Collegium Borromaeum (Freiburg im Breisgau)

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Erzbischöfliches Priesterseminar Collegium Borromaeum
Innenhof des Seminars

Innenhof des Seminars

Seminartyp Vollseminar
Anschrift Schoferstraße 1
79098 Freiburg
Land Deutschland
Träger Erzbistum Freiburg
Gründungsjahr 1827
Regens Christian Heß
Subregens Christof Scherer
Rektor Harald Bethäuser

Bernd Gehrke (Propädeutikum)

Spiritual Andreas Brüstle
Webadresse www.cb-freiburg.de
Blick in den Innenhof des Seminars
Konviktkirche in Freiburg Außenansicht mit Collegium Borromaeum
Der Innenraum der Kirche
als Kugelpanorama anzeigen


Der Innenraum
Die Trauernde Theologie von Emil Stadelhofer aus dem Jahre 1925

Das Collegium Borromaeum (CB) in Freiburg im Breisgau ist das Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg. Es befindet sich in an der Ecke Herrenstraße/Schoferstraße gegenüber dem Erzbischöflichen Ordinariat.

Seit der Gründung des Erzbistums 1827 war es das erzbischöfliche theologische Konvikt, bis am 1. Oktober 2006 das Pastoralseminar von St. Peter mit in das CB verlagert wurde, das seither Erzbischöfliches Priesterseminar Collegium Borromaeum heißt und nun ein Vollseminar ist.

Regens des Seminars ist seit April 2014 Christian Heß.[1]

Priesterausbildung in Freiburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Priesteramtskandidaten der Erzdiözese Freiburg erfahren während ihres Theologiestudiums an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Collegium Borromaeum eine Ausbildung, die die Persönlichkeit, die Spiritualität und die priesterliche Lebensform fördern soll. Während des ersten bzw. zweiten Studienjahres müssen die Priesteramtskandidaten für zwei bis drei Semester in Freiburg außerhalb des Seminars wohnen (sog. "Kleine Externitas"). Diese von der Bischofskonferenz freiwillig vorgesehene Möglichkeit[2] ist ab Oktober 2014 Pflichtbestandteil der Priesterausbildung in Freiburg. Die weitere pastorale Ausbildung nach dem Studium, die auf den Dienst des Diakones, respektive des Priesters vorbereiten soll, findet heute in den Gebäuden des Collegiums Borromaeums statt.

Nach Abschluss des Studiums (Kirchliches Examen) fand bis Oktober 2006 die weitere Ausbildung neben praktischen Erfahrungen in den Praktikums- und Diakonatsstellen im Priesterseminar St. Peter statt. Mit Ende des Sommersemesters 2006 wurden die Ausbildungseinheiten, die bis dahin im Priesterseminar St. Peter stattfanden, nach Freiburg in das Collegium Borromaeum verlegt. Die Priesterausbildung erfuhr eine starke Umstrukturierung, die Trennung in Theologenkonvikt und Pastoralseminar wurde aufgegeben. Das ehemalige Priesterseminar in St. Peter wird nach seiner Sanierung als das neue Geistliche Zentrum der Erzdiözese Freiburg Verwendung finden. Seit dem Jahr 1842 beherbergte das ehemalige Benediktiner-Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald das Erzbischöfliche Priesterseminar.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seminar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Konviktsgebäude wurden zwischen 1823 und 1826 nach Plänen von Kreisbaumeister Christoph Arnold, einem Schüler von Friedrich Weinbrenner, errichtet. Zuvor bestand hier das Kapuzinerkloster Freiburg im Breisgau. Das Gebäudeinnere wurde beim Fliegerangriff am 27. November 1944 auf Freiburg weitgehend zerstört und zwischen 1950 und 1951 wieder aufgebaut. In den Jahren 1997 bis 2004 wurden umfassende Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt.

Im Wintersemester 2008 wohnten dort etwa 60 Priesteramtskandidaten, Teile des Hauses dienen als Büros für kirchliche Verwaltungen.

