Carl-Benz-Stadion

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Carl-Benz-Stadion
Carl-Benz-Stadion
Aus Sicht des Fernmeldeturms
Daten
Ort Theodor-Heuss-Anlage 20
DeutschlandDeutschland 68165 Mannheim, Deutschland
Koordinaten 49° 28′ 46,3″ N, 8° 30′ 9,1″ OKoordinaten: 49° 28′ 46,3″ N, 8° 30′ 9,1″ O
Eigentümer Stadt Mannheim
Baubeginn 8. Juli 1992
Eröffnung 25. Februar 1994
Erstes Spiel 25. Februar 1994
SV Waldhof MannheimHertha BSC 2:2
Oberfläche Naturrasen
Architekt Folker Fiebiger
Kapazität 25.667 Zuschauer (13.659 Sitzplätze, 12.008 Stehplätze)
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Carl-Benz-Stadion ist ein Fußballstadion im Mannheimer Stadtteil Oststadt mit einem Fassungsvermögen von 25.667 Zuschauer auf 13.659 Sitzplätze und 12.008 Stehplätze. Aufgrund von Sichtbehinderungen sind 1.400 Sitzplätze gesperrt. Es ist die Heimspielstätte des Fußballvereins SV Waldhof Mannheim.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1994 eröffnete Stadion ist teilüberdacht und hat 25.667 Zuschauer (13.659 Sitzplätze, 12.008 Stehplätze). Es verfügt über Flutlicht, hat aber keine Rasenheizung. Es steht neben dem Rhein-Neckar-Stadion des Waldhöfer Lokalrivalen VfR Mannheim und wurde nach Plänen der Fiebiger GmbH Architekten + Ingenieure unter der Leitung des Architekten Folker Fiebiger errichtet.

Namensgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion wurde nach Carl Benz benannt, der in Mannheim das Automobil erfand. Im Zuge der Namensgebung trug das Unternehmen Daimler Benz AG finanzielle Mittel zur Anschaffung einer Anzeigetafel bei. Die Namensrechte wurden ohne zeitliche Befristung vergeben, so dass eine weitere Veräußerung nicht mehr möglich ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort des heutigen Carl-Benz-Stadions wurde 1927 das Stadion Mannheim fertiggestellt. Es besaß eine Leichtathletik-Laufbahn, fasste 35.000 Zuschauer und war unter anderem 1929 Schauplatz eines Länderspiels zwischen Deutschland und der Schweiz. Das Stadion verfügte über eine der wenigen 500m-Aschenbahnen. Da die Bahn nicht den Regularien der Leichtathletik entsprach (Kurvenradius zu groß), konnten dort gelaufene Rekorde nicht anerkannt werden. 1959 erhielt das Stadion Mannheim eine neue Tribüne und 1963 wurde es in Rhein-Neckar-Stadion umbenannt. 1971 wurde in direkter Nachbarschaft mit dem Rhein-Neckar-Stadion ein reines Fußballstadion errichtet, das ebenfalls den Namen Rhein-Neckar-Stadion erhielt und Heimstätte des VfR Mannheims wurde.[1]

Die ersten Gedanken für ein professionelles und neuwertiges Fußballstadion in Mannheim begannen im Jahre 1979 mit Planungen für einen Umbau des alten Rhein-Neckar-Stadions. Nach weiteren Gedankenspielen und etlichen Rechtsstreitereien begann schließlich im Juli 1992 der Abriss des alten Rhein-Neckar-Stadions.

Ende 1993 beschloss der Mannheimer Gemeinderat, das neue Stadion nach Carl Benz zu benennen, der in Mannheim das Automobil erfand.[2] Das Carl-Benz-Stadion wurde im Februar 1994 mit dem Zweitligaspiel SV Waldhof MannheimHertha BSC (2:2) eröffnet.

Aufgrund von Anwohnerklagen dürfen im Stadion jährlich nur 27 Veranstaltungen stattfinden, so dass es pro Saison immer nur von einem Verein genutzt werden kann. Spiele in europäischen Vereinswettbewerben sind nicht von dieser Begrenzung betroffen. Diese Sonderregelung wurde im Jahre 2001 mit den Anwohnern vereinbart, als der SV Waldhof Chancen hatte, in die Bundesliga aufzusteigen. Die Stadt Mannheim hat verfügt, dass das Stadion immer dem ranghöchsten Mannheimer Fußballclub zur Verfügung gestellt wird. Seit Beginn wurde es daher vom SV Waldhof Mannheim genutzt.

Außerdem fanden im Carl-Benz-Stadion zwei Länderspiele der Herren statt, 1996 spielte die Deutsche Nationalmannschaft gegen Liechtenstein und 1998 gegen Luxemburg. Ebenfalls 1996 fand dort das DFB-Supercup-Endspiel statt (Borussia Dortmund1. FC Kaiserslautern 4:3 i.E. (1:1 n.V.)) sowie das DFB-Ligapokal-Endspiel 2001 (Hertha BSCFC Schalke 04 4:1). Während der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2004 wurden drei Vorrundenspiele im Mannheimer Stadion ausgerichtet.

Die TSG 1899 Hoffenheim trug im Jahr 2008 in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga neun Heimspiele im Carl-Benz-Stadion aus. Um die Bundesliga-Auflagen der Deutschen Fußball Liga zu erfüllen, wurde zuvor eine 400.000 Euro teure Videowand installiert und weitere 600.000 Euro in die bauliche Ertüchtigung, Medienarbeitsplätze und Sicherheitseinrichtungen investiert. Die Kosten übernahm als Stadioneigentümerin die Stadt Mannheim im Vorgriff auf einen Sponsor-Vertrag mit der Daimler AG.[3]

Dreimal fanden im Carl-Benz-Stadion Länderspiele der deutschen Frauennationalmannschaft statt, 2009 gegen Japan, 2012 gegen Spanien und 2014 gegen Slowenien.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carl-Benz-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Skrentny (Hrsg.): Das große Buch der deutschen Fußballstadien, Göttingen 2001
  2. Stadtarchiv Mannheim: Chronikstar. (Datum genau: 1993-11-23). Abgerufen am 18. Oktober 2015.
  3. 29.05.2008 – Mannheim – Carl-Benz-Stadion wird bundesligatauglich. In: stadionwelt.de. Abgerufen am 22. Januar 2015.