Flughafen Ørland

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Ørland hovedflystasjon
Ørland lufthavn
Orland lufthavn.JPG
Kenndaten
ICAO-Code ENOL
IATA-Code OLA
Koordinaten

63° 41′ 57″ N, 9° 36′ 14″ OKoordinaten: 63° 41′ 57″ N, 9° 36′ 14″ O

9 m (30 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1.4 km nordwestlich von Brekstad
Basisdaten
Betreiber Luftforsvaret
Municipality of Ørland
Passagiere 4.074[1] (2017)
Flug-
bewegungen
1.125[2] (2017)
Start- und Landebahn
15/33 2714 m × 45 m Asphalt



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Der Flughafen Ørland (norw. Ørland lufthavn) ist ein zivil mitgenutzter Militärflugplatz der Königlich-Norwegischen Luftstreitkräfte, die die Einrichtung unter der Bezeichnung Ørland hovedflystasjon u. a. als Stützpunkt von Kampfflugzeugen nutzt. Er liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Ørland am Ausgang des Trondheimfjords etwa 25 km Luftlinie nordwestlich von Trondheim in der Provinz Trøndelag.

In jüngster Zeit war die Basis mehrfach Austragungsort des NATO Tiger Meets.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planungen zum Bau des Flugplatzes begannen Anfang 1941 als Norwegen unter deutscher Besatzung stand. Der Flugplatz wurde Ende 1941 mit einer 2 km langen Start- und Landebahn aus Holz in Ost-West-Richtung für die Luftwaffe fertiggestellt. Im folgenden Jahr begann der Bau einer Piste aus Beton, der sich bis 1944 hinzog und heute den nördlichen Abschnitt der einzigen Start- und Landebahn bildet. In Oerlandet, so die damalige Bezeichnung, lagen zwischen August und Oktober 1944 die 11. und 12. Staffel des Zerstörergeschwader 26 (11. und 12./ZG 26), die mit Ju 88G bzw. Bf 110G ausgerüstet waren. Daneben beherbergte der Platz zwischen September und November 1944 den ebenfalls mit Bf 110G ausgerüsteten Stab der IV. Gruppe des gleichen Geschwaders. Anschließend nutzte die 11./ZG 26 ab Janaar 1945 bis Kriegsende, inzwischen mit Me 410, Ørland erneut.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm zunächst die britische Royal Air Force den Flugplatz, die ihn Anfang November 1945 an die Luftforsvaret übergab. Ørland wurde ab 1949 für kurze Zeit erstmals zivil genutzt, als Trøndelag Flyveselskap eine Verbindung mit 3-sitzigen Auster-Flugzeugen nach Trondheim-Lade eröffnete. Anfang der 1950er Jahre nutzten Widerøe und Polarfly die Station gelegentlich für Ambulanzflüge und SAS durfte ihn ab 1953 als Notlandeplatz nutzten.

Die Entscheidung zum Ausbau zu einer "Hauptflugstation" der norwegischen Luftstreitkräfte fiel 1950, da Norwegen US-amerikanische Düsenjäger erhalten sollte, die eine längere Start- und Landebahn als die bisher von den Luftstreitkräften genutzten Vampire-Jets aus britischer Produktion benötigten. Im Oktober 1954 traf die zuvor in Sola aufgestellte 338 Skvadron mit F-84E in Ørland ein, die aber bereits im folgenden Jahr durch modernere F-84G getauscht wurden, die bis 1960 geflogen wurden. Bereits im Juni 1958 hatte die Umrüstung auf die F-86F, begonnen, die bis 1966 genutzt wurden. In diesem Jahr erfolgte die Umrüstung auf die F-5A/B, die ihrerseits 1985 durch die noch heute aktive F-16A/B (später zu Version F-16AM/BM modernisiert) abgelöst wurde.

Als F-16 Nachfolger bestellte Norwegen die F-35A und Ørland zu deren Haupteinsatzbasis bestimmt. Die ersten F-35A hier trafen Anfang November 2017 ein[3] .

Im Sommer 1967 startete Braathens SAFE eine saisonale Verbindung nach Trondheim-Værnes, die jedoch nicht den gewünschten Erfolg brachte. Widerøe nahm diese Verbindung 1971 in ihren Flugplan, als Abfertigungsterminal diente ein Container, erst 1978 wurde ein Terminalgebäude in Betrieb genommen. Der zivile Flugbetrieb erlebte anschließend mit vier täglichen Flügen nach Trondheim seine Blütezeit. Als parallel ziviler Flughafen besteht Ørland seit 1985. Die Route nach Trondheim wurde 1987 eingestellt und in den folgenden Jahren wurden immer wieder Versuche unternommen die Verbindung dauerhaft zu betreiben bis 1998 das vorläufige Ende kam. Seit 2003 bediente North Flying im Auftrag von Air Norway die Route nach Oslo. Der Betrieb von Air Norway wurde 2017 eingestellt. Im März 2017 gründete ein ehemaliger Pilot von Widerøe die Regionalfluggesellschaft Fly Viking und übernahm diese Strecke. Die Flotte bestand aus je einer Bombardier Dash 8-100 und Dash 8-Q100. Nach nur 9 Monaten Flugbetrieb auf der Route Oslo-Ørland musste Fly Viking jedoch ebenfalls aufgeben, da erhoffte staatliche Zuwendungen nicht gewährt wurden.

Militärische Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

F-16 der 338. Staffel, 2009

Die Ørland hovedflystasjon wird zurzeit (2013) von folgenden fliegenden Staffeln des 138. Geschwaders genutzt:

  • 338. Skvadron, ausgerüstet mit F-16AM/BM, seit 1985
  • 332. Skvadron, ausgerüstet mit F-35A, seit 2017
  • Detachment der 330. Skvadron (untersteht dem 137. Geschwader), ausgerüstet mit Sea King Mk.43 Rettungshubschraubern

Dem Geschwader unterstehen darüber hinaus nichtfliegende Verbände der Luftforsvaret wie das Luftvernartilleribataljon.

Darüber hinaus nutzt das AWACS-Geschwader der NATO aus Geilenkirchen die Station regelmäßig als vorgeschobene Basis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flughafen Ørland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passengers 2017. (Excel (xlsx); 28 kB) In: avinor.no. Avinor, abgerufen am 14. September 2018 (norwegisch, englisch).
  2. Flight movements 2017. (Excel (xlsx); 66 kB) In: avinor.no. Avinor, abgerufen am 14. September 2018 (norwegisch, englisch).
  3. Norway’s First Three F-35 Jets Have Just Landed At Ørland Air Force Station, The Aviationist, 3. November 2017