Flughafen Tromsø

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Flughafen Tromsø
Luftansicht auf den Flughafen Tromsø
Kenndaten
ICAO-Code ENTC
IATA-Code TOS
Koordinaten

69° 40′ 53″ N, 18° 55′ 4″ OKoordinaten: 69° 40′ 53″ N, 18° 55′ 4″ O

10 m (33 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3,1 km nordwestlich von Tromsø
Straße Fylkesvei 862
Basisdaten
Eröffnung 14. September 1964
Betreiber Avinor
Passagiere 2.271.748[1] (2017)
Luftfracht 2.912 t[1] (2014)
Flug-
bewegungen
47.543[1] (2017)
Start- und Landebahn
01/19 2447 m × 45 m Asphalt



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Flughafen aus der Sicht von Fløya
Die Flughafenhalle mit dem Check-In-Bereich
Landebahn des Flughafens mit einer Bombardier DHC-8 von Widerøe’s Flyveselskap

Der Flughafen Tromsø bzw. der Flughafen Tromsø-Langnes (norwegisch Tromsø lufthavn, Langnes; IATA: TOS, ICAO: ENTC) befindet sich nahe Langnes im Westen der Insel Tromsøya, 3,1 km nordwestlich des Stadtzentrums von Tromsø auf der Westseite der Insel in der Fylke Troms in Norwegen. Der Flughafen ist der größte Flughafen in Nord-Norge mit 2.271.748 Passagieren im Jahr 2017.[1]

Der Flughafen bedient Tromsø wie auch Teile der Region Troms. Er ist eine wichtige Zwischenstation für Flüge zu zahlreichen Flughäfen in der Finnmark, obwohl die meisten Fluggäste über Oslo reisen. Viele der Flüge bedienen Ziele in Norwegen, darunter auch Longyearbyen auf Svalbard. Es werden jedoch auch einige internationale Ziele angeflogen, darunter beispielsweise Archangelsk, Murmansk und London. Zusätzlich gibt es einige Charterflüge zu Zielen im südlichen Europa und auf den Kanarischen Inseln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem ersten Flughafen in Tromsø handelte es sich um eine Wasserlandestelle auf Skattøra, damals in der eigenständigen Gemeinde Tromsøyasund. Er wurde in den 1930er Jahren eingerichtet und durch die Det Norske Luftfartselskap bedient. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Flughafen durch die Luftwaffe übernommen und ausgebaut. Eine neue Wasserflugzeugroute nach Trondheim mittels einer Junkers Ju 52 wurde 1946 eingeführt, welche einige Monate später Richtung Norden nach Kirkenes verlängert wurde.

Der Betrieb des Wasserflughafens wurde von den norwegischen Luftstreitkräften an die Gemeinden Tromsø und Tromsøysund übergeben. Diese bauten eine neue Werft und ein neues Terminalgebäude. Der Flughafen wurde von beiden Gemeinden nach dem per-capita-Verhältnis betrieben. Ab 1947 wurden neue, schnellere Flugzeuge (Short Sandringham) in Betrieb genommen und eine Direktverbindung nach Oslo eingeführt, mit einer Reisezeit von acht Stunden. Durch die Eröffnung des Flughafens Bodø wurden die Junkers Ju 52 wieder in Betrieb genommen. Dies wurde bis 1956 so gehandhabt, bis der Flughafen Bardufoss eröffnet wurde. Passagiere aus Tromsø wurden mit Bussen zum Flughafen gebracht.

Die norwegische Zivilluftfahrtbehörde kam 1950 zu dem Schluss, dass Tromsø als Nord-Norges größte Stadt einen Flughafen haben sollte. Das Parlament entschied 1953, dass ein neuer Flughafen nahe Langnes gebaut werden sollte. Lokale Politiker meinten jedoch, dass Bardufoss eine permanente Lösung sei. Trotzdem beschloss man, einen neuen Flughafen zu bauen. Für Zwangsenteignungen wendete die Gemeinde 350.000 norwegische Kronen auf. Ursprünglich wollte man eine 1400 Meter lange Landebahn bauen, was jedoch zur Folge gehabt hätte, dass die größten Maschinen nicht hätten landen können. Deswegen wollte man eine 1600 Meter lange Bahn bauen. Nachdem dies beschlossen wurde, gab es Pläne, eine 2000 Meter lange Piste zu bauen, welche dann auch umgesetzt wurden.

Der Flughafen wurde am 14. September 1964 eröffnet und vom Scandinavian Airlines System (SAS) mittels Sud Aviation Caravelle-Flugzeugen angeflogen. Der Flughafen Tromsø wurde zur Basis für Flüge in die Finnmark. Die SAS legte auf sämtlichen Flügen in die Finnmark eine Zwischenlandung in Tromsø ein. Außerdem wurde der Flughafen zur Basis für Flüge nach Longyearbyen auf Svalbard. Später baute man den Flughafen zum Hauptflughafen der Region Troms aus. 1965 verzeichnete der Flughafen 20.177 Passagiere. Da während der 1970er Jahre ein Netzwerk von Regionalflughäfen in Vesterålen und Finnmark aufgebaut wurde, stiegen die Passagierzahlen in Tromsø an: 1975 verzeichnete man 214.135 Passagiere und im Jahre 1990 bereits 564.540 Passagiere.

