Deutsche Grenzpolizei

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Grenzpolizisten an der Elbe 1956

Die Deutsche Grenzpolizei (DGP) war eine bewaffnete und militärisch organisierte Formation des DDR-Innenministeriums zum Schutz der DDR-Staatsgrenze, vorrangig der innerdeutschen Grenze zu Westdeutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGP wurde am 1. Dezember 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet und unterstand bis zur Gründung der DDR der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI). Am 12. Mai 1952 wurde die Grenzpolizei mit dem vom Ministerium des Innern und dem Ministerium für Staatssicherheit erlassenen Befehl Nr. G 1/52 aus der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei herausgelöst und ab Mai 1952 dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt. Zum 1. August wurde Hermann Gartmann zum Chef ernannt. Im Juni 1953 wurde die Deutsche Grenzpolizei als eine Auswirkung der Unruhen im selben Jahr wieder in das Ministerium des Innern zurückgegliedert.

Boot der Grenzpolizei vor Rügen

Am 1. Dezember 1955 übernahm die Grenzpolizei die Aufgabe der Außensicherung der DDR-Grenzen von den bisher zuständigen sowjetischen Truppen.[1]

Am 1. März 1957 wurde das Kommando der Deutschen Grenzpolizei in Pätz aufgestellt. Gleichzeitig begann eine Reform des Grenzsicherungssystems der DGP, bei der einheitliche Strukturen und ausreichende Reserven geschaffen wurden. Außerdem erhielt die DGP wirksamere Waffen.[2]

Am 15. September 1961, also kurz nach Schließung der Grenze zu Berlin (West) („Mauerbau“) am 13. August 1961, wurde die DGP dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt. Es erfolgte die Umwandlung in militärische Verbände. Diese trugen zunächst die Bezeichnung Grenztruppen der NVA. Das Kommando der Deutschen Grenzpolizei wurde in Kommando der Grenztruppen umbenannt.[2]

Um eine Einbeziehung in Abrüstungsverhandlungen zu verhindern, erfolgte im Frühjahr 1971 die Umbenennung in Grenztruppen der DDR, womit die DDR-Machthaber zum Ausdruck bringen wollten, dass es sich nicht um einen Teil der NVA handele.

Die Abteilung Aufklärung beim Kommando der DGP arbeitete bis zum 31. Dezember 1961 selbständig mit inoffiziellen Kräften und war ab 1. Januar 1962 in der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit eingegliedert.

Chefs der Deutschen Grenzpolizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsche Grenzpolizei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemäß Bildtext zu obigem Photo
  2. a b Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik. 1949–1984. Militärverlag der DDR, Berlin 1986, S. 146.
  3. zunächst als Oberst, ab 1963 Generalmajor, 1969 Generalleutnant, 1979 mit Aufstellung der Grenztruppen Generaloberst. Quelle: Klaus Froh, Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA. Ein biographisches Handbuch. 4. Auflage. Ch. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3, S. 157 f.