Dancing Queen

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Dancing Queen
ABBA
Veröffentlichung

16. August 1976

Länge 3:51
Genre(s) Disco, Pop
Autor(en) Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Stig Anderson
Album Arrival

Dancing Queen ist ein Lied der schwedischen Popgruppe ABBA aus dem Jahre 1976. Das Stück wurde von Benny Andersson, Björn Ulvaeus und Stig Anderson geschrieben und von Anni-Frid Lyngstad und Agnetha Fältskog gesungen. Der Song ist einer der erfolgreichsten Hits der Gruppe sowie mit über sechs Millionen Exemplaren eine der meistverkauften Singles der 1970er Jahre.[1]

Dancing Queen entwickelte sich schon bald nach seiner Veröffentlichung zum Disco-Klassiker und hielt diesen Ruf bis heute, wo es in Ranglisten zur Discomusik oder -Kompilationen nahezu immer eine Position einnimmt, so beispielsweise in der RTL-Fernsehsendung Die ultimative Chartshow. Auch wurde der Begriff “Dancing Queen” zum Inbegriff für berühmte und talentierte Tänzerinnen bzw. Gewinnerinnen von Tanzwettbewerben.[2]

Entstehung und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Benny Andersson und Björn Ulvaeus beabsichtigten im Sommer 1975, ein Stück mit einem modernen Tanzrhythmus zu schreiben. Dabei erwies es sich als Schwierigkeit, dass ihre Vorliebe für Funk und Soul nicht für das neue Vorhaben berücksichtigt werden konnte, da diese Musikrichtungen aus ihrer Sicht nicht mit ihrer Musik kombinierbar waren. Sie ließen sich daher von George McCraes Discoklassiker Rock Your Baby aus dem Jahr 1974 für den Groove des neuen Stücks inspirieren, das zunächst unter dem Arbeitstitel Boogaloo produziert wurde und dessen Aufnahmen zeitgleich mit denen des neuen Studioalbums am 4. August 1975 begannen.[3][4]

Toningenieur Michael Tretow und Schlagzeuger Roger Palm steuerten einen Schlagzeug-Rhythmus bei, den sie dem Album Gumbo von Dr. John entnommen hatten, und Ulvaeus untermalte einige Passagen mit der E-Gitarre. Das fertige Demoband in der Tonart A-Dur stellte die Komponisten schließlich äußerst zufrieden. Auch Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad äußerten sich positiv darüber. So erzählte Lyngstad in zahlreichen Interviews, dass sie die Musik derart schön fand, dass sie zu weinen begann, als sie sie zum ersten Mal hörte[5] (siehe Zitat) und Fältskog merkte später an:

„Es ist schwer zu sagen, welches Lied ein Hit wird, man spürt es nicht immer. Dancing Queen war eine Ausnahme, wir wussten sofort, dass es gewaltig wird. (Originaltext: “It's hard to tell when a hit is being made. You don't always sense it. Dancing Queen was an exception. We knew immediately it was going to be massive.”)“

Agnetha Fältskog im Interview 1999[6]

„My favourite song has always been Dancing Queen. I must say it's a masterpiece and I remember when Benny and Björn have recorded the background in the studio Benny came home with the tape and played it for me. I started to cry, I was so moved by (it) because it was so beatuiful. You know, one of these songs that instantly go straight into your heart and Dancing Queen was one of those songs.“

Anni-Frid Lyngstad im Interview 2004[5]

Daraufhin wurde der Text von ABBAs Manager Stig Anderson verfasst und von Ulvaeus überarbeitet. Er handelt von einer Gruppe Freundinnen, die am Freitagabend tanzen geht. Dazu passend gab Anderson dem Song auch seinen endgültigen Titel “Dancing Queen”. Mitte September 1975 wurden der Gesang mit den beiden Sängerinnen aufgenommen und in die Musik integriert. Nach weiteren Überarbeitungen im Herbst wurde das Stück gegen Ende des Jahres fertiggestellt.[3][4]

Anfang 1976 stand neben Dancing Queen auch das ebenfalls gerade fertiggestellte Stück Fernando zur Wahl für eine Single-Veröffentlichung. Da Stig Anderson der Ansicht war, dass letzteres ein willkommener Kontrast zum temporeicheren Vorgänger Mamma Mia sei, wurde schließlich zugunsten von Fernando entschieden. Dancing Queen erschien daher erst am 16. August 1976 als Single, über ein Jahr nach Aufnahmebeginn. Allerdings war das Stück bereits am 18. Juni 1976, dem Vorabend der Hochzeit des schwedischen Königs zu Ehren der zukünftigen Königin im Fernsehen präsentiert worden, wobei ABBA in barocken Kostümen auftrat. Auf dem Cover der Single wurde zum ersten Mal das bekannte ABBA-Logo mit dem spiegelverkehrten “B” verwendet.[3][4]

1992 wurde Dancing Queen erneut als Single veröffentlicht, um das im selben Jahr veröffentlichte Kompilations-Album ABBA Gold zu bewerben, das heute das meistverkaufte ABBA-Album ist. Dabei erschien der Song einerseits als 7"-Single mit The Day Before You Came als B-Seite, andererseits als Maxi-Single mit demselben Lied und außerdem Lay All Your Love on Me und Eagle als Beigabe auf CD.

Erfolg und Rezeption[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
  DE 1 16.08.1976 (26 Wo.) [7]
  AT 4 15.09.1976 (20 Wo.) [8]
  CH 3 13.08.1976 (34 Wo.) [9]
  UK 1 21.08.1976 (15 Wo.) [10]
  US 1 11.12.1976 (22 Wo.) [11]
  SE 1 26.08.1976 (32 Wo.) [12]

Dancing Queen erreichte in mehr als 20 Ländern die Charts und belegte in 15 Ländern den ersten Platz. In den USA war es der einzige Nummer-eins-Hit von ABBA; die Single stand dort im April 1977 eine Woche an der Spitze der Charts und verkaufte sich rund eine Million Mal. Auch in Großbritannien behauptete sie sich wochenlang auf Platz 1 und ist dort mit 1,1 Millionen verkauften Stück die erfolgreichste ABBA-Single (digitale Downloads mit eingerechnet).[13][14] Ähnliche Erfolge verzeichnete Dancing Queen auch in Schweden, wo sie 14 Wochen an der Chartspitze stand, und in Australien, wo sie 300.000 Exemplare absetzte.[15]

Die Single-Wiederveröffentlichung 1992 erreichte in der Schweiz, Norwegen und Irland die Top Ten der Charts und in fünf weiteren Ländern die Top 20. In der Liste der 500 besten Songs aller Zeiten des Rolling Stone belegt das Stück Platz 171.[16]

Coverversionen[Bearbeiten]

Dancing Queen ist einer der am meisten gecoverten Stücken von ABBA. Mehr als siebzig Coverversionen von verschiedenen Solokünstlern und Bands entstanden seit den 1980er-Jahren.[17] Darunter befinden sich beispielsweise Interpretationen von Belinda Carlisle, Wing, S Club 7, Jennifer Love Hewitt oder E-Rotic. Daneben wurde der Song wurde häufig von Musikkünstlern bei Konzerten interpretiert, so beispielsweise von U2 bei ihrem Stockholm-Konzert 1993 oder Kylie Minogue bei der Abschlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney vor 110.000 Zuschauern im Stadion und etwa drei Milliarden Fernsehzuschauern weltweit.

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Magnus Palm: Abba. Story und Songs kompakt. Bosworth Edition, Berlin 2007, ISBN 978-3-86543-227-8 (deutsche Übersetzung: Cecilia Senge)
  • Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA – Die wahre Geschichte. Bosworth Edition, Berlin 2006, ISBN 978-3-86543-100-4 (deutsche Übersetzung: Helmut Müller)
  • Super Troupers – 30 Jahre ABBA. Dokumentation, 2004 (bereits 1999 unter The Winner Takes It All - The ABBA Story verkürzt erschienen).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abba – Dancing Queen SuperSeventies.com, 1977
  2. carlmagnuspalm.com ABBA - Dancing Queen auf der Website von Carl Magnus Palm
  3. a b c Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA – Die wahre Geschichte. S. 327–342.
  4. a b c Carl Magnus Palm: Abba – Story und Songs kompakt. S. 44–46.
  5. a b Super Troupers: 30 Jahre ABBA. Dokumentation 2004, erschienen auf DVD
  6. The ABBA Story - The Winner Takes It All. Dokumentation 1999, Tonaufnahme
  7. Chartposition Deutschland
  8. Chartposition Österreich
  9. Chartposition Schweiz
  10. Chartposition Großbritannien
  11. Chartposition USA
  12. Chartposition Schweden
  13. guardian.co.uk UK Million Selling Singles - Full List, abgerufen am 10. Februar 2013
  14. ukmix.org ABBA :: Charts & Sales History, zuletzt geändert am 19. März 2012, abgerufen am 18. April 2013
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBillboard-Magazin 1979. In: books.google.com.au. 8. September 1979, abgerufen am 26. Mai 2012 (engl.).
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThe Rolling Stone 500 Greatest Songs of All Time. In: www.rollingstone.com. 9. Dezember 2004, abgerufen am 12. März 2012 (engl.).
  17. www.secondhandsongs.com Abgerufen am 24. Dezember 2012.