Deutscher Evangelischer Kirchentag 2019

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Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag soll vom 19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund stattfinden.[1][2]

Nach 1963 ist Dortmund damit zum zweiten Mal alleiniger Durchführungsort eines Kirchentages. Der Kirchentag 1991 fand in Dortmund und anderen Städten des Ruhrgebiets statt. Der Kirchentag wird unter dem Motto stehen Was für ein Vertrauen, einer biblischen Wendung (2 Kön 18,19 LUT).[3]

Gastgeber wird die Evangelische Kirche von Westfalen sein.

Als Kirchentagspräsident war zunächst Frank-Walter Steinmeier vorgesehen,[4] der seit seiner Wahl zum Bundespräsidenten für das Ehrenamt jedoch nicht mehr zur Verfügung stand. An seine Stelle trat der Journalist Hans Leyendecker.[5]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reinoldikirche bildet das Zentrum des Kirchentages

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1963 mit einer Hauptversammlung von über 350.000 Teilnehmern und 1991 im Ruhrgebiet ist dieser Deutsche Evangelische Kirchentag der dritte Kirchentag in der westfälischen Metropole.

Beteiligte Personen und Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastgeber für die Veranstaltung ist Evangelische Kirche von Westfalen und die Evangelische Kirche in Dortmund, Lünen und Selm. Als Präsident des 37. Kirchentages fungiert Hans Leyendecker. Weitere Mitglieder des Präsidiums sind Andreas Barner, Christina Aus der Au und Bettina Limperg. Das Präsidium trägt die Gesamtverantwortung für den Deutschen Evangelischen Kirchentag. Es bestimmt Zeit, Ort und Programm der jeweiligen Kirchentage und beruft die Vorbereitungsgruppen für die einzelnen Programmteile, die sogenannten Projektleitungen. Die organisatorische Verantwortung hat der „37. Deutsche Evangelische Kirchentag Dortmund 2019 e. V.“ mit Sitz an der Kronenburgallee in Dortmund.

Ablauf und Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Organisationskonzept des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages sieht für den Kirchentag in Dortmund ein Konzept der kurzen Wege vor. Die zentralen Orte werden dabei das Stadtzentrum, die Nordstadt und das Messegelände der Westfalenhallen sein. Dabei gruppieren sich die über 2000 Veranstaltungen in kurzer Distanz rund um den historischen Wallring in der Innenstadt und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln in wenigen Minuten zu erreichen. Die Hauptbühnen befinden sich am Friedensplatz, Hanseplatz, Ostentor, Alter Markt und Westentor.

Das namengebende „U“
Depot.Kulturort, Frontalansicht

Weitere Hauptveranstaltungsorte sind dabei:

Weitere Veranstaltungsorte in Kirchen sind:

Eröffnungsgottesdienst und Abend der Begegnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 37. Kirchentag beginnt am Mittwochabend ab 18 Uhr, dem 19. Juni 2019, mit drei großen Eröffnungsgottesdiensten auf dem Friedensplatz, Hansaplatz und am Dortmunder Ostwall im Dortmunder Stadtzentrum. Anschließend findet ein buntes Straßenfest, der „Abend der Begegnung“, statt. Gemeinden aus den verschiedenen Regionen der gastgebenden Landeskirche (Evangelische Kirche von Westfalen) begrüßen die Gäste in Dortmund und stellen sich mit kulinarischen Angeboten und einem vielfältigen Bühnenprogramm vor. Dazu gibt es eine Sammelaktion unter dem Motto „das perlt“: Perlen aus für die Region typischen Materialien.[6]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm des 37. Kirchentages beinhaltet die Schwerpunkte Migration, Integration, Anerkennung und Zusammenhalt in Deutschland und Europa mit über 2000 Veranstaltungen.

Im Rahmen des Kirchentages finden mehrere Konzerte statt; unter den Mitwirkenden befinden sich u. a. Adel Tawil, Anna Loos, Bodo Wartke und Yvonne Catterfeld.

Veranstaltungszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Messezentrum Westfalenhallen
Das Big Tipi als Zentrum der Jugend
Das Westfalenstadion, der Westfalenpark und die Westfalenhalle als Veranstaltungszentren in einem Bild

Der Eröffnungsgottesdienst am Wallring nahe dem Ostentor wird dabei im Stadtzentrum an insgesamt drei Orten, am Alter Markt, Hansa- und Friedensplatz auf großen Bühnen übertragen. Für den Gottesdienst mit bis zu 50.000 Besuchern wird dabei ein Teil des historischen Wallrings am Brüderweg/Ostwall/Schwanenwall zwischen dem 16. und dem 20. Juni zeitweise gesperrt werden.

