Dielmissen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dielmissen
Dielmissen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dielmissen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 58′ N, 9° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Eschershausen-Stadtoldendorf
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 7,47 km2
Einwohner: 768 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37633
Vorwahl: 05534
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 010
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 4
37627 Stadtoldendorf
Webpräsenz: www.eschershausen-stadtoldendorf.de
Bürgermeister: Theodor Krause (CDU)
Lage der Gemeinde Dielmissen im Landkreis Holzminden
HessenNordrhein-WestfalenLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis HildesheimLandkreis NortheimArholzenBevern (Landkreis Holzminden)Bevern (Landkreis Holzminden)BodenwerderBoffzenBoffzenDerentalDerentalDerentalDerentalBoffzen (gemeindefreies Gebiet)BrevördeDeensenDeensenDeensenGrünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)DelligsenDielmissenEimenEimen (gemeindefreies Gebiet)EschershausenEschershausen (gemeindefreies Gebiet)Eschershausen (gemeindefreies Gebiet)Fürstenberg (Weser)GolmbachHalle (Weserbergland)HehlenHehlenHeinadeHeinadeHeinadeHeinsenHeyenHolenbergHolzen (bei Eschershausen)HolzmindenHolzmindenHolzminden (gemeindefreies Gebiet)KirchbrakLauenfördeLenne (Niedersachsen)LüerdissenMerxhausen (gemeindefreies Gebiet)NegenbornOttenstein (Niedersachsen)PegestorfPolleStadtoldendorfVahlbruchWangelnstedtWenzen (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Dielmissen ist eine Gemeinde im nördlichen Landkreis Holzminden in Niedersachsen (Deutschland) und gehört zur Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Dielmissen, 2004

Sanft eingebettet zwischen dem Ith und der dem Vogler vorgelagerten Erhebung des Tuchtberges liegt Dielmissen am Unterhang des Ith in der Ithbörde.

Im Osten und Süden grenzt Dielmissen an Lüerdissen, im Westen an Kirchbrak und im Norden an Halle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Dorfgebiet lag um 800 n. Chr. im Grenzgebiet der Gaue Tilithi und Wikanavelde. Der Gau Thilithi gehörte zu einem Teil des Stammgebietes der Sachsen.

Die Entstehung des Ortes ist in Dunkel gehüllt. Aber die Besiedlung wird erst in der zweiten Periode, die durch die Endungen -hausen (abgekürzt -sen), -heim, -dorf, -feld usw. gekennzeichnet ist, vor sich gegangen sein. Dass von 13 im Kreise Holzminden gelegenen Dörfern mit der Endung -sen neun allein in der Ithbörde, dem Amtsgerichtsbezirk Eschershausen (wohl nach dem Grafen Esiko einstmals Esikoshausen genannt) liegen, scheint für eine geschlossene Besiedlung ein sicherer Beweis zu sein. Da die Namen zumeist auf Privatbesitz hinweisen, ist anzunehmen, dass sie erst gegen Ende der Periode entstanden sind, denn Privatbesitz deutet auf eine spätere Zeit hin, aber schon vor Abschluss dieser Ortsnamensklasse (800 n. Chr.) angesiedelt wurden.

Die Ortschaft Dielmissen wurde erstmals am 23. August 1151 urkundlich erwähnt und von 1194 bis 1401 gab es in Nachbarorten eine ritterliche Familie „de Didilmissen“ (von Dielmissen).[2]

Bis 1941 gehörte Dielmissen zum Freistaat Braunschweig und war dort Teil des Weser-Harz-Gebietes. 1996 lebten 899 Einwohner in der Gemeinde.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind verschiedene Namensformen für den Ort bekannt:

  • 1151 Thiedelmissen
  • 1304–1324 Dedelmissen
  • 1340 Didelmissen
  • 1385–1397 Dydelmissen
  • 1539 Digermessen
  • 1542 Diedelmissen
  • 1547 Diermissen
  • 1568 Diermissen
  • 1572 Dirmissen
  • 1760 Dielmissen

Deutung: Heim eines Thiathelmi (Theothelm, Thiudhelm, Dietelm, Thiadelm), Thiadhelmes-husen, von hier aus ist die Entwicklung bis hin zu Dielmissen ohne größere Probleme erklärbar.

Heutzutage existiert der Nachname „Diermissen“ in verschiedenen Ländern, wie z. B.: Costa Rica, USA, Kanada, El Salvador und Deutschland.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

69 % der Bevölkerung sind evangelisch, 8 % katholisch.[3] Die evangelische Kirchengemeinde Dielmissen gehört zum Pfarramt Eschershausen im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Katholiken des Ortes gehören zur Pfarrei Maria Königin (Bodenwerder) im Dekanat Weserbergland des Bistums Hildesheim; die nächste Filialkirche ist Heilige Familie in Eschershausen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[4][5]
Wahlbeteiligung: 65,89 % (2006: 59,92 %)
 %
40
30
20
10
0
39,83 %
31,05 %
24,73 %
4,39 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,55 %p
+0,74 %p
+3,41 %p
+4,39 %p

Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 11. September 2011 zusammen aus:

  • CDU: 4 Sitze (±0)
  • SPD: 3 Sitze (±0)
  • UWG: 2 Sitze (±0)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Theodor Krause (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die romanische evangelische Dorfkirche St. Nikolaus stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Sie besitzt im Inneren eine sehenswerte Ausstattung: ein Altarbild aus dem frühen 16. Jahrhundert, eine Renaissance-Kanzel, zahlreiche Apostelfiguren sowie eine neogotische Orgel. Neben der Kirche befindet sich eine stattliche Eiche. Seit 2010 wird die evangelische Kirche zu Dielmissen renoviert, da sich aufgrund des schlechten Untergrundes das Gebäude drehte.

Die katholische Kirche St. Johannes Evangelist bestand von 1964 bis 2004. Heute wird das Kirchengebäude als Privathaus genutzt, die nächstliegende katholische Kirche befindet sich im ca. 5 km entfernten Eschershausen.

Im „Gasthaus Angerkrug“, einem alten Fachwerkbau, weilte 1801 Johann Wolfgang von Goethe.[6]

Das Naturschutzgebiet Pöttcher Grund befindet sich zum Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Dielmissen.

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhalb von Dielmissen verläuft auf dem Ith-Kamm der Europäische Fernwanderweg E11 (Niederlande-Masuren).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dielmissen ist der „Wasserverband Ithbörde-Weserbergland“ beheimatet. Dieser ist für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in den Samtgemeinden Eschershausen, Bodenwerder-Polle, Stadtoldendorf und Boffzen verantwortlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Karl Janicke, Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim und seiner Bischöfe, Nr. 57
  3. Zensusdatenbank
  4. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/255409_000027/index.html
  5. http://wahlen.kds.de/2006kw/Daten/ESC/6_MAIN_E_DIELMISSEN__2006.html
  6. Renate Grumach: Goethe: Begegnungen Und Gespraeche, Band, Bände 1800-1805, 1985, S. 150

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dielmissen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien