Corps Neoborussia-Berlin zu Bochum

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Corps Neoborussia-Berlin zu Bochum
Corpswappen des Corps Corps Neoborussia – Berlin zu Bochum.
Universität Hochschule Bochum
Ruhr-Universität Bochum
Stiftungsdatum 10. Juli 1838 / 23. Februar 1922 in Berlin
Dachverband KSCV
Senioren-Convent Bochumer SC
Wahlspruch Virtus sola bonorum corona!
Wappenspruch Alle für Einen, Einer für Alle.
Farben:
Neoborussiafarben.png
Fuchsfarben
Neoborussiafuxfarben.png
Zirkel
Zirkel Neoborussia-01.jpg
Homepage www.neoborussia.de

Das Corps Neoborussia-Berlin zu Bochum ist ein Corps im Kösener Senioren-Convents-Verband. Es pflegt die Mensur und trägt Couleur. Es vereint Studenten und ehemalige Studenten der Ruhr-Universität Bochum sowie ehemalige Studenten der TH Darmstadt und der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Die Berliner Neupreußen sind das einzige Corps im Ruhrgebiet.

Wappen und Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neoborussia trägt die Farben „schwarz-weiß-rosa“ mit silberner Perkussion. Die Füchse tragen ein Fuchsenband in den Farben „schwarz-rosa-schwarz“. Für diese Farbgebung gibt es eine symbolische und eine geschichtliche Erklärung. Jene besagt, Weiß stehe für Makellosigkeit, Schwarz für Wehrhaftigkeit und Rosa für die ewige Erneuerung. Letztere Erklärung sieht in den Farben Schwarz-Weiß die Farben Preußens; das angefügte Rosa stammt vom napoleonischen Großherzogtum Posen, das auf dem Wiener Kongress 1815 preußische Provinz wurde und bis 1919 blieb. Neupreußen tragen eine kleine weiße Mütze, die sog. Hinterkopfcouleur.

Der Wahlspruch der Neoborussia lautet Virtus sola bonorum corona (deutsch: Die Tugend ist der Guten Zier). Der Wappenspruch lautet Alle für Einen, Einer für Alle.

Die Farben des Corps finden sind auch im Corpswappen wieder. Das Innere des Wappens ist in vier Felder unterteilt: Rechts oben sind die Farben Neoborussias diagonal abgebildet. Links oben befinden sich Zirkel und Stiftungsdatum (10. Juli 1838[1]). Rechts unten kreuzen zwei Glockenschläger auf einem Lorbeerkranz, der von den Anfangsbuchstaben des Wappenspruchs umwunden wird. Links unten erhebt sich ein weißer Phönix aus rosa Flammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Corps Neoborussia wurde am 10. Juli 1838 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin gegründet und trat noch im selben Jahr mit dem Corps Marchia Berlin und dem Corps Pomerania II zum Berliner Senioren-Convent (KSCV) zusammen. Die Wurzeln des Corps liegen am traditionsreichen Gymnasium zum Grauen Kloster Dort begründeten im Mai 1836 die Schüler Moritz von Blanckenburg, Alexander von Bredow, Gustav Friedrich Adolf Runge, Karl Droysen, F. W. Heinrich Hinneberg, J. A. F. W. Ramin, A. H. Hitzer, H. G. Schmidt, Franz Dreysing, F.J.F.E. Krebs, Hermann Theodor Wangemann und andere die Klosterbruderschaft Cerevisia, aus welcher dann im Sommer 1838 das Korps Neoborussia hervorging."[2] Als der SC im Jahre 1855 dem Kösener Senioren-Convents-Verband beitrat, wurde er von Normannia, Vandalia und Neoborussia gebildet. Neoborussia war vom 23. November 1861 bis zum 14. Februar 1862 und vom 22. Dezember 1862 bis zum August 1865 suspendiert. Am 28. August 1864 wurde der sozialistische Politiker und Burschenschafter Ferdinand Lassalle von Janko von Racowitza, einem Mitglied des Corps Neoborussia, im Duell tödlich verletzt.[3] Nach einer geheimen Kabinettsorder der Krone Preußen musste Neoborussia mit dem Ausbruch des Deutschen Krieges im Juli 1866 „auf ewige Zeiten“ suspendieren.

Am 23. Februar 1922 wurde das Corps Neoborussia durch Übernahme der Aktiven des freien Corps gleichen Namens wiedergegründet. Es wurde am selben Tag in den SC zu Berlin aufgenommen und am 1. Juli 1922 als Fortsetzung des alten Corps Neoborussia anerkannt. Bereits zehn Jahre später suspendierte das Corps am 7. November 1932 endgültig in Berlin.

Frankfurt am Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. April 1952 rekonstituierte das Corps Neoborussia in Frankfurt als Mitglied des SC zu Frankfurt mit Domizil an der Technischen Hochschule Darmstadt. Gleichzeitig erhielt sie einen Gastsitz im Darmstädter SC des Weinheimer Senioren-Convents. Eine Zusammenarbeit von Kösener und Weinheimer Corps auf SC-Ebene gab bzw. gibt es sonst nur in Zürich, Göttingen und München.

Bochum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neoborussias Corpshaus in Bochum

Am 6. März 1967 verlegte Neoborussia an die damals junge Ruhr-Universität Bochum, wo sie einen SC gemeinsam mit dem ein Jahr zuvor neu gestifteten Corps Marchia Bochum bildete. Seit dem Austritt Marchias aus dem Kösener SC-Verband am 10. Februar 1971 bildet Neoborussia den SC zu Bochum als Einzelcorps. Nach der Rückkehr des Weinheimer Corps Teutonia Dresden im Jahre 1994 nach Dresden, das seit dem 28. Februar 1966 ebenfalls an der Ruhruniversität Bochum bestanden hatte, ist Neoborussia das einzige Corps an einer Universität des Ruhrgebietes.[4][5]

Im Amtsjahr 1987/88 führte Neoborussia als Einzelcorps des SC zu Bochum die Vorortgeschäfte des KSCV. Im Mai 2013 feierte das Corps sein 175-jähriges Bestehen. An der Feier nahmen Vertreter aus Politik und Kultur teil[6]

Auswärtige Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit vor der Suspension im Jahre 1866 stand Neoborussia im Kartell mit Silesia, Saxonia Leipzig, Marchia Halle und Franconia Jena. Seit 1958 gehört das Corps Neoborussia-Berlin dem Magdeburger Kreis an.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In alphabetischer Reihenfolge

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurden ausgezeichnet:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch des Kösener Corpsstudenten in zwei Bänden. 6. Auflage, Würzburg 1985, Band 2, Kapitel 1, S. 11.
  • Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps. Ihre Darstellung in Einzelchroniken. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-24-9, S. 113 und S. 114.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corps Neoborussia-Berlin zu Bochum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 11.
  2. Friedrich Zelle: Klosteralbum des 19. Jahrhunderts – Verzeichnis der Lehrer und Schüler des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster. Berlin 1904.
  3. Shlomo Na’aman: Lassalle. S. 763 f.
  4. Paulgerhard Gladen: Geschichte der studentischen Korporationsverbände. Band 1, S. 61.
  5. Geschichte des Corps Teutonia Dresden (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.teutonia-dresden.de
  6. lokalkompass.de