Der Parkplatz vor dem Seminar war für fast 70 Jahre eine der letzten Trümmerlücken im Freiburger Stadtbild. Dort hatte sich bis zum o.g. Luftangriff von 1944 das Andlausche Haus aus dem 18. Jahrhundert befunden. Nachdem im Frühjahr 2013 mit Ausgrabung und Wiederaufbau begonnen worden war, stellte man die Arbeiten im November 2013 ein. Als Grund wurde Angst vor ähnlichen Kontroversen genannt wie um das wegen der Baukosten in die Schlagzeilen gekommene Diözesane Zentrum Sankt Nikolaus in Limburg.[3]

Konviktskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heilige Borromäus über dem Portal der Konviktskirche
Büste von Alban Stolz von Emil Stadelhofer vor der Konviktskirche

Die dem Gegenreformator Karl Borromäus geweihte Konviktskirche, auch Seminarkirche genannt, wurde zusammen mit dem Seminargebäude unter gleicher Bauleitung erbaut. Auch kriegsbedingte Zerstörung und Wiederaufbau teilt sie mit dem Seminargebäude.

Das geostete Kirchengebäude ist im gleichen Stil wie das anschließende Seminargebäude errichtet, hebt sich aber doch deutlich als eigenständiges Kirchengebäude ab. Auf einen Turm wurde allerdings verzichtet, ein Dachreiter trägt die Glocken. Durch die Kriegszerstörung wurde die Ausstattung weitgehend vernichtet. In den Jahren von 1880 bis 1894 und 1912 war die schlichte Dekoration der Bauzeit durch eine historisierende Einrichtung ersetzt worden. Heute wird die Aufmerksamkeit im Innern vor allem auf das monumentale Wandbild an der Stirnseite von Richard Seewald gerichtet, das 1956 entstand: ein wiederkehrender Christus mit Schriftrolle in richtender Geste. Bei der Renovierung von 1973 bis 1975 wurde der Altarraum von Bruno Knittel neu gestaltet. Die sechs farbigen Glasfenster der Kirche wurden von Emil Wachter, einem ehemaligen Seminaristen, entworfen. Sie beleuchten Themen aus dem Brief an die Hebräer des Apostels Paulus. An der Südwand des Langhauses befindet sich innen die Statue Trauernden Theologie von Emil Stadelhofer als Mahnmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Seminaristen. Vor der Kirche befindet sich zudem ein Denkmal für Alban Stolz, das ebenfalls von Stadelhofer geschaffen wurde.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel der Konviktskirche wurde 1980 durch die Orgelbaufirma Mönch und Prachtel (Überlingen) erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 29 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.[4]

I Hauptwerk C–g3
1. Gedacktpommer 16′
2. Principal 8′
3. Rohrflöte 8′
4. Gamba 8′
5. Octave 4′
6. Blockflöte 4′
7. Sesquialter II 223
8. Octave 2′
9. Mixtur IV 113
10. Trompete 8′
Tremulant
II Schwellwerk C–g3
11. Holzgedackt 8′
12. Salicional 8′
13. Schwebung 8′
14. Principal 4′
15. Koppelflöte 4′
16. Nasard 223
17. Waldflöte 2′
18. Terz 135
19. Larigot 113
20. Scharff IV 1′
21. Schalmei 8′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
22. Subbass 16′
23. Octavbass 8′
24. Gedacktbass 8′
25. Choralbass 4′
26. Mixtur IV 223
27. Fagott 16′
28. Trompete 8′
29. Schalmei 4′

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Papstbesuches in Deutschland 2011 besuchte Benedikt XVI. das Priesterseminar am 24. September 2011 und begegnete dort Alt-Kanzler Helmut Kohl, Vertretern der Orthodoxen Kirche, Priesteramtskandidaten des Seminars sowie dem Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Am 25. September traf er mit Bundesverfassungsrichtern zusammen. Der Papst übernachtete zwischen diesen beiden Tagen auch im Priesterseminar.

Bekannte Alumni[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Kalchthaler: Freiburg und seine Bauten. Ein kunsthistorischer Stadtrundgang. Neubearbeitete 4. Auflage. Promo-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2006, ISBN 3-923288-45-X, S. 144–147.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Badische Zeitung: Zur Person
  2. Rahmenordnung für die Priesterbildung
  3. Joachim Röderer: Freiburg: Bistum stoppt Millionenprojekt in Altstadt. In: Südkurier. 29. November 2013; abgerufen am 9. Januar 2014.
  4. Nähere Informationen zur Orgel der Seminarkirche auf der Orgelseite
  5. Heinrich Hansjakob: Ausgewählte Schriften. Band 2, Bonz, Stuttgart 1910, S. 222, Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 47° 59′ 40″ N, 7° 50′ 29″ O

 Commons: Collegium Borromaeum (Freiburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien