Burgruine Pfeffersberg

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Burgruine Pfeffersberg
Burgruine Pfeffersberg

Burgruine Pfeffersberg

Entstehungszeit: um 1194
Burgentyp: Hügelburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Ministerialien
Geographische Lage 46° 43′ 15,2″ N, 11° 38′ 35,3″ OKoordinaten: 46° 43′ 15,2″ N, 11° 38′ 35,3″ O
Höhe: 740 m s.l.m.
Burgruine Pfeffersberg (Südtirol)
Burgruine Pfeffersberg

Die Burgruine Pfeffersberg, auch Pfefferburg genannt, befindet sich am Pfeffersberg, den westlichen Hängen des Brixner Talkessels. Der Burghügel ist nach drei Seiten steil abfallend und gegen die Bergseite im Westen durch eine Einsenkung mit Rückfallkuppe geschützt. Hier wurde eine vorgeschichtliche Siedlung festgestellt und eine Schatzsage, welches sich auf das Schloss Pfeffersberg bezieht, deutet auf ihr hohes Alter hin. Es finden sich auf der Kuppe des Hügels die Fundamente des Bergfrieds, weiter östlich 3 m hohe, ca. 1,20 m dicke Mauern, die von der Ringmauer herrühren, die hier wahrscheinlich mit dem Palas verbaut war. Diese Ringmauer ist von weither sichtbar, wird aber fälschlicherweise für Weinbergmauern gehalten. Zwischen Bergfried und Ringmauer findet man die Reste des alten Brunnens. Die gesamte Anlage ist stark von Gestrüpp überwachsen, sodass nur mehr schwer die Ausmaße zu erkennen sind.

Bergfried der Ruine Pfeffersberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Pfeffersberg (castrum Pfefferwurg) wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts (1194) auf dem 740 Meter hohen Moränenschuttkegel zwischen dem Burger- und Oberebnerhof erbaut; als Erbauer gilt Hermann vom Michaelstor (de Porta sti. Michaelis) einem Bruder des Ministerialienherrn und Burggrafen Albert, Begründer des Geschlechts der Voitsberger.

Tuschezeichnung von Roschmann 1804 mit dem Bergfried der Ruine Pfefferburg

Dieser Hermann nannte sich von nun an „von Pfefferberg“. Das Geschlecht starb aber schon um 1260 mit seinen Enkeln Gotschalk, Arnold und Konrad aus und fiel daraufhin an die Herrn von Voitsberg zurück. Urkundlich wird die Burg Pfeffersberg 1233 erwähnt, als dort Bischof Heinrich dem Domkapitel gewisse Einkünfte bestätigte. Im Zuge der Fehde zwischen den Voitsberger und Bischof Bruno wurde die Burg Voitsberg geschleift, die Burg Pfeffersberg wurde schwer beschädigt und daraufhin verlassen. Die Burg verfiel zusehends und wurde als Steinbruch von den umliegenden Bauern benutzt. Marx Sittich von Wolkenstein schrieb in seiner tirolischen Chronik (um 1600): „außer Brixen der Stadt, nicht weit auf ainen pichel ist ein alter thuren genant Pfeferwurg, aber ist alles zerfallen ... hat sein eigenen gerichtel zue gehabt, genant Pfeferwurg, geheart aber iaz unther der stadt Brixen obrigkeit“. Noch bis 1830 ragten noch der Bergfried und die Teile des Palas auf, weshalb das Volk die Ruine den „öden Turm“ nannte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Reste des Bergfrieds von Studenten zerstört, die Mauersteine wurden zum Bau des Postgebäudes in der Trattengasse verwendet.

Heute wird der Hügel privat vom Grundeigentümer genutzt und der Platz davor liebevoll gepflegt. Die Mauerreste des Bergfrieds und des Brunnens harren noch deren Freilegung, ebenso die Ringmauer. Durch die prominente Lage ist der Hügel jedoch eine hervorragende Aussichtsposition über die ganze Stadt Brixen und das gesamte Talbecken.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Bitschnau, Oswald Trapp: Pfeffersberg. In: Oswald Trapp (Hrsg.), Tiroler Burgenbuch. IV. Band: Eisacktal. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1977, S. 22–23.
  • Ignaz Mader: Die Ortsnamen der Gemeinde Pfeffersberg bei Brixen a. E. (= Schlern-Schriften 37). Wagner, Innsbruck 1937.
  • Arthur Maria Scheiber: Die Burggrafen von Brixen bis zur Erbauung der namengebenden Burg Voitsberg. Wien 1947–1949.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burgruine Pfeffersberg – Sammlung von Bildern