Etterbeek

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Etterbeek
Etterbeek.jpg Flag of Etterbeek.svg
Etterbeek (Belgien)
Etterbeek
Etterbeek
Staat Belgien
Region Brüssel-Hauptstadt
Bezirk Brüssel-Hauptstadt
Koordinaten 50° 50′ N, 4° 23′ O50.8366666666674.3869444444444Koordinaten: 50° 50′ N, 4° 23′ O
Fläche 3,15 km²
Einwohner (Stand) 46.228 Einw. (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 14676 Einw./km²
Postleitzahl 1040
Vorwahl 02
Bürgermeister Vincent De Wolf (MR)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Avenue d’Auderghem/ Oudergemselaan 113/115
1040 Brüssel
Webseite www.etterbeek.be

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Etterbeek ist eine Gemeinde der belgischen Region Brüssel-Hauptstadt. Sie hat 46.228 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) auf 3,15 km².

Etterbeek liegt im Osten des Stadtzentrums von Brüssel. Nachbargemeinden sind Brüssel-Stadt, Schaerbeek/Schaarbeek, Woluwe-Saint-Lambert/Sint-Lambrechts-Woluwe, Woluwe-Saint-Pierre/Sint-Pieters-Woluwe, Auderghem/Oudergem und Ixelles/Elsene.

Durch die Gemeinde führen die U-Bahn-Linien 1 und 5 (Bahnhöfe Merode, Montgomery, Thieffry und Petillon) und die Straßenbahnlinien 23, 24 und 25 (ebenfalls unterirdisch geführt), 81 und 83.

Geschichte[Bearbeiten]

Rue Des Boers/Boerenstraat
Gemeindehaus
Glocken der ehemaligen Kirche St. Gertrud

Etterbeek erscheint unter dem Namen „Iatrebache“ erstmals im Jahr 966 in den Aufzeichnungen.[1] Diese Quelle ist jedoch nur in einer Abschrift aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Mit „Ietrebecca“ erfolgt die nächste Erwähnung im Jahre 1127. Die Formen „Jetterbecce“ im Jahr 1138 sowie „Jetterbeka“ im Jahr 1221 geben näherungsweise erstmals die heutige Namensform wieder.[2]

Ursprünglich gehörte Etterbeek nicht zur Brüsseler Vorstadt. Die Schöffen der Metropole hatten lediglich seit 1312 das von Johann II. verliehene Recht Steuern auf Bier zu erheben.

Im Jahre 1489 wurde das Dorf durch die Truppen Albrechts von Sachsen im Krieg gegen Flandern zerstört. Durch Bilderstürmer wurde in Etterbeek im Jahre 1580 beträchtlicher Schaden angerichtet.

1602 unter der Herrschaft der Statthalterin der Spanischen Niederlande, Isabella Clara Eugenia, und dem Erzherzog Albrecht VII. von Österreich wurde der Broubelaar – ein Bach, der in Etterbeek entspringt – umgeleitet, um den botanischen und zoologischen Garten der Herzöge von Brabant auf dem Coudenberg zu versorgen. In dieser Zeit besaß Etterbeek noch keinen eigenen Bürgermeister. Diese Funktion wurde ausgeübt durch den Hauptbürgermeister von Rode während die Rechtshoheit die Schöffen von Watermaal innehatten, welche auch die Justizgewalt in Bosvoorde, Oudergem, Sint-Pieters-Woluwe, Stokkel und Kraainem besaßen.

Karl II. von Spanien erhob Etterbeek zur Baronie zu Gunsten von Diego Henriquez de Castro, Berater am Gericht des Rechnungshofes und des Kriegsrates und Schatzmeister der Streitkräfte der Niederlande. Als Etterbeek Baronie wurde, löste es sich von der Hauptgemeinde Rode und bekam einen eigenen Bürgermeister, fünf Schöffen und zwei Richter. Die Gemeinde behielt diese Ordnung bei bis sie von Frankreich annektiert wurde. Als Teil Frankreichs gehörte Etterbeek zum Kanton Sint-Stevens-Woluwe (fr: Woluwe-Saint-Etienne) im Arrondissement Brüssel, welches ein Teil des Départements Dyle war.

In weniger als einem Jahrhundert entwickelte sich Etterbeek schließlich von einer ländlichen Gemeinde zu einer bebauten Vorstadt. Der Anfang des 20. Jahrhunderts war durch zahlreiche bauliche Projekte gekennzeichnet. So wurden unter anderem das Waisenhaus Van Meyel und das Krankenhaus errichtet. Der Ausbau verschiedener Straßen und Plätze gab Etterbeek ein städtisches Gesicht. Heute ist Etterbeek eine der am dichtesten besiedelten Gemeinden Brüssels.

Gemeinde[Bearbeiten]

Etterbeek beherbergt nicht zuletzt aufgrund seiner unmittelbaren Nachbarschaft zum Europäischen Viertel eine Vielzahl von Vertretungen und Kommissionsdienststellen. Allerdings gibt es in Etterbeek wenige große administrative Bürogebäude. Die ursprüngliche Bausubstanz und der Charme der Gemeinde konnten somit bewahrt werden. Als besonders sehenswert gelten die prestigeträchtigen Boulevards, vor allem die Prachtstraße Avenue de Tervuren/Tervurenlaan sowie die Boulevards Saint-Michel und Louis Schmidt und der Triumphbogen im Jubelpark an der Grenze zur Gemeinde Brüssel. Auch sehenswert sind die Jugendstil-Wohnviertel Etterbeeks. Das 1905 gebaute Cauchiehaus (Maison Cauchie) in der Frankenstr. 5 (Rue des Francs) kann als eines der schönsten Werke des Jugendstils in Brüssel bezeichnet werden und ist an jedem ersten Wochenende im Monat für Besucher geöffnet. Grünflächen sind in Etterbeek reichlich vorhanden, unter ihnen der F.-Hap-Park und der nach der französischen Partnerstadt benannte Jardin Fontenay-sous-Bois/Tuinen van Fontenay-sous-Bois. Der bekannteste Park ist der Leopoldpark, ein direkt neben dem Europäischen Parlament gelegener englischer Garten. Auf dem Jourdanplatz (Place Jourdan) befinden sich zahlreiche Cafés und ein angesehener Markt. Einkaufsmöglichkeiten sind vor allem im Bereich Avenue de la Chasse/Jachtlaan zahlreich vorhanden. Etterbeek besitzt landesweit die dichteste Ansammlung von Ausbildungsstätten. Der Campus der Vrije Universiteit Brussel befindet sich jedoch nicht auf dem Gemeindegebiet von Etterbeek sondern auf dem Territorium der Nachbargemeinde Elsene ebenso wie – kurioserweise – der Bahnhof Etterbeek.

Cauchiehaus

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert sind die Boulevards (unter anderem die Prachtstraße Avenue de Tervuren/Tervurenlaan), der Triumphbogen im Jubelpark, die Jugendstil-Wohnviertel, und das benachbarte Europaviertel, das jedoch zu der Stadt Brüssel gehört.

Die katholischen Kirchen St-Jean-Berchmans (1912, neoromanisch) unnd Chapelle de la Résurrection, (2001, Neorenaissancerekronstruktion) sind Jesuitenkirchen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Etterbeek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M. Gysseling, Topografisch Woordenboek: „Etterbeek“
  2. Bedacht werden muss hier jedoch bei den Schreibvarianten mit dem Buchstaben „J“, dass erst gegen Ende des Mittelalters begonnen wurde zwischen den Buchstaben I und J in der Schreibung zu unterschieden. Bis dahin konnte sowohl ein I für den Halbvokal J stehen als auch ein J für den Vokal I. Es existierten noch keine festen Regeln. Die konsequente Unterscheidung der Buchstaben I und J als Vokal und Halbvokal soll erstmals im 16. Jahrhundert vom Humanisten Petrus Ramus vorgenommen worden sein.