titz deutlich größer als Ameln ist, hatte Titz nur einen unbedeutenden Haltepunkt. Dieser bestand jedoch aus zwei Bahnsteigen, die sich bis heute – mittlerweile überwachsen – nördlich und südlich der Landstraße befinden.

Titz ist in das Radwegenetz von Nordrhein-Westfalen eingebunden. Rad-Touristiker können sich am System der Knotenpunkte orientieren. Der Radwanderweg Wasserburgen-Route führt durch die Gemeinde.

Landesbetrieb Straßenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landesbetrieb Straßenbau, Niederlassung Krefeld unterhält in der Nähe des Autobahndreiecks die Autobahnmeisterei Titz.

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, eine Dienststelle des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), unterhält in Titz-Höllen eine Außenstelle. Diese ist für die archäologischen Grabungen in den Braunkohlentagebauen Garzweiler, Hambach und Inden zuständig. Am jährlich stattfindenden Tag der Archäologie kann die Außenstelle besichtigt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann-Josef Paulißen (Bearb.): Die Bevölkerung von Titz im Jahre 1812. Zur Personen-Struktur einer rheinischen Landgemeinde (= Forum Jülicher Geschichte. Band 23). Jülich 1997, ISBN 3-932903-03-X.
  • Monika Grübel: Synagoge und Vorsteherhaus in Titz-Rödingen. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. Rheinland-Verlage, Köln 2001, ISBN 3-7927-1838-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Titz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 99.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 294.
  4. Gemeinde Titz. Kommunalwahlen 2009. 30. August 2009, abgerufen am 6. November 2014.
  5. Gemeinde Titz. Europawahl / Kommunalwahlen 2014. 25. Mai 2014, abgerufen am 4. November 2014.
  6. Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln, Az. -31.21.04- vom 11. Dezember 1972.
  7. Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln, Az. -31.21.04- vom 11. Dezember 1972.
  8. Hauptsatzung der Gemeinde Titz, § 2 Absatz 1 und 2. Abgerufen am 20. Dezember 2012.
  9. Rainer Draaf: Die historische Efferener Windmühle. Hürther Beiträge zur Geschichte, Kultur und Regionalkunde 78, 2008, S. 39–48.
  10. Schaffrath-Glasfenster im Ev. Gemeindezentrum Titz
  11. Heimat- und Geschichtsverein Titz - Ehrenmitgliedschaften
  12. Heimat- und Geschichtsverein Titz - Verleihung der Ehrenmitgliedschaft