EUREF

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EUREF

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Rechtsform AG
Gründung 2007
Sitz Berlin-Schöneberg, Deutschland
Leitung Reinhard Müller, Vorstands­vorsitzender

Karin Teichmann, Vorstand Johannes Tücks, Vorstand

Mitarbeiterzahl 75
Branche Technologie, Wissenschaft
Website EUREF AG

Photomontage des geplanten EUREF-Campus mit dem Gasometer im Zentrum

Das ca. 5,5 Hektar große Stadtquartier EUREF-Campus (Abkürzung für Europäisches Energieforum) liegt im Berliner Ortsteil Schöneberg im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Der Campus um den Gasometer Schöneberg versteht sich als Symbol der Energiewende in Deutschland und ist Standort für Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität. Seit Beginn der Standortentwicklung durch den Berliner Architekten Reinhard Müller im Jahr 2007 haben sich auf dem EUREF-Campus internationale Unternehmen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. In einem engen Austausch und zahlreichen Partnerschaften entwickeln Global Player, Start-Ups sowie forschende und lehrende Einrichtungen intelligente Lösungen für die Stadt der Zukunft.[1]

Der EUREF-Campus ist ein Referenzort für die Smart-City-Strategie des Landes Berlin.[2] Das Konzept des EUREF-Campus Intelligente Stadt hat die Umsetzung einer nachhaltigen Stadtentwicklung zum Ziel. Im Jahr 2014 konnte der EUREF-Campus das CO2-Klimaschutzziel der Bundesregierung für das Jahr 2050 erreichen.[3] Mit einer klimaneutralen Energieversorgung, einem intelligenten Energienetz, den energieeffizienten Gebäuden, der Erprobungsplattform für Elektromobilität und den zahlreichen Forschungsprojekten soll der Campus beweisen, dass die Energiewende machbar und finanzierbar ist.[4]

Über Veranstaltungen zu den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, geführte Campustouren und Unternehmensbesuche sowie informative Projekte wie die Werkstatt der Energiewende baut das Stadtquartier seine Funktion als Forum und Informationshub weiter aus.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007: Beginn der Einrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Architekt Reinhard Müller plante am ehemaligen Standort eines Gaswerks in Schöneberg den EUREF-Campus, der zu einer Smart City für Arbeiten, Forschen, Bilden und Wohnen entwickelt werden soll. Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen energetisch optimierte Gebäude, ein lokales Micro Smart Grid, Mobilitätssharing sowie die Nutzung regenerativer Energien wie Biomethan.

2009 bis 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sanierungsbeginn der denkmalgeschützten Gebäude Schmiede und Messelbau
  • 2011: Baubeginn für den ersten Neubau EUREF-Campus 12–13
  • 2001: Sanierung des denkmalgeschützten Wasserturms für die TU Berlin
  • 2012: Eröffnung der Masterstudiengänge der TU Berlin im Wasserturm
  • Der EUREF-Campus erreichte bereits im Jahr 2014 die Klimaschutzziele der Bundesregierung für 2050.
Energetisches Herzstück dieser Berliner Pionierleistung ist die von der GASAG betriebene Euref-Energiewerkstatt. Aus der Verbrennung von zertifiziertem Biomethan wird hier grüner Strom erzeugt, der in das Berliner Stromnetz eingespeist wird. Die im Prozess entstehende Wärme erhitzt Wasser auf bis zu 90 °C, womit auf dem Campus über ein unterirdisch verlaufendes Rohrsystem die Büros geheizt (oder im Sommer gekühlt) werden. Zudem erzeugt ein kleines Blockheizkraftwerk den Strom für die Energiezentrale. Zur Sicherung der stetigen Energieversorgung stehen noch zwei zuschaltbare Gaskessel bereit.[6]
  • 2014: Baubeginn für das Bürogebäude EUREF–Campus 14
  • 2015: LEED-Platin-Vorzertifizierung für das Bürogebäude EUREF-Campus 10–11
  • Sternekoch Thomas Kammeier wurde 2015 gastronomischer Leiter des EUREF-Campus[7]

2016 bis 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Der autonom fahrende Shuttle-Bus Olli des Unternehmens Local Motors startete Testfahrten.
  • 2016: Baubeginn für das Bürogebäude EUREF-Campus 21–22; Fertigstellung erfolgte im Sommer 2018.
  • 2016: Eröffnung der ZeeMo.Base[8], der größten Elektrotankstelle Deutschlands, von Schneider Electric und Partnern
  • EUREF-Campus wurde 2016 Postanschrift und Bestandteil von Gebäudeadressen
  • 2017: Die G-20–Konferenz Africa Partnership – Investing in a Common Future fand auf dem EUREF-Campus statt.
  • Die EUREF AG legte im Jahr 2017 Planungen für einen EUREF-Campus Zollverein in Essen vor.[9]
  • Alle Gebäude waren 2017 per Smart Metering an ein lokales Energienetz angeschlossen, das ihren Verbrauch zentral misst und steuert. Der EUREF-Campus ist seitdem ein Referenzort für die Smart City-Strategie des Landes Berlin.[10]
  • 2018: Der führende Kongress für Mobilitätsentscheider – der Future Mobility Summit – fand erstmals mit über 1300 Teilnehmern auf dem EUREF-Campus statt.
  • Eine Dauerausstellung im Gasometer wurde 2018 eröffnet – Ey Alter ist eine interaktive Präsentation mit Fokus auf den demografischen Wandel, initiiert von der DAIMLER AG.
  • Im Sommer 2018 zogen die ersten Nutzer in das neue Haus 21/22 ein.
  • Die Filial-Ansiedlung auf Zeche Zollverein in Essen kam 2019 aufgrund des besonderen Status des Welterbes nicht zustande.[11] Als neuer Standort im Westen ist nun Düsseldorf vorgesehen;[12] dort wird am Flughafen ein weiterer EUREF-Innovationscampus entstehen. Hauptmieter ist der Technologiekonzern Schneider Electric.[13]
Carbon Clock
Die Carbon Clock am Gasometer

Wirtschaft und Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eventlocation EUREF-Campus

Im Jahr 2018 arbeiteten und forschten am EUREF-Campus rund 150 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulinstitute mit 3500 Beschäftigten, darunter

  • vier Masterstudiengänge der TU Berlin
  • und das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC).
  • Das hier im Jahr 2006 gegründete Innovationszentrum (InnoZ) musste ab Ende 2018 seine Aktivitäten einstellen. Es galt lange als führendes Zentrum für neue Mobilitätskonzepte in Deutschland. Der unter seiner Regie auf dem Gelände agierende fahrerloser Elektrobus (Olli; siehe oben) und ein ganzer Fuhrpark neuartiger Fahrzeuge wurden für Studien genutzt. So verloren 40 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz. Die Deutsche Bahn, als Hauptgesellschafter des InnoZ, gab folgende Begründung ab: „Als das InnoZ 2006 gegründet wurde, waren die von ihm bearbeiteten Fragen in der deutschen angewandten Forschung nicht in dem Ausmaß vertreten, wie sie es mittlerweile sind“, das Alleinstellungsmerkmal ging verloren und die finanzielle Grundlage reichte auch nicht mehr.[18]

Der EUREF-Campus bleibt weiterhin Forschungscampus der Bundesregierung für das Projekt Mobility2Grid.[19] Hier wird erforscht, wie eine Versorgung mit Strom, Wärme und Verkehr langfristig bezahlbar, sicher und vollständig auf Basis Erneuerbarer Energien zu gewährleisten ist.

Zahlreiche Unternehmen, wie die Deutsche Bahn, Cisco, Schneider Electric, GASAG oder Arcadis und Startups aus dem Kompetenzfeldern Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität, beispielsweise Ubitricity, SirPlus oder MINT haben sich auf dem EUREF-Campus angesiedelt und kooperieren dort.

Der 78 Meter hohe Gasometer dient Interessenten für einen Aufstieg mit guter Rundumsicht.[20] In dessen Glasdach-kuppelüberwölbtem Zentrum gibt es eine kleine Bühne und das Ganze wird zu Tagungen oder Presseveranstaltungen genutzt. Beispielsweise gab es hier zwischen 2014 und 2017 den Polit-Talk mit Günter Jauch.[21] Bis 2023 wird der Gasometer nach historischen Vorbildern ausgebaut. Neben einem Konferenzzentrum mit 1.200 Plätzen ist ab einer Höhe von 16 Metern im Gasometer ein Bürohaus mit rund 25.000 Quadratmetern Fläche geplant.[22]

Denkmalpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützte Klinker- und Backsteinbauten des Architekten Alfred Messel prägen heute neben den energieeffizienten Neubauten weiter den Charakter des Geländes.[23]

Mit Beschluss vom 24. Februar 1994 wurden die signifikanten Gebäude des ehemaligen Gaswerks als Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt. Dazu gehören heute das Reglerhaus, Magazin-/Revierbüro, Kessel- & Maschinenhaus mit Wasserturm, das Schleusenhaus, der Niederdruckgasbehälter (Gasometer), die Schmiede sowie der einstige Ostflügel des ehemaligen Retortenhauses. Diese vorhandenen Backsteingebäude wurden durch die EUREF AG unter den Aspekten des Denkmalschutzes, des Denkmalrechts und der Energieeffizienz saniert.

Organisation der EUREF AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EUREF AG ist ein privatwirtschaftlicher Entwickler energie- und umweltoptimierter Immobilien. Sie wurde im Zusammenhang mit dem Erwerb des 5,5 Hektar großen Areals rings um den Gasometer in Berlin-Schöneberg im Jahr 2007 gegründet.

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Geländes verläuft die A 100.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht ein direkter Zugang zum S-Bahnhof Schöneberg (vier S-Bahn-Linien) sowie zur S-Bahn-Station Julius-Leber-Brücke. Der ICE-Bahnhof Südkreuz befindet sich in fußläufiger Entfernung von etwa einem Kilometer.

Sharingangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände befinden sich eine Elektro-Carsharing-Station (Flinkster, DriveNow, car2go), Leihfahrräder und Pedelecs, Elektroroller-Sharing (emmy) sowie weitere innovative Mobilitätsangebote.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: EUREF-Campus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Total elektrisiert | bizz-energy.com. Abgerufen am 23. Juni 2017.
  2. berlin.de, das offizielle Portal des Landes Berlin. 9. Juni 2017, abgerufen am 25. Juni 2017.
  3. Berliner Morgenpost vom 21. Mai 2017
  4. Der Tagesspiegel vom 11. Juni 2017
  5. Website der EUREF AG; abgerufen am 22. Juni 2017.
  6. Berliner Paradebeispiel. In: Berliner Zeitung, 4./5. Januar 2020, Immobilienbeilage, S. 5f.
  7. Alexandra Kilian: Sternekoch Thomas Kammeier hat neuen Job in Berlin. (morgenpost.de [abgerufen am 30. Juli 2017]).
  8. ZeeMo.Base – the Zero emission energy & Mobility Base. Abgerufen am 23. Juni 2017.
  9. Ulf Meinke: Jauchs Kuppel soll nach Zollverein. (waz.de [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  10. EUREF-Campus. 9. Juni 2017, abgerufen am 30. Juni 2017.
  11. Euref-Campus auf Zollverein scheitert am Denkmalschutz. 25. Februar 2019, abgerufen am 5. März 2019.
  12. Nicole Lange: Wirtschaft in Düsseldorf: Spatenstich für Euref-Campus im September. Abgerufen am 15. April 2020.
  13. Landeshauptstadt Düsseldorf: Ein Innovationscampus für Düsseldorf. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  14. 40 Meter große CO2-Uhr hoch über Berlin. Abgerufen am 27. März 2020.
  15. Presse | GASAG-Umzug auf den EUREF-Campus in Schöneberg | GASAG. Abgerufen am 27. März 2020.
  16. Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.:  Detailansicht. Abgerufen am 27. März 2020.
  17. Supercharger von Tesla in Berlin: 120 Kilometer neue Reichweite in nur 5 Minuten. 14. September 2020, abgerufen am 17. September 2020 (deutsch).
  18. Berlin gehen die Innovationen aus. Die Tageszeitung, 6. Dezember 2018, abgerufen am 21. Januar 2020.
  19. Mobility2Grid. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  20. Führungen auf den Gasometer in Schöneberg, abgerufen am 28. März 2020.
  21. Gasometer Berlin Schöneberg – ARD Polit-Talk Günter Jauch. BZ-Berlin, 22. Oktober 2017, abgerufen am 28. März 2020.
  22. Gasometer Neugestaltung. In: EUREF AG. Abgerufen am 17. April 2020.
  23. Liste, Karte, Datenbank / Landesdenkmalamt Berlin. Abgerufen am 16. Oktober 2020.

Koordinaten: 52° 28′ 54,3″ N, 13° 21′ 23,7″ O