Corps Franconia Würzburg

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Corps Franconia Würzburg
Wappen
Land
Hochschule
Stiftung
SC
Band
Wahlspruch
Fortuna virtutis comes!
Wappenspruch
Ensis sit noster vindex!
Korporationsverband
Anschrift
Judenbühlweg 7
97070 Würzburg
Website

Das Corps Franconia Würzburg ist eine Studentenverbindung im Würzburger Senioren-Convent. Als Corps im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) steht Franconia zu Mensur und Couleur. Die Würzburger Franken sind Studenten und Alumni der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Corps Franconia wurde am 26. Juli 1805 von den Studenten Laurentius Bartenstein und Christoph Stepf an der Universität Würzburg gegründet und ist damit eines der ältesten noch bestehenden Corps. In den Anfangsjahren durften dem Corps maximal 12 Corpsburschen angehören, was nicht zur Reception zugelassene Renoncen 1811 zum Austritt veranlasste. Teile von ihnen waren später an der Gründung des Corps Moenania beteiligt. Nicht recipierte Renoncen wurden nach Ablauf des Studiums zu Renoncenphilistern, diesen wurde nach Aufgabe des Numerus clausus 1873 die Corpsschleife verliehen. Würzburger Franken waren auch an der Stiftung des Corps Franconia Tübingen beteiligt, mit dem in Folge von 1826 bis 1855 ein Kartell bestand. Von 1835 bis 1845 war Franconia aus Mangel an geeigneten Mitgliedern suspendiert. Es ist seit dem 15. Februar 1859 als Mitglied des Würzburger Senioren-Conventes im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Ab 1873 wandelte sich das bisherige Lebenscorps Franconia in ein Waffencorps um und erlaubte damit seinen Mitgliedern die gleichzeitige Mitgliedschaft in anderen Corps[1]. Das Corps kaufte 1905 die Ostberg’sche Villa in der Sonnenstraße[2] und wandelte sie in ein Corpshaus um. Franconia gehört zu den Mitbegründern des Bayerischen Kartells zwischen den Corps Franconia Würzburg, Bavaria Erlangen und Makaria München, welches mit Athesia Innsbruck, Joannea Graz und Schacht Leoben 1920 zum noch heute bestehenden Süddeutschen Kartell erweitert wurde. Später traten noch Littuania Königsberg und Borussia Berlin hinzu. 1936 wurde Franconia im Zuge des Dritten Reiches aufgelöst, das Haus viel dem Bombenangriff auf Würzburg im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. 1950 konnte schließlich das Corps wieder offiziell restituieren und es gelang ihm 1953 die 1932 im Bauhausstil erbaute "Villa Marbe" zu erwerben und als Corpshaus umzubauen. Franconia war 1985 präsidierendes Vorortcorps im KSCV und stellte den Vorsitzenden des oKC. 2005 konnte schließlich im großen Rahmen das 200jährige bestehen gefeiert werden.

Couleur und Wahlspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franconia hat die Farben apfelgrün-pfirsichrot mit goldener Perkussion. Dazu wird eine apfelgrüne Studentenmütze getragen. Die Fuchsfarben sind apfelgrün-weiß. Der Wahlspruch lautet Fortuna virtutis comes! [3] Der Wappenspruch ist Ensis sit noster vindex![4]. Bis 1873 wurde das Band anders als üblich über die linke Schulter getragen.

Verhältniscorps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kartelle
Bavaria Erlangen
Makaria München
Joannea
Athesia Innsbruck
Schacht
Borussia Berlin
Vorstellungsverhältnis
Hubertia Freiburg (2008)
Littuania (2001 erloschen)

Bekannte Würzburger Franken (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Premauer als Alter Herr seiner Corps Franconia Würzburg und Athesia Innsbruck

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

  • F. Ludwig (1996)
  • D. Böhler (2015)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf-Joachim Baum et al. (Hrsg.): Studentenschaft und Korporationswesen an der Universität Würzburg 1582–1982., Würzburg 1982, S. 233–235.
  • Henning Wachter: Die Kreis- und Verhältnispolitik des Corps Franconia zu Würzburg im KSCV am Beispiel des Süddeutschen Kartells (1873–1924). Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 59 (2014), S. 475–571.
  • Robert Maurmeister: Das Korps Franconia zu Würzburg. Ein Rückblick auf 100 Jahre seines Bestehens, München 1905

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Doeberl (Hrsg.): Das akademische Deutschland, Bd. 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger, Berlin 1931, S. 1069.
  2. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 114.
  3. dt. Das Glück ist der Begleiter der Mannesehre
  4. dt. „Das Schwert sei unser Schutz“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]