Ein Hauch von Sonnenschein

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein Hauch von Sonnenschein
Originaltitel The Taste of Sunshine
Produktionsland Ungarn, Deutschland, Österreich, Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 173 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie István Szabó
Drehbuch István Szabó
Israel Horovitz
Produktion András Hámori
Robert Lantos
Musik Maurice Jarre
Kamera Lajos Koltai
Schnitt Michel Arcand
Dominique Fortin
Besetzung

Ein Hauch von Sonnenschein, Verweistitel: Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein (Originaltitel: The Taste of Sunshine) ist ein Spielfilm von Regisseur István Szabó aus dem Jahr 1999. Es handelt sich dabei um eine 4-Länder-Produktion (Ungarn, Deutschland, Kanada, Österreich) an denen u. a. folgende Unternehmen beteiligt waren: Alliance Atlantis, Serendipity Point Films, Kinowelt, Bavarian Film and TV Fund, Eurimages, The Movie Network, Telefilm Canada, Vienna Film Financing Fund, ORF, Channel Four Films. Die Premiere fand am 13. September 1999 beim Toronto Film Festival statt. In den deutschen Kinos war er zum ersten Mal am 27. Januar 2000 zu sehen und in den Vereinigten Staaten erst ab Anfang Juni.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Generation – Urgroßvater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1848 schlägt Zar Nikolaus I. die ungarische Revolution nieder. Daraufhin behandelt Österreich Ungarn wie eine eroberte Provinz. Doch nach dem preußisch-österreichischen Krieg (1866) muss das geschwächte Österreich im Ausgleich die Unabhängigkeit Ungarns anerkennen.

Bei der Explosion seiner kleinen Brennerei in einem ungarischen Dorf kommt Áron Sonnenschein ums Leben, worauf sein Sohn Manó mit Mutter Josefa und Ehefrau Rosa nach Budapest zieht. Mit Hilfe eines Rezeptbuchs aus der zerstörten Brennerei seines Vaters baut Manó ein erfolgreiches Familienunternehmen auf. Er produziert und vertreibt den Kräuterlikör „Sonnenschein“, der sich als wahre Goldgrube entpuppt. Der Wohlstand der Familie steigt. Sie zählt nun zum Großbürgertum, aber ihre jüdische Herkunft grenzt sie von den anderen aus.

Zweite Generation – Großvater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manó und Rosa Sonnenschein haben zwei Söhne, Ignác und Gustav. Das Ehepaar adoptiert zusätzlich ihre verwaiste Nichte Valéria. Die Kinder wollen das florierende Geschäft des Vaters nicht übernehmen. Nachdem Manó bemerkt hat, dass sich Ignác und Valéria verliebt haben, ergibt sich ein Gespräch zwischen Vater und Sohn. Manó (Emmanuel) gesteht seinem älteren Sohn, dass sein Vater ihm verboten hatte, seine geliebte Cousine Sarah Bettelheim zu heiraten und dass er nun dasselbe Verhalten von Ignác erwarte. Dieser verspricht, sich von seiner Cousine Valéria zurückzuziehen und geht nach Wien, um Rechtswissenschaften zu studieren. Nach seinem Fortgang schreibt ihm Valéria viele Briefe, doch Ignác beantwortet keinen einzigen. Eines Tages steht Valéria mit Ignác' Vermieterin in der Tür seines Zimmers. Die beiden setzen ihr Verhältnis fort, welches auch nach Ignác' Studienabschluss und Berufseinstieg als Richter bestehen bleibt.

Ignác ist beliebt und sucht weiter nach Anerkennung, aber sein jüdischer Name hindert ihn am Aufstieg. Auf Anraten des Gerichtspräsidenten geben Ignác, Valéria und Gustav ihren Familiennamen auf und nehmen den ungarisch klingenden Namen Sors (lat. sowie ungarisch Schicksal) an. Valéria wird schwanger. Nun bekennt sich Ignác zu ihr und bittet seinen Vater um ihre Hand an. Geschockt fällt seine Mutter Rosa ohnmächtig vom Stuhl. Sein Vater hingegen gibt dem Paar nun doch seinen Segen. Somit steht der Hochzeit nichts mehr im Weg.

Ignác ist als Richter erfolgreich. Dadurch werden einflussreiche Bürger auf ihn aufmerksam. Einige dieser Herren versuchen ihn für die Politik zu gewinnen und aus ihm ein Mitglied der ungarischen Regierung zu machen. Valéria appelliert jedoch an seine Vernunft und versucht ihn ihrerseits davon zu überzeugen, dass er seine Karriere nicht für eine korrupte Regierung opfern soll. Daraufhin lehnt Ignác das viel versprechende Angebot ab. Valerie bringt nach der Jahrhundertwende die beiden Söhne István und Ádam zur Welt.

Ignác erfährt, dass sein Bruder Gustav auf einer schwarzen Liste der Regierung mit den Namen oppositioneller Sozialisten steht. Es kommt zum Streit zwischen dem kaisertreuen Juristen und dem engagierten Gegner der k. u. k. Regierung. Das Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914 leitet den Ersten Weltkrieg ein. Am selben Tag wie der österreichische Kaiser Franz-Josef I. (1916) stirbt auch Manó Sonnenschein. Die Donaumonarchie zerfällt.

Als Ignác aus dem Krieg zurückkommt, wirft ihm Valéria vor, ein gefühlloser Mensch geworden zu sein. Sie will die Scheidung. In seiner Verzweiflung fällt Ignác nichts Besseres ein, als sie aufs Bett zu werfen und zu vergewaltigen, um sie vom Gegenteil zu überzeugen. Als er merkt, dass Valéria völlig teilnahmslos unter ihm liegt, lässt er von ihr ab. Nach der Machtübernahme der Kommunisten unter Béla Kun 1919 kehren sich die brüderlichen Verhältnisse um. Nun steht Ignác auf der schwarzen Liste. Er wird festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Nach nur wenigen Monaten wird die Räterepublik gestürzt und Gustav muss ins Exil nach Frankreich fliehen. Entmutigt von den gesellschaftlichen Veränderungen der Nachkriegszeit stirbt Ignác Sors vor seiner Mutter, kurz darauf auch sie.

Dritte Generation – Vater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ádám Sors erlernt das Fechten. Er ist sehr geschickt, aber um sein Talent weiter ausbauen zu können, muss er in die Fechtschule des ungarischen Offizierskorps. Die Aufnahme ist, wie damals beim Werdegang seines Vaters, wiederum nur auf Umwegen möglich. Sein Gönner, Baron Felix Margittay, rät ihm, zum Christentum überzutreten. Adam gewinnt die Landesmeisterschaften und erregt die Aufmerksamkeit von General Jakofalvy.

In der christlichen Abendschule begegnet er Hannah und erobert ihr Herz im Sturm. Schließlich vermählt er sich mit Hannah und István mit Gréta, die ihn aber nur heiratet, um in Adams Nähe zu sein. Eines Tages gesteht sie ihrem Schwager, dass sie ihn liebt. Adam will seinen nicht hintergehen, doch einige Zeit später beginnen die beiden ein heimliches Verhältnis.

1936 gewinnt Ádám die Goldmedaille im Fechten bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin. In einem Berliner Museum spricht ihn ein Landsmann, der in die USA ausgewandert war, an. Dieser wirft Ádám vor, für eine diktatorische Regierung zu kämpfen. Den Vorschlag, ebenfalls in die USA auszuwandern lehnt Ádám empört ab.

Admiral Nikolaus von Horthy hat in der Zwischenzeit ein autokratisches Regime aufgebaut, sympathisiert mit Hitler und Mussolini und führt diskriminierende Gesetze gegen Juden ein. István, Gréta, Ádám, Hannah und Valéria sind zunächst davon überzeugt, zu den Ausnahmefällen zu zählen, da sie sich für absolut staatstreu und gut assimiliert halten. Ihre Annahme stellt sich aber als Irrtum heraus. Hannah wird in einem Vernichtungslager umgebracht. Valéria kann sich verstecken. Adam und sein einziger Sohn Iván werden in ein Arbeitslager gebracht.

Der Winter ist eingebrochen, die Gefangen sind im Freien angetreten. Auf die Frage des Kommandanten nach seiner Herkunft antwortet Ádám, er sei ungarischer Offizier, ungarischer Fechtmeister und Goldmedaillengewinner und erhält darauf eine Tracht Prügel. Obwohl er sich kaum mehr auf den Füßen halten kann, bekennt sich Ádám nicht zu seiner jüdischen Herkunft. Die Offiziere zwingen ihn, sich nackt ausziehen. Iván muss hilflos zusehen, wie sein Vater bewusstlos geschlagen und getreten wird. Ádám wird, an den Händen gefesselt, an einen Ast gehängt und so lange mit kaltem Wasser bespritzt, bis sein Körper von einer dicken Eisschicht umschlossen ist. Fünf Tage vor dem Einmarsch der Roten Armee im April 1945 werden István, Gréta und ihr Sohn von ungarischen Nationalsozialisten aus der Wohnung geholt und erschossen.

Motive aus Adams Leben sind der Biographie des ungarischen Säbelfechters und Olympiasiegers Endre Kabos entnommen.

Vierte Generation – Iván[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustav kehrt nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Exil zu seiner Stiefschwester Valéria zurück. Wenig später trifft auch ihr Enkel Ivan dort ein und berichtet über den Tod seines Vaters. Ivan schließt sich den Kommunisten an und jagt für den ungarischen Geheimdienst faschistische Kriegsverbrecher, denn dies bietet ihm die Möglichkeit, sich an den Mördern seines Vaters zu rächen. Dank seines großen Einsatzes wird er zum Major befördert.

Karola Kovács bekleidet ebenfalls den Rang eines Geheimdienstmajors. Obwohl sie verheiratet ist und Kinder hat, versucht sie Ivan zu verführen. Sein Vorgesetzter Andor Knorr, ein Jude, der Auschwitz überlebt hat, warnt ihn vor Carole. Er erzählt ihm, dass ihr Mann während des Kriegs in Frankreich Mitglied der Résistance war. Ivan ist dies aber gleichgültig, denn er hat sich in sie verliebt. Er erhält den Befehl, eine angebliche zionistische Verschwörung gegen die ungarische Regierung aufzudecken, deren Anführer Andor Knorr sein soll. Das Verhör verläuft erfolglos, denn Ivan befindet sich im Zwiespalt zwischen der Freundschaft mit Knorr und seiner Regimetreue. Schließlich überträgt der General den Fall einem anderen Geheimdienstoffizier.

Gustav stirbt in einem Krankenhaus und Karola beendet das Verhältnis mit Iván. Sie gesteht ihm, schwanger zu sein, kann aber nicht sagen, ob das Kind von ihm oder ihrem Ehemann ist. Nach dem Tode Stalins am 5. März 1953 wird der kurz zuvor tot geschlagene Knorr als Held gefeiert. Ivan hält die Grabrede und klagt sich selbst an. Er quittiert den Dienst bei der ungarischen Geheimpolizei.

Beim ungarischen Volksaufstand 1956 feuert Iván die Demonstranten in den Straßen von Budapest an, sich von den sowjetischen Panzern nicht aufhalten zu lassen. Die Revolution scheitert. Er wird verhaftet und zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach drei Jahren wird er vorzeitig auf Bewährung entlassen. Er erhält seine über diese Zeit aufbewahrten Habseligkeiten zurück, doch er bemerkt, dass die Taschenuhr seines Urgroßvaters Aaron fehlt.

Zwischenzeitlich wurde eine fremde fünfköpfige Familie in das Haus seiner Großmutter Valéria einquartiert. Nach dem Tod seiner Großmutter beginnt Ivan mit der Entrümpelung der Räume. Dabei fällt ihm das seit Manós Tod vergeblich gesuchte Rezeptbuch seines Urgroßvaters vor die Füße. Er beachtet es aber nicht, und das Buch landet schließlich in der Müllpresse des Entrümpelungskommandos. Sein Interesse gilt indes einem Brief aus dem Nachlass seiner Großmutter. In diesem Brief ermahnt Iváns Urgroßvater seinen Sohn Ignác, den Grundsätzen seiner jüdischen Familie treu zu bleiben, um im Leben Erfolg zu haben. Ivan beschließt daraufhin, sich zur Geschichte seiner Familie zu bekennen und seine jüdische Herkunft nicht länger durch den Namen Sors zu verschleiern. Er geht zum Amtsgericht, um den Namen Sonnenschein wieder anzunehmen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der US-amerikanischen Presse erhielt der Film überwiegend positive Kritiken, die Kritikerquote bei Rotten Tomatoes lag bei 73 %. [1]

Roger Ebert schreibt zu dem Film, er erzähle die Geschichte einer Familie eines einzigen Landes, und sei zur gleichen Zeit das Protokoll eines Jahrhunderts, in der eine glanzvolle politische Idee der anderen folgte, jede mit einem Heilsversprechen, und jede habe nur Elend gebracht. Die Leistung von Ralph Fiennes, der in dem Film drei unterschiedliche Persönlichkeiten verkörpert, nennt Ebert „frappierend“ (uncanny) und Szabos Dreistunden-Epos eine spannende historische Zusammenschau (thrilling historical sweep). [2]

A. O. Scott von der New York Times vergleicht „Sunshine“ mit Filmen wie ViscontisLeopard“ und Bertoluccis1900“, die ein episches Panorama einer Zeit des Umbruchs entfaltetet hätten, während sich die Geschichte der Familie Sunshine – wegen all dem Geschrei und Gehechel (for all the shouting and panting) – mehr wie eine Collage aus Ideen, Ereignissen und Metaphern als etwas Erlebtes anfühle. Allerdings, je länger der Film laufe, um so mehr zeige er Mitempfinden mit den Beteiligten. Er nähere sich seinem Thema mit soviel Klugheit, dass man die unbeholfene Herangehensweise zu Beginn des Films, die planlose Einfügung von Schwarzweißbildern aus der Wochenschau, und den hyperventilierenden sexuellen Überschwang, - der offenbar wie ein Fluch auf der Familie laste -, vergessen könne. [3]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, es sei ein „mit großem Aufwand inszenierter historischer Bilderbogen, der sich oft im Dekorativen und Stereotypischen“ verliere. Die Hauptfiguren seien „mit weit weniger Tiefe dargestellt als in der brillanten Trilogie des Regisseurs aus den 80er-Jahren über Identität und Anpassung.“[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europäischer Filmpreis 1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in der Kategorie:

Genie Awards 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bester Film
  • Bester Ton
  • Beste Tonbearbeitung

Nominiert in den Kategorien:

  • Bestes Szenenbild (Attila Kovács)
  • Bestes Kostümdesign (Györgyi Szakács)
  • Beste Regie (István Szabó)
  • Beste Filmmusik (Maurice Jarre)
  • Bester Hauptdarsteller (Ralph Fiennes)
  • Bester Nebendarsteller (James Frain)
  • Bester Nebendarsteller (William Hurt)
  • Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Ehle)
  • Beste Hauptdarstellerin (Rosemary Harris)
  • Beste Nebendarstellerin (Deborah Kara Unger)
  • Beste Nebendarstellerin (Rachel Weisz)

Political Film Society Awards 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in der Kategorie:

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in den Kategorien:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sunshine Rotten Tomatoes, abgerufen am 21. Juni 2017
  2. Roger Ebert: Sunshine abgerufen am 21. Juni 2017.
  3. A. O. Scott: Film Review; Serving the Empire, One After Another After in: The New York Times, 9. Juni 2000, abgerufen am 21. Juni 2017.
  4. Ein Hauch von Sonnenschein. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]