Dom des Heiligen Sava

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Dom des Heiligen Sava
Hram Svetog Save
Westansicht des Doms

Westansicht des Doms

Daten
Ort Belgrad
Baumeister Bogdan Nestorović, Aleksandar Deroko, Branko Pešić
Baujahr 1926 bis 2018
Höhe 77,34 m
Grundfläche 4.500 m²
Koordinaten 44° 47′ 53″ N, 20° 28′ 8″ OKoordinaten: 44° 47′ 53″ N, 20° 28′ 8″ O
Dom des Heiligen Sava Hram Svetog Save (Serbien)
Dom des Heiligen Sava Hram Svetog Save
Besonderheiten
Mosaike
Mosaikarbeiten im Oktober 2017. Das Kuppelmosaik wurde am 22. Februar 2018 feierlich eingeweiht

Der Dom des Heiligen Sava (serbisch: Храм светог Саве/Hram svetog Save; serbisch eigentlich Heiligtum des Heiligen Sava oder Tempel des Heiligen Sava)[1] ist ein im neobyzantinischen Stil gehaltener monumentaler serbisch-orthodoxer Kirchenbau in Belgrad. Er ist per Stand 2018 eines der größten orthodoxen Gotteshäuser der Welt. Mit einem inneren Kuppeldurchmesser von 30,5 m schließt der Dom an das direkte bauliche Vorbild der Hagia Sophia an. Der Dom ist als klassischer Zentralraum mit vier Konchen dem ersten serbischen Erzbischof und Nationalheiligen Serbiens Hl. Sava (1175–1236) geweiht. Er wurde auf dem im südlichen Belgrader Stadtzentrum gelegenen, weithin sichtbaren Plateau des Vračar, einem 134 Meter hohen Hügel, an der Stelle errichtet, wo Sinan Pascha 1595 mutmaßlich die sterblichen Überreste des heiligen Sava verbrennen ließ. Die Kirche gehört zur Erzparochie von Belgrad und Karlovci der serbisch-orthodoxen Kirche.

Mit den Arbeiten an der Kirche wurde 1935 nach Entwürfen der Architekten Bogdan Nestorović und Aleksandar Deroko begonnen. Jedoch erst nachdem der zweite Wettbewerb 1926 eine intensive gesamtjugoslawische Diskussion und Polemik auslöste, die das Bauvorhaben von einer ursprünglich national verpflichteten Kirche der Serbisch-Orthodoxen Kirche insbesondere auch aus der utopischen Idee des gesamtjugoslawischen Pantheons des geplanten Mausoleums im Vidovdaner Tempel Ivan Meštrovićs völlig verändert hatten. Der finale Entwurf orientierte sich am universellen frühchristlichen Symbol der Hagia Sophia im Hauptwerk der Byzantinischen Architektur und vertrat als Kompromiss zwischen den multinationalen christlichen Identitäten im Königreich Jugoslawien eine andere Botschaft.[2] Der letzte Widerstand, manifestierte sich Januar und Februar 1932 in Stellungnahmen einflussreicher Architekten, Künstler und Autoren, und fiel erst, als sich der jugoslawische König Alexander I. interessiert einschaltete.[3]

Nach einem Bauverbot unter der kommunistischen Regierung Jugoslawiens wurde seit 1985 wieder an dem durch Branko Pešić überarbeiteten Projekt gearbeitet. Nachdem die Kuppel 1989 in spektakulärer Weise durch eine Lift-Slab Anlage vom Boden in ihre vorgesehene Position geschoben wurde, ruhten die Arbeiten durch den Bürgerkrieg in Jugoslawien über ein Jahrzehnt. Die äußere Gestaltung der Kirche mit weißem Marmor war 2004 vollendet. In der Innendekoration sind die zwölf etwas weiter vom geräumigen Zentralraum gerückt stehenden Säulen mit aufwendig gestaltete Marmorkapitellen im sogenannten „serbisch-byzantinischen Stil“,[4] sowie die oberhalb zwölf Meter in Gold-Mosaik ausgeführte Wandbedeckung hervorzuheben. Die kostspielige Marmorverkleidung mit Szenen aus dem Neuen Testament wurde durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit einer anfänglichen Kostenübernahme von Gazprom Neft 2016 innerhalb der Kuppel ermöglicht.[5] Das eine Fläche von 1230 m² einnehmende, weltweit größte Gold-Kuppelmosaik wurde von Künstlern der Russischen Akademie der Künste unter Leitung von Nikolaj Muhin am 13. Dezember 2017 vollendet.[6] Bis zur 2019 erfolgenden 800-Jahr-Feier der Autokephalie der Serbisch-Orthodoxen Kirche soll der Großteil der Innendekoration beendet sein.

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrägsicht des östlichen Belgrads von der Beograđanka aus. Der Dom beherrscht das Vračar-Plateau. Im Hintergrund der Avala-Hügel.
Topographie und Lage der Kirche
Der Bau des Vračar-Tunnels änderte die Konzeption der Krypta, da die beiden 7,60 m breiten Röhren südöstlich der Grundmauern der Kirche in 44 m Tiefe vorbeilaufen.

Der Bauplatz der Kirche wurde in der Sichtachse der wichtigsten kommerziellen Verkehrsader Belgrads, der Ulica Kralja Milana, zwischen Terazije und vorbei am königlichen Schloss zur Slavija in Verlängerung zum Vračar-Hügel gewählt. Die Kirche war dadurch Endpunkt und Landmarke der von Emilijan Josimović vorgesehenen Allee, die von der ehemaligen Schanze Belgrads zu den Vororten führte.[7] Mit der architektonischen Bestimmung in Form einer Byzantinischen Kreuzkuppelkirche in enger Anlehnung an die Hagia Sophia und gewissen nationalen Elementen der mittelalterlichen „serbisch-byzantinischen“ Bautradition war im gewählten Aufriss sowie der Monumentalität der Kirche Belgrad als Mittelpunkt der Orthodoxie vorgesehen, was den Verlust Moskaus durch die Oktoberrevolution als Zentrum der orthodoxen Christenheit kompensieren sollte.[8]

Die Kirche liegt auf dem westlichen Ausläufer des Vračar-Plateaus in 134 m Höhe etwa 500 m südöstlich der Slavija. Die Elevation, 18 m über Terazije und Knez Mihajlova ulica und 10 m über Tašmajdan mit der Kirche des Heiligen Markus und der Skupština, sowie 63 m über der Sava bestimmte den Dom auf dem markanten Reliefpunkt zu einer weithin sichtbaren Landmarke in der Topographie der Stadt. Das Plateau selbst ist heute nach der Kirche – Svetosavski plato (Plateau des Heiligen Sava) – benannt. Nach Süden fällt es steil zum transversal verlaufenden Einschnitt des Mokroluški potok ab, der auf etwa 90 m Höhe die Leitlinie der Stadtautobahn vorgibt.

Von der Galerie der Kirche, die in 45 m Höhe um die Kuppel verläuft, soll künftig ein Aufzug Besucher zu einem weitläufigen Rundumblick einladen. Auf 179 m Höhe liegt der Ausblick damit auf gleicher Höhe der Sichtachse des südlich über dem Mokroluški potok aufragenden Topčidersko brdos (179 m), der aufgrund der Residentialkomplexe der serbischen Regierung, der Grabstätte des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito und dem Museum der Geschichte Jugoslawiens einen symbolträchtigen Höhenrücken innerhalb der Stadt abbildet. Die Galerie ist aufgrund andauernder Innenarbeiten (Stand 2018) nicht der Öffentlichkeit zugänglich.

Nachdem am 20. Oktober 1976 südwestlich der Grundmauern der Kirche mit der Bohrung der beiden 7,6 m Durchmesser messenden Eisenbahnröhren des Neuen Belgrader Eisenbahnknotens begonnen wurde, ergab sich eine Veränderung an der geplanten Einbautiefe der Krypta. Zwar läuft der Vračar-Tunnel in 44 m Tiefe an der Kirche vorbei. Aber die ursprünglich geplante, in über 20 m Tiefe reichende Krypta konnte schließlich nur noch 7 m tief gebaut werden. Bei der Tunnelbohrung kam es unter dem Dom ebenfalls zu einer längeren Unterbrechung, da die Tunnelbohrmaschinen hier in einem tonreichen beziehungsweise grundwassergeprägten Boden steckenblieben.[9]

Neben dem Dom beherbergt der Park des Svetosavski plato auch die Nationalbibliothek Serbiens.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Idee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitgenössische Fresko-Darstellung von Sava, Kloster Mileševa

Die Idee zum Bau der Gedenkkirche geht direkt auf die 300-Jahr-Feier der Verbrennung der Gebeine des ersten serbischen Erzbischofs, Lehrers und Heiligen Sava von Serbien durch Sinan Pascha im Jahre 1895 zurück. Nach dem Berliner Kongress und der völligen Unabhängigkeit des Königreichs Serbiens vom Osmanischen Reich wuchs innerhalb religiöser Kreise der Wunsch, dem Begründer der serbischen Autokephalie und einer der maßgeblichen Größen der Geistesgeschichte Serbiens ein Denkmal zu errichten. Als Symbol der mittelalterlichen Geschichte Serbiens mit seinem Kaiserreich und seiner kulturellen Blüte, die sich in den vielen bedeutenden serbisch-orthodoxen Klöstern widerspiegelte, hatte insbesondere die Kirche ein großes Interesse an der Errichtung eines dem eigenen Gründungsvater gewidmeten Bauwerks, was in intellektuellen Kreisen schnell und positiv aufgenommen wurde.[10] Dem Heiligen Sava galt überdies im Volk eine kultische Verehrung, die – durch russophile und slawophile Strömungen verstärkt – insbesondere im Wirken des Belgrader Metropoliten Mihailo Ausdruck fand.[11] Der Heilige Sava wurde durch die serbisch-orthodoxe Kirche auch als Symbol der Einheit der in verschiedenen Länder und Territorien lebenden Serben empfunden; sein Kult sollte einer möglichen Vereinigung aller Serben Vorschub leisten.[12] Während 1895 die Einrichtung eines „Fördervereins zum Bau der Gedenkkirche des Heiligen Sava“ durch den Metropoliten unter Beteiligung bedeutender Bürger Belgrads erfolgte, begann sich auch die Idee einer Gedenkkirche auf dem Vračar-Hügel in Belgrad zu entwickeln. Auf ebendiesem Hügel erfolgte nach zahlreichen hagiographischen Berichten die von Sinan Pascha befohlene Verbrennung der Reliquie Savas. Mythische Überlieferungen und wundersame Erzählungen in der Volksdichtung erhoben den Verbrennungsort im Nachhinein zu einem sakralen und spirituellen Platz. Die Suche nach dem ursprünglichen Ort des Scheiterhaufens wurde in Serbien schon seit 1840 geführt, als der Savindan (27. Januar) als allgemeiner Feiertag im Fürstentum eingeführt wurde. Zudem hatte ein Priester Metropolit Mihailo 1878 mitgeteilt, dass auf dem Vračar 1757 eine Kirche durch die Türken zerstört worden sei, an der angeblich wundersame Dinge geschahen. Obwohl der genaue Ort mangels historischer Quellen nicht mehr auszumachen war, bestimmte Mihailo überwiegend aus praktischen Gründen, dass der Hügel der geeignetste Platz für eine zukünftige Gedenkstätte sei. Selbst das eigentliche Datum des Ereignisses war nicht gesichert: Die Serbische Akademie legte als Datum für das 300jährige Jubiläum das Jahr 1894 fest, während Mihailo aufgrund des schon verstrichenen Jahres die Feiern für 1895 bestimmte. Dies stimmte mit dem schon früher allgemein überlieferten Datum überein. Die heute historisch gesicherte Datierung der Entwendung der Reliquie aus der Grablege Savas und Krönungskirche der Nemanjiden im Kloster Mileševa 1594 durch Sinan Pascha, dem damaligen Großwesir und wichtigen Heerführer im Osmanischen Reich, und deren demonstrative Verbrennung, ist der 27. April 1594. Unmittelbarer Auslöser der als Vergeltung gedachten Aktion war der große serbische Aufstand im Banat zwischen Temeschwar und Pančevo. Von der serbisch-orthodoxen Kirche durch den Patriarchen Jovan (Amtszeit 1592–1614) maßgeblich unterstützt, war er Teil eines allgemeinen serbischen Aufstandes, der auch die Herzegowina und Montenegro ergriffen hatte und dessen militärisches Zentrum während des Langen Habsburgisch-Türkischen Krieges 1593–1607 im Banat lag.[13] Die Reliquie Savas im Kloster Mileševa war zu der Zeit ein wesentliches Identifikationselement für das serbische Nationalbewusstsein. Eine Beschreibung der reichen Grablege des Klosters, der zufolge der Sarkophag Savas „gänzlich mit silbernen Ornamenten und vergoldeten Figuren“ verziert war, gab der venezianische Gesandte an der Hohen Pforte Paolo Contarini während seines Aufenthaltes im Kloster Mileševa im Jahre 1580.[14]

Bis zu diesem Zeitpunkt war der Hügel geläufig als Englezovac bekannt – nach dem schottischen Händler Mackenzie, der den größten Teil davon besaß. Auf Vorschlag einer Gruppe von Bürgern sollte das Toponym daher auch in Savinac umbenannt werden. 1895 wurde hier daraufhin zuerst eine kleine Gedenkkirche errichtet.

Der nächste Schritt erfolgte zu den Feierlichkeiten 1904, als sich die Hundertjahrfeier des Ersten Serbischen Aufstandes jährte und ein Wettbewerb zur Errichtung der zukünftigen großen Gedenkkirche ausgeschrieben wurde.

Planungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architekten-Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Ausschreibung 1904[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem König Aleksandar Obrenović das Projekt auf der Parlamentstagung am 25. Januar 1900 in Niš zu einem Bauvorhaben von nationaler Bedeutung erklärt hatte, erhielt es auch eine politische Konnotation.[15] Die ersten fünf Pläne und Zeichnungen wurden bald danach angefertigt. 1905 wurde in den Srbskim novinama ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Da die Kommission davon ausging, dass die Kapazitäten für eine fachlich und inhaltlich fundierte Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge innerhalb des Königreichs Serbien nicht ausreichen würden, hat man die Skizzen der St. Petersburger Akademie für Schöne Künste in Russland zur Auswertung übersandt. Von den fünf eingereichten Beiträgen wurde allerdings keiner von der Akademie akzeptiert, da sie die Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllt hatten. Diese Vorgaben sahen vor, dass die Einreichungen zum Wettbewerb im sogenannten „Serbisch-Byzantinischen Stil“ gestaltet sein sollten und das Gebäude eine Grundfläche von 2000 bis 2500 m² sowie ein Heizungs- und Ventilationssystem aufweisen sollte.[16] Da dies keine der fünf Wettbewerber vollumfänglich berücksichtigt hatte, wurde keines der Projekte, die Erleuchteter, Alpha, Hagia Sophia, Drei Kreise und Omega betitelt waren, empfohlen.

Durch die politische Situation, die bald durch die Balkankriege und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs einen militärischen Kontext bekam, ruhten alle weiteren Planungen. In der Zwischenkriegszeit wuchs Belgrad als neue Kapitale des Königreichs Jugoslawien sprunghaft; die Einwohnerzahl stieg von 70.000 (1909) auf 313.000 (1935),[17] Belgrad wurde um die linksseitigen Save-Bezirke vergrößert, prosperierte ökonomisch und erlangte als Hauptstadt eines viel größeren multikonfessionalen und multiethnischen Landes zusätzliche politische Bedeutung. Diese neuen Rahmenbedingungen beeinflussten die Konditionen für eine erneute Ausschreibung. Sie bedingten jedoch auch, dass der Bau der Kirche zu einer delikaten Angelegenheit wurde, da sie nicht mehr nur die serbische Nation, sondern auch den neuen Gesamtstaat repräsentieren sollte.[8]

Zweite Ausschreibung 1926[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der serbisch-orthodoxe Patriarch leitete die Kommission für die zweite Ausschreibung zum Bauwettbewerb
Ein Aquarell von 1931 zeigt eine der finalen Studien von Bogdan Nestorović

Neuen Schwung bekam das Projekt durch die Gründung eines Fördervereins zum Bau der Gedenkkirche auf dem Vračar. Vorstand war der serbisch-orthodoxe Patriarch Dimitrije. Die Kirche sollte jetzt als monumentales Gebäude eine Fläche von 3000 m² erhalten, 80 m hoch sein und 6.000 Gläubigen Platz bieten.[16] Des Weiteren sollte die Kirche im spätbyzantinischen Stil gestaltet werden und an die Bauwerke aus der Zeit von Fürst Lazar (1329–1389), die im Grundriss als trikonchonale Kreuzkuppelkirchen Teil der sogenannten „Morava-Schule“ sind, angelehnt sein. Besonders umstritten war die Restriktion, dass nur Bürger des Königreiches oder russische Flüchtlinge, die innerhalb der Grenzen des Landes lebten, zur Teilnahme am Wettbewerb berechtigt waren.[18] Eine andere Bestimmung sah vor, dass Architekten Erfahrung im Byzantinischen Stil haben mussten, was die Auswahl überwiegend auf serbische Architekten einschränkte. Die Kirche sollte, wie es in der Ausschreibung hieß: „das größte und monumentalste Gebäude des Landes und die bedeutendste künstlerische Leistung unserer Zeit“ darstellen, ein „nationales Monument sein und als Pantheon dienen“.[19]

Mit der Vorbereitung zur Ausrichtung des Zweiten Byzantinologischen Kongresses 1927 in Belgrad wurde die vorherrschende Strömung einer der mittelalterlichen byzantinischen Kunst verpflichtete Kirchenarchitektur in Serbien nochmals verstärkt.[20] Somit fiel auch die endgültige Entscheidung der Kirchenobersten, dass die Kirche im Stil des Historismus auf Grundlage klassischer byzantinischer Vorbilder und im „Serbisch-Byzantinischen Stil“ zu errichten. Der Konkurs war auch ein Höhepunkt Neobyzantinischer Architekturtendenzen in Serbien.[21]

An dem im Königreich Jugoslawien ausgeschriebenen zweiten Wettbewerb beteiligten sich 1926 insgesamt 22 (24?) Architekten, darunter allgemein die führenden Architekten des Landes. Neben Bogdan Nestorović und Aleksandar Deroko waren es: Dragiša Brašovan, Milan Zloković, Milutin Borisavljević, die Gebrüder Branko und Petar Krstić, Žarko Tatić, Aleksej Papkov, Miladin Prljević, Branče Marinković und Žikica Piperski, Aleksander Vasić u. a.[22] Die Bewertung übernahm die Kommission in der Zusammensetzung Patriarch Dimitrije, Jovan Cvijić als Präsident der SANU (Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste), die Architekten und Akademiemitglieder Andra Stevanović und Bogdan Popović und die Architekten Pera Popović und Momir Korunović.[23] Sie befanden unter den 22 Wettbewerbsbeiträgen nationaler und internationaler Provenienz dennoch keinen einzigen, der alle Vorgaben erfüllte. Nicht einer orientierte sich an der Ausschreibungsvorgabe, dass das Design der Kirche an den „nationalen“ Stil der spätbyzantinischen „Morava-Schule“ angelehnt werden sollte. Die meisten Beiträge waren entweder der Klosterkirche Gračanica oder der Hagia Sophia nachempfunden.[24] Die Kommission beanstandete zudem das die Beiträge insgesamt ein niedriges Niveau geboten hatten.[25] Der bestplatzierte Beitrag stammte von Bogdan Nestorović, dessen Arbeit einen zweiten Platz belegte und eine monumentale Kopie von Gračanica stellte. Ebenso wurden einige weitere Projekte durch den Förderverein aufgekauft. Der eigentliche Grund das sich einige Architekten direkt an das Vorbild der Hagia Sophia und deren Kuppelsystem anlehnten war in der Größe des Bauwerkes zu suchen.[26] Ein Erstes und Dritter preis wurden nicht vergeben. Bogdan Nesorović hatte einen zweiten Preis bekommen (und 60.000 Dinar Preisgeld), Aleksandar Derokos Arbeit wurde aufgekauft (15.000 Dinar).[27] Allgemein wurde mit der Arbeit Nestorovićs ein relativ wenig inspiriertes Modell prämiert, dass aus der Kompilation einfacher Elemente dem Modell Gračanicas nahe stand, während weitere andere Wettbewerbsbeiträge teils stärker expressionistische Formen trugen. So der Wettbewerbsbeitrag der Gebrüder Petar und Branko Krstić, die ein Monument in Romantisch-Expressionistischem Stil entworfen hatten. Auch der Wettbewerbsbeitrag von Milan Zloković und Andrej Vasiljevič Papkov hatte eine Kirche mit expressionistischen Formen vorgesehen. Der Wettbewerbszugang von Dušan Babić bestand aus Elementen des Expressionismus und Art Deco. Die anderen Beitrage waren stärker an konventionelle Neobyzantinische Entwürfe angelehnt, wie der des russischen Exilanten Vasilii Androsov, der in seinem konventionellem Entwurf die Kuppel der Hagia Sophia parafierte.[28] Androsovs Arbeit wurde später in verkleinerter Form in der dem Kaiser Konstantin und Kaiserin Helena geweihten Kirche in Požega umgesetzt.[29]

Was sich danach aber zwischen 1927 und 1932 entwickelte war die bedeutendste Diskussion zur Architektur die sich in der Geschichte Jugoslawiens entwickelt hatte. Mit der Inthronisation des neuen Patriarchen Varnava bekam das Projekt einen überraschenden Impetus. 1930 bestimmte Varnava, dass Bogdan Nestorović (1901–1975) und Aleksandar Deroko (1894–1988) aus ihren eingereichten Entwürfen eine Synthese im Sinne neobyzantinischer Tendenzen auf Basis der klassischen Frühbyzantinischen Vorbilder Konstantinopels erarbeiten sollten. 1931 wurde der synthetisierte Nestorović-Deroko Entwurf einer deutlich vergrößerten Kirche die jetzt über 3.500 m² Fläche und eine monumentale Kuppel in den Ausmaßen der Hagia Sophia erhalten hatte, durch Varnava sowie der Kommission zum Bau der Kirche angenommen. Die heizte die Diskussion zusätzlich an und entwickelte sich zwischen Architekten und anderen Künstlern die sich insbesondere zuerst auf den bestplatzierten Beitrag von Nestorović konzentrierte. Vor allem war für viele die Struktur der Kirche die Nestorović 1927 in seiner ersten Arbeit vorstellte unverständlich; mit dreizehn pyramidal-treppenförmigen Kuppeln und dekorativen Elementen, die selbst Laien sofort als Zitate der Architektur Gračanicas auffallen mussten erfüllte sie zwar alle Vorgaben des Wettbewerbes, jedoch wurde mit recht auf die fehlende Neuerungen des Entwurfes hingewiesen. Die Skizze wurde alsbald in den Tageszeitungen veröffentlicht und schnell kritisiert. Der größte Opponent nicht nur des bestplatzierten Entwurfs, sondern des gesamten Wettbewerbs war der Kunstwissenschaftler Kosta Strajnić.[30] Er hatte noch 1926 einen polemischen Text der Serbisch-Orthodoxen Kirche zugesandt, den niemand veröffentlichen wollte. Er kritisierte die Nationalität der erlaubten Wettbewerbsteilnehmer, die alle aus dem Königreich der SHS stammen mussten, aber insbesondere auch, das die Kirche im „Serbisch-Byzantinischen Stil“ zu bauen ist. Strajnić war insbesondere ein Befürworter des jugoslawischen Pantheons den Ivan Meštrović ab 1905 als Mausoleum der Erinnerung der Amselfeldschlacht geplant hatte. Aus dieser Opposition zwischen den beiden Propositionen des Vidovdanski hram (Jugoslawischer Pantheon) und Svetosavski hram (Serbischer Pantheon) entwickelte sich die in zwei Lager gespaltene Expertendiskussion, an der auch die Bevölkerung reges Interesse zeigte. Sie zwang insbesondere nach der per Dekret bestimmten Fusionierung der beiden von König Alexander I. als Gipsmodelle verlangten Modelle von Deroko und Nestorović im Maßstab 1:100, die vom Modellierer des Serbischen Nationalmuseums Milan Duhač angefertigt wurden, Nestorović seinen Entwurf mit Korrekturen aus der Arbeit Derokos zu versehen. Sie sollte die Erscheinung der Kirche gänzlich verändern, da sie jetzt nicht mehr der Silouhette Gračanicas, sondern der der Hagia Sophia annäherte. Die scharfe Polemik um des Gebäudes, aus extrem gegensätzlichen Vorstellungen von Architekten, Bildhauern und Medien im Königreich Jugoslawien kulminierte 1932. An den Diskussionen beteiligten sich führende Künstler und Architekten des Landes,[31] und erschienen zwischen dem 18. Januar 1932 und 13. Februar 1932 in der Zeitschrift VREME in der Rubrik: „Wie sollte die Erinnerungskirche des Heiligen Sava aussehen. Von Gračanica bis zur Hagia Sophia“. Der Bildhauer Toma Rosandić plädierte beispielsweise für ein Denkmal, während Ivan Meštrović in dem Gebäude den jugoslawischen Pantheon verwirklicht haben wollte.[31] Es ist nicht überliefert, wodurch Nestorović den Entwurf vollständig veränderte, jedoch war es sicher auch durch das Interesse von König Aleksandar I. von Jugoslawien am Bau, der per Dekret ein Veto über die Entscheidung Varnavas einlegte. Dies erfolgte nachdem sich die Vereinigung der Jugoslawischen Ingenieure und Architekten der Sektion Belgrad (Udruženja jugoslovenskih inženjera i arhitekata – sekcija Beograd) in einem offenen Brief an König, Patriarch, der Förderverein zum Bau der Kirche des Heiligen Sava sowie dem Ministerium für Recht, Bau und Kultur sich nach den Beschlüssen der Sitzung vom 11. Februar 1932 zu einer Wiederholung des Wettbewerbes aussprach. In der Situation berief Varnava einige der Mitglieder im Gremium der Kommission sowie Fachleute zu einem Treffen beim König. Dem König wurden Pläne und Konzepte der von Nestorović und Deroko erarbeiteten Skizzen sowie Entwürfe der urbanistischen Gestaltung des Stadtgebietes vorgelegt und Größen und Dimensionen der Kirche erläutert. Nach ausgiebigen Diskussionen bestellte Alexander I. von beiden Autoren eine Gipsstudie. Alexander I. verpflichtete sich zu einer jährlichen Zahlung von 2.000.000 Dinar, was die jährlichen Kosten zum Bau tragen würde.[32] Grundlegend für die finale Form des fusionierten Entwurfs bildete das er stilistisch zwar byzantinischen frühchristlichen Vorbildern folgte, jedoch symbolisch komplexen universellen Ideen transportiert, die ein Echo auf den Geist der Zeit sind und die politischen Ideologien während der der architektonische Entwurf entstand, widerspiegeln.

