Formelsammlung Tensoralgebra
Diese Formelsammlung fasst Formeln und Definitionen der Tensoralgebra für Tensoren zweiter Stufe in der Kontinuumsmechanik zusammen. Es wird der reelle dreidimensionale Raum zugrunde gelegt.
Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um das Transfervolumen trotz erheblicher Erweiterung von vormals über 15 MB auf unter 1 MB zu senken und damit die Übertragung zu beschleunigen und gleichzeitig Energie zu sparen, werden Formeln, wenn möglich, in Textform geschrieben. Der Schrifttypensatz hat keinen Einfluss auf den dargestellten Inhalt. Beispielsweise bedeuten (
, A) und dasselbe. Das ermöglicht außerdem die Suche nach Zeichenfolgen wie „sin“, „∠“ oder „AD“.
Notation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Buchstaben die als Indizes benutzt werden:
- i, j, k, l, m, n ∈ {1, 2, 3}
- p, q, r, s ∈ {1, 2, …, 9}
- u, v ∈ {1, 2, …, 6}
- Nicht tief oder hoch gestellte Buchstaben stehen für reelle Zahlen oder komplexe Zahlen.
- Vektoren:
- Alle hier verwendeten Vektoren sind geometrische Vektoren im dreidimensionalen euklidischen Vektorraum 𝕍.
- Vektoren werden mit Kleinbuchstaben wie
, â bezeichnet.
Ausnahme: #Dualer axialer Vektor A× - Einheitsvektoren mit Länge eins werden wie ê mit einem Hut versehen. Die Standardbasis von 