Laimburg

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Laimburg
Burgruine Laimburg von der Sohle des Etschtals aus gesehen

Burgruine Laimburg von der Sohle des Etschtals aus gesehen

Entstehungszeit: spätes 13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Geographische Lage 46° 23′ 1,5″ N, 11° 17′ 5,4″ OKoordinaten: 46° 23′ 1,5″ N, 11° 17′ 5,4″ O
Laimburg (Südtirol)
Laimburg

Die Laimburg ist die Ruine einer Höhenburg auf dem Mitterberg in der Gemeinde Pfatten in Südtirol. Sie befindet sich auf dem Kreiter Sattel, der einen Übergang von der Sohle des Etschtals zum Kalterer See vermittelt. Unmittelbar südwestlich über dem Sattel erhebt sich auf einer Anhöhe die Leuchtenburg, östlich unterhalb des Sattels das nach der Burg benannte Versuchszentrum Laimburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dendrochronologische Datierungen und bautechnische Analysen machen eine Errichtung der Anlage in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wahrscheinlich. Die urkundliche Ersterwähnung der Laimburg geht auf das Jahr 1269 zurück, als der Graf von Tirol Meinhard II. die vest Layenburg seinem Vertrauten, dem aus einem Bozner Bürgergeschlecht entstammenden Heinrich Laian (Laianus), verlieh.[1]

Im 14. Jahrhundert war die Burg im Besitz der Rottenburger. 1339 und 1341 wurde sie von den Truppen des Bischofs von Trient erobert und dabei stark beschädigt. Nachdem die Rottenburger wieder ihren Besitz zurückerlangt hatten, kam es zu Instandsetzungsarbeiten und baulichen Erweiterungen, mit denen die Festung ihre heutige Ausdehnung erreichte. 1410 ging die Laimburg im Zuge der Rottenburger Fehde an Herzog Friedrich IV. über, der sie 1424 dem landesfürstlichen Pfleger Wilhelm von Waltenhofen verlieh.[1] Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg aufgelassen.

Mit der Burghut war auch ein räumlich wenig umfangreiches, gleichnamiges Landgericht verknüpft, zu dem insbesondere Pfatten gehörte, wie eine Urkunde von 1488 mit der Angabe „Pháttenn inn Laymburger gericht“ belegt.[2] Dieses umfasste neben Pfatten (Oberviertl und Unterviertl) auch die Höfe und Weiler Stadl, Kreit, Klughammer, Gmund und Piglon.[3]

Von 1999 bis 2001 wurde die Ruine mit Mitteln des Landes Südtirol, dem die Anlage gehört, konsolidiert und archäologisch erforscht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waltraud Kofler-Engl, Gustav Pfeifer (Hrsg.): Die Laimburg: Geschichte – Archäologie – Restaurierung. Athesia, Bozen 2006, ISBN 978-88-8266-398-8
  • Gustav Pfeifer, Christian Terzer: Laimburg. In: Magdalena Hörmann-Weingartner (Hrsg.): Tiroler Burgenbuch. X. Band: Überetsch und Südtiroler Unterland. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2011, ISBN 978-88-8266-780-1, S. 267–280.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Josef Weingartner: Bozner Burgen. 2., vollst. umgearb. Aufl. Bozen: Athesia 1953, S. 152–153.
  2. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 197, Nr. 1241.
  3. Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. (Schlern-Schriften 40). Innsbruck: Wagner 1937, S. 201–203.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laimburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts