Corps Onoldia

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Corps Onoldia
Wappen
Land
Hochschule
Stiftung
SC
Beitritt zum KSCV
1. Juli 1861
Suspension
3. Mai 1936
Rekonstitution
21. Dezember 1947 als „Fränkische Studenten-gesellschaft“
Band
Zirkel
   Onoldia (Zirkel).jpg
Wahlspruch
Ewigkeit geschwor'nen Eyden!
Korporationsverband
Anschrift
Nürnberger Straße 8
91052 Erlangen
Website

Das Corps Onoldia ist eine Studentenverbindung im Erlanger Senioren-Convent, die Studenten und Alumni der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vereint. Ihre Vorgeschichte (Streitereien in der sog. Braunschen Gesellschaft) ist in vielen Einzelheiten belegt und gilt als älteste dokumentierte Entstehungsgeschichte einer Verbindung. Onoldia ist das zweitälteste Corps im Kösener Senioren-Convents-Verband und steht zu Mensur und Couleur.

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Onoldia trägt im Corpsburschenband die Farben „blutrot-weiß“ mit silberner Perkussion. Das Corpsburschenband ist mit 36 Millimetern außergewöhnlich breit. Dazu wird eine weiße Mütze getragen. Eine bestimmte Mützenform ist bei Onoldia nicht vorgeschrieben.

Die Füchse der Onoldia tragen ein Band in den Farben „rot-weiß-schwarz“, ebenfalls mit silberner Perkussion und in der üblichen Breite von 27 Millimetern.

Der Wahlspruch lautet Ewigkeit geschwor’nen Eyden! (aus dem Gedicht An die Freude von Friedrich Schiller).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Corps Onoldia wurde am 28. Mai 1798 von einer Reihe klassisch-idealistisch gesinnter Studenten, u.a. Carl Freiherr von Pöllnitz, an der Universität Erlangen als „Anspachische Gesellschaft“ gestiftet, weshalb ihre Mitglieder bis heute als „Ansbacher“ bezeichnet werden. Damit wurde hier eine Abkehr von den bis dato bestehenden Verbindungsformen (Landsmannschaften mit Regionalprinzip und geheime Studentenorden) vollzogen. Alle bis dato bestehenden Verbindungen sind binnen kurzer Zeit erloschen. Stattdessen entstanden an allen damaligen Universitäten des deutschen Sprachraumes Verbindungen dieses neuen Types, die einige Zeit später die Bezeichnung Corps annahmen.

Onoldia ist ein Lebenscorps, es erlaubt keine Doppelmitgliedschaften mit anderen Corps und geht keine Kartellbeziehungen ein, hat aber – anders als typische Lebenscorps – freundschaftliche Verhältnisse zu Corps an anderen Universitätsorten.[1] Im frühen 19. Jahrhundert gab es vereinzelte Ansbacher mit zwei Bändern, z. B. Christian Friedrich von Stockmar, der auch Mitglied des Corps Franconia Würzburg war.

Die Onoldia gehört seit 1861 (mit Ausnahme der Zeit von 1873 bis 1878) dem Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) an. 1866, 1885 und 1990 stellte das Corps den Vorsitzenden des oKC.

In über 200 Jahren musste der aktive Betrieb lediglich in den burschenschaftlichen Wirren einmal 4 Wochen ausgesetzt werden und ansonsten bestand nur nach dem Verbot durch die Nationalsozialisten 1935 bis 1947 kein aktiver Betrieb. Im Januar 1950 gehörte Onoldia zu den 22 Corps, die sich in der „Interessengemeinschaft“ zusammenschlossen und die Rekonstitution des KSCV vorbereiteten.

Das Corps Onoldia galt für etwas mehr als 100 Jahr als das älteste Corps überhaupt. So gratulierte der KSCV 1898 der Onoldia zum 100. Geburtstag, es habe als älteste Corps „vor 100 Jahren in der ruhmreichen Geschichte der deutschen Corps den Weg eröffnet“ und schenkte ein Fenster mit den Studentenwappen aller Kösener Corps.[2] Zu Anfang des 20. Jahrhunderts betrieb das Corps Guestphalia Halle, ebenfalls Mitglied des KSCV, eine umstrittene, von einem Ausschuss des KSCV aber anerkannte Rückdatierung (auf 1789), weshalb Onoldia seitdem vielen Kösenern als zweitältestes Corps gilt.

Verhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. November 1818 vereinbarten die Seniorenconvente Erlangen und Würzburg ein Kartell. „Schon seit 1805 usuell bestehend“, wurde es bald danach in gütlichem Einvernehmen wieder gelöst.[3] Am 19. August 1819 lehnte Onoldia ein Kartellangebot des Corps Moenania Würzburg ab. Am selben Tag nahm sie in ihrer Konstitution die Bestimmung auf, nie mit einem auswärtigen Corps in ein Kartellverhältnis zu treten. Damit vertiefte sie das Lebenscorpsprinzip.[4] So lehnte sie am 23. Juni 1821 auch ein Kartellangebot des Corps Franconia Würzburg ab.

1846 ging sie ein Vorstellungsverhältnis mit Lusatia Leipzig ein. Es wurde 1921 in ein Freundschaftsverhältnis und später in ein „inniges Verhältnis“ umgewandelt. Die befreundeten Beziehungen mit Franconia München wurden im Juni 1866 abgebrochen. Das 1885 mit Masovia abgeschlossene Vorstellungsverhältnis bewährte sich im selben Jahr (und 2001). Es folgten Vorstellungsverhältnisse mit Isaria und Rhenania Freiburg (Oktober 1891) sowie mit Moenania (4. Juli 1914). „Wegen erkalteter Beziehungen“ brach Onoldia das offizielle Vorstellungsverhältnis mit Vandalia Berlin am 10. Juli 1920 ab.[5] Am 1. Dezember 1921 wurden die Vorstellungsverhältnisse mit Lusatia Leipzig, Masovia, Moenania, Rhenania Freiburg und Isaria in befreundete Verhältnisse umgewandelt.[6][7] Anfang 1929 schloss Onoldia ein befreundetes Verhältnis mit Marchia Berlin.[8]

Auf dem Thomastag 1951 stellte die Hauptversammlung des Philistervereins fest, dass die Freundschaftsverhältnisse mit Isaria und Moenania wieder bestehen. Im Wintersemester 1952/53 wurden die freundschaftlichen Beziehungen mit Marchia Berlin wieder aufgenommen. Im Sommersemester 1988 lösten die Aktiven das alte, aber „abgenützte“ Freundschaftsverhältnis mit Isaria.

Befreundete Corps (Stand 1990)
Lusatia, innig befreundet
Rhenania Freiburg
Moenania
Marchia Berlin
Masovia
Palaiomarchia-Masovia

Bekannte Ansbacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

21 Jahre Bürgermeister von Straßburg – Otto Back

In alphabetischer Reihenfolge

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corps Onoldia Erlangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einige Ansbacher lehnten das Lebenscorpsprinzip ab und gründeten 1873 das Waffencorps Rhenania. Von den drei Erlanger Lebenscorps wurde es nicht anerkannt, wohl aber vom KSCV (Sitz ohne Stimme).
  2. Hans Peter Hümmer: Die Kösener Fenster im Corpshaus der Onoldia. Einst und Jetzt, Bd. 34 (1989), S. 49–52
  3. Fabricius 1921, S. 17.
  4. CC-Protokolle der Onoldia. Vgl. auch MC in Onolden-Zeitung 11/1982, S. 27 ff.
  5. Onolden-Zeitung 9/1920, S. 46
  6. Onolden-Zeitung 12/1921, S. 77. Vgl. auch H. Schuch in Onolden-Zeitung Festausgabe 1923, S. 38 ff.
  7. In Erlangen studierten viele Lausitzer, Masuren, Isaren und Mainländer.
  8. Onolden-Zeitung 4–6/1929, S. 83.