Flora (Köln)

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Flora – Hauptgebäude (Juli 2018)
Kugelpanorama des Eingangsbereichs mit Festhaus, 2018
als Kugelpanorama anzeigen

Die Flora ist der Botanische Garten der Stadt Köln. Er wurde 1864 eröffnet und liegt im Stadtteil Riehl.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktiengesellschaft Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julius Niepraschk, Gründungsdirektor der Flora von 1862 bis 1890 (Bronzerelief)

Da der alte Kölner Botanische Garten am Dom für den Bau des Hauptbahnhofs weichen musste, wurde 1862 mit der Planung eines neuen Botanischen Gartens in Riehl begonnen. Am 5. September 1862 gründeten Kölner Bürger in Eduard von Oppenheims Kölner Wohnung ein „Comitee zum Bau eines Botanischen Zier- und Lustgartens“.[1] Mitglieder waren Kölner Wirtschaftsführer, darunter Adolph vom Rath, Jakob von Kaufmann-Asser, August Neven DuMont und Richard Voigtel. Am 8. September 1862 fand die notarielle Beurkundung der Satzung statt, am 13. April 1863 genehmigte König Wilhelm I. diese Statuten. Die mit einem Grundkapital von 100.000 Talern ausgestattete Flora AG wurde am 6. März 1863 gegründet,[2] die Gattin des Königs, Königin Augusta, übernahm die Schirmherrschaft.

Inzwischen konnte für den Gesamtentwurf der Flora der aus Bonn stammende, damals 73-jährige preußische Königliche Generalgartendirektor Peter Joseph Lenné gewonnen werden. Er schuf einen Plan, in dem er den sogenannten „gemischten deutschen Stil“ der Gartenkunst zu einem einheitlichen Bild im Geiste des damals hochmodernen Historismus weiterentwickelte.[3] Er legte im Oktober 1862 die Baupläne für die Gebäude und Gartenanlagen vor. Vor den Toren der Stadt erwarb die Flora AG für 22.130 Thaler das 22 Morgen umfassende, zur Bürgermeisterei Longerich gehörende Pilgram'sche Grundstück[4] mit einer Grundfläche von 5,6 Hektar. Das Areal lag benachbart zum 1860 eröffneten Kölner Zoo, weil Riehl sich in dieser Zeit als Naherholungsgebiet für die Kölner Stadtbevölkerung etablierte, für das sich die Bezeichnung „De jolde Spetz“ (Die goldene Spitze) einbürgerte.[5]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Bau des Wintergartens übertrug man den Architekten Maximilian Nohl und Joseph Felten, die Außenanlagen Lennés führte dessen Schüler Julius Niepraschk (1825–1890) aus, der auch bis zu seinem Tod 1890 im Vorstand der Flora AG war.[6] Der aus Eisen und Glas bestehende Bau des Wintergartens besaß eine Länge von 57 Metern, war 22,50 Meter breit und 18 Meter hoch. Lenné verband typische Gartenkunst europäischer Länder zu einem historistischen Gesamtkunstwerk: das Parterre zwischen dem Haupteingang und dem Palmenhaus ist vom französischen Barockgarten inspiriert, die fünfstufige Wasser-Kaskade mit den parallelen Laubengängen folgt dem Beispiel des italienischen Renaissance-Gartens. Die weitere Anlage ist im Stil eines englischen Landschaftsparks modelliert.[7] 1869 kam ein Aquarium hinzu, 1875 entstand ein maurischer Kiosk, 1888 im Stil des Rokoko der Kaiserpavillon, 1898 folgte ein Konzert- und Festsaal.

Mittelpunkt der neuen Anlage wurde der sogenannte Glaspalast, ein von dem Architekten Max Nohl geschaffener palastartiger Wintergarten aus Eisen und Glas, der sich an den Beispielen des Pariser Jardin d’hiver oder des Londoner Crystal Palace orientierte.[8] Das Bauwerk verbindet Elemente der Neorenaissance mit denen des Romanischen Rundbogenstils und nimmt einige Anklänge an die damals populäre Maurische Architektur. Das ebenfalls „Flora“ genannte Gebäude diente als Palmenhaus, wurde dabei gleichzeitig aber auch für festliche Bälle genutzt.[9]

Eröffnungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtzeitig am 7. August 1864 eröffnete die neue Omnibuslinie zwischen Severinstraße und Flora, die ihrerseits eine Woche später am 14. August 1864 mit einem Konzert und Feuerwerk eröffnet wurde.[10] Im 19. Jahrhundert wurde die Flora auch als Ausstellungsgelände genutzt; 1875 und 1888 fanden Gartenbau-Ausstellungen statt, 1889 eine Industrie-Ausstellung. Für die „Deutsche Kunstausstellung“ am 5. Mai 1906 wurden im Parkgelände mehrere von namhaften Architekten wie Peter Behrens entworfene Ausstellungsgebäude zur Verdeutlichung verschiedener Strömungen des Jugendstils als temporäre Gebäude errichtet und 1907 wieder abgetragen. Einzig der „Frauenrosenhof“ von Joseph Maria Olbrich wurde als Sandsteinbau massiv gemauert.[11] Die hohen Unterhaltskosten führten nach dem Tod Niepraschks im Oktober 1890 zu einer drückenden Schuldenlast der Flora AG, so dass die Stadt Köln ab 1907 Aktien der Gesellschaft im Wert von 500000 Mark erwerben musste und die Flora schließlich 1919 vollständig übernahm.[12] Das Aquarium musste 1907 aus finanziellen Gründen aufgegeben werden.

Der Botanische Garten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1912 und 1914 wurde unmittelbar angrenzend an die Flora, zunächst durch eine Mauer getrennt, durch die Stadt Köln ein neuer Botanischer Garten auf einer Fläche von 4,7 Hektar angelegt. Dieser sollte den 1887 von Otto Wilhelm Thomé gegründeten Botanischen Garten am Vorgebirgstor ersetzen, der wegen des Ausbaus des Güterbahnhofs deutlich verkleinert werden musste.[13] Der Botanische Garten am Vorgebirgstor lieferte 1912 mit einer Fläche von 1,5 ha rund 1.400.000 Pflanzen für den Schulunterricht an Kölner Schulen.[14] Der an der Nordseite der Flora am 30. Mai 1914 eröffnete „Botanische Garten“ wurde zum 1. Januar 1920 mit der Flora vereint. Im Januar 1920 pachtete die Stadt Köln die gesamte Anlage auf 30 Jahre unter der Voraussetzung, dass vom 1. April 1920 an die Verwaltung der Flora auf die Direktion des Botanischen Gartens übergehe.[15]

Der neue Botanische Garten wurde der Städtischen Handels-Hochschule Cöln und nach deren Neugründung 1919 der Kölner Universität angegliedert und sollte vor allem der wissenschaftlichen Arbeit dienen. Für die Neuanlage in Riehl sprach auch die unmittelbare Nähe zur Flora, deren Nutzung für Lehrzwecke frühzeitig angestrebt wurde. Durch die Fusion der Flora mit dem Botanischen Garten erlosch offiziell auch ihr Name. Erster Direktor der Anlage wurde Peter Hans Heinrich Esser.[16]

Obwohl der neugeschaffene Botanische Garten eine wissenschaftliche Zweckbestimmung hatte, gestaltete Peter Esser die Flächen auch nach ästhetischen Gesichtspunkten und ließ sich dabei von der angestrebten Verbindung mit der Flora leiten. Der Haupteingang des Gartens in der Verlängerung der Bodinusstraße führt zu rechtwinkligen Beeten, die sich nach Süden in einer lang gestreckten Achse zur Flora hin öffnen. Optischer Orientierungspunkt im Norden ist die genau in der Flucht der Gartenanlage, hinter einem Teich aufragende Felsengruppe des Alpinums, über die sich ein künstlicher Wasserfall ergießt.[17] Zwischen 1914 und 1920 diente der Wintergarten als Truppenquartier für britische Soldaten, die unter anderem im Wintergarten einen Tennisplatz eingerichtet hatten. Erst 1926 wurde die Anlage wieder für die Öffentlichkeit zugänglich; bis 1934 blieb ihr im Palmenhaus das schlichte Flora-Restaurant geöffnet. Durch die neue Ausrichtung auf wissenschaftlich-botanische Forschung und Lehre wurden zahlreiche Beispiele der historistischen Gartenerbauung abgetragen: das französische Parterre wurde auf seine Randlinien reduziert, der Kaiserpavillon und der maurische Kiosk abgerissen und viele Skulpturen, Säulen und die meisten Schmuckvasen ausgeräumt. Der Frauen-Rosenhof wurde zu einem Klostergarten aus dem 9. Jahrhundert umgestaltet.[18]