Die offizielle Baugenehmigung wurde am 4. Juli 1932 durch die Baubehörde in Belgrad genehmigt.[33]

Der Nestorović-Deroko Entwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Grundriss. In Analogie zur Hagia Sophia stehen Dimension der Kuppel und marmorne byzantinische Säulen
Aufriss der Kirche gegen N. Die Kirche ist bis ca. 7 m mit Marmorplatten gedeckt. Darüber findet sich Mosaik. Das größte mit ca. 1230 m² ist in der Kuppel

Nestorovićs erster Entwurf lehnte sich ursprünglich sehr eng an das Konzept, die Fassadengestaltung und die Silhouette der Klosterkirche Gračanica an.[34] In seiner weiteren Überarbeitung wurde dieses Modell an den monumentalen klassischen byzantinischen Stil des 6. Jahrhunderts im Zeitalter des Kaisers Justinian I. angenähert. Aleksander Derokos eigener Entwurf, der eher dem direkten Vorbild der Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, der Hagia Sophia im heutigen Istanbul, stärker verpflichtet war, bot damit die eigentliche Ausgangsbasis der Synthese aus beiden Konzepten. Als Zentralkuppelbau unterscheidet sich der finale Nestorović-Deroko-Entwurf jedoch insbesondere im Grundriss von dem der Hagia Sophia, da hier keine Verschmelzung von Basilika und Zentralbau gewählt wurde sowie durch die vier Halbkuppeln der Konchen und den andersartigen Aufbau der Emporen. Auch ist der Dom des Heiligen Sava eine Tetrakonchos. Das fundamentale Quadrat aus dem sich die Geometrie der Hagia Sophia ableiten lässt, beträgt 99 byzantinische Fuß zu 0,313 m, was zu einer Diagonale von 140 byzantinischen Fuß führt. So ist das Grundquadrat beim Dom des Heiligen Sava exakt 31 m wie in der Hagia Sophia. Nestorovićs Anlehnung basiert damit in der Dimension des zentralen Quadrat und dem diesen eingeschriebenen Kreis im Durchmesser der Kuppel die direkt auf der Konstruktion der Hagia Sophia basiert. Die Kuppel ist zwar vom Durchmesser vergleichbar, jedoch sind die Typen unterschiedlich. Die Hagia Sophia besitzt eine Kalotte, d. i. eine Flachkuppel deren Fußkreis außerhalb des Grundrisses liegt. Die Kuppel beim Dom des Heiligen Sava ist eine Hängekuppel mit Tambour. Die Kuppel der Hagia Sophia wurde ohne Tambour gebaut, ihre 40 Fensteröffnungen gehen von der konvexen Kuppelwölbung aus.

Von der Silhouette der Hagia Sophia, die nur eine Kuppel besitzt, weicht der Dom des Heiligen Sava mit seinen insgesamt 18 Kuppeln unterschiedlicher Größe stärker ab. In der Paraphrasierung des sogenannten „serbisch-byzantinischen Baustils“, der seit der Vollendung Gračanicas den fünfkuppeligen Memorialkirchen-Typ für die wichtigsten Stiftungen bevorzugte, liegen um die Hauptkuppel vier 44 m hohe kleinen Kuppeln die als Glockentürme dienen. Die Eingänge an den Konchen nehmen Anleihen der Raška-Schule indem die Portale eine Zeltform besitzen. Diesen ist auch die Marmorverkleidung verpflichtet, wie im Primatskloster der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Studenica. Jedoch treten diese feineren Unterscheidungen im byzantinischen Gesamteindruck zurück. Dabei besitzt der neue Entwurf jedoch genügend Eigenständigkeit und Individualität um nicht als bloße Kopie der Hagia Sophia verstanden zu werden.[35]

Während die Grundlage des Entwurfs byzantinisch ist, so sind Elemente der äußeren und inneren Dekoration Motiven der nationalen Architektur des Mittelalters verpflichtet.[36] Basreliefs und Schmucksimse erinnern an Portale und Fenster in Studenica, Dečani und Kalenić. Aufgrund der Monumentalität von Sveti Sava war jedoch kein eigentliches Vorbild aus der nationalen Architektur für die Komposition der Gesamtgestaltung verfügbar. Die Autoren der Innengestaltung haben die Kirche in mehrere Zonen stratifiziert: bis zu einer Höhe von 7,40 m ist es ein Bedeckung durch grünen und roten Marmor und dezenten ornamentalen Ausschmückungen. Ab 12 m Höhe wurde schon durch Deroko die Auskleidung mit Mosaikschmuck vorgesehen.

Den Naos umrahmen zwölf 7,40 m hohen Säulen mit Kämpfer-Kapitell und Konsolen. Acht doppelfenstrige Biforien mit tordierten Marmorsäulen setzen vertikale Akzente. Die südliche und nördliche Galerie schließen mit einer auf zwei Tetrapylonen stehenden Lünette ab. Eine dahinter stehende Rosette wird dadurch zu mehr als 1/3 verdeckt. Auf der Galerie im Westen findet der Chor platz. Anstatt der Lünette ist hier eine Konche mit einer unverdeckten Rosette gebildet. Die Ikonostase ist als marmorner Templon vor der Apside geplant. Um die Kuppel ist ein Laufgang einer Galerie mit 24 tordierte Marmor-Säulen. Alle marmornen Steinmetzarbeiten sind als Flachrelief angelegt und zeigen neben floraler Ornamentik vielfach Tiergestalten oder den doppelköpfigen Adler im serbischen Staatswappen.

Ausführungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau 1935–1941[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weihung der Grundmauern der Kirche erfolgte am 10. Mai 1939 durch den Patriarchen Gavrilo V.
Die kostbaren 16 großen Säulen und Kapitelle wurde 1940–1941 aus Italien beschafft und von Josif Grassi nach Zeichnungen Derokos gearbeitet
Nicht alle Säulen waren nach vier Jahrzehnten Konservierung statisch einwandfrei. Ihre Kerne wurden durch Stahlbeton ersetzt, sowie beschädigte Kapitelle repariert.

Die eigentlichen Bauarbeiten begannen am Vračar 1935. Die Vorgängerkirche am Platz der neuen wurde abgerissen sowie etwas versetzt als Ersatz eine kleine Kirche des Heiligen Sava gebaut. Nach Vorarbeiten zur Sondierung des Terrains begannen die ersten eigentlichen Bauarbeiten 1936/37. Für die Grundmauern wurden 1935 Fundamente gelegt. Dafür wurden 12 m lange hohle Stahlpfähle in die Erde gebohrt in die später Beton eingefüllt wurde. Insgesamt 200 Bohrpfähle wurden so verlegt.[37] 1939 waren die Ziegel-Mauern bis 12 m hochgezogen. Darüber hätten die Arbeiten an den Halbkuppeln und Bögen ausgeführt werden sollen. Die Weihung der Fundamente der Kirche sowie die Niederlegung der Gründungsurkunde erfolgten am 10. Mai 1939. Die Einweihungszeremonie war die bis dahin größte kirchliche Manifestation die in Belgrad abgehalten wurde. Eine große Zahl an Gläubigen versammelte sich zu dem Zwecke in einer Prozession über die Ulica Kralja Milana zum Vračar, wo der damalige Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche Gavrilo V. Dožić die Zeremonie innerhalb der Grundmauern an der Baustelle abhielt.

Für den Weiterbau mussten 16 Marmorsäulen, jeweils 4 auf drei Seiten des Naos und nochmals vier in der Vorhalle im Westeingang besorgt werden. Nur die Ostseiten mit der Altarapside sind ohne Säulen, innerhalb der Apsidenwölbung waren jedoch noch 6 dekorative tordierte Säulen vorgesehen. Ohne die Einbringung der Säulen war ein vertikaler Weiterbau nicht möglich, eine Kommission wurde deshalb direkt in das Abbaugebiet mit der Marmor-Steinbrüche Carraras beordert. Die Kommission leiteten Nestorović, Deroko, sowie zwei Fachleute der Steinmetzindustrie in Serbien.[38] Für Kapitelle für Säulen wurde weißer Carrara-Marmor aus 2000 m Meereshöhe beschafft, die Säulenstämme kamen aus dem Montecatini-Steinbruch (Seula) in Baveno am Lago Maggiore. Insgesamt wurden 16 Stämme grünen Marmors aus Montecatini sowie 6 rote für die tordierten dekorativen Säulen des Altarraums geholt. In Baveno wurden alle 16 großen Säulen von 8 m Höhe und 1 m Durchmesser auf Drehbänken, die noch mittels Wassermühlen betrieben wurden, abgedreht.[39] Nach ihrer Ankunft in Belgrad wurden die zuerst statisch geprüft. Die Kapitelle der Säulen kamen in vorfabrizierten Blöcken mit den Säulen am 20. Januar 1940 an der Baustelle an. Kapitelle und Konsolen wurden zu ihrer Grundform ohne Ornamentik weiterverarbeitet. Josif Grassi, Professor für Angewandte Kunst an der Hochschule in Belgrad, übernahm die finale Ausformung. Nach Derokos 1:1 Zeichnungen fertigte er 4 Hauptvarianten für alle 16 großen Kapitelle und ebenso für die 6 kleinen. Vorarbeiten entstanden in Ton die in Gips in natürlicher Größe abgegossen wurden. Nach diesen Modellen entstanden die finalen Marmor-Kapitelle in Steinmetz-Technik. Da der Krieg im Frühjahr 1941 spürbar näher rückte, begann man die Säulen sofort durch Schutzbauten zu ummanteln. Sie wurden zuerst mit Stroh und Seilen bedeckt, danach um diese eine Ziegelmauer hochgezogen und in die Hohlräume Sand geschüttet.[40] Als es somit aussah, dass die Arbeiten an Dynamik gewannen und mit den 24 Marmorsäulen, 24 Kämpfer-Kapitellen und 6 Konsolen die das Steinmetzunternehmen „Intramesion“ an den vorgesehenen Plätzen verbracht waren, sowie insgesamt 6 Konsolen und 9 Kapitelle nach Zeichnungen Derokos von Grassi beendet waren sowie selbst der Jablanica-Granit für den Sockel geliefert war, wurde die Baustelle für mehrere Jahrzehnte verlassen. Alle Säulen waren durch die Konservierung bis 1985 erhalten jedoch konnten nicht mehr alle durch entstandene Materialschäden in ihrer ursprünglichen Form weiterverwendet werden.

Einstellung und langjährige Unterbrechung der Arbeiten 1941–1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als am 6. April 1941 ein Überraschungsangriff des Dritten Reichs auf Belgrad und Jugoslawien erfolgte, wurden die Arbeiten am Bau der Kirche mit sofortiger Wirkung für mehrere Jahrzehnte beendet.[41] Die Wehrmacht besetzte Belgrad schon am 11. April, der serbische Patriarch Gavrilo wurde im Konzentrationslager Dachau interniert. Die Wehrmacht nutzte den ummauerten Grundriss der Kirche als Depot für Kriegsgerät wie ebenso später die Rote Armee und die Partisanen Titos.[42] Die Organisation der Baustelle mit den Kanzleien des Bauunternehmens „Rasina“ mit allen Materialien zum Bau der Kirche wurden geleert. Deutsche Soldaten drangen in die Räume des Patriarchensitzes sowie den Kabinetten der Professoren Nestorović, Deroko und Zažina in der Technischen Fakultät ein und zerstörten alle vorhandenen Unterlagen. Die gesamte technische Dokumentation mit Ausnahme des Projektidee, die Deroko im Keller in Sicherheit gebracht hatte, ging dadurch verloren. Das ganze Vermögen der Organisation zum Bau der Kirche des Heiligen Sava wurde zerstört oder geraubt, wie auch alle Finanzmittel für den Bau verschwanden.

Aleksandar Deroko vergrub die in einer Schutzhülle eingewickelten originalen Baupläne sowie die Detailzeichnungen zur Ornamentik in seinem Keller in trockenem Sand. Trotzdem war Feuchtigkeit eingedrungen, sie hatte jedoch nur die Ränder der Pläne durch Fäulnis beschädigt.[43]

Während der kommunistischen Periode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gewaltigen Mauern der Bauruine prägten über vier Jahrzehnte den Hügel des Vračar
Patriarch German hatte 88 Gesuche bei der kommunistischen Führung de SR Serbien unternommen um einen Weiterbau bewilligt zu bekommen
Teile der Dekoration lagen lange ungeschützt auf der verlassenen Baustelle
Alle Säulen waren ursprünglich mit Ziegelsteinen ummantelt. Atmosphärische Einflüsse hatten ihre Statik dennoch beeinträchtigt

Nach dem Krieg bestanden weder materielle noch irgendwelche andere Möglichkeiten für die Wiederaufnahme der Arbeiten. Die sich deklarativ atheistisch bezeichnenden neuen kommunistischen Machthaber widersetzten sich schnell und offen jeglichem Anliegen der Serbisch-Orthodoxen Kirche im Weiterbau der Kirche. Die Baustelle lag somit brach und wurde von Kindern als Spielplatz oder von Zirkustruppen als Aufführunsplatz aufgesucht.

Trotz jahrzehntelanger Bemühungen des Patriarchen der serbisch Orthodoxen Kirche German (Patriarch von 1958 bis 1990) und 88 Gesuchen bei der Führung des Bundes der Kommunisten Serbiens einen Weiterbau genehmigt zu bekommen, dauerte der politisch bedingte Baustopp bis 1984. Dabei wurde 1948 auch der Förderverein zum Bau der Kirche aufgelöst, seine Aufgaben übernahm die Kirche über den Ausschuss zur Leitung des Patriarchats. 1953 konfiszierte das Sekretariat des Innenministeriums über das Dekret 2/3-11.855 das gesamte Eigentum des Fördervereins zum Bau der Kirche, damit selbst die begonnenen Grundmauern der Kirche, und deklarierte diese als Volkseigentum.[41] Dieses Dekret wurde der Kirche jedoch niemals offiziell zugesandt. Trotzdem klagte die Kirche bei verschiedene Adressen zu einer Aufhebung der Verstaatlichung. 1962 teilte die Bundeskommision für Glaubenfragen der Kirche mit, das Volkseigentum nicht mehr an die Kirche zurückgegeben werden kann.

Nachdem German 1958 zum Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche ernannt wurde, galt dem Weiterbau der Kirche eines der Hauptanliegen seiner Amtszeit. So sandte er jeden Monat seinen Titularbischof mit einer Liste von Anliegen zum Belgrader Bürgermeister wo unter anderen die Forderung nach der Entfernung der Garagen innerhalb der Mauern der Kirche wie aller weiteren nicht zum sakralen Charakter der Anlage gehörenden Objekte gefordert wurde. Nachdem dieses erreicht war, erbat er 88 mal persönlich für die Rückgabe des Objektes an die Kirche. Germans Hartnäckigkeit führte ihn durch alle Strukturen der jugoslawischen Administration, der Patriarch sprach dabei davon, dass sie ihn von „Pontius zu Pilatus“ schickten, von den niedersten Organen der regionalen Behörden bis zu den Ämtern der Stadt und den ausführenden Organen der Serbischen Regierung und Jugoslawiens.[44]

Bei einem Gesuch am 28. April 1966 der Synode der Serbisch-Orthodoxen Kirche im Beisein Germans beim Präsidenten der Ausführenden Kammer der Serbischen Regierung Dragim Stamenković wurde der Kirche angeboten, die Grundmauern mit einem Dach zu übermauern und darin ein kirchliches Museum oder eine Freskengalerie einzurichten. Nachdem die Synode keine andere Möglichkeit sah, das Objekt anders zu konservieren willigte sie in den Vorschlag einer vorübergehenden Lösung in Form eines kirchlichen Museums, jedoch nicht einer Freskengalerie ein und wurde damit im Nachhinein durch die kommunistischen Machthabern ausgespielt. Selbst noch Petar Stambolić beharrte bei jeglicher weiteren Thematisierung des Problems darauf, dass die Kirche die Regelung der Zukunft der Kirche des Heiligen Sava an die Genossen der ausführenden Kammer der SR Serbien übertragen hatten. Der Kirche wurde zudem ein veränderter Inhalt der Unterredung überreicht, in dem die Lokalität zu einem „Museum kirchlicher Altertümer“ und „Galerie für Fresken“ sowie staatlicher Aufsicht unterstellt würde.[41] Die Formulierung „Museum kirchlicher Altertümer“ bildete eine Innovation, der die Kirche aufgrund der offensichtlich unbestimmten Eigentumsbezeichnung sehr misstrauisch blieb. Das Angebot wurde damit auch nicht mehr unterstützt, die weiteren Forderungen zum Weiterbau danach noch unablässiger wiederholt. So wurde die Möglichkeit von Spenden der Emigration zum Weiterbau sondiert, was sofort abgelehnt wurde. Nachdem die Serbische Nationalbibliothek vor der Porte der Grundmauern errichtet wurde, galt selbst dies als Grund zu einer Relokation, was der damalige Präsident des serbischen Parlaments Dragoslav Draža Marković angeboten hatte.[41]

Eine Wendung erfuhr die Situation nachdem Dušan Čkrebić zum Präsidenten des serbischen Staatspräsidiums gewählt wurde. Am 19. Juni 1984 teilte er German und den Mitgliedern der Synode mit, dass die Kirche auf dem vorgesehenen Platz gebaut werden dürfe.[41] Čkrebić empfahl dies jedoch nicht lautstark publik zu machen und nur in aller Stille die Bauarbeiten wieder aufzunehmen damit sich keine Kontrareaktion bildet. Selbst die früher dem Projekt völlig abgeneigten Funktionäre in den höheren Positionen der serbischen Regierung duldeten nun stillschweigend die Entscheidung der jüngeren Kollegen und blieben mit der Entscheidung solidarisch.[41] Die Entscheidung blieb dennoch nicht verborgen und war natürlich eine Sensation.

Wiederaufnahme der Bauarbeiten 1984–2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweite Weihung der Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der grundsätzlichen Freigabe einer Weiterführung der Arbeiten der Kirche durch die Sozialistische Regierung Serbiens 1985 wurde ein neuer Architekt bestellt um den Tempel zu vollenden. Dazu berief Patriarch German den Architekten Branko Pešić (1921–2006), einen Schüler Bogdan Nestorovićs, im September 1984 in seine Residenz im Patriarchen-Palast und eröffnete diesem, dass er als Architekt für den Weiterbau an der Kirche ausgewählt wurde. Pešić, der zuvor das Hochhaus der Beograđanka im Stadtzentrum geplant hatte, musste den Kirchenentwurf in Teilen modifizieren, hielt sich aber überwiegend an den letzten finalen Entwurf Nestorovićs. Es fehlten die im Krieg abhanden gekommenen statischen Konstruktionszeichnungen und alle Projekte der Bauausführung.[31]

Überarbeitung der Pläne durch Branko Pešić[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere veränderte Pešić jedoch die Dimensionen der Kuppel, deren Durchmesser außen von 32,63 m auf 35 m vergrößert wurde. Die Kuppel wurde um 5 m erhöht und das Kuppelkreuzes wuchs von 6 auf 12 m. Die Fassade erhielt als Anpassung an die ästhetische Moderne durch Weglassen einiger schmückender Details ein einheitlicheres Aussehen, die geplante Fassade aus Sandstein aus Beolvode, aus dem zahlreiche repräsentative Gebäude Belgrads errichtet wurden, wurde von Pešić aus weißem Marmor und roten Granit für Friese, Gesimsen, Arkaden und Pilaster geändert.[45] Auch hatte Branko Pešić entschieden, den Weiterbau in Stahlbeton auszuführen.

Die im Entwurf Nestorović' vorgesehene Krypta mit 1 600–1 800 m² Fläche, einer Kapelle des Heiligen Fürsten Lazar und dem Schatzhaus des Heiligen Sava wurde während des Baubeginns der Kirche 1935 nicht mit ausgeführt. Pešić ließ sie in den vorgesehenen Dimensionen in das begonnene Bauwerk nachträglich integrieren.[46]

Ein Teil der Baupläne hatte Aleksandar Deroko in einem Kriegsversteck im Keller seiner Wohnung eingegraben und nach dem Krieg dem Patriarchat übergeben. Da die Erben Nestorovićs jedoch keine Pläne mehr zur Statik im Archiv des Architekten ausfindig machen konnten, bat Pešić Aleksandar Deroko als einzigen lebenden der ursprünglichen Architekten um weitere Hilfe. Deroko der eigentlich nur Hauptautor in der Ornamentik der Fassade, Kapitelle und Bögen der Kirche war, konnte Pešić bei dem Treffen weitere Pläne vorzeigen, jedoch blieben die statischen Baupläne weiterhin verschollen. Jedoch sicherte Deroko Pešić und explizit nur ihm alleine jede erforderliche Hilfe im Weiterbau von Sv. Sava zu.

Pešićs Überarbeitung der Silhouette der Kirche ging vom Grundplan des Nestorović-Deroko-Entwurfs aus. Er vergrößerte neben der Höhe der Kuppel, die Dimensionen der Halbkuppeln, änderte die Fassadengestaltung, entwarf für jede der Kuppeln ein Kreuz und vergrößerte das Kreuz der Kuppel von 6 auf 12 m mit einem Gewicht von 4 Tonnen. Die Arkaden und Pilaster der Fenster wurden abgeändert, die Fassade wurde anstatt aus Sandstein in weißen Marmor geplant, Bänder der Arkaden an den Fensterbögen durch roten Granit strukturiert, Fenster Türen und Rosetten neu geformt.[47] Der offizielle Weiterbau wurde in einer Messe, bei dem etwa 100.000 Belgrader im noch immer kommunistischen Jugoslawien am 12. Mai 1985 erschienen waren, eröffnet.[48] Die eigentlichen Bauarbeiten begannen am 14. April 1986. Die Arbeiten bedurften insbesondere zahlreicher statischer Interventionen, da die vorgefundenen Vorarbeiten für die Grundmauern der vier Pfeiler für eine Kuppel von 35 m Durchmesser nicht ausreichend bemessen wurden und auch die Tragmauern der Halbkuppeln aus statisch ungenügend festen Ziegeln gemauert wurden. Stahlbeton wurde an allen kritischen Punkten der Grundmauern eingefügt sowie insbesondere die ursprünglich vorgesehene einschalige Kuppel durch eine Doppelschalenkonstruktion mit einem 2 m hohen Gang zwischen den Schalen versehen.

Bau der Kuppel 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Lift-Slab Anlage konnte die Kuppel vom 26. Mai bis 22. Juni 1989 heben. Die Prozedur war landesweit Medienereignis
Schema der Lift-Slab Anlagen
Elemente der Kuppel die per Lift-Slab gehoben wurden
Phasen der Hebung, 13 m und 40 m

Innovativ und in dieser Form einmalig für ein Bauwerk komplexer Geometrien waren die Arbeiten an der innen 30,5 und außen 35,15 m Durchmesser messenden, aus vorfabrizierten Betonelementen gefertigten Kuppel. Pešić plante sie aufgrund eines relativ ungewöhnlichen Vorschlages der Ingenieure Vojislav Marisavljević, Dušan Arbajter und Milutin Marjanović des Projektionsbüros „Dragiša Brašovan“ aus der Firma KMG-„Trudbenik“ vollständig am Boden innerhalb der Kirche aus vorgefertigten Montageteilen zu errichten und anschließend per Lift-Slab Anlage auf vorgesehene 40 m Höhe zu heben.[49] Damit konnte ohne in über 65 m Höhe Arbeiten durchzuführen, wo ansonsten das 12 m hohe Kreuz sowie die Kupferbleche der Kuppel unter Gefährdung der Monteure hätten eingesetzt werden müssen, am Boden und mit vorgefertigten Materialien gearbeitet werden. Zuvor wurden die Fundamente der Kirche nochmals verstärkt, da diese vor dem Krieg in nur 6 m Tiefe gelegt worden waren, was keine statische Sicherheit des Bauwerkes gewährte. Dadurch reichten sie nun bis auf 17 m Tiefe wo sie in soliden Fels ankerten.[50]

Der größte Vorteil der von der „KMG-Trudbenik“ angewandten bautechnischen Innovationen war die Geschwindigkeit mit der aus präfabrizierten schweren Stahlbeton-Stützelementen die Konstruktion der Kirche umgesetzt wurde, sowie parallel verschiedene andere Arbeiten durchführbar waren. Die komplexe Geometrie des Bauwerks erforderte von struktureller Seite die Aufschlüsselung der Baukörper in präfabrizierte Elemente die möglichst geradlinig verliefen. Alle Wände der Kirche wurden als Hohlkästen entworfen, die der Kirche nach vollständiger Montierung ein massives Aussehen verliehen.[51] Alle gebogenen Flächen – Galerien und Wölbungen – wurden in Einheiten von Elementen gestückelt, die in zwei Dimensionen gebogen waren und erst nach ihrem Einbau in eine dreidimensionale Form gefügt wurden. Kuppel und Halbkuppel wurden in linearisierte Elemente unterteilt, der als Entwurf ein System gebogener Träger mit zwei gebogenen Schalen bildete. Die vorfabrizierten Bauelemente wurde dann an ihrem Platz in situ zu einer Einheit verschmolzen was Festigkeit und Langlebigkeit garantieren sollte. Alle diese bautechnischen Innovation halfen, das Gebäude insgesamt 30–40 % leichter zu machen, als es aus im ursprünglichen Bauplan vorgesehenen Methoden der Fall gewesen wäre.

Als Vorarbeit der Hauptaufgabe der Kuppelhebung wurden die 4 × 400 Tonnen schweren Paare der 24 m überbrückenden Gurtbögen zwischen den vier Tragsäulen zwischen Januar und Juni 1988 fertig montiert. Dabei wurden sie auf sogenannten „Chains“ in die Luft gezogen wo sie so lange hängen blieben, bis unter diesen die tragenden vertikalen Elemente der Säule für sie gegossen waren. Danach erst wurden sie aus den „Chains“ entlassen, sodass Gurtbögen und Säulen eine portalartige Struktur bildeten.[52] An den Außenseiten der vier Bögen wurden im gleichen Jahr die vier Halbkuppeln mit 24 m Breite und Doppelschale aus acht Stahlbetongittern durch Einsetzen von Stahlbetonplatten und in situ Zusammenfügen ebenso aus vorgefertigten Montageelementen zusammengesetzt.

Die Realisation der Kuppel begann Anfang November 1988 und wurde Ende Februar 1989 abgeschlossen. Da alle Betonarbeiten im Winter durchgeführt wurden, reifte der frische Beton durch elektrisches Widerstandheizen der Stahlträger („electrical resistance thermal treating“). Im Bau und der Montierung kamen moderne elektronische Verfahren in Projektierung und Berechnung sowie allen Phasen der Hebung zum Zuge. Dies war umso wichtiger, als die schweren Montage-Bauelemente in genau vorbestimmte Lagepunkte gebracht wurden, die nachträgliche Korrekturen nicht zuließen.[53] Die Montage der schweren Kuppelkonstruktion wurde ohne Parameterprüfungen an einem Modell zu kontrollieren nur mit Hilfe numerischer Verfahren und speziell entwickelter Programme durchgeführt. Als Grundelement der Kuppel wurde der untere Tambour mit 35,15 m Durchmesser als kassettenförmiger, monolithischer Betonring am Boden auf einer 1,20 m mächtigen Kiesböschung gegossen. Dieser trägt den oberen Tambour mit 24 Fensteröffnungen sowie darüber die halbsphärische Wölbung der doppelschaligen Kuppel von 28 m Höhe. Auf dem Betonring, in dem ein Gang mit Treppenaufgängen zur inneren Kuppelgalerie sowie zur Außengalerie um die Kuppel führt, wurde der obere Tambour mit Elementen vom 24 Betonbögen für die Kuppelfenster, darüber die 24 Doppelbögen eines speziellen, leichten Stahlbetongitters montiert. Das Stahlbetongitter trägt auf der oberen und unteren Halbkugelsphäre der beiden Schalen vorfabrizierte Stahlbetonplatten. Die Stahlbetonplatten der oberen Schale wurden anschließend mit Kupferblechen, das Sphäreninnere der unteren Schale später mit Gold-Mosaiken bedeckt. Ein Ring in der oberen Schale der Halbkugelsphäre trägt das 12 m hohe, 4 Tonnen schwere vergoldete Kreuz, wovon 10 m äußerlich sichtbar sind. Nachdem die Kupferabdeckung und das große vergoldete Kreuz zwischen März und April 1989 auf der am Boden vollendet stehenden Kuppel angebracht waren, trat die Planung der Hebung in die entscheidende Phase.[54]

In Vorarbeit wurden Stahlträger zusammengebaut, hydraulische Anlagen nach Vorgaben „Trudbeniks“ durch „Prva Petoletka-Trstenik“, ein Unternehmen, das in der SFR-Jugoslawien führend im Bau pneumatisch- und hydraulischer Anlagen war, gebaut, robotisierte Stahlbetonplatten-Schieber eingebracht, Arbeitsgerüste aufgestellt sowie Sensoren an den empfindlichen Bauteilen der Struktur angebracht, die eine kontinuierliche Überwachung jeglicher Belastungen und Deformationen ermöglichten.[55]

Nachdem die Lift-Slab Anlage unter der Kuppel in Position gebracht worden war, wurde die auf der hydraulischen Waage über 4.000 Tonnen schwere, und unterhalb des Kreuzes 28 m hohe Kuppel, mit 28 Tonnen schwerem Kupferdach und 4 Tonnen schweren Kreuz durch 16 hydraulischen Zylinder, die in vier Gruppen zusammengeschaltet waren, langsam gehoben. Die elektro-hydraulischen Zylinder arbeiteten synchron mit einem automatisierten hydraulischen Manipulator, der Betonplatten von jeweils 11 cm Dicke unter die Stützen der hochgeschobenen Kuppel einfügte, sodass auf keiner Seite mehr als 5 mm Horizontunterschied auftraten.[56] Gewicht und Durchmesser der Kuppel sowie die erforderliche Höhe beanspruchten 20 Arbeitstage an der Lift-Slab Anlage. Die computergesteuerte hydraulische Anlage entwickelte eine integrale Hebungskraft von 5.000 Mega-Pound, die sich synchron auf die vier Hydraulikzylindergruppen verteilten. Im Durchschnitt betrug die Hebungsrate 2 m pro Tag wobei nie über 5 h am Stück gehoben wurde, damit der entstandene Luftraum durch in situ Betonieren der Säule darunter für den nächsten Schritt vorbereitet werden konnte. Über 280 elektronische Elastomere waren über die gesamte Kuppel und ihre Elemente verteilt. Die hydraulischen Komponenten wurden mit den Messdaten der Instrumente korrigiert, die aus Informationen über Horizontalzylinder und Differenzdruckmesser und deren Auswertung in speziell entworfenen Computer-Programmen während der gesamten Hebungsaktion eine automatisierte Steuerung erlaubte. Ein vollständig unabhängiges Nivellierungssystem war an den Computer-Schaltkontrollen angeschlossen, was während der Hebung ständige Korrekturen aus den Nivellierungsinformationen ermöglichte. Dieses System wäre bei einer Überschreitung einer Abweichung von 5 mm sofort automatisch abgeschaltet worden. Während der exakten Hebung verarbeiteten die Computer fortlaufend 24 wesentliche Datensätze.

In der ersten Phase wurde, um die historischen Grundmauern von 1941 sowie die damals schon eingebauten Marmor-Säulen nicht zu zerstörten, eine Hebung bis 13 m Höhe auf temporären Stützen bewerkstelligt, die an den Glockentürmen vorbeiführten. Die Kuppel die im Hauptraum hochgeschoben wurde, war von den Annexen an den vier Himmelsrichtungen durch Dilatationen abgesondert. Erst oberhalb 13 m wurde ohne temporäre Stützen auf die eigentlichen Konstruktion gewechselt. Die Kuppel bekam nach Erreichung der vorgesehenen Höhe eine Stützung an vier Befestigungspunkten der Säulen sowie an den Scheiteln der vier großen Bögen. In einem später folgenden Arbeitschritt erfolgte vom Boden aus die Befestigung des Pendentifs womit die Kuppel langfristig gesichert wurde.

Die Arbeiten zur Kuppelhebung mit Beginn am 26. Mai 1989 wurden von fünf internationalen Fernsehstationen, zahlreichen Medienvertretern sowie über 1000 in- und ausländischen Architekten und Bauingenieuren mit großem Interesse begleitet. Eine eigene Zuschauerbühne war vor der Baustelle eingerichtet. Die erfolgreiche Beendigung der Hebung konnte am 22. Juni 1989 abgeschlossen werden. Der Scheitel der Kuppel lag somit in 68 m und bis zur Spitze des Kreuzes in ca. 78  m Höhe. Am 25. Juni 1989 fand unter Leitung des Patriarchen German die erste eigentliche Liturgie in der Kirche statt. Drei Tage vor der 600-Jahr-Feier der Amselfeldschlacht auf dem Gazimestan, versammelten sich 150.000 Menschen auf dem Plateau und in der Kirche.[57]

Im letzten Schritt wurde unter der Kuppel auf Bodenhöhe das Pendentif zusammengebaut. Es stellt das Übergangselement zwischen dem quadratischen Grundrissplan des Kirchenraums zum kreisförmigen Element der Hauptkuppel. Durch Anbringung des Pendentifs unterhalb der Kuppelöffnung in 40 m Höhe erhielt der Raum seine abschließende abgerundete Form. Die Aufgabe des Pendentifs besteht in der Unterstützung der Hauptkuppel in vier Positionen durch hydraulischer Heber, die jeweils 3000 kN Kraft (zusammen 12.000 kN) aufbringen und das weitere Gewichte, die durch aufgetragenen Mörtel, Marmorverkleidung der Außenfassade sowie den über 40 Tonnen schweren Gold-Mosaiken der Kuppel entstehen, abfängt. Das 1100 Tonnen schwere und 14 m hohe Pendentif besitzt eine rechtwinkelige Basis, von jeweils 24 m Spannweite zwischen den Gurtbögen. Es wurde als dauerhaftes Befestigungselement per „Chains“-Methode in seine endgültige Position unter die Kuppel 28 m hoch gezogen und dort befestigt.[58] Während der insgesamt zwei Tage dauernden Prozedur Ende Januar 1990 realisierte man in nur 36 h eine Geschwindigkeit von 2,0 m/h.[59] Das Pendentif wurde ebenfalls mit einer minimalen Toleranz, die deutlich weniger als die erforderlichen 5 cm betrug, an ihren Platz gebracht.

Insgesamt wogen damit die sechs vorfabrizierten Montage-Elemente die das Kuppelsystem bilden 6700 Tonnen.

Als Auszeichnung für die technologische Innovation in der konstruktiven Umsetzung bei der technischen Montage schwerer Bauelemente durch die Lift-Slab Methode bekamen die verantwortlichen Ingenieure für die gezeigte bauingenieurtechnische Leistungen 1989 den Ersten Preis der Vereinigung für Bauwesen Jugoslawiens.[60]

Nachdem die Silhouette der Kirche mit der Montierung der Kuppel damit vollendet war, ruhten die weiteren Arbeiten praktisch das gesamte folgende Jahrzehnt.

Vollendung der Außenarbeiten 1990–2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Grundplan von Nestorović-Deroko und die durch Pešić vorgenommenen Veränderungen sind insbesondere in der doppelschaligen Kuppel sowie den Dimensionen der Krypta augenfällig.

Mit Beginn des Bürgerkrieges in Jugoslawien, sowie dem UN-Wirtschaftsembargo gegen die Bundesrepublik Jugoslawien ab 1992 hatten sich die Bauarbeiten Anfang der 90er Jahre stark verlangsamt. 1991 waren dennoch 90 % der Arbeiten an den Betonarmierungen abgeschlossen. Die weiteren Bauarbeiten wurden zwar bis 1996 fortgesetzt, jedoch unter anderen Prioritäten. Die Serbisch-Orthodoxe Kirche bemühte sich insbesondere auch um kleinere Bauprojekte in ländlichen Gebieten, die unter der Kriegssituation litten sowie um die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene. Schließlich mussten daraus aus Geldmangel die Architekten und Bauarbeiter am Dom des Heiligen Sava 1996 entlassen werden und die Baustelle wurde für mehrere Jahre aufgegeben.

Insbesondere lagerten in dieser Zeit die Marmor- und Granitplatten um die Kirche, die als Betonrohbau jahrelang einen eigentümlichen Anblick im Stadtzentrum Belgrads bot. Während der NATO-Bombardierung Serbiens und Belgrads fand am 20. April 1999 eine Liturgie gegen den Krieg in der Kirche statt, an der wiederum trotz der Gefahr von Bombenalarmen 100.000 Menschen aus Serbien und Montenegro teilnahmen.[61] Der Weiterbau der Kirche wurde zum 5. April 2000 bekannt. Die Synode der Serbisch-Orthodoxen Kirche bestimmte insbesondere auch personelle Veränderung in der Leitung des Bauwerks. So löste Vojislav Milovanović Branko Pešić als Organisator der Baustelle ab, der jetzt nur noch beratende Funktion besaß. Veränderungen erfuhr auch die Form der Krypta die nach Pešićs ursprünglicher Idee 2300 m² und jetzt mit verändertem Grundriss 1600² einnahm.

Für die Außenverkleidung wurde vor dem Krieg griechischer Marmor aus Kavalla der Provenienz „Ajax“ des Herstellers Laskaridis, nach dem Krieg ein ähnlicher aus Drama der Provenienz „Volares“ gewählt. Die Wölbungen und Kränze von Kuppeln, Halbkuppeln, Glockentürmen und Bögen wurden mit rotem italienischen Granit der Sockel aus schwarzem Jablanica-Granit ausgeführt und 2004 vollendet. Im selben Jahr wurde das Bauwerk offiziell eingeweiht. 2003 fand in der Kirche die Messe für den bei einem Attentat verstorbenen Premier Serbiens Zoran Djinđić statt.[62]

Innenarbeiten ab 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die zweischalige Kuppel mit Durchgang zum Kreuz hat einen Außendurchmesser von 35,15 m und einen Innendurchmesser vom 30,5 m. Inklusive Galerie sind es 39,5 m. Sie ist Innen 64,56, Außen 67 m hoch. Inklusive vergoldetem Kreuz erhebt sie sich in 77,14 m Höhe

Die Innenarbeiten des Doms umfassten die Grabung und Einrichtung der 1800 m² großen Krypta, Steinmetz- und Mosaikarbeiten sowie die Planungen der Ikonostase. Nachdem die Krypta 2015 beendet wurde, verblieben Steinmetzarbeiten an Konsolen, Kapitellen und Rosetten sowie insbesondere die Gold-Mosaiken. Gazpromnjeft übernahm anfänglich die Kosten der Mosaikgestaltung in Höhe von 4 mio. Euro. Damit wurde jedoch nur das Goldmosaik in der Kuppel vollendet. Um die 800 Jahrfeier der Autokephalie der Serbisch-Orthodoxen Kirche rechtzeitig im Dom 2019 zu begehen, bewilligte die Serbische Regierung im Dezember 11. mio Euro aus der Staatsreserve. Mit diesem Geld wird der Altarraum vollendet werden können, für den ein Projekt der Russischen Akademie der Künste unter Leitung von Nikolaj Muhin vorliegt. Nach inoffiziellen Informationen der Zeitung Blitz betrugen die Kosten für den Bau bis Ende 2017 150 mio. Euro.[63]

Ab April 2016 wurde in Vorbereitung der Mosaik-Ausschmückung innerhalb der Öffnungen der unteren Tambourkassette drei über den Durchmesser der Kuppel führende quadratische Stege von 11 und 2 × 10,5 Tonnen Gewicht eingezogen. Über den Stegen in 42,90 m Höhe wurde eine metallischer Boden gesetzt, auf dem ein modulares Gerüst bis in 59,08 m Höhe stand.[64] Der Erreichung der Arbeitsfläche sowie Transport von Arbeitsmaterialien diente bis Januar 2018 ein speziell konstruierter Lastenaufzug, der vom Hauptverantwortlichen Bauingenieur des Dombaus, Milan Glišić, in der Mitte der Kirche unter dem Scheitelpunkt der Kuppel konstruiert wurde. Der Lastenaufzug wurde durch 50 mm dicke Stahlseile, die bis zu 5,5 Tonnen Zug Belastung aushielten an den tragenden Pylonen der Kuppel fixiert.[65]

Dimensionen und Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isometrische Ansicht

Technische Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Architektur des Doms des Heiligen Sava ist in Dimension und Stil an die ehemalige byzantinische Kirche der Hagia Sophia in Istanbul angelehnt. Sie wurde im Stil des Neobyzantinismus mit selektiv adaptierten Elementen der Postmoderne erbaut. Die Kirche Besitzt drei Niveaus: Krypta, Erdgeschoss und Choräle. Die Krypta besteht aus zwei geschlossenen Einheiten, der Gedenkkirche des Heiligen Fürsten Lazar und der Grablege der Patriarchen der Serbisch Orthodoxen Kirche. Die Treppen-Zugänge zur Krypta liegen in den Pfeilern im Nordwesten und Südwesten. Das Erdgeschoss der Kirche besitzt drei Eingänge im Norden, Westen und Süden. An jeden Eingang schließt eine Vorhalle an, die durch vier Kuppelturm-Pfeiler der Kirche eingerahmt werden. In den südwestlichen und nordwestlichen Pfeilern liegen die Aufgänge zu Galerien und Krypta. Durchgänge in den Pfeilern verbinden einzelne Raumteile ohne das der Hauptraum der Kirche betreten wird. Im Altarraum stehen Patriarchenthron und Sitze für eine größere Anzahl Bischöfe. Hinter dem Altarraum schließt die Schatzkammer der Kirche als bogenförmige Durchgang an. Sie ist Aufbewahrungsort liturgischer Gegenstände die während der Messen in Gebrauch sind. Galerien und Choräle liegen über den Vorhallen. Durchgänge in den westlichen Kirchenpfeilern verbinden die Galerien miteinander. Über Diakonikon und der Proskomidie liegen jeweils Kapellen. Sie werden u. a. als Taufkapelle genutzt werden. Die 44 m hohen Glockentürme, die in ihren Pfeilern die Kuppel tragen, verbinden über Aufgänge in den Pendentifs zur kreisförmigen Galerie in der Kuppel. Über Rosetten im Kuppelbogen-Gang sowie der Kuppelgalerie ist ein Blick in den Kirchenraum möglich. An der Außenseite der Kuppel dient eine kreisförmige Galerie als Aussichtsplattform über die Stadt.

Maße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuppel und Halbkuppel der Apside

Die Kirche ist eines der größten Gotteshäuser der Welt, mit 91 m × 81 m zu 77 m × 71 m und einer überbauten Grundfläche von 4 500 m²[66] zu 7 570 m² entspricht sie ungefähr den Dimensionen der Hagia Sophia in Istanbul. Die Krypta nimmt auf einem Niveau von 6 m eine Fläche von 1 600 m² ein. Die drei Galerien im ersten Niveau über den drei Kreuzarmen der Konchen besitzen eine Gesamtfläche von 1 276 m². Auf ihnen finden die Chöre während der Gottesdienst-Liturgie ihren Platz. Insgesamt sollen maximal 12.000 Menschen in der Kirche Platz haben.[67] Ursprünglich waren neben der Kirche ein neues Patriarchenpalais, eine theologische Fakultät und ein kirchliches Museum, allesamt im Stil der Neorenaissance, geplant, die aber aufgrund fehlender finanzieller Mittel und Neubauten nach dem Krieg wahrscheinlich nicht zu verwirklichen sind.

Zu den umfangreichen Arbeiten die in der Innendekoration anstehen gehören die Ausführung der Mosaiken, die Montage der Elemente der steinernen Wanddekoration, die Vollendung der Galerien und Kapellen in den Vorräumen sowie Arbeiten an Ikonostase und steinernen Taufkapelle.

Einzelne Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kuppel der Kirche ist eine Pendentifkuppel über vier Stützpfeilern mit einem inneren Durchmesser von 30,50 m[68] und einem äußeren von 35,15 m was mit den Dimensionen der Hagia Sophia her fast identisch ist (diese hatte ehemals einen verwirklichten Kuppeldurchmesser von 33 m)[69]. Die Kuppel steht auf vier 40 m hohen Jochen, das Quadrat über dem Zentralraum unter der Kuppel hat mit einer Seitenbreite von 39,72 m eine Grundfläche von 1.578 m².[70] Die doppelschalige Kuppel ist insgesamt 27 m hoch und erreicht damit im Scheitel 67 m Höhe außen und 64,56 m innen. Sie hat damit eine etwas größere Scheitelhöhe als die der Hagia Sophia (67 m zu 56 m).[67] Die Kuppel der Hagia Sophia mit kaum ausgeprägten Tambour ist besonders flach, während im Dom des Heiligen Sava ein ausgeprägter Tambour im unterer Teil 16 nach innen zeigende Rosetten und im oberen Teil 24 große Galerie-Fenster trägt. Außen klingt die konvexe Halbsphäre der Kuppel in einer kurzen konkaven Wölbung ab. Innerhalb der Kuppel liegt zwischen den Schalen ein 2 m breiter technischer Durchgang mit Durchlass zum Kreuz. Das vier Tonnen schwere vergoldete Kreuz der Hauptkuppel ist mit Verankerung insgesamt 12 m hoch und als sichtbare Silhouette über der Kuppel 10 m hoch. Die Kirche hat 10 Türme, 4 gruppieren sich als Kuppeln um die Hauptkuppel, jeweils zwei um drei der vier Konchen. Auf allen finden sich vergoldete Kreuze, die nach der Vorgabe im großen Kreuz geformt wurden. Die beiden großen Westtürme sind die Glockentürme der Kirche.

Allgemein ist der Durchmesser der Kuppel des Doms des Heiligen Sava der größte einer orthodoxen Kirche. Nur die Hagia Sophia, die heute Museum ist, besitzt einen größeren Durchmesser, der ursprünglich bei 33 m lag, und über die rekonstruierte Beziehung von 105 byzantinischen Fuß Spannweite zu 0,313 m Byzantinischen Fuß heute genau bestimmt werden kann.[71] Sie ist bis heute die größte Kuppel, die über nur vier Stützpunkten erbaut wurde, mit heute leicht elliptischer Form und den beiden Durchmessern 31,24 m und 30,86 m. Vergleichsweise haben die großen historischen Kuppeln der St Paul’s Cathedral (30,8 m), im Dom von Florenz (43 m) sowie im Petersdom (42 m) teilweise bedeutend größere Dimensionen, jedoch liegt keine dieser Kuppeln auf nur vier Pendentifen. So sind die Grundrisse der Kuppeln in der St Paul’s Cathedral und im Dom von Florenz achteckig mit acht Pfeilern und acht Pendentifen, die Kuppel des Petersdom ist dann sogar im Grundriss sechzehneckig und besitzt ebenfalls acht Pendentifs. Die 24 m weit spannenden Gurtbögen im Dom des Heiligen Sava sind ebenso weit wie bei der viel größeren Kuppel des Petersdoms.[72] Die raumbeherrschende Wirkung der Kuppel im Dom des Heiligen Sava ist, da sie über einem Zentralraum erbaut wurde und ebenso weite Gurtbögen besitzt, daher besser ausgeprägt als im elongierten Langhausbau-Grundriss der Peterskirche sowie ebenso im Florentiner Dom oder in der St. Paul’s Cathedral.

Damit ist die Kuppel der Kirche des Heiligen Sava nach der Hagia Sophia auch die zweitgrößte, die auf nur vier Pfeilern steht.[73] Da eine bestimmte Dimension des Kuppeldurchmessers in der Ausschreibung nirgends vorgegeben wurde, sich der Entwurf in seiner finalen Fassung jedoch stark an der Hagia Sophia anlehnte, war deren Kuppel in ihren Dimensionen aber das direkte Vorbild. So schrieb Aleksandar Deroko 1985, das der Durchmesser der Kuppel des Doms des Heiligen Sava 30 m und die der Hagia Sophia 32 m beträgt,[74] was die Vermutung zulässt, das eine vergleichbare Monumentalität angestrebt wurde, die Hagia Sophia aber nicht übertroffen werden sollte.

Säulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Großen Säulen zwischen Vorhalle und Naos fand grüner Aostatal-Marmor Verwendung
für die Säulen im Altarraum roter Veroneser Marmor.

Als Analogie zum baulichen Vorbild der Hagia Sophia trennt Naos und Vorhallen eine Säulenreihe mit jeweils vier Säulen. Insgesamt trennen somit zwölf grüne Marmor-Säulen Naos und Vorhallen. Im Hauptportal im Eingangsbereich der westlichen Vorhallen stehen ebenfalls vier gleichartige grüne Marmor Säulen. Im Altarraum wurden sechs rote Säulen aus Veroneser-Marmor verwendet. Alle Säulen wurden noch während der ersten Bauphase 1940 verbaut. Die Kämpfer-Kapitelle der Säulen mit christlichen Symbolen, chtonischen Tier-Motiven sowie floralen Ornamenten wurden vom Schweizer Bildhauer Pino Grassi gefertigt.

Ornamentik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Relief-Ornamentik des Bauwerkes hatte in den 1930er Jahren Aleksandar Deroko entworfen und wurde von Pino Grassi ausgeführt. Nach Derokos Vorgaben entstanden bis 1943 neun der Großen Säulen-Kapitelle. Auf den Skizzen Derokos wurden ab 2004 die acht Biforien sowie die noch fehlenden Säulenkapitelle ergänzt. Insgesamt hat der Innenraum auf Erdgeschoss-Ebene26 Säulenkapitelle, dazu sechs Säulen-Kapitelle an den Außenseiten der drei Eingänge. Auf der Ebene der Galerien stehen in der Nord- und Südgalerie je zwei Komposit-Säulen mit Vierfach-Kapitellen. Die Galerien-Außenseiten haben großflächige Marmor-Flachreliefe. Auch die 24 Marmor-Säulen in der begehbaren inneren Kreisgalerie unterhalb der Kuppel in 40 m Höhe besitzen marmorne Kapitell Ornamente. 12 Rosetten die unterhalb der Galerie im Kuppelgang ausgeführt werden, gestatten später einen Blick in das innere der Kirche. Zum Autor der von Deroko nicht mehr Ausgeführten Skizzen wurde Dragomir Acović ernannt, Hauptverantwortlicher der Steinmetzarbeiten ist Nebojša Savović Nes.[75]

An allen Eingangstüren der Kirche werden bronzene Reliefs angebracht, für die Lünetten oberhalb der Türen sind Mosaiken vorgesehen. Über die mit Aluminium verzierten Fenster und Rosetten werden Steinskulpturen montiert.

Mosaiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeiten am Kuppelmosaik
Politische Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationen zur Umsetzung der Mosaik-Innengestaltung durch Russland, die eine Kostenübernahme durch den russischen Gasriesen Gazprom beinhaltete, wurden 2010 publik, als die serbische Tageszeitung Danas den Besuch Surab Zeretelis 2009 damit in Verbindung brachte.[76] Beim Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin 2011 sicherte dieser während der Besichtigung der Kirche die Kostenübernahme zu.[77] Schätzungsweise 30 Millionen Euro wären für die komplette Ausführung durch russische Mosaikspezialisten notwendig.[78] Die Gestaltung der Heiligendarstellungen und Heilsgeschichte wird in einer ersten Phase bis 2019 andauern.[79] Die erforderlichen Mittel von über 4 Millionen Euro die für das Kuppel-Mosaik notwendig sind, übernahm Gazprom. Das Unternehmen setzte dafür jeweils eigene Vertreter bei den Sitzungen in der Russischen Kunstakademie sowie dem Förderverein zum Bau der Kirche ein.[80] Ein zentrales Treffen zwischen der Direktorin der Russischen Regierungsagentur Rossotrudnicestvo Lubov Nikolaevna Glebova, die von Putin als direkte Beauftragte für die Innendekoration der Kirche berufen wurde, fand am 13. November 2015 mit Beisein des Präsidenten Serbiens sowie dem serbischen Außenminister in Belgrad statt.[81]

Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Mosaikgestalltung wurde einen Wettbewerb, an dem 50 Beiträge eingereicht wurden, abgehalten. Diesen hatte der Russische Präsident Putin mit dem Dekret Pr-1197 vom 29. April 2011 ermöglicht.[82] Für die städtebauliche Übertragung der Arbeiten an Russland kam ein zwischenstaatlicher Vertrag zwischen den Außenministerien von Russland und Serbien am 19. März 2012 zu stande. Der vom russischen Kultusministerium ausgetragene Wettbewerb wurde am 23. September 2014 in der Galerie der Russischen Kunstakademie (ul. Prechistenka 19) in Moskau eröffnet. Künstler aus Moskau, St. Petersburg, Jaroslawl und Minsk nahmen teil. Am 5. Oktober 2014 wurde Nikolaj Aleksandrovič Muhin durch eine Jury als Sieger bestimmt. Sein Entwurf wurde am 6. Oktober dem Präsidenten Serbiens und dem serbischen Außenminister sowie dem Mitropoliten Amfilohije präsentiert. In Form und Stiel folgt er byzantinischen Goldmosaiken des 12. Jahrhunderts.[83]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urheber der Mosaiken sind der Russe Nikolaj Aleksandrowitsch Muhin (Николай Александрович Мухин, *1955), der zuvor schon die Fresken der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale mitgestaltet hatte,[84] sowie Jewgeniji Nikolajewitsch Maximow (Евгений Николаевич Максимов, *1948), dem Direktor der Abteilung für Malerei der Russischen Kunstakademie.[85] In der Russischen Kunstakademie wurde von den Mitarbeitern Muhins und Maximovs ein Modell im Maßstab 1:10 der zukünftigen Mosaiken erarbeitet.[86]

Bauliche Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Christusmosaik der Kuppel, 2017

Als eigentlicher Beginn der baulichen Umsetzung kann der 28. September 2016 angegeben werden. Beim Besuch Hilarion Alfejews, dem Leiter des Ausenamtes des Moskauer Patriarchats, und Vorsitzenden in der russisch-serbischen Kommission zur städtebaulichen Umsetzung der Mosaikarbeiten zeigten Surab Zereteli, Nikolaj Muhin, Jevgeniji Maximov sowie die stellvertretende Direktorin der Unterstützung der UNESCO Manana Popova ein Modell der Mosaiken der Hauptkuppel im Maßstab 1:10.[87] Diese werden durch Absolventen der Kunstakademien seit 2016 in einer Dependance der Russischen Kunstakademie in Moskau nach Vorgaben der Autoren auf großen Paneaus gesetzt, die später geschnitten und in Paletten geschnitten nach Belgrad versendet wurden. Die erste ordentliche Sitzung der internationalen Kommission zur Ausführung der Mosaikarbeiten fand am 17. März 2017 im Atelier der Mosaikarbeiten staat. Verantwortlich für die Koordination ist der Direktor der Russischen Kunstakademie Surab Zereteli, der anlässlich der ordentlichen Sitzung am 4. April 2017 die Erwartung aussprach, das die kolossale Aufgabe der Autoren und Mosaizisten nicht ohne Anerkennung bleiben sowie den jetzigen als auch den kommenden Generation von Künstlern eine Inspiration bleiben wird.[88] Die ersten 10 Tonnen Mosaik kamen am 3. Mai 2017 in der Kirche aus Moskau an.[89] Eine Arbeitsplattform die in 43 m Höhe das Anbringen der Mosaike ermöglicht, wurde 2016 in der Kuppel angebracht. Die insgesamt 50 Tonnen Mosaik der Kuppel werden durch einen speziell konstruierten Lastenaufzug zur Plattform gehoben und in den vorbereiteten Mörtel sowie an die markierten Positionen gesetzt.

Dimension[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in Ausführung befindliche zentrale Kuppelmosaik mit 1230 m² Fläche ist der Darstellung der Christi Himmelfahrt gewidmet. Es besteht aus einer auf einem Regenbogen sitzenden Figur Christi sowie den umgebenden Figuren der Gottesmutter, Engeln und den Aposteln. Es soll bis 2017 vollendet werden.[90] Das Medaillon mit der ganzfigurigen Christusdarstellung wird 14,26 m Durchmesser besitzen. Der Nimbus Christi wird mit 2,75 m Durchmesser größer sein, als ein stehender Mensch.[91] Vorbild der Darstellung ist das Christi Himmelfahrt-Mosaik im Markusdom in Venedig in dem die Autoren längere Studienaufenthalte sowie weiteren Kathedralen in Süditalien sowie den Mosaikgeschmückten byzantinischen Bauwerken Istanbuls unternommen hatten.[92] Für den Altar ist eine Darstellung des Pantokrator vorgesehen.[93]

Krypta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Krypta wird die Begräbniskirche des Heiligen Märtyrers Lazar den zentralen Platz einnehmen. Die Krypta ist als kultureller Treffpunkt für Konzerte und die Ausstellung der Schatzkammer der Serbisch-Orthodoxen Kirche vorgesehen. Während der Naos der Kirche mit Mosaiken ausgeschmückt wird, sind für die Krypta Fresken geplant. Die Wände werden außerdem mit Travertin und Kalkstein bedeckt.

Für die Mosaiken der Kirche und die gesamte Inneneinrichtung ist der Architekt Dragomir Acović verantwortlich.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 49 Glocken des Doms stammen aus der österreichischen Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck. Vier Glocken sind normale Läuteglocken, die übrigen 45 sind Bestandteil eines Carillons. Die größte Glocke mit einem Durchmesser von 2,04 m wiegt 6 128  kg, die zweitgrößte 3 650 kg. Die kleinste Glocke mit 20 cm Durchmesser hat etwa 11 kg. Für die Zeitmessung besitzt das Läutewerk einen Empfänger für die Atomuhr in Stuttgart.[94]

Fenster und Türen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahmen von Fenster und Rosetten der Kirche sind aus eloxiertem Aluminium, wie sie von Pešić schon in der Außenverkleidung der Beograđanka genutzt wurden. Die Fenster selber bestehen aus Kristallglas. Anstatt der zuerst vorgesehenen Aluminium-Portale wurden große Holztüren eingebaut.

Boden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der beheizte Boden wird aus verschiedenfarbigen Granitplatten gefertigt werden, wie er in der Krypta schon fertig zu sehen ist.

Stilkritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht des Naos mit Kuppel, Halbkuppeln und Biforienfenstern
Das Kircheninnere wird durch die Öffnungen der Halbkuppeln und Kuppel beleuchtet

Von Seiten der Architekturkritik wurde die Kirche und deren Bauplan unterschiedlich gewertet. Insbesondere waren die Wettbewerbe in den 1920er und 30er Jahren die meistdiskutierten des ehemaligen Jugoslawiens. Mit dem Wiederbeginn der Bauarbeiten und der Überarbeitung der Pläne wurde der Bau wieder zum Fokuspunkt zahlreicher Kritiken. Diese konzentrierten sich auf die Statik des Bauwerks, insbesondere der Kuppel, den verwendeten Materialien der Fassade um die ein jahrelanger Streit um radioaktive Belastungen, den Glocken wie der Form des Kreuzes entbrannte.

Das eigentliche Bauwerk wurde in der Regel als mehr oder minder gelungene Interpretation einer Klassischen Bauform der Hagia Sophia gewürdigt. Für den italienischen Architekten und Architekturkritiker Pier Paolo Tamburelli (Tamburelli war 2016 auf der Harvard Shortlist der Finalisten für den Wheelwright prize)[95] bietet die „plumpe“ äußere Silhouette der Kirche keinen Vorteil für die Stadtansicht Belgrads, er betont aber, das die „unförmige Masse von Marmor einen Raum von ungewöhnlicher Schönheit verschleiert“. Die Innenansicht des Beton-Rohbaus bezeichnet er als „unglaublich rein und würdevoll“, sowie das Kuppel und vier Halbkuppeln der Konchen eine „einheitliche und trotzdem gut entwickelte Tiefe und einen überraschend kompakten Raum“ bilden.[96] Auf die Analogie zum klassischen Raumentwurf der Hagia Sophia streicht Tamburelli den eigenen Charakter Sv. Savas heraus, in dem dieser durch „Roh- und Sanftheit“ eines streng symmetrischen Grundrisses und „erstaunlicher“ Empfindlichkeit für Licht besticht. Raum- und Lichtwirkung an Wänden und Wölbungen im Dom des Heiligen Sava vergleicht er mit Architektur-Arbeiten von Rachel Whiteread sowie Licht-Studien Luigi Morettis an Modellen von Barockkirchen Roms. Die eindringliche Raumwirkung und Schönheit führt er nicht auf die Masse an Beton, sondern der dieser zugrundeliegende Architektur, den Maßen und Beziehungen der einzelnen Formen und Raumteile zueinander und ihrer delikaten Anordnung zurück. Das Innere der Kirche ist für ihn in seiner Wirkung nicht erhaben, sondern wunderschön jedoch war dies weder aus dem Entwurf noch aus den genutzten Baustoffen einfach abzuleiten oder weiter reproduzierbar:

„Man fragt sich, ob es möglich ist, eine geeignete Theorie zu entwickeln, die rück-aneigbare Ressourcen aus dem Bauwerk von Sveti Sava produziert und ob diese immer noch verfügbar sind, ob es erlaubt ist (und ich scherze nicht), schrecklich klassische Layout-Entwürfe zu nutzen, ob eine Chance besteht, ein ebenso sensibles Material und ein ebenso tolerantes gegenüber seinen ungeschickten Handwerkern zu finden. Was für eine Architekturtheorie würde solch eine Architektur benötigen, wenn solch ein Bauwerk entstehen sollte.“

Pier Paolo Tamburelli, 2006, Domus: Hram Svetog Save – The Concrete Cathedral[96]

Historische Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Architektur des Doms ist den neobyzantinischen Strömungen verpflichtet, die in der Zwischenkriegszeit die Kirchenarchitektur Serbiens bestimmten. Der Entwurf Bogdan Nestorovićs und Aleksandar Derokos gehörte zwischen 1926 und 1935 zu den meistdiskutierten Themen in der Architektur- und Kunstszene Jugoslawiens und war Brennpunkt der stark polarisierten Diskussionen von Befürwortern moderner und traditioneller Kunstrichtungen. Als hochsymbolisches nationales Projekt, das anfangs zumindest auch deklarativ den gesamtjugoslawischen Staat repräsentieren sollte, wird heute in der Krypta der Kirche ein Museum der serbisch-orthodoxen Kirche, eine Erinnerungskapelle an Fürst Lazar und die Grablege der Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche integriert.[97]

Statuen in der Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Statue des hl. Sava, die sich vor dem Dom befindet, ist ein Geschenk der russisch-orthodoxen Kirche. Die Statue des Karađorđe unweit des Doms wurde 1974 aufgestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tanja Damnjanović 2005: „Fighting“ the St. Sava: Public Reaction to the Competition for the Largest Cathedral in Belgrade. Centropa, 5 (2), 125-135.
  • Ljubomir Milanović 2012: Materializing Authority: The Church of Saint Sava in Belgrade and its Architectural Significance. Serbian Studies, 24 (1-2), 63-74.
  • Pier Paolo Tamburelli 2006: Hram Svetog Save, the Concrete Cathedral. Domus, 898, December 2006, 68-71.
  • Dušan Arbajter 1992: Saint Sava Temple: heavy building assembly application. IABSE, Congress Report. (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kathedrale des Heiligen Sawa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Offizielle Seite
  • Feierlichkeiten zur offiziellen Einweihung des Kuppelmosaiks am 22. Februar 2018 (russisch)
  • Feuilleton von Branko Pešić, dem Architekten und Projektanten des Weiterbaus ab 1984 in den Večernje Novosti (1), (2), (3), (4), (5), (6), (7)
  • Feuilleton des serbischen Nachrichtenmagazins NIN zur Baugeschichte der Kirche und einem Interview von Branko Pešić (1), (2), (3a), (3b), (4)
  • Bericht der Tagesthemen der ARD vom 22. April 2008 über die jahrzehntelangen Bauarbeiten an der Kirche (ab 00:24:49)
  • Interview mit Nikolaj Muhin anlässlich der Präsentation der saik-MoModelle im Russischen Kulturzentrum in Belgrad am 3. Dezember 2016 [2]
  • Interview mit Vojislav Milovanovic dem derzeitigen Leitenden Architekten der Kirche, Audio und Text vom 16. Januar 2017 [3]
  • Dokumentarfilm aus dem Archiv der „Filmske Novosti“ zur technologischen Leistung der IMG „Trudbenik“ bei der Hebung der Kuppel 1989 (YouTube: Englisch)

Quellen/Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vuk Štrbac, 2013: Istoricizam ili Pastiš. Nasleđe, 6, 55-76 online (serbisch mit französischer Zusammenfassung; PDF)
  2. Marko Stanojevic, Ivan Stanojev 2012: Trazenje nacionalnog identiteta kraljevine Jugoslavije – od Vidovdanskog do Svetosavskog Hrama. Naslede, 87–97 (PDF)
  3. Marko Stanojevic, Ivan Stanojev 2012: S. 93
  4. Mihajlo Mitrović 2012: Arhitektura Beograda: 1950–2012. Službeni Glasnik, Posebna Izdanja. ISBN 9788651909651 Hier S. 135
  5. Politika, 17. Dezember 2016 Interview mit dem Russischen Author der Mosaikarbeiten der Kuppel von Sv. Sava
  6. Gazprom, 13. Dez. 2017 Work now complete on installing mosaics on the inside of the cupola at St Sava’s Cathedral, Belgrade
  7. Tanja Damljanovic Conley 2010: Belgrade. In: Emily Gunzburger Makaš (Hrsg.) 2010: Capital Cities in the Aftermath of Empires: planning in central and southeastern Europe. 45-60, Routledge, London. ISBN 0-415-45943-5
  8. a b Tanja Damljanovic Conley 2010: S. 56
  9. Mirjana Lukić, Interview Biznis & Finansije, 9/10/2016 Mirjana Lukić, arhitekta: Prenaseljeni gradovi sele se u podzemlje
  10. Vuk Štrabac 2013: Historicisme ou pastiche. S. 56
  11. Bojan Aleksov, 2003: Nationalism in Construction: The Memorial Church of St. Sava on Vračar Hill in Belgrade. In: Balkanologie – Revue d'etude pluridisciplinaire, Vol. VII, n° 2, 47-72, décembre 2003. Hier S. 52
  12. Bojan Aleksov, 2003: Nationalism in Construction: The Memorial Church of St. Sava on Vračar Hill in Belgrade. S. 52
  13. Milorad Ekmečić 2011: Dugo kretanje između klanja i oranja – istorija Srba u novom veku (1492–1992). Evro-Giunti, 4. Ausgabe, Belgrad. ISBN 978-86-505-1614-0 Hier S. 45
  14. Milorad Ekmečić 2011: Dugo kretanje između klanja i oranja – istorija Srba u novom veku (1492–1992). S. 46
  15. Ljubomir Milanović 2012: Materializing Authority: The Church of Saint Sava in Belgrade and its Architectural Significance. Serbian Studies, 24 (1-2), 63-74. Hier S. 67
  16. a b Ljubomir Milanović 2012: S. 67
  17. Tanja Damljanovic Conley 2010: Belgrade. In: Emily Gunzburger Makaš (Hrsg.) 2010: Capital Cities in the Aftermath of Empires: planning in central and southeastern Europe. 45-60, Routledge, London. ISBN 0-415-45943-5 Hier S. 53
  18. Ljubomir Milanović 2012: S. 68
  19. Ljubomir Milanović 2012: S. 68.
  20. Aleksandar Kadijevic: EVOKACIJE I PARAFRAZE VIZANTIJSKOG GRADITEQSTVA U SRPSKOJ ARHITEKTURI OD 1918 DO 1941 (Memento vom 30. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF; 332 kB). GODINE
  21. Aleksandar Kadijević 2016: Byzantine architecture as inspiration for serbian new age architects. Katalog der SANU anlässlich des Byzantinologischen Weltkongresses 2016 und der Begleitausstellung in der Galerie der Wissenschaften und Technik in der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Serbian Committee for Byzantine Studies, Belgrade. ISBN 978-86-7025-694-1 Hier S. 53
  22. Aleksandar Deroko: 195
  23. NIN, Nr. 2696, 29. August 2002 Ta, pocnite jednom stogod
  24. Ljubomir Milanović 2012: S. 69
  25. Ljubomir Milanović 2012: S. 70
  26. Aleksandar Kadijević 2016: S. 53
  27. Aleksandar Deroko: 195
  28. Aleksandar Kadijević 2016: S. 53–55
  29. Aleksandar Kadijević 2016: S. 57
  30. Marko Stanojevic, Ivan Stanojev 2012: S. 93
  31. a b c Branko Pešić, 1988: Spomen Hram Sv. Save na Vračaru u Beogradu 1895–1988. In: Sveti Arhijeriejski Sinod Srpske Pravoslavne Crkve, Belgrad. S. 32
  32. Aleksandar Derolko: 196
  33. Nin, 2996, 29. August 2002. In: co.rs. www.nin.co.rs, abgerufen am 21. Dezember 2016.
  34. Tanja Damljanović: Dva hrama za dve konfesije – traganje za moderno-vizantijskim (PDF; 1,4 MB), 2005, In: Nasleđe, br. 6, str. 77-84
  35. Vuk Štrabac 2013: HISTORICISME OU PASTICHE. Nasleđe. Serbisch und Französisch Istoricisam ili pastiš (PDF)
  36. Aleksandar Deroko: S. 197
  37. Aleksandar Deroko 1985: Nastavak radova na zidanju crkve Svetoga Save. odisnjak grada Beograda, 32: 193-198
  38. Aleksandar Deroko: S. 196
  39. Aleksandar Deroko: S. 196
  40. Aleksandar Deroko: S. 197
  41. a b c d e f NIN, 2697, 5. September 2002
  42. Pier Paolo Tamburelli 2006: Hram Svetog Save – The concrete cathedral. Domus, 898, Dezember 2006. (lokales JPG)
  43. Aleksandar Deroko: 193
  44. NIN, 2697, 5. September 2002.
  45. Popio sam dve rakije Interview mit dem Architekten Branko Pešić, NIN, 5. September 2002.
  46. Zanos, pa zastoj – Podizanje Hrama Svetog Save NIN, 12. September 2002.
  47. NIN, 5. September 2002 Popio sam dve rakije – Intervju: Branko Pešić, arhitekta
  48. NIN, Nr. 2698, 12. September 2002 Zanos, pa zastoj – Podizanje Hrama Svetog Save
  49. Lift-Slab Method – Technological procedure used for large scale elements erection on the Temle of Saint Sava
  50. Dušan Arbajter 1992: S. 162
  51. Dušan Arbajter 1992: S. 161
  52. Dušan Arbajter 1992: Saint Sava Temple: Heavy Building Assembly Application. IABS Congress Report, 159-164 (PDF)
  53. Dušan Arbajter 1992: S. 159
  54. Dušan Arbajter 1992: S. 164
  55. Dokumentarfilm aus dem Archiv der „Filmske Novosti“ zur technologischen Leistung der IMG „Trudbenik“ bei der Hebung der Kuppel von Sv. Sava 1989 (YouTube: Englisch)
  56. Bericht der Prva Petoletka-Trstenik über die Lift-Slab Methode zur Hebung der Kuppel (YouTube)
  57. ibid NIN, Nr. 2698, 12. September 2002 Zanos, pa zastoj – Podizanje Hrama Svetog Save
  58. Lift-Slab – Krupna metoda Hram Svetog Save
  59. Dušan Arbajter 1992: S. 164
  60. Priznanja za najbolja ostvarenja u gradevinskom konstrukterstvu Saveza društava gradevinskih konstruktera Srbije
  61. ibid NIN, Nr. 2698, 12. September 2002 Zanos, pa zastoj – Podizanje Hrama Svetog Save
  62. Pier Paolo Tamburelli 2006: Hram Svetog Save – The concrete cathedral.
  63. HRAM GOTOV 2021. GODINE? Vlada daje 11 MILIONA EVRA za radove, a evo ko se i nije baš "proslavio" sa donacijama
  64. Konstruktor, Video über die Installation der Arbeitsplattform (Youtube)
  65. HRAM SVETOG SAVE KAO AJFELOV TORANJ Čelični stub nasred objekta, građevinsko rešenje JEDINSTVENO U SVETU
  66. Aleksandar Deroko: S. 197
  67. a b Branko Pešić, Feuilleton der Večernje novosti, 9. Mai 2004.
  68. Hram u prostoru i brojevima
  69. Helge Svenson 2010: DAS BAUWERK ALS »AISTHETON SOMA« – EINE NEUINTERPRETATION DER HAGIA SOPHIA IM SPIEGEL ANTIKER VERMESSUNGSLEHRE UND ANGEWANDTER MATHEMATIK. In: Falko Daim · Jörg Drauschke (Hrsg.) Byzanz – das Römerreich im Mittelalter Teil 2, 1 Schauplätze, Römisch-Germanisches Zentralmuseum Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte [1]
  70. Organizacija unutraasnjeg prostora hrama i njegove funkcije
  71. Helge Svenshon: Das Bauwerk als „aistheton soma“: eine Neuinterpretation der Hagia Sophia im Spiegel antiker Vermessungslehre und angewandter Mathematik. In: Falko Daim, Jörg Drauschke (Hrsg.): Byzanz – Das Römerreich im Mittelalter. Monographien des RGZM. 84,2,1. Mainz 2010, ISBN 978-3-88467-154-2, S. 59–95.
  72. Hans Staub 2013: Die Geschichte der Bauingenierukunst: ein Überblick von der Antike bis in die Neuzeit. Springer. S. 114 ISBN 978-3-0348-4109-2
  73. Slobodan Ćurčić 2010: Architecture in the Balkans. From Diocletian to Süleyman the Magnificent. Yale University Press, New Haven und London, S. 195ff.
  74. Aleksandar Deroko: S. 197
  75. Radio Televizija Srbije, 24. Feb. 2015 Reljefna ornamentika Hrama Svetog Save – Nebojša Savović Nes (Небојшa Савовић Нес рељефнa орнаментика Храма Светог Саве – Katalog der Ausstellung in der Galerie von RTS vom 24.02-17.03.2015 zu den Ornamenten von Nebojsa Savovic Nes in Sv. Sava:PDF)
  76. Danas, 3. Mai 2010 Cereteli oslikava Hram Sv. Save?
  77. Novosti, 28. März 2011 Putin posetio Hram Svetog Save
  78. Novosti, 7. Oktober 2014 Rusi daju 30 miliona evra za oslikavanje Hrama Svetog Save
  79. RTS, 15. November 2015 Sve spremno za početak radova na Hramu Svetog Save
  80. Za Hram Svetog Save 15 miliona evra
  81. Tanjug, 13. Nov. 2015 Nikolic confers with Russian official
  82. http://rah.ru/konkursy/detail.php?ID=29327 Выставка конкурсных работ на проект оформления внутреннего убранства мемориального храма Святого Саввы в Белграде.
  83. Politika, 6. Oktober 2014 Hram Svetog Save oslikaće ruski i beloruski slikari
  84. Novosti, 26. Nov. 2015 Ukrašavanje Hrama svetog Save odlažu komplikovane procedure
  85. Russische Kunstakademie, Projekt der Mosaiken der Kirche des Heiligen Sava ОФОРМЛЕНИЕ ВНУТРЕННЕГО УБРАНСТВА ХРАМА СВЯТОГО САВВЫ В БЕЛГРАДЕ
  86. Modell des Kuppelmosaiks in der Russischen Kunstakademie Визит митрополита Илариона в РАХ в рамках проекта по созданию внутреннего мозаичного убранства Храма Св.Саввы в Белграде.
  87. Modell des Kuppelmosaiks in der Russischen Kunstakademie Визит митрополита Илариона в РАХ в рамках проекта по созданию внутреннего мозаичного убранства Храма Св.Саввы в Белграде.
  88. http://rah.ru/exhibitions/detail.php?ID=32657 Выездное заседание Президиума РАХ 4 апреля 2017 года
  89. Regierung Serbiens, 3. Mai 2017 Допремљени делови мозаика у Храм Светог Саве
  90. Predstavljena maketa kupole hrama svetog Save
  91. Оформление убранства главного купола Храма Святого Саввы в Белграде
  92. Interview mit Muhin im Nedeljnik, 7. April 2017, 38-40 (lokale Kopie)
  93. Politika, 17. Dezember 2016 РАЗГОВОР НЕДЕЉЕ: НИКОЛАЈ МУХИН, академски сликар и иконописац Храм Светог Саве припада читавом православљу
  94. Homepage der Kathedrale mit Architekturdaten, (nur serbisch; aber die Zahlen kann man lesen); der Google-Übersetzer liefert für den fraglichen Passus Folgendes: „bei den westlichen Türmen wurden 49 Glocken, 4 schwenkbare und 45 in einem „svirajućih“ (Glockenspiel) eingebaut“, abgerufen am 4. Oktober 2013.
  95. Harvard GSD Shortlist 4 Architects for 2016 Wheelwright prize
  96. a b Pier Paolo Tamburelli 2006: Hram Svetog Save – The concrete cathedral. Hier S. 71
  97. Riznica pod zemljom, Politika, 25. Januar 2009