Dalnegorsk

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Stadt
Dalnegorsk
Дальнегорск
Wappen
Wappen
Föderationskreis Ferner Osten
Region Primorje
Stadtkreis Dalnegorsk
Gegründet 1899
Stadt seit 1989
Fläche 31 km²
Bevölkerung 37.519 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1210 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 220 m
Zeitzone UTC+11
Telefonvorwahl (+7) 42373
Postleitzahl 692441–692446
Kfz-Kennzeichen 25, 125
OKATO 05 407
Website www.dalnegorsk.ru
Geographische Lage
Koordinaten 44° 34′ N, 135° 37′ O44.566666666667135.61666666667220Koordinaten: 44° 34′ 0″ N, 135° 37′ 0″ O
Dalnegorsk (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Dalnegorsk (Region Primorje)
Red pog.svg
Lage in der Region Primorje
Liste der Städte in Russland

Dalnegorsk (russisch Дальнего́рск) ist eine Stadt in der Region Primorje (Russland) mit 37.519 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im südöstlichen Teil des Sichote-Alin etwa 350 km nordöstlich der Regionshauptstadt Wladiwostok, am Fluss Rudnaja, der etwa 30 Kilometer südöstlich der Stadt in das Japanische Meer mündet. Bei der Mündung liegt die Siedlung Rudnaja Pristan.

Die Stadt Dalnegorsk ist der Region administrativ direkt unterstellt und zugleich Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons (seit 1997 werden Stadt und Rajon gemeinsam verwaltet).

Es besteht eine feste Straßenverbindung in Richtung Wladiwostok. Die Bergwerke und die Stadt Dalnegorsk waren seit 1908 mit der Küste und den erzverarbeitenden Betrieben sowie Verladestellen in Rudnaja Pristan über eine Schmalspurbahn verbunden, deren Hauptstrecke allerdings 2006 abgebaut wurde.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1899 unter dem Namen Tetjuche (russisch Тетюхе, von chinesisch 野猪河 für Wildschweintal bzw. -fluss, der Fluss Rudnaja trug damals den gleichen Namen) gegründet, als der aus der Schweiz eingewanderte Julius Brynner hier an Stelle der seit langem bekannten und in geringem Umfang ausgebeuteten Erzvorkommen ein Blei- und Zinkbergwerk errichten ließ. Brynners Sohn Boris behielt die Konzession zum Bergbau bis 1931. Damit war es das am längsten in der Sowjetunion tätige größere private Unternehmen. Boris Brynners Sohn war der amerikanische Schauspieler Yul Brynner.[3]

1930 wurde der Status einer Siedlung städtischen Typs verliehen. 1972 erfolgte im Rahmen einer Kampagne gegen geographische Bezeichnungen chinesischen Ursprungs die Umbenennung in Dalnegorsk (russisch dalni für fern in Bezug auf den Fernen Osten Russlands; -gorsk ist eine Standardendung vieler russischer Städte, vgl. gorod für Stadt, aber hier auch gora für Berg). Gleichzeitig wurden der Fluss Tetjuche in Rudnaja (von russisch ruda für Erz) und die Siedlung Tetjuche-Pristan in Rudnaja Pristan (russisch pristan für Schiffsanlegestelle) umbenannt.

1986 erregte Dalnegorsk einige Aufmerksamkeit durch den sogenannten Höhe-611-UFO-Zwischenfall (englisch „Height 611 UFO Incident“), ein angeblich auf dem Berg Iswestkowaja (oder Höhe 611) in Stadtnähe abgestürztes UFO.[4]

Erst 1989 wurde das Stadtrecht verliehen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 11.923
1959 16.887
1970 33.506
1979 43.423
1989 49.792
2002 40.069
2010 37.519

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Dalnegorsk gibt es ein Museums- und Ausstellungszentrum mit Schwerpunkt auf der Natur des Gebietes, insbesondere Mineralien.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Dalnegorsk ist ein wichtiges Bergbauzentrum hauptsächlich für Blei, Zink und Bor. Die hier tätigen Unternehmen sind Bor (gegründet 1965) und Dalpolimetall (Vorgänger gegründet 1895). Hier werden 58 % des russischen Bleis gefördert.

Laut Blacksmith Institute gehört Dalnegorsk bzw. Rudnaja Pristan zu den 30 verschmutztesten Orten der Welt („Dirty Thirty“; zeitweilig wurde es sogar in den „Top Ten“ geführt)[5], was allerdings von russischer Seite, auch von Nichtregierungsorganisationen, angezweifelt wird.[6]

Daneben gibt es Betriebe der Lebensmittelindustrie.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Strecke Dalnegorsk – Rudnaja Pristan in der Enzyklopädie der Schmalspurbahnen der ehemaligen UdSSR (russisch)
  3. Bergbaugeschichte des Gebietes auf der Webseite von Dalnegorsk (russisch)
  4. In der Primorje ist ein Flugapparat einer außerirdischen Zivilisation abgestürzt: Interview zum 20. Jahrestag des Ereignisses in der Komsomolskaja Prawda (russisch)
  5. Webseite des Blacksmith Institute (englisch)
  6. Anatoli Lebedew von der NGO BROK bei REGNUM.ru (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dalnegorsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien