Bothfeld-Vahrenheide

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Wappen von Hannover
Bothfeld-Vahrenheide
Stadtbezirk von Hannover
Karte Hannovers, Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide hervorgehoben
Fläche 30,69 km²
Einwohner 50,012 (31. Dez. 2021)
Bevölkerungsdichte 2 Einwohner/km²
Arbeitslosenquote 7,6 % (31. Dez. 2019)
Postleitzahlen 30657, 30659
Website hannover.de
Gliederung
Stadtbezirksnummer 3
Stadtteile
Politik
Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg (SPD)
Sitzverteilung (Stadtbezirksrat (19 Sitze))
SPD CDU Grüne AfD FDP Linke
7 6 3 1 1 1
Verkehrsanbindung
Autobahn A2 A37
Stadtbahn 2 3 7 9
Quelle: hannover.de; Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2019, S. 5, 8, 87; u. a.

Bothfeld-Vahrenheide (Zum Anhören bitte klicken!Abspielen [boːtfɛlt vaːhʁənhaɪ̯də]) ist der 3. Stadtbezirk in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Er hat 50.012 Einwohner und besteht aus den Stadtteilen Bothfeld (20.643 Einwohner), Sahlkamp (14.318 Einwohner), Vahrenheide (9.912 Einwohner), Isernhagen-Süd (3.020 Einwohner) und Lahe (2.119 Einwohner) (Stand 31. Dezember 2019).[1]

Bothfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bothfeld ist ein unterschiedlich strukturierter Stadtteil. Das älteste Gebäude ist die seit 1288 bekannte St.-Nicolai-Kirche mit ihrem im 14. Jahrhundert aus Raseneisenstein erbauten Turm. Das Kirchenschiff entstand 1911 neu nach Plänen des Architekten Eduard Wendebourg.[2] Neben dem Turm der Kirche steht seit 1941, dem 100. Jahrestag des Liedes der Deutschen, eine Eiche zum Gedenken an dessen Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der in Bothfeld seine Familie gründete. Seine Braut Ida vom Berge lebte dort im Hause ihres Vaters, der Pastor der Kirchengemeinde St. Nicolai war. Im Jahre 2019 wurde feierlich die Neugestaltung des Friedenmahnmals „Geh-Denk-Garten Frieden“ unter Mitwirkung des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil eingeweiht.

Der 1981 aufgelöste frühere Stadtteil Klein-Buchholz wurde zum größten Teil Bothfeld zugeschlagen. Seit 2003 gibt es an der Sutelstraße den Einkaufspark Klein-Buchholz, innerhalb dessen eine Fläche als „Platz der Klein-Buchholzer Bürger“ bezeichnet ist. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen wie Wochenmarkt, Schützenfest und andere Feste statt.

Bothfeld wird heute im Norden von der Autobahn 2 und im Süden vom Mittellandkanal und der Podbielskistraße begrenzt. Im Westen bilden die General-Wever-Straße und die Langenforther Straße die Grenze zum Stadtteil Sahlkamp, im Osten bilden die Straße Im Heidkampe, der Laher Graben und die Kirchhorster Straße die Grenze zum Stadtteil Lahe.

Die Wohngebiete bestehen überwiegend aus Einfamilien- und Reihenhäusern unterschiedlicher Bauperioden, unter anderem gibt es freistehende Häuser, Gartenhofhäuser und die Grasdachsiedlung Laher Wiesen. Im Süden an der Podbielskistraße dominieren Büro- und Verwaltungsbauten, Einkaufszentren und Geschosswohnungsbau.

In der Nähe der St.-Nicolai-Kirche an der Ebelingstraße liegt der alte Bothfelder Friedhof. An der Burgwedeler Straße liegen der 1924 eröffnete Jüdische Friedhof Bothfeld sowie der Stadtteilfriedhof Bothfeld, auf dem am 9. Juni 1967 Benno Ohnesorg beerdigt wurde. Gegenüber dem Stadtteilfriedhof auf der anderen Seite der Burgwedeler Straße erstreckt sich das Waldstück Große Heide bis nach Isernhagen-Süd.

Am Uslarplatz stand früher die Windmühle, die jetzt in Groß-Buchholz steht. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Spiel- und Bolzplatz.

Durch Bothfeld verkehrt die Stadtbahnlinie 9, auf der Podbielskistraße fahren zudem die Linien 3 und 7. Der ehemalige Straßenbahn-Betriebshof Buchholz wurde von der Üstra aufgegeben. Die historische Straßenbahnhalle wurde zu einem Einkaufszentrum umgebaut. Auf dem Freigelände wurde eine Abstellanlage für Stadtbahnen des Typs TW 2000 errichtet.

Im Schulzentrum am Hintzehof, bisher Ada-Lessing Hauptschule und Lotte-Kestner Realschule, wurde im August 2013 eine Integrierte Gesamtschule als Ganztagsschule eingerichtet. Im Stadtteil gibt es zudem eine Waldorfschule und die Freie Evangelische Schule Hannover. Auf dem dem Bothfelder Anger am Rande des Schulzentrums steht die als Naturdenkmal geschützte Bothfelder Hochzeitseiche.

In Bothfeld befinden sich die evangelisch-lutherischen Kirchen St. Nicolai (auch Bothfelder Kirche genannt) und St. Nathanael sowie die katholische Kirche Heilig Geist von 1963. Die neuapostolische Kirche am Prießweg wurde geschlossen, ihre Gemeinde wurde 2005 mit der Gemeinde in List zusammengelegt.

Der TuS Bothfeld von 1904 e. V. ist mit über 2200 Mitgliedern, davon weit über die Hälfte Kinder und Jugendliche, einer der größten Sportvereine in Hannover.

Die Schützengesellschaft Bothfeld von 1892 e. V. veranstaltet auf dem Festplatz jährlich ein Schützenfest und nimmt am Hannoverschen Schützenausmarsch teil.

Persönlichkeiten

Isernhagen-Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isernhagen-Süd ist der nördlichste Stadtteil Hannovers. Er grenzt im Westen an die Stadt Langenhagen, im Norden und Osten an die Gemeinde Isernhagen, im Süden bildet die A 2 die Grenze zu den Stadtteilen Sahlkamp und Bothfeld. Bis zur Eingliederung in die Landeshauptstadt, die am 1. März 1974 wirksam wurde, gehörte Isernhagen-Süd zur Niedernhägener Bauerschaft von Isernhagen.[3] Im Stadtteil stehen überwiegend Einfamilienhäuser.

Die Eichengruppe Im Kamp, eine Gruppe aus 17 Stieleichen, ist als Naturdenkmal geschützt

Am Fasanenkrug befindet sich die Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 9. Zu besonderen Anlässen wie dem Bothfelder Herbstmarkt oder der Nikolausfahrt verkehren historische Straßenbahnen der üstra.

Der Bürgerverein Isernhagen-Süd e. V. kümmert sich um die Erhaltung und Verschönerung des Ortsbildes. Der TSC Isernhagen Süd ist der einzige Sportverein im Stadtteil. Der Tennisverein besitzt neun Außenascheplätze, von denen einer überdacht und beheizt ist.

Lahe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

E.ON Energy from Waste GmbH in Lahe

Lahe wird im Westen begrenzt durch den Laher Graben, im Nordosten durch die Straße Varrelheide. Die Grenze verläuft im Gewerbegebiet etwas nördlich dieses Straßenzuges weiter nach Osten durch den Altwarmbüchener See bis zur A 7, danach östlich der A 37 zur Buchholzer Straße und von der Kreuzung Kirchhorster Straße entlang dieser Straße wieder bis zum Laher Graben.

Im Stadtteil befindet sich die von dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) betriebene Deponie Hannover mit der höchsten Erhebung der Stadt (vor dem fast gleich hohen Kronsberg im Südosten), dem Nordberg, einem 118 Meter hohen Müllberg.

Am 11. Juni 2006 wurde die Stadtbahnlinie 3 nach Altwarmbüchen verlängert, wodurch Lahe und insbesondere der Stadtfriedhof Lahe einen Stadtbahnanschluss erhielt.

Durch Lahe führen die Autobahnen A 2 und A 37, die sich hier im Autobahnkreuz Hannover-Buchholz kreuzen.

Vahrenheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße Alter Flughafen in Vahrenheide mit Blick auf den Wasserturm Hannover

Vahrenheide wird im Norden durch die Autobahn 2 und die Kugelfangtrift begrenzt, im Osten durch die Peter-Strasser-Allee und die Straße Holzwiesen, im Süden durch den Mittellandkanal und im Westen durch die Vahrenwalder Straße.

Der Stadtteil hat seinen Namen von der Vahrenwalder Heide. Hier soll am 18. August 1903 Karl Jatho einen der ersten Motorflüge der Welt vollbracht haben. Einige Jahre später schuf die Reichswehr hier einen Flugplatz, aus dem nach dem Ersten Weltkrieg der Flughafen Hannover-Vahrenwald entstand. Der Flughafen wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und danach nicht wieder in Betrieb genommen. Als Ersatz wurde 1952 der Flughafen Hannover-Langenhagen eröffnet.

In Vahrenheide befinden sich die evangelisch-lutherische Tituskirche und die katholische St.-Franziskus-Kirche, beide Kirchen wurden im Jahr 1964 fertiggestellt und eingeweiht.

Sahlkamp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epiphaniaskirche im Sahlkamp

Sahlkamp ist überwiegend geprägt durch in den 1950er und 1960er Jahren errichtete Einfamilienhäuser. Daneben gibt es an den Straßen Hägewiesen und General-Wever-Straße Hochhäuser aus den 1970er Jahren.

Durch eine hohe Anzahl von Sozialwohnungen ist hier ein sozialer Brennpunkt entstanden. Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund im Stadtteil liegt bei überdurchschnittlichen 36 Prozent. Am 19. Juni 2010 kam es bei einem Straßenfest zu einem Zwischenfall: Eine Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde wurde von einer antisemitische Parolen rufenden Gruppe von Kindern und Jugendlichen u. a. arabischer Abstammung mit Kieselsteinen beworfen. Eine Tänzerin wurde dadurch verletzt, so dass die Tanzvorstellung abgebrochen wurde.[4]

Für Jugendliche und Kinder gibt es als Freizeitangebote ein Jugendzentrum und einen Stadtteilbauernhof, auf dem Kinder und Jugendliche mit Tieren des Landlebens direkten Kontakt haben können. Das Gelände der ehemaligen Außenstelle des Gymnasiums Herschelschule ist heute eine Kindertagesstätte. Durch die Stadtbahnlinie 2 (Alte Heide – Rethen) ist der Sahlkamp mit der Innenstadt verbunden. Ebenso durchqueren mehrere Buslinien den Stadtteil.

Bezirksrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl vom 12. September 2016 wurde die SPD wieder stärkste Partei (32,2 %). Die CDU erreichte 29,5 %, die AfD 12,4 %, die Grünen 11,8 %, die FDP 6,4 % und die Linke 4,8 %. Der Bezirksrat dieses Stadtbezirks tagt etwa zehnmal im Jahr. Die Termine und die vorgesehenen Beratungspunkte der für die Öffentlichkeit zugänglichen Sitzungen sind neben der Bekanntgabe in den Tageszeitungen auch unter Hannover.de zu finden.[5] Die Sitzverteilung, die Mitglieder des Stadtbezirksrates und ihre Erreichbarkeit, Bezirksbürgermeister und Stellvertretung sind auf der Webseite Hannover.de dargestellt.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Bevölkerungszahl seit 2011[7]
Jahr  Bothfeld  Isernhagen-Süd  Lahe  Sahlkamp  Vahrenheide  Gesamt
2011  20.435  2.781  1.798  13.713  9.152  47.879
2012  20.386  2.800  1.813  13.680  9.288  47.967
2013  20.463  2.810  1.789  13.715  9.481  48.258
2014  20.476  2.843  1.826  13.880  9.650  48.675
2015  20.579  2.861  1.827  14.199  10.030  49.496
2016  20.660  2.904  1.899  14.386  9.974  49.823
2017  20.512  2.935  1.903  14.433  9.884  49.667
2018  20.589  2.994  1.993  14.368  9.961  49.905
2019  20.643  3.020  2.119  14.318  9.912  50.012

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Stoffert: Von den Urzeiten bis zur Gegenwart. Chronik und Heimatbuch Klein-Buchholz mit Lahe. Buchdruckwerkstätten, Hannover 2004, ISBN 3-89384-027-3
  • Wilhelm Winkel: Bothfeld. Geschichte von Kirchspiel und Vogtei mit den Orten Bothfeld, Groß-Buchholz, Klein-Buchholz und Lahe. Nachgelassenes Manuskript bearbeitet von Ingeborg Tehnsen-Heinrich, Heimatbund Niedersachsen, Hannover 1986, ISBN 3-9800677-1-8
  • Annette Bochynek-Friske: Ein Stadtteil von Hannover. Der Sahlkamp. Unser Zuhause. Selbstverlag
  • Gerhard Stoffert, Bernd Sperlich: Von Botvelde 1274 bis Bothfeld 2009. Chronik & Heimatbuch in zwei Teilen mit 1308 Abbildungen, Selbstverlag, Hannover 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bothfeld-Vahrenheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2019. Abgerufen am 13. November 2020 (Seite 7).
  2. Klaus Siegner: Architektenbiographien. In: Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert. rev. Neuauflage des Kataloges zur Ausstellung (1998–1999) Vom Schloß zum Bahnhof, Bauen in Hannover. hrsg. von Günther Kokkelink und Harold Hammer-Schenk, Verlag Th. Schäfer Hannover und Institut für Bau- und Kunstgeschichte der Universität Hannover, ISBN 3-88746-236-X, S. 567 ff., hier: S. 571
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 189.
  4. Jüdische Tänzer beschimpft und mit Steinen beworfen. In: HAZ. 22. Juni 2010, abgerufen am 29. Januar 2012.
  5. Stadtbezirksportal auf Hannover.de, Abruf am 21. Jänner 2021
  6. Gremien des Stadtbezirks, Abruf am 21. Jänner 2021
  7. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke. Stadt Hannover, abgerufen am 16. Januar 2021.

Koordinaten: 52° 25′ N, 9° 46′ O