Björn Ulvaeus

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Björn Ulvaeus (2013)
Björn Ulvaeus Villa "Vågaskär" in Djursholm.

Björn Kristian Ulvaeus (* 25. April 1945 in Göteborg) ist ein schwedischer Musiker, Songwriter und Musikproduzent. Er war Mitglied der schwedischen Pop-Gruppe ABBA.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulvaeus wuchs in der südostschwedischen Kleinstadt Västervik auf, wohin seine Eltern Gunnar und Aina Ulvaeus zogen, als er sechs Jahre alt war.[1] Dort besuchte er bis 1964 das Gymnasium. Seit 1961 war er Gitarrist einer Folk-Band namens The Partners, die sich 1963 in West Bay Singers umbenannte.[2] Im selben Jahr wurden sie von Stikkan Anderson als erste Band unter seinem Label Polar Music unter Vertrag genommen, kurz darauf folgte die Umbenennung in Hootenanny Singers.[3]

Im Juni 1966 traf er Benny Andersson, ein Mitglied der damals in Schweden bekannten Hep Stars. Ulvaeus hatte gerade begonnen, Jura zu studieren, als bei einer Tournee der Gitarrist der Hep Stars ausfiel. Ulvaeus brach sein Studium ab und konzentrierte sich auf die Musik.[4] Die beiden wurden enge Freunde und Musikerkollegen. Ihre Freundschaft und musikalische Zusammenarbeit halten bis heute an, und sie gelten als eines der bedeutendsten Songschreiberduos in der Pop- und Rockmusik des 20. Jahrhunderts.[5]

Nach dem Sieg der Gruppe ABBA beim Eurovision Song Contest 1974 in Brighton mit dem Song Waterloo hatte Ulvaeus gemeinsam mit seiner Frau, der Sängerin Agnetha Fältskog, sowie Andersson und dessen Lebensgefährtin Anni-Frid Lyngstad weltweit großen musikalischen wie kommerziellen Erfolg. Bis heute wurden geschätzt etwa 380 Millionen Tonträger von ABBA weltweit verkauft.[6] Die Texte der Lieder von ABBA stammen zu einem großen Teil von Björn Ulvaeus.

Nach der Trennung von ABBA begannen Ulvaeus und Andersson 1983 zusammen mit Tim Rice das Musical Chess zu schreiben, das 1986 im Londoner Westend und 1988 am Broadway Premiere hatte.[7] 1995 hatte das von Ulvaeus und Andersson komponierte Musical Kristina från Duvemåla in Malmö Premiere und dort großen Erfolg.[8] Das nächste Projekt von Ulvaeus war die Produktion des Musicals Mamma Mia, das 1999 in London Premiere hatte und inzwischen in vielen weiteren Städten weltweit erfolgreich aufgeführt wurde. Das Musical basiert auf den erfolgreichsten Hits von ABBA und wurde 2008 verfilmt.

Seit Mai 2013 gibt es in Stockholm das ABBA-Museum. Björn Ulvaeus hat entscheidende Beiträge zur Konzeptionierung und zur Finanzierung des Projektes geleistet.[9] Zuletzt arbeitete Ulvaeus zusammen mit Andersson an der CD-Fassung ihrer jüngsten Musical-Produktion Hjälp sökes, die am 8. Februar 2013 in Stockholm Premiere hatte. Die CD ist im September 2013 erschienen. Der Rolling Stone listete ihn 2015 gemeinsam mit Andersson auf Rang 100 der 100 besten Songwriter aller Zeiten.[10]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 lernte Ulvaeus die Sängerin Agnetha Fältskog kennen. Sie heirateten 1971 im südschwedischen Dorf Verum.[11] Sie haben zwei gemeinsame Kinder: Linda (* 1973) und Peter Christian (* 1977).[12] Ende 1978 trennten sich Fältskog und Ulvaeus; im Juli 1980 wurden sie geschieden.[11] Beruflich arbeiteten sie jedoch bis zur Auflösung von ABBA Ende 1982 weiter zusammen.[13]

Seit 1981 ist Ulvaeus mit Lena Källersjö verheiratet, mit der er zwei Töchter hat, die 1982 und 1986 geboren wurden. In den 1980er Jahren lebten sie sechs Jahre auf einem Landsitz in England, wo Ulvaeus mit seinem Bruder eine Computerfirma betrieb. Seit 1990 lebt die Familie wieder in Stockholm sowie in einer Ferienvilla auf der Insel Viggsö.[5]

Ulvaeus ist Atheist und seit 2005 Mitglied des schwedischen Humanistenverbandes Humanisterna,[14] der Teil der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union ist.[15] Für sein humanistisches Engagement wurde er 2006 vom Verband mit dem Hedenius-Preis ausgezeichnet.[16][17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Björn Ulvaeus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ödmjuk Björn Ulvaeus i exklusiv VT-intervju. vt.se, abgerufen am 16. Februar 2013 (schwedisch).
  2. Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA − Die wahre Geschichte Bosworth 2006, S. 25 f.
  3. Hootenanny Singers. radionostalgi.se, archiviert vom Original am 31. März 2013; abgerufen am 16. Februar 2013 (schwedisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radionostalgi.se
  4. Benny: Abba nära inte finnas – om Björn pluggat. aftonbladet.se, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  5. a b ABBA sprack men B:na bär. aftonbladet.se, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  6. Martin Scholz: Abba-Sängerin stellt Wiedervereinigung in Aussicht. Die Welt, 10. November 2013
  7. Chess för en ny generation. sv.opera.se, abgerufen am 18. Februar 2013 (schwedisch).
  8. Göteborg förhandlar om Kristina från Duvemåla. sverigesradio.se, abgerufen am 18. Februar 2013 (schwedisch).
  9. spiegel.de: Neues Abba-Museum
  10. The 100 Greatest Songwriters of All Time. Rolling Stone, August 2015, abgerufen am 7. August 2017 (englisch).
  11. a b Agnetha Fältskog. agnetha.net, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  12. Intervju med Agnetha Fältskog - en blyg superstjärna. sverigesradio.se, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  13. Abba-Sängerin Agnetha: Blonder Männertraum mit Flugangst. focus.de, abgerufen am 19. Februar 2013.
  14. Ateisten som finner ro i kyrkan. dn.se, abgerufen am 19. Februar 2013 (schwedisch).
  15. Internationellt. humanisterna.se, abgerufen am 19. Februar 2013 (schwedisch).
  16. Humanister organiseras i Borås. (Nicht mehr online verfügbar.) bt.se, ehemals im Original; abgerufen am 19. Februar 2013 (schwedisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.bt.se (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  17. Fiona Lorenz: AHA! Humanisten, Humanistischer Pressedienst, 22. Juni 2012