Die Profis

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Seriendaten
Deutscher Titel Die Profis
Originaltitel The Professionals
The professionals tv de.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1977–1981
Länge 50 Minuten
Episoden 57 in 5 Staffeln
Genre Kriminalserie
Idee Brian Clemens
Musik Laurie Johnson
Erstausstrahlung 30. Dezember 1977 (UK) auf ITV
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
7. Oktober 1981 auf ZDF
Besetzung

Die Profis (engl. The Professionals) ist eine britische Kriminal- und Agenten-Actionserie.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fernsehserie wurde nach einer Idee von Brian Clemens durch die Produktionsgesellschaft Mark One Productions hergestellt. Diese Firma, die zu gleichen Teilen Albert Fennell, Brian Clemens und dem Komponisten der Serie, Laurie Johnson, gehörte, produzierte seit 1964 auch schon die englische Serie Mit Schirm, Charme und Melone mit Patrick Macnee. Beide Serien waren bis Anfang der 1980er-Jahre die erfolgreichsten Fernsehserien in Großbritannien.

Brian Clemens, der jahrelang Drehbücher für das britische Fernsehen geschrieben hatte, schuf 1976 das Konzept für eine neue Nachfolgeserie, in der weniger Witz, sondern mehr Action im Vordergrund stehen sollte. Ursprünglich war für die neue Serie The A Squad als Titel geplant, schließlich einigte man sich auf den Titel The Professionals.

Hauptrollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Rolle des kompromisslosen Bosses vom CI5, George Cowley, hatte Brian Clemens zunächst den Schauspieler Clive Revill vorgesehen. Als dieser dann ablehnte, ging die Rolle schließlich an Gordon Jackson, der beim englischen Fernsehpublikum schon durch zahlreiche Spielfilme und durch die Fernsehserie Das Haus am Eaton Place (Upstairs Downstairs) als Butler Hudson große Beliebtheit erlangt hatte. Für Gordon Jackson ergab sich mit der Rolle des Cowley die Möglichkeit, einen ganz anderen Charaktertyp darzustellen.

Für die Rollen von Bodie und Doyle waren am Anfang weder Lewis Collins noch Martin Shaw die erste Wahl der Produzenten. Zunächst sollte der Schauspieler Jon Finch die Rolle des Doyle übernehmen, der dann aber absagte. So fiel die Wahl auf den Zweiten der Liste: Martin Shaw. Dieser nahm die Rolle aber nur an, da er zum damaligen Zeitpunkt keine anderweitigen Fernsehangebote hatte. Auch versuchte er in den nächsten vier Jahren immer wieder, aus seinem Vertrag herauszukommen, da er sich für ernstere Rollen interessierte. Für die Rolle des Bodie war zunächst der Schauspieler Anthony Andrews vorgesehen. Doch schon nach kurzer Zeit erkannte Brian Clemens, dass Shaw und Andrews nicht zusammenpassten. Andrews wurde vom Vertrag freigestellt, und die Suche nach einem geeigneten Partner begann erneut. Schließlich wurde Lewis Collins verpflichtet, der bereits in einer Folge von The New Avengers – der vergleichsweise erfolglosen Nachfolgeserie von Mit Schirm, Charme und Melone – in der Episode Der Rachefeldzug – mit Martin Shaw zusammengearbeitet hatte. Brian Clemens fiel schon damals auf, dass zwischen beiden eine private Spannung bestand, die genau zum Serienkonzept passte.

Im weiteren Verlauf der Produktion zeigte sich, dass die privaten Spannungen zwischen Lewis Collins und Martin Shaw weiter zunahmen. So ließ sich Shaw aus Protest gegen die entsprechenden Vorgaben in den Drehbüchern seine Haare länger wachsen, während Collins im Gegensatz zu dem legeren Stil seines Partners in maßgeschneiderten Anzügen auftrat, um so die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Bis 1981 konnten aber alle geplanten 57 Folgen vollständig abgedreht werden. Einige Folgen wurden jedoch aufgrund der harten Actionszenen in Deutschland nur zensiert ausgestrahlt bzw. waren die vollständige Versionen später nur auf VHS-Videofilmen zu sehen.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausgangspunkt der Serie war eine Konferenz des britischen Innenministeriums mit Angehörigen der Polizei, der Armee und des Geheimdienstes. Um gegen die wachsende Welle von Gewaltverbrechen in Großbritannien vorzugehen, schlägt der schottische Ex-Major und MI-5-Chef George Cowley (Gordon Jackson) vor, eine aus verschiedenen Einheiten bestehende neue Task-Force aufzustellen, die den Kampf gegen das Verbrechen aufnehmen soll und dabei von gesetzlichen Bestimmungen weitgehend befreit ist. So wird die neue Spezialeinheit CI5 (Criminal Intelligence 5) gegründet, der Cowley als Chef vorsteht. Seine besten Leute sind die Agenten 4.5 und 3.7: der Ex-Söldner William Andrew Philip Bodie (Lewis Collins) und der Ex-Polizist Raymond Doyle (Martin Shaw).

Die beiden sind meist als Team gegen Terroristen und Gewalttäter tätig, gelegentlich aber auch gegen fremde Geheimagenten aktiv. Sie geraten durch ihre Gutgläubigkeit und gewagte Flirts häufig in Schwierigkeiten. Bodie ist in dem Duo derjenige, der die Probleme mit Kampfgeist und körperlichem Einsatz zu lösen pflegt. Der Ex-Soldat ist bekannt für sein aufsässiges Verhalten gegenüber Führungspersonen und sein Misstrauen gegenüber allen und jedem. Er neigt zu Übertreibungen und schlechten Witzen. Doyle übernimmt den Part des vernünftigen und abwägenden Teamkollegen, allerdings gerät er dennoch häufig in brenzlige Situationen und wird oft verletzt.

Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erfolgsgeschichte der Profis begann mit der Erstausstrahlung am 30. Dezember 1977 im britischen Fernsehen. Die Serie gewann schnell an Beliebtheit und erreichte Einschaltquoten von bis zu zehn Millionen Zuschauern. Es dauerte aber fast vier Jahre, bis die deutschen Zuschauer in den Genuss der Serie kamen. Das ZDF begann mit der Erstausstrahlung am 7. Oktober 1981, zeigte aber nur 41 der 57 Folgen. Bis zu 18 Millionen Menschen pro Folge sahen die Serie. Im Jahre 1991 zeigte Sat.1 15 bisher noch nicht ausgestrahlten Folgen. Die letzte fehlende Episode Die Waffe wurde 1995 erstmals auf dem Regionalsender TV München gezeigt und 1996 deutschlandweit von Kabel 1 gesendet.[1] In Großbritannien wurde nur die Episode Klansmen (1977) nicht ausgestrahlt.

Staffeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Veröffentlichung auf Blu-ray und DVD wurden die 5 Staffeln auf 4 Boxen verteilt.

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronisation wurde durch die Arena Synchron in Berlin erstellt. Die Dialogregie führte Ivar Combrinck und teilweise Wolfgang Schick.

Das ZDF lies 41 der 57 Episoden synchronisieren. Die 16 ausgelassenen Folgen waren dem ZDF zu brutal, wiesen handwerkliche oder dramaturgische Mängel auf, oder beschäftigten sich zu ausführlich mit englischen Verhältnissen. Die meisten Folgen wurden gekürzt und inhaltlich entschärft.[2]

13 der 16 nicht vom ZDF bearbeiteten Folgen wurden zunächst für die Veröffentlichung auf VHS-Kassetten synchronisiert. Für die Erstausstrahlung auf Sat.1 wurden diese Episoden (zusammen mit den noch fehlenden drei Folgen) vollständig neu bearbeitet. In der Video-Fassung hat Doyle einen anderen Sprecher.

Zensur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezüge zu Deutschland, insbesondere zum Dritten Reich und zur DDR wurden im Zuge der Synchronisation teilweise entschärft. Die Handlung bezieht sich in der deutschen Fassung statt dessen meist auf fiktive Diktaturen.[A 1]

Auch andere politische Handlungselemente wurden verändert: In der Folge Im Labyrinth erläutert ein arabischer Diplomat Cowley in der ZDF-Fassung, dass die USA Israel mit Waffen versorgen würden. Er erklärt außerdem, dass die Araber häufig mit Terroristen gleichgesetzt wurden, dass sich dies mittlerweile aber geändert habe und man nun auf Verhandlungen setze. Man wolle sich daher auch nicht mit den USA anlegen und mit Biebermann, dem israelischen Minister, daher keine Geschäfte machen. In der Originalfassung erklärt er statt dessen, die Israelis hätten sich immer geweigert zu verhandeln und die Palästinenser würden sich für Biebermanns Freiheit einsetzen um ihn gegen Gefangene auszutauschen zu können. Da sich zum Ausstrahlungszeitpunkt 1982 die politischen Verhältnisse im Nahen Osten nach dem Jom-Kippur-Krieg gegenüber 1978 verändert hatte, sah sich das ZDF wohl verpflichtet der neuen Entwicklung Rechnung zu tragen. Teilweise wurden auch konkrete Bezüge zur IRA entfernt, die durch namenlose Organisationen ersetzt wurde.[A 2][2]

Sprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher Staffel Rollenbeschreibung
Major George Cowley Gordon Jackson Edgar Ott Staffel 1-5 Chef des CI 5
Raymond „Ray“ Doyle Martin Shaw Uwe Paulsen
VHS: Ulf-Jürgen Wagner
Staffel 1-5 Agent 4-5
William Andrew Philip Bodie Lewis Collins Ivar Combrinck Staffel 1-5 Agent 3-7
Betty Bridget Brice Staffel 1 Sekretärin
Benny Trevor Adams Hans-Jürgen Dittberner
Ronald Nitschke
Staffel 1, 2 CI 5 Agent
Jax Joseph Charles Charles Rettinghaus Staffel 1 CI 5 Agent
Murphy Steve Alder Lutz Riedel
Tom Vogt
Gunther Beth
Staffel 4, 5 CI 5 Agent

Anmerkungen:

  1. S2E10: Die Falle: Marikka stammt nicht aus der DDR sondern aus einem nicht näher bezeichneten Ostblockstaat. Biermanns Vergangenheit als KZ-Kommandant als wird ebenfalls verschwiegen und er wurde in Beckmann umbenannt um Verwechslungen mit Wolf Biermann zu vermeiden.
  2. S3E07: Gefährliche Pläne

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannte Ford Capri 3.0 S, der mit der Serie am meisten verbunden wird

Die Serie machte den Ford Capri sehr populär. Erst ab der zweiten Staffel ist deutlich erkennbar, dass Ford die Fahrzeuge für die Serie sponserte. In der ersten Staffel waren mehr Fahrzeuge aus britischer (British Leyland MC) Produktion im Einsatz. Genauso verhielt es sich mit den in der Serie benutzen Waffen, die sich eng an das britische Armee-Arsenal anlehnten. Des Weiteren kamen auch andere europäische und amerikanische Modelle zum Einsatz.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodie und Doyle waren bis zur zweiten Staffel mit der FN Browning HP aus kanadischer Produktion ausgerüstet. Cowley selbst mit einem Smith & Wesson Revolver Modell 36. Ab der dritten Staffel nutze Doyle eine Walther P38 und Bodie einen Revolver Smith & Wesson Modell 19.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Serie wurde wegen ihrer vielen brutalen Action-Szenen kritisiert.
  • Feministische Organisationen um Mary Whitehouse kritisierten die Serie als zu sexistisch.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Shaw und Lewis Collins spielten gemeinsam in der Folge Der Rachefeldzug der Serie The New Avengers. Darin arbeitet Kilner (Lewis Collins) für Larry Doomer (Martin Shaw) an der Vorbereitung eines Racheakts. Als die beiden sich am Ende trennen, sagt Kilner prophetisch: „We should work together again – good team!
  • Gordon Jackson, der 1990 verstarb, erhielt von der Queen einen Orden, weil er durch die Darstellung seiner Rolle in der Serie zum Image der britischen Polizei positiv beigetragen hatte.
  • Die Helden der Serie müssen dauernd umgezogen sein. Sie wohnten in jeder neuen Episode in einer anderen, nie mehr wiederkehrenden Wohnung. Ähnlich verhält es sich mit dem Büro von Cowley, das während des Serienverlaufs über ein dutzend Mal wechselte.
  • Es werden fast ausschließlich Autos der Marke Ford in der Serie benutzt, außer in der ersten Staffel, in der Doyle einen Rover P6 oder einen Triumph Dolomite Sprint fährt. In den Staffeln zwei und drei fährt er einen Ford Escort, in der letzten Staffel wie sein Kollege einen Ford Capri (jeweils in den Farben Silber- und Goldmetallic), nachdem der Ford Escort beim Dreh gestohlen wurde. Cowley ist regelmäßig in einem Ford Granada unterwegs, in der ersten Staffel jedoch auch mit einem Rover SD1.
  • Im Oktober 1997 begannen – mit einer neuen Besetzung – die Dreharbeiten für eine Fortsetzung der Serie. Der CI5 operierte nun international, aber mit dem Hauptsitz in London. Insgesamt wurden 13 Folgen mit Edward Woodward als CI5-Chef abgedreht. Die ARD strahlte 1999 die Serie unter dem Titel Die Profis – Die nächste Generation (CI5 – The New Professionals) erstmals aus. Die Neuauflage der Serie konnte aber niemals an den Erfolg des Originals anknüpfen.
  • In der Folge Ein Sportsmann stirbt hatte Pierce Brosnan eine kleine Nebenrolle. Er spielt einen Polizeibeamten in einem Abhörwagen. Von der Gage finanzierte er seinen ersten Flug in die USA. Daneben arbeiteten einige Darsteller, Regisseure und Crew-Mitglieder (Martin Campbell, Phil Meheux, Stuart Baird u. a.) aus der James-Bond-Reihe für die Serie.
  • Die Serie war eine der ersten, die auf VHS-Kaufkassetten erschien.
  • Die Folge Rassenhass (Klansmen) war die einzige Folge, die nicht in Großbritannien im Fernsehen gesendet wurde. In Deutschland kam sie erst bei der SAT.1-Ausstrahlung ins Fernsehen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab August 2005 veröffentlichte Universal Deutschland die Serie auf DVD in vier Teilen. Die Folgen basieren auf den teils geschnittenen deutschen Fernsehversionen, sind jedoch zweisprachig. Im Jahre 2008 wurde der Soundtrack zur Serie auf der CD-Box The Music of Laurie Johnson Vol.2 veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Schmitz: Die Profis. Auf den Spuren des CI5; das große Buch zur Serie. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 978-3-89602-704-7.
  • „Drop everything … including your pants!“: The Professionals and „hard“ action TV. In: Bill Osgerby, Anna Gough-Yates (Hrsg.): Action TV. Tough Guys, Smooth Operators and Foxy Chicks. Routledge, London/New York 2001, ISBN 0-415-22621-X, S. 127–141.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausstrahlungsdaten der Folge „Die Waffe“ auf fernsehserien.de
  2. a b Werner Schmitz: Die Profis. Auf den Spuren des CI5; das große Buch zur Serie., Berlin 2006, S. 98–101.