Das ursprüngliche Terminalgebäude wurde 1977 durch ein halbkreisförmiges ersetzt. Das jetzige Gebäude entstand 1998 im Rahmen der Vergrößerung und Renovierung des Flughafens. Der Flughafen erhielt einen neuen Tower und erstmals Fluggastbrücken.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passagierflüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fluggesellschaften Flugziele
BH Air Saisonal (Charter): Burgas
Finnair operated by Flybe Nordic Saisonal: Helsinki-Vantaa (ab 1. Januar 2014)
Helvetic Airways Saisonal: Zürich
Jet2.com Saisonal (Charter): Manchester
Lufthansa Frankfurt am Main
Nordavia Archangelsk-Talagi, Murmansk
Norwegian Air Shuttle Alicante, Alta, Bodø, Gran Canaria, Kirkenes, London-Gatwick, Oslo-Gardermoen, Trondheim
Charter: Antalya, Chania
RusLine Saisonal: Moskau-Domodedowo
Scandinavian Airlines Alta, Bodø, Longyearbyen, Oslo-Gardermoen, Trondheim
Saisonal: Stockholm/Arlanda
Charter: Chania, Palma de Mallorca
Widerøe’s Flyveselskap Alta, Andenes-Andøya, Bergen, Båtsfjord, Berlevåg, Hammerfest, Harstad/Narvik, Hasvik, Honningsvåg, Kirkenes, Lakselv, Mehamn, Sandefjord-Torp, Stokmarknes-Skagen, Sørkjosen, Vadsø, Vardø
Wizz Air Danzig (ab 16. Dezember 2017)

Frachtflüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fluggesellschaften Ziele
West Air Sweden für die norwegische Post Harstad/Narvik, Bodø, Oslo-Gardermoen, Longyearbyen

Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Avinor[1]
Quelle: Avinor[1]
Flughafen Tromsø – Verkehrszahlen 1999–2017[1]
Jahr Fluggastaufkommen Luftfracht (Tonnen)
(mit Luftpost)
Flugbewegungen
(mit Militär)
2017 2.271.748 - 47.543
2016 2.104.861 - 43.763
2015 2.009.146 - 42.444
2014 2.006.924 2.912 43.723
2013 1.936.022 2.162 42.000
2012 1.889.023 2.622 40.439
2011 1.800.093 2.766 39.484
2010 1.649.584 2.636 38.873
2009 1.629.967 3.117 38.774
2008 1.647.504 3.221 39.736
2007 1.246.289 3.266 40.063
2006 1.557.255 5.197 40.053
2005 1.123.257 5.410 37.860
2004 1.147.692 5.211 37.195
2003 1.348.962 - 36.301
2002 1.377.722 5.629 34.232
2001 1.549.176 6.252 37.858
2000 1.552.888 6.671 37.625
1999 1.587.154 7.060 41.783

Verkehrsreichste Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die stärkst frequentierten Routen aus Tromsø (2012)
Platz Stadt Passagiere Fluglinie
1 Nordland våpen.svg Bodø, Nordland 2.006.378 Norwegian Air Shuttle, Scandinavian Airlines, Widerøe
2 Oslo komm.svg Oslo-Gardermoen, Oslo 1.816.695 Norwegian Air Shuttle, Scandinavian Airlines
3 Finnmark våpen.svg Alta, Finnmark 1.605.540 Norwegian Air Shuttle, Scandinavian Airlines, Widerøe
4 Nordland våpen.svgTroms våpen.svg Harstad/Narvik-Evenes, Nordland/Troms 820.564 Widerøe
5 Finnmark våpen.svg Kirkenes-Høybuktmoen, Finnmark 400.423 Norwegian Air Shuttle, Widerøe
6 Sør-Trøndelag våpen.svg Trondheim-Værnes, Sør-Trøndelag 398.371 Norwegian Air Shuttle, Scandinavian Airlines
7 Finnmark våpen.svg Hammerfest, Finnmark 375.000 Widerøe
8 Finnmark våpen.svg Vadsø, Finnmark 144.562 Widerøe
9 Nordland våpen.svg Brønnøysund-Brønnøy, Nordland 89.267 Widerøe
10 Hordaland våpen.svg Bergen-Flesland, Hordaland 79.375 Widerøe
11 Logo of the Governor of Svalbard.svg Svalbard-Longyearbyen, Spitzbergen 54.692 Scandinavian Airlines
12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich London-Gatwick, Vereinigtes Königreich 54.026 Norwegian Air Shuttle
13 Vestfold våpen.svg Oslo-Torp, Vestfold 53.797 Widerøe
14 Finnmark våpen.svg Lakselv-Banak, Finnmark 50.844 Widerøe
15 SchwedenSchweden Schweden Stockholm/Arlanda, Schweden 46.963 Scandinavian Airlines

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Statistics. Avinor.no, abgerufen am 19. November 2018 (englisch).
  2. Unfallbericht C-130K XV194, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. August 2018.
  3. Unfallbericht CV-640 HB-IMM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. August 2018.