Schloss Maretsch

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Schloss vom Süden

Das Schloss Maretsch liegt im engeren Stadtbereich von Bozen unmittelbar östlich der Talferpromenade. Die Niederungsburg aus dem 13. Jahrhundert ist von der Stadtmitte aus über die Claudia de' Medici-Straße zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der späteren Burg erscheint erstmals 1180/90 als Bozner Flurname unter der Bezeichnung „Moretes“.[1] Ein in der älteren Literatur für den ersten Burgbau von angeblich um 1194 in Anspruch genommener Berthold von Bozen (Bertholdus de Bauzano) steht hingegen mit der Burg in keiner ursächlichen Verbindung.[1] Vielmehr liegt die Erstnennung des namengebenden Geschlechts erst 1275 mit Heinrich von Maretsch (Enricus de Marets) vor, welcher zur Ministerialität von Graf Meinhard II. von Görz-Tirol zählte.[1] Der massive Bergfried der Anlage ist in das 13. Jahrhundert zu stellen, während ab dem 14. Jahrhundert einzelne Ausbauphasen unter verschiedenen Besitzern erfolgten. Unter anderem wurden die Ringmauer mit Wehrgang und die Schwalbenschwanzzinnen ergänzt. Im Jahr 1431 erscheint die Burg unter der Bezeichnung „Maretsch bey Botzen“ und 1438 als „Maretsch ober Botzen“.[2]

Von 1600 bis 1657 war Maretsch im Besitz der Freiherren Hendl.

Das heutige Aussehen erhielt die Burg unter der Familie Römer, die im 16. Jahrhundert die Anlage zum Schloss ausbauen und mit bedeutenden Fresken aus der Renaissance ausschmücken ließ. Auch der Bau der vier runden Außentürme stammt aus dieser Zeit.

Schloss Maretsch diente von 1921 bis 1978 als Sitz des Staatsarchivs Bozen und wird heute als Tagungszentrum genutzt, kann aber auf Anfrage auch besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. Ulrich Großmann, Anja Grebe, Monika Slomski: Bozen – Schloss Maretsch. Schnell & Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1738-4 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa 22), (auch als italienische Parallelausgabe: Bolzano – Castel Mareccio).
  • Armin Torggler: Zum mittelalterlichen Baubestand von Schloß Maretsch. In: Arx, 30, 2008, S. 14–18.
  • Anton von Lutterotti: Ein Beitrag zur Baugeschichte von Schloß Maretsch. In: Der Schlern, 59, 1985, S. 170–173.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Martin Bitschnau: Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforschung (= Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Sitzungsberichte. Bd. 403 = Mitteilungen der Kommission für Burgenforschung und Mittelalterarchäologie. Sonderbd. 1). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983. ISBN 3-7001-0520-7, S. 342–343, Nr. 395 (mit kritischer Diskussion der Literatur).
  2. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 73 ff., Nr. 982 und 1002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Maretsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 30′ 13″ N, 11° 21′ 2″ O