Vereinfachter Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Flora AG“ wurde 1941 liquidiert, einer Kriegszerstörung am 31. Mai 1943 fiel die gesamte Gartenanlage zum Oper, lediglich das Außenmauerwerk und die eisernen Innenstützen des Wintergartens blieben erhalten.[19] Die Wiederinstandsetzung des Gartens wurde gleichzeitig dazu genutzt, zahlreiche Gebäude und Anlagen des Historismus, die in der Nachkriegszeit als überladen empfunden wurden, abzubrechen und einzuebnen. So wurde die Eisenkuppel des Palmenhauses demontiert und das Gebäude nur als einstöckiger Festsaal wieder hergestellt; der Konzert- und Festsaal sowie die alten Gewächshäuser wurden vollständig abgebrochen. Die Wege in der englischen Partie wurden begradigt und teilweise umgegraben, weitere im Parterre und an der Kaskade wurden eingesät. Das Parterre selbst wurde auf eine einfarbige Rosenanpflanzung reduziert. Der Flora-Tempel, der lediglich am Dach beschädigt worden war, wurde vollständig abgetragen; die Flora-Statue ist seitdem verschollen. Die wiederhergestellte Flora ist seit dem 29. Dezember 1949 wieder für das Publikum zugänglich.[20] Gegen die Pachtzahlung von 10000 Mark jährlich, die an die formal weiter bestehende Flora AG zu zahlen war, übernahm die Stadt Köln bis zum 31. Dezember 1949 ein Unternehmen, das sich in einem heruntergewirtschafteten Zustand befand und zusätzlich von den englischen Besatzungstruppen erneut beschlagnahmt war.[21]

In den folgenden Jahren wurde die Flora im funktionalistischen Stil wieder neu bebaut. Die erste neuerrichtete Gewächshausgruppe im Deutschland der Nachkriegszeit entstand in den Jahren 1950 bis 1955 in der Nordwestecke der Flora. Das kleine Tropenhaus (1950), das Kakteenhaus (1953) und das große Tropenhaus (1954/55) sind u-förmig angeordnet und erlauben den Besuchern einen Rundgang durch unterschiedliche Vegetationszonen des tropischen Regenwalds und der Wüste.[22] Anlässlich der Bundesgartenschau 1957 wurde in den von den Gewächshäusern umschlossenen Garten der Tropische Hof mit tropischen Sumpf- und Wasserpflanzen (wie u. a. der Amazonas-Riesenseerose) eingeweiht.[23] Allerdings sind die Schaugewächshäuser mittlerweile so stark gealtert, dass sie nicht zu sanieren sind. Für einen Neubau werden rund drei Millionen Euro benötigt, die durch Spenden und Sponsoren aufgebracht werden sollen.[24] 1955 wurde auch der Frauenrosenhof vom Kölner Architekten Wilhelm Riphahn wieder aufgebaut, wobei die stark veränderten Proportionen des Gebäudes als misslungen kritisiert werden.[25]

Der Wiederaufbau wurde 1964 zum 100-jährigen Jubiläum abgeschlossen. Aus diesem Anlass wurden das Festhaus renoviert und das neue Subtropenhaus errichtet, das seit 2000 auch die Kameliensammlung beherbergt. Im Botanischen Garten wurden die systematisch-botanischen Abteilungen verkleinert, so dass an Stelle der großen rechtwinkligen Beete Themengärten mit Sommerblumen und Stauden angelegt werden konnten, deren Gestaltung stark an die der Bundesgartenschau 1957 erinnern. Darüber hinaus legte Gartenleiter Harro Julian Koch Sondergärten mit Heil-, Arznei- und Nutzpflanzen an.[26] In den folgenden Jahren kürzte die Stadt den Unterhalt für den Botanischen Garten, und vereinzelt diskutierten Stadtpolitik und Grünflächenamt sogar die Schließung der Flora. Insgesamt sank die Anlage - verglichen mit den Gärten anderer Städte - auf „tiefstes Mittelmaß“ herab.[27]

Wiederherstellung der historischen Gestalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neubau Schaugewächshäuser

Kurz vor dem 125-jährigen Jubiläum wurde der seit 1977 amtierende Gartenleiter Eugen Moll gebeten, das charakteristische Erscheinungsbild von Flora und Botanischem Garten wiederherzustellen. Die gartenarchitektonische Handschrift von Lenné und Peter Esser sollte wieder erkennbar werden. So wurden zwischen 1985 und 1990 das historistische Parterre in alter Farbigkeit neu geschaffen, die alte Wegführung wieder hergestellt, der Flora-Weiher saniert, die Kaskaden in alter Form neu gebaut und der Frauenrosenhof und die Farbgärten nach dem Plan von Joseph Maria Olbrich restauriert.[28] Schließlich wurde auch der historische Eingang mit den weißen Torhäusern aus Holz und dem repräsentativen Eisentor nach alten Vorlagen neu errichtet.[29]

Im Jahre 2008 erhielt die Flora Deutschlands erste Palmenallee. Auf der Nord-Südachse des Botanischen Gartens wurden 30 relativ winterharte Chinesische Hanfpalmen ausgepflanzt. Sie waren in der Flora aus Sämlingen der 1975 im Tropischen Hof angepflanzten Palme gezogen worden.[30] Die Sanierung das Festhauses wurde bis zum 150. Jubiläum abgeschlossen. Dabei wurde die Dachgestaltung wieder dem Originalzustand mit einem Kuppeldach angepasst. Der Kostenrahmen betrug rund 36 Millionen Euro.[31] Zusätzlich zum Festsaal (etwa für 900 Personen) wurde auch ein Dachsalon unter dem Tonnendach geschaffen, sowie ein Bistro und eine Orangerie (etwa 150 Personen), die separat oder gemeinsam genutzt und angemietet werden können. Die Wiedereröffnung fand am 12. Juni 2014 statt.

Gartenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora zeigt über 10.000 Pflanzenarten im Freien und in den Gewächshäusern in ihrer Vielfalt und ihrer Bedeutung für den Gartenbau und die Gartengestaltung, für Technik, Ernährung, Medizin sowie für Bau- und Textilwesen, sowohl zur Bildung als auch zur Erholung. Schulklassen aller Stufen können in der Grünen Schule Flora Unterricht zu mehr als 25 Themen erhalten, je nach Jahreszeit und Alter. Auch der WDR, Lokalzeit aus Köln, betreibt hier einen Mustergarten. Die historische Anlage ist zugleich auch Denkmal für den Zeitgeist in der Gartenkunst.

Skulpturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Göttin Flora, die dem ganzen Garten den Namen gegeben hat, war 1864 als Statue im Flora-Tempel aufgestellt worden. Der runde Tempel am oberen Ende der Kaskade bestand aus acht korinthischen Säulen, die eine mit Kupfer gedeckte Kuppel trugen. Die Flora-Statue hatte der damals bekannte Kölner Bildhauer Anton Werres nach antikem Vorbild aus Carrara-Marmor gefertigt. Tempel, Statue und dazugehörige Veranda waren von Abraham Oppenheim gestiftet worden.[32] Der Tempel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, obwohl nur wenig kriegsbeschädigt, abgetragen. Die Flora-Statue gilt seitdem als verschollen; es wird vermutet, dass sie heute noch in einem Privatgarten steht.[33] Dagegen hat die ursprünglich an zentraler Stelle im Palmenhaus aufgestellte Marmor-Statue Venus und Amor die Zeit überstanden.[34] Die 1863 ebenfalls von Werres aus Carrara-Marmor in klassisch-griechischer Form gemeißelte Plastik steht heute im Kakteenhaus.[35]

Zum historischen Inventar der Flora gehört auch die Figurengruppe „Neptun mit Dreizack und Delphin“. Die Skulptur war 1856 vom damals bekannten französischen Bildhauer Vital-Gabriel Dubray geschaffen worden und wurde ursprünglich in der Vierung des Palmenhauses aufgestellt. Um etwa 1900 fand die Figur aus Eisenguss ihren heutigen Platz im kurz zuvor vergrößerten Flora-Weiher. Der mit seinem Dreizack stoßbereite Neptun ist wegen seiner Lebendigkeit gelobt worden, die durch den bewegten Bart, das um die Hüften geschlungene Gewand und den von Jagdeifer geprägten Gesichtsausdruck unterstrichen wird. Von der Figur sind mindestens neun weitere Abgüsse hergestellt worden, die in anderen Städten in Europa und Amerika aufgestellt worden sind.[36]

In den 1950er Jahren wurden im Zuge des Wiederaufbaus zwei neue Statuen in der Flora aufgestellt. Die 1911 von Hans Wildermann gestaltete, zierliche Bronzeplastik „Mädchen mit Reh“ fand ihren Platz im ehemaligen Friedensgarten hinter dem Festhaus. Die Bronze hatte ursprünglich am Deutschen Ring gestanden; ihr Pendant, der „Jüngling mit Pony“ steht heute im Schwimmbad im Rheinenergiestadion. Oberbürgermeister Theo Burauen setzte sich 1957 dafür ein, anlässlich der Bundesgartenschau 1957 die kleine Marmorplastik „Sterbende Amazone“ für den Frauenrosenhof anzukaufen. Die Figur hatte der Kölner Bildhauer Nikolaus Friedrich um 1910 geschaffen. Die Kriegerin, die sich nach dem Urteil von Kritikern „weniger leid- als lustvoll dem Betrachter entgegenzuräkeln scheint“,[37] steht seit ihrer Restaurierung im Jahre 2010 geschützt im Subtropenhaus.[38]

Auszeichnungen und Klassifizierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 1980 wurde die gesamte Flora in die Denkmalliste der Stadt Köln aufgenommen.[39] Einzelne Anpflanzungen sind als Naturdenkmale gelistet.[40] Auch das restaurierte Hauptgebäude steht unter Denkmalschutz. Die Kölner Flora wurde 2005 als bedeutender Botanischer Garten in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas einbezogen. Im Jahre 2012 erhielt der Botanische Garten von der Internationalen Kameliengesellschaft für seine jährlich über 600 Sorten und Arten umfassende Kamelienausstellung den Titel International Camellia Garden of Excellence, der weltweit nur an 30 Gärten vergeben wird.[41]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veranstaltungsräume im renovierten Festhaus werden von der Gesellschaft KölnKongress GmbH für Bankette und gehobene Events vermietet.[42]

Café „Dank Augusta“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der 200 m² großen Außenterrasse finden bis zu 200 Personen Platz. Die Außengastronomie wird in Selbstbedienung ab Mittag bis längstens 22.30 Uhr und zwischen Mai und September separat von einem Caterer betrieben. Mit dem Namen „Dank Augusta“ wird an die ehemalige Schirmherrin Kaiserin Augusta erinnert.

Verbindungen und Zugang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eintritt in den Garten ist frei. Zoo und Flora liegen eng eingepasst zwischen dem Stadtteil Köln-Riehl und dem Rhein. In der Nähe finden sich eine begrenzte Zahl kostenpflichtiger Parkplätze sowie die Haltestelle Kinderkrankenhaus der Linie 16 und die Haltestelle Zoo/Flora der Linie 18.

Zoo und Flora sind zudem durch die anlässlich der Bundesgartenschau 1957 angelegte Kölner Seilbahn mit dem Kölner Rheinpark auf der anderen Seite des Rheins verbunden.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freundeskreis Botanischer Garten Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Freundeskreis gründete sich 1982. Er hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Flora und deren Unterhalt durch Beiträge, Spenden und Sponsorentum und auch mittels eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms in und für die Flora zu unterstützen, wie dies auch bei der Gründung durch Kölner Bürger bereits der Fall war.

Flora Sinfonie Orchester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik spielte in der Kölner Flora seit jeher eine wichtige Rolle. Bereits kurz nach Eröffnung der Flora entstand auch ein eigenes Orchester, das Flora-Orchester Cöln, welches als städtisches Orchester unter der Leitung des Musikdirektors Eduard Lertz wöchentliche Konzerte in der Flora spielte. Das Orchester setzte seinen Dienst auch mit Einbruch des Ersten Weltkriegs fort und wurde erst um 1916 aufgelöst.

Knapp einhundert Jahre später knüpft das Flora Sinfonie Orchester, das im Februar 2012 gegründet wurde, an diese Tradition an. Rund 80 Musiker (darunter Profis ebenso wie Laien) aus ganz Köln spielen im Flora Sinfonie Orchester unter der Leitung seines Dirigenten Thomas Jung. Das Orchester, beheimatet im Altenberger Hof, spielte am 10. Juni 2014 das Festkonzert zur Wiedereröffnung, unter anderem mit der Uraufführung der eigens für diesen Anlass vom Orchester in Auftrag gegebenen Flora Fanfare.[43]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Anhalt, Gerd Bermbach: Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014
  • Gartenkultur im Rheinland. Landschaftsverband Rheinland, Rheinisches Amt für Denkmalpflege (Hg), Arbeitshefte der Rheinischen Denkmalpflege, Bd. 60 / 2003
  • Ronald Clark, Angelika Weißmann: Garten Reiseführer 2004/2005, 400 private und 900 öffentliche Gärten und Parks in Deutschland, Callwey Verlag, (September 2005)

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Zeese: Historische Parks und öffentliche Gärten in Köln 1801 bis 1932, CD, LEB - Brühl, 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flora (Köln) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sandra Scherreiks, Grüne Hölle oder schillerndes Paradies?, 2005, S. 82
  2. Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 148
  3. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 61 f.
  4. Hiltrud Kier/Ulrich Krings, Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 30, 2001, S. 42
  5. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 29
  6. Sandra Scherreiks, Grüne Hölle oder schillerndes Paradies?, 2005, S. 83
  7. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 48 ff.
  8. Gerd Bernbach, Flora und Botanischer Garten in Riehl: In Joachim Bauer und Carmen Kohls: Köln unter französischer und preußischer Herrschaft. In: Werner Adams und Joachim Bauer (Hrsg.): Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün – 200 Jahre Kölner Grün (Stadtspuren – Denkmäler in Köln, Band 30), S. 76 f.
  9. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 68 ff.
  10. Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 149
  11. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 132 ff.
  12. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach: Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 148 f., 161, 168
  13. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 154 ff.
  14. Eduard Prüssen (Linolschnitte), Werner Schäfke und Günter Henne (Texte): Kölner Köpfe. 1. Auflage. Univ.- und Stadtbibliothek, Köln 2010, ISBN 978-3-931596-53-8, S. 104.
  15. Martin Schwarzbach, Naturwissenschaften und Naturwissenschaftler in Köln zwischen der alten und der neuen Universität 1798-1919, 1985, S. 153
  16. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 156 f., S. 168 f.
  17. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 156 f.
  18. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 169 ff., S. 173 ff.
  19. Wolfram Hagspiel/Hiltrud Kier/Ulrich Krings, Köln. Denkmälerverzeichnis, 1984, S. 10
  20. Joachim Brokmeier, Köln-Riehl: Ein Blick in die Geschichte, 2013, S. 53
  21. Sandra Scherreiks, Grüne Hölle oder schillerndes Paradies?, 2005, S. 86
  22. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 187 f.
  23. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 194 f.
  24. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 11, S. 262 ff.
  25. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 185
  26. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 197 f.
  27. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 206 f.
  28. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 211 ff.
  29. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 225
  30. Stephan Anhalt/Gerd Bermbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 82 ff.
  31. Kölner Stadtanzeiger vom 9. Oktober 2013, Sanierung: Probleme beim Bau des Flora-Dachs
  32. Stephan Anhalt/Gerd Bernbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 57
  33. Stephan Anhalt/Gerd Bernbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 184
  34. Stephan Anhalt/Gerd Bernbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 172
  35. Stephan Anhalt/Gerd Bernbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 189
  36. Stephan Anhalt/Gerd Bernbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 77, 104, 120
  37. Kurt W. Schönbohm, Grünanlagen 1945-1975, Stadtspuren - Denkmäler in Köln, Köln 1988
  38. Stephan Anhalt/Gerd Bernbach, Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 185 f.
  39. Flora bei koelnkongress.de (Zugriff Mai 2015)
  40. Sonderplan Flora bei Stadt Köln (Zugriff Mai 2015)
  41. Flora auf Seiten der internationalcamellia.org (Memento des Originals vom 13. April 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.internationalcamellia.org
  42. koelnkongress: Flora Köln; Zugriff am 14. Juni 2014
  43. Programm zur Wiedereröffnung. koelnkongress.de, abgerufen am 17. Juni 2014.

Koordinaten: 50° 57′ 40″ N, 6° 58′ 15″ O