Im Anschluss an die Eröffnungsgottesdienste wird im Stadtzentrum zwischen Kampstraße, Friedensplatz und Hansastraße und Ostwall den „Abend der Begegnung“ als Willkommensfest der Stadt Dortmund und der Evangelische Kirche von Westfalen veranstaltet. Traditionell gilt der Abend der Begegnung mit durchschnittlich 200.000 Besuchern, als eines der Highlights des Kirchentages.

Neben den 40 Kirchen und Gemeindehäusern im gesamten Dortmunder Stadtgebiet finden weitere Veranstaltungen im Theater Dortmund mit Opernhaus und Schauspielhaus, im Konzerthaus Dortmund, der DASA – Arbeitswelt Ausstellung in Dorstfeld, dem Freizeitzentrum West (FZW) sowie dem Depot Immermannstraße in der Dortmunder Nordstadt statt. Die Nordstadt bildet dabei mit Zentrum für Kinder am Dietrich-Keunig Haus und dem Zentrum der Jugend im Grammophon Palace und dem umliegenden Areal des Fredenbaumplatzes einen Schwerpunkt des Kirchentages. Darüber hinaus fungiert das Messegelände der Westfalenhallen als Schwerpunkt für Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, die Bibelwerkstatt und den Markt der Möglichkeiten.

Der Abschlussgottesdienst wird an zwei Orten gefeiert. Für die rund 100.000 erwarteten Gottesdienstbesucher wird neben dem Signal Iduna Park auch die Seebühne im Westfalenpark Ort für den Abschluss des Kirchentages sein.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik an der Kirchentagsfinanzierung im öffentlichem Raum

Vereinzelt wird kritisiert, dass der Kirchentag als religiöse Veranstaltung zu einem erheblichen Teil mit öffentlichen Mitteln finanziert werde. Von 95 Ratsmitgliedern Dortmunds stimmten die 13 Vertreter von Die Linke, Piraten und den rechtsextremen Parteien NPD, der AfD und Die Rechte gegen die Vorlage, die vom Veranstalter beantragten Leistungen in Höhe von 2,7 Millionen Euro[7] sowie Sachleistungen im Umfang von 720.000 Euro zu bewilligen.[8] Verwiesen wurde auf Schulden der Stadt in Höhe von 3,5 Milliarden Euro und dass eine Bezuschussung gegen die – hier für einschlägig gehaltene – verfassungsrechtliche Forderung der weltanschaulichen Neutralität des Staates verstoße.[9] – Zudem kommen vom Land Nordrhein-Westfalen 5,2 Millionen sowie vom Bund 700.000 Euro.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Evangelische Kirche: Land unterstützt Kirchentag 2019. Die Landesregierung hat beschlossen, den 2019 in Dortmund geplanten Deutschen Evangelischen Kirchentag finanziell zu unterstützen. Der Beschluss erfolgte durch Abfrage der Kabinettsmitglieder. In: dortmund.de. 29. März 2015, archiviert vom Original am 1. Juli 2015; abgerufen am 13. Mai 2018.
  2. Kirchentag 2019 in Dortmund (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive). Präsidium nimmt Einladung an – Steinmeier designierter Präsident. In: kirchentag.de. 10. Oktober 2015, abgerufen am 13. Mai 2018.
  3. Kirchentag 2019 in Dortmund: „Was für ein Vertrauen“. Kirchentag 2019 in Dortmund. In: welt.de. Die Welt, 16. Oktober 2017, abgerufen am 13. Mai 2018.
  4. Eine Präsidentin und zwei Präsidenten für die Kirchentage 2015, 2017 und 2019. In: kirchentag.de. Archiviert vom Original am 30. Juni 2015; abgerufen am 13. Mai 2018.
  5. Journalist Hans Leyendecker wird Präsident des Kirchentages 2019. In: evangelisch.de. 26. Mai 2017, abgerufen am 13. Mai 2018.
  6. Das perlt. In: Deutscher Evangelischer Kirchentag Dortmund. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  7. Über 7 Millionen Euro vom Steuerzahler: Evangelischer Kirchentag 2019 findet in Dortmund statt. In: dortmundecho.org. 11. Oktober 2015, abgerufen am 24. Juni 2018.
  8. a b Weg für evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund ist frei. In: evangelisch.de. Abgerufen am 24. Juni 2018.
  9. Maximilian Steinhaus / Red.: Auch in Dortmund gilt: Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen! In: hpd.de. Humanistischer Pressedienst, 22. Juni 2015, abgerufen am 24. Juni 2018.