Bevern (Landkreis Holzminden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bevern
Bevern (Landkreis Holzminden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bevern hervorgehoben
Koordinaten: 51° 52′ N, 9° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Bevern
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 33,25 km2
Einwohner: 3864 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37639
Vorwahl: 05531
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 002
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Angerstraße 13 a
37639 Bevern
Webpräsenz: www.bevern.de
Bürgermeister: Ernst Warnecke (FDP)
Lage der Gemeinde Bevern im Landkreis Holzminden
Hessen Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Hildesheim Landkreis Northeim Arholzen Bevern (Landkreis Holzminden) Bevern (Landkreis Holzminden) Bodenwerder Boffzen Boffzen Derental Derental Derental Derental Boffzen (gemeindefreies Gebiet) Brevörde Deensen Deensen Deensen Grünenplan (gemeindefreies Gebiet) Grünenplan (gemeindefreies Gebiet) Grünenplan (gemeindefreies Gebiet) Delligsen Dielmissen Eimen Eimen (gemeindefreies Gebiet) Eschershausen Eschershausen (gemeindefreies Gebiet) Eschershausen (gemeindefreies Gebiet) Fürstenberg (Weser) Golmbach Halle (Weserbergland) Hehlen Hehlen Heinade Heinade Heinade Heinsen Heyen Holenberg Holzen (bei Eschershausen) Holzminden Holzminden Holzminden (gemeindefreies Gebiet) Kirchbrak Lauenförde Lenne (Niedersachsen) Lüerdissen Merxhausen (gemeindefreies Gebiet) Negenborn Ottenstein (Niedersachsen) Pegestorf Polle Stadtoldendorf Vahlbruch Wangelnstedt Wenzen (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Bevern ist ein Flecken im Süden des Landkreises Holzminden in Niedersachsen. Die nach dem Flecken benannte Samtgemeinde Bevern hat dort ihren Sitz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevern liegt im Weserbergland zwischen den Mittelgebirgs- und Höhenzügen Burgberg im Norden und Solling im Süden; nicht weit entfernt sind Vogler im Norden und Homburgwald im Nordosten. Es befindet sich etwa zwei Kilometer östlich der Einmündung des durch die Ortschaft fließenden Beverbachs in die Weser.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bevern (1981–2010)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 1,2 1,7 5,1 8,9 13,3 15,9 18,1 17,7 13,9 9,7 5,3 2,0 Ø 9,4
Niederschlag (mm) 74,0 56,0 68,0 49,0 64,0 69,0 73,0 75,0 68,0 65,0 69,0 75,0 Σ 805
Sonnenstunden (h/d) 1,2 2,3 3,2 5,2 6,3 6,2 6,5 6,1 4,3 2,9 1,2 0,8 Ø 3,9
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Quelle: [2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer dem Ort Bevern selbst und dem Ortsteil Forst gehören zum Flecken die Ortsteile und Dörfer Dölme, Lobach, Lütgenade und Reileifzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals in den Jahren 822/856 in Urkunden des Klosters Corvey erwähnt.

Bevern im 17. Jahrhundert

1501 wurde von Brun von Bevern die erste Kirche erbaut.[3] Der Kölner Erzbischof Hermann von Hessen konsekrierte die Kirche 1506.[4] 1595 ließ Statius von Münchhausen die Kirche abreißen und durch einen Neubau ersetzen.

1603 bis 1612 ließ Statius von Münchhausen das Schloss Bevern im Stil der Weserrenaissance erbauen. Das Schloss ist nach einigen Zwischenstationen zwischenzeitlich Kulturzentrum und Standort der EWR.

Im Jahre 1703 wurde Bevern das Marktrecht verliehen.

1832/1833 wurde die Telegraphenstation 28 der königlich-preußischen optischen Telegraphenverbindung von Berlin nach Coblenz auf dem Burgberg errichtet. Reste dieser damals 14 m hohen Station mit Wohnhaus sind noch heute zu sehen. 1850 wurde die Station nach Inbetriebnahme der elektrischen Telegrafenlinie Berlin-Köln wieder aufgegeben.

1846 wurde ein jüdischer Friedhof in Bevern gegründet. Ein zweiter jüdischer Friedhof wurde 1855 Am Steinbrink eingerichtet.

Kriegerdenkmal

Am 19. November 1893 erfolgte die Einweihung der im neugotischen Stil erbauten ev.-lutherischen St. Johannis-Kirche. Sie wurde aus teilweise kunstvoll bearbeitetem Wesersandstein errichtet. Der Kirchturm stammt von 1571.

Im Juni 1939 musste ein Militärflugzeug vom Typ Bf 109 zwischen Bevern und Allersheim wegen Treibstoffmangels notlanden. Ebenso kam es im August 1943 zu einer Notlandung einer Ju 52 vor der Angermühle. In der Ortsmitte wurde das Kriegerdenkmal aufgestellt.

Am 1. Januar 1973 entstand die Samtgemeinde Bevern. 1996 lebten 4571 Bürger in Bevern. Im Juni 2007 lag die Bevölkerungszahl bei 4205 Einwohner.

Zur Entwicklung des Postwesens in Bevern siehe: Postroute Braunschweig-Holzminden.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname hat zwei gleichwertige Herleitungsmöglichkeiten. Zum einen könnte er auf das Wort „Biber“ zurückgehen, zum anderen auf die Worte „beben“ oder „zittern“. Für Bevern sind letztlich beide Herleitungen möglich und keiner der beiden kann eindeutig der Vorzug gegeben werden. Frühere Ortsnamen von Bevern waren in den Jahren 822–826 Byueran, 980–982 Byuerun, 1015–1036 Biveran, 1197 Bivere, um 1200 Beveren, 1245 Biveren, 1263 Bevere und 1290 Beveren.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

78 % der Bevölkerung Beverns sind evangelisch (im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder), 16 % sind katholisch, 6 % gehören einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Dölme, Lobach, Lütgenade und Reileifzen eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2011
Wahlbeteiligung: 59,29 %
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50
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20
10
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47,25 %
31,44 %
21,30 %

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 folgendermaßen zusammen:

Kommunalwahlen 2016: [7]

  • SPD: 5
  • FDP: 5
  • CDU: 4
  • Grüne: 1
  • Gesamt: 15

Örtliches Entwicklungskonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittels eines Bürgerantrags wurde in Bevern erstmals ein Bürgerforum „Strategische Planung“ mit dem Ziel eines durch Bürger gestützten Entwicklungskonzeptes initiiert.

Arbeitsgrundlage hierfür ist die bewährte Strategielehre „Engpasskonzentrierte Strategie“. Bevern wird damit Pilotprojekt für eine systematische lokale Entwicklung im Wirtschaftsraum Holzminden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Rot und Grün durch silbernen Wellenbalken geteilt. Oben das goldene Renaissanceschloss Bevern mit 6 silbernen Fahnen und grünem Tor, unten ein widersehender goldener Biber neben zwei benagten goldenen Baumstümpfen mit goldenem Laubwerk. Begründung: Zu Symbolen wurden das für die Gemeinde Bevern wichtige, in Weserrenaissance gebaute Schloss, sowie der Biber, nach dem der Beverbach = Biberbach und danach Bevern = Bibern benannt wurde, gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevern hat insgesamt fünf Partnerstädte im französischen Weinanbaugebiet Medoc an der Gironde-Mündung, nicht weit entfernt von der Atlantikküste. Seit geraumer Zeit findet ein wechselseitiger Besuch von französischen und deutschen Freunden dieser Partnerschaft statt. Die einzelnen Partnerstädte sind:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Bevern

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Schloss Bevern, eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Weserrenaissance, erbaut 1603 bis 1612 nach Vorgaben des Bauherrn Statius von Münchhausen. Es handelt sich um eine regelmäßige Vierflügelanlage mit verzierten Schweifgiebeln, mit zwei diagonal gegenüberstehenden Treppentürmen um einen quadratischen Innenhof mit Wassergraben, zwei Brücken und einem Schlossgarten.

1986 übernahm der Landkreis Holzminden das Schloss von der Gemeinde und baut es seitdem kontinuierlich zu einem Kulturzentrum aus. Es beherbergt ständig das Heimatmuseum von Bevern und bietet in jedem Sommer eine sehenswerte Kulisse für die Veranstaltung „Nächtliches Schloss“, in deren Rahmen mit aufwändigen Beleuchtungseffekten der Schlossinnenhof illuminiert wird.

Seit 2008 gibt es im Schloss Bevern die „Erlebsniswelt Renaissance“ (EWR), eine multimediale Führung durch die Zeit der (Weser-)Renaissance. Hier wird vor allem die Geschichte des Schlosses Bevern vor dem Hintergrund der von Brüchen und Einschnitten geprägten Biographie des Statius von Münchhausen in einer speziellen Inszenierung mit insgesamt 19 Erlebnisstationen dargestellt - Themen sind unter anderem die Kriegsführung oder die rasant zunehmende Geldwirtschaft mit Spekulationen und Geldverleih.

Die Johanniskirche im Stil der Neugotik ist aus 1893.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1900 wurde die Raiffeisenbank eG in Bevern gegründet und fusionierte 2002 mit der Volksbank Weserbergland eG.

Seit 1949 existiert die Bertram Elektrotechnik GmbH für Elektro- und Automatisierungstechnik, Bildverarbeitung und Anlagenbau.

Die Reinhard Hörnlein GmbH & Co. KG wurde 1955 gegründet und stellte u. a. Fronten für Möbel in Massivholz, Kunststoff, Schleiflack und Hochglanz her. Sie wurde später Tochtergesellschaft der Gustav Wellmann GmbH & Co. KG (ehemals Casawell-Konzern heute zur Alno AG) und musste im November 2003 Insolvenz anmelden, was zur Auflösung des Unternehmens im Juli 2004 führte. Rund 135 Mitarbeiter wurden zuletzt beschäftigt.

1976 musste auch die Maschinenbaufabrik C. Müller in Bevern-Forst Insolvenz anmelden.

Die Egger Beschichtungswerk Marienmünster GmbH & Co. KG, eine Niederlassung der Egger Unternehmensgruppe aus St. Johann in Tirol, Österreich, fertigt seit 1995 Mitteldichte Holzfaserplatten (MDF) und übernahm die 1988 im Ort gegründete Beverboard Faserplatten GmbH & Co. KG.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Sander (*28. Dezember 1913 in Naumburg an der Saale, † 22. Juli 2005), Kommunalpolitiker, FDP-Mitglied, 1973–1976 stellvertretender Bürgermeister und stellvertretender Samtgemeindebürgermeister. Ehrenbürgerschaft 1993 verliehen für seine besonderen Verdienste um das Schloss Bevern und die Erforschung seiner Geschichte.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Bevern in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Gerverot (1747–1829), Porzellanmaler und langjähriger Direktor der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, wohnte in seinen letzten Lebensjahren im Schloss Bevern. Der ehemalige niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander war lange Zeit Rektor der Haupt- und Grundschule in Bevern. Außerdem war der Sänger Stephan Remmler der deutschen Rockgruppe Trio Ende der 1970er Jahre in der Grundschule Bevern als (Musik-) Lehrer tätig. In den 1970er Jahren lebten die Musiker Michael Rother, Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius in einer Kommune im Ortsteil Forst und produzierten dort einige Meilensteine des Krautrock, z. B. die Alben Musik von Harmonia (Harmonia), Zuckerzeit und Sowiesoso (Cluster). Rother ist heute noch in Forst ansässig.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Deutschen Wetterdienst, Mittelwerte 1981-2010 für den aktuellen Stationsstandort (2012)
  3. Beleg fehlt.
  4. Hans Jürgen Brandt: Die Bischöfe und Erzbischöfe von Paderborn. Paderborn 1984, S. 188–190, hier S. 190.
  5. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 211.
  7. https://samtgemeinde-bevern.ratsinfomanagement.net/gremien/?__=LfyIfvCWq8SpBQj0MjyGavGau9TuCPj2NgzHauCWr8Um5Ol7MfyIduGGJ

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bevern (Landkreis Holzminden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien