Boffzen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Boffzen
Boffzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Boffzen hervorgehoben

Koordinaten: 51° 45′ N, 9° 24′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Boffzen
Höhe: 121 m ü. NHN
Fläche: 8,04 km2
Einwohner: 2760 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 343 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37691
Vorwahl: 05271
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 004
Adresse der Verbandsverwaltung: Heinrich-Ohm-Straße 21
37691 Boffzen
Website: www.boffzen.de
Bürgermeister: Christian Perl (CDU)
Lage der Gemeinde Boffzen im Landkreis Holzminden
HessenNordrhein-WestfalenLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis HildesheimLandkreis NortheimArholzenBevern (Landkreis Holzminden)Bevern (Landkreis Holzminden)BodenwerderBoffzenBoffzenDerentalDerentalDerentalDerentalBoffzen (gemeindefreies Gebiet)BrevördeDeensenDeensenDeensenGrünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)DelligsenDielmissenEimenEimen (gemeindefreies Gebiet)EschershausenEschershausen (gemeindefreies Gebiet)Eschershausen (gemeindefreies Gebiet)Fürstenberg (Weser)GolmbachHalle (Weserbergland)HehlenHehlenHeinadeHeinadeHeinadeHeinsenHeyenHolenbergHolzen (bei Eschershausen)HolzmindenHolzmindenHolzminden (gemeindefreies Gebiet)KirchbrakLauenfördeLenne (Niedersachsen)LüerdissenMerxhausen (gemeindefreies Gebiet)NegenbornOttenstein (Niedersachsen)PegestorfPolleStadtoldendorfVahlbruchWangelnstedtWenzen (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Boffzen ist eine Gemeinde an der Weser im Landkreis Holzminden im südlichen Niedersachsen (Deutschland) und Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde Boffzen für die Gemeinden Fürstenberg, Lauenförde und Derental.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boffzen liegt am Westrand des Mittelgebirges Solling östlich der Weser zwischen den nordrhein-westfälischen Städten Höxter im Norden und Beverungen im Süden. Die Rottmünde mündet in Boffzen in die Weser.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Boffzen unter dem Namen Boffeshus in den Corveyer Traditionen.[2] Dort wird eine Landschenkung in lateinischer Sprache festgehalten. Übersetzt heißt es dort: „Es übergab Adalbod für das Seelenheil seines Bruders Swyricdac in Boffeshus eine Hufe“.

Der Name Boffzen gehört zu den patronymischen Ortsnamen und bedeutet „Siedlung des Boffi“. Der -hausen Typus ist im niederdeutschen Sprachraum geläufiges Bildungselement frühmittelalterlicher Siedlungsnamen. Der Name Boffi ist nicht unbekannt. Berühmtester Träger dieses Namens ist Abt Bovo I. von Corvey (879–890). Er war der Nepos des Abtes Warin I. (Corvey). Leider ist der Begriff nepos mehrdeutig. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Wüstung Essezen im Gemeindegebiet. Sie geht sehr wahrscheinlich auf eine Benennung nach einem Asic/Esic zurück. Ein um 855 verstorbener comes Beffo soll Bruder dieses Asic gewesen sein. Ein bekannter Asig (Esikonen) war comes im Hessengau. Dieser Asic/Asig war in zweiter Ehe mit Ida der Jüngeren, vermutlich einer Tochter des dux Ekbert (Sachsen) vermählt. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass die Orte Boffzen und Essezen auf ebendiesen Asic und seinen Bruder Beffo oder aber auf den Abt Bovo I zurückgehen. Die Namensähnlichkeit von Beffo und Bovo lässt es plausibel erscheinen, dass eine Verwandtschaft bestand, am ehesten vielleicht durch Ida die Jüngere und Asic. Damit wäre Bovo I auch Neffe „nepos“ des Warin.

Ende des 12. Jahrhunderts wird erstmals das Ritter- und Ministerialengeschlecht derer von Boffessen in Urkunden erwähnt. Die Grundherren besaßen Höfe und Ländereien in Maygadessen bei Godelheim, in Bosseborn und in Höxter. Konrad von Boffessen nahm am 5. Kreuzzug ins Heilige Land teil. Im 15. Jahrhundert erlebte das Adelsgeschlecht den sozialen Abstieg. Ritter waren nicht mehr gefragt in einer Zeit, in der sich Feuerwaffen und das Landsknechtswesen etablierten. Die Spur der Familie von Boffessen verliert sich schließlich im 18. Jahrhundert.

Im Mittelalter existierte Boffzen gegenüber eine 1375 erwähnte Weserinsel.

Boffzen in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boffzen mit seinem Landwehrturm ist zusammen mit der Porzellanmanufaktur Fürstenberg der Handlungsort in der 1898 erschienenen historischen Erzählung Hastenbeck von Wilhelm Raabe.

Boffzen in den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 erlangte der Ort überregionale Bekanntheit, als auf einem Waldparkplatz bei Boffzen zwei Polizeibeamte ermordet wurden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1821 1848 1871 1910 1925 1933 1939 1996 2006 2011 2017
Einwohner 920 1136 1368 2082 1893 1830 1969 3193 2917 2701 2737

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2011
Wahlbeteiligung: 52,71 % (2006: 58,27 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,64 %
35,90 %
8,13 %
5,33 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,87 %p
-4,81 %p
+8,13 %p
-0,45 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab folgende Sitzverteilung:

  • SPD: 7 Sitze (±0)
  • CDU: 4 Sitze (–1)
  • GRÜNE: 1 Sitz (+1)
  • FDP: 1 Sitz (±0)

Kommunalwahl 2016:

  • SPD: 6
  • CDU: 5
  • FDP: 1
  • UWGB: 1[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986–2006: Marlies Loges (SPD)
  • 2006–2016: Horst Menzel (SPD)
  • seit 2016: Christian Perl (CDU)[4]

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit Juni 1977 mit der französischen Gemeinde Villers-sur-Mer im Département Calvados
  • Mit der Gemeinde Nachterstedt in Sachsen-Anhalt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Boffzen führen die gemeinsame Landesstraßen 549/550 vom Brückfeld bei Höxter als Bahnhofstraße in den Ortskern. Von dort führt die L 549 (Sollingtor, Neuhäuser Straße) östlich nach Neuhaus im Solling und die L 550 (Radstaken) nach Fürstenberg (Weser). Nördlich an der Abzweigung am alten Zollhaus führt die L 550 östlich von Lüchtringen nach Holzminden.

Der Haltepunkt Boffzen lag an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Holzminden–Scherfede. Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Höxter Rathaus an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen (KBS 403 und 355) sowie Lauenförde-Beverungen an der Bahnstrecke Ottbergen–Northeim/Göttingen (Sollingbahn) (KBS 356).

Betriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glashütte Noelle + von Campe (Zentrale)

1866 wurde die Glashütte Bartling & Co. in Boffzen gegründet, die seit einer Umfirmierung im Jahre 1874 den Namen Noelle + von Campe Glashütte trägt. Heute stellt das Unternehmen mit rund 450 Mitarbeitern Glasverpackungen für die Lebensmittelindustrie her.

Die ehemalige Georgshütte wurde 1872 als weitere Glasfabrik in Betrieb genommen und 1989 stillgelegt.

Zu den weiteren mittelständischen Betrieben in Boffzen gehört eine der sieben bundesweiten Hauptniederlassungen der Hansa-Flex AG mit einer Niederlassung des Geschäftsbereichs Metallschläuche[5].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlöserkirche und Kriegerdenkmal in Boffzen

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1857 Gründung des Männergesangverein von 1857
  • 1873 Gründung der Kameradschaft ehemaliger Soldaten
  • 1898 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Boffzen als Nachfolgerin einer Pflichtfeuerwehr.
  • 1908 Gründung des Sportvereins FC 08 Boffzen e. V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1799 lebte Wilhelm August Lampadius im Pfarrhaus (Bachstraße) und arbeitete an der Erfindung des Leuchtgases.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boffzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Ernst Wilhelm Förstemann: Altdeutsches Namenbuch, 1983, S. 508
  3. https://wahlen.kdgoe.de/historie/2016kw/Daten/255403_000049/0002550040000_Gremium.html
  4. http://www.nw.de/lokal/kreis_hoexter/boffzen/boffzen/20972997_Horst-Menze-gibt-Amt-als-Buergermeister-auf.html
  5. Webseite der Hansa-Flex: Niederlassungen | Inland, zuletzt abgerufen am 9. Oktober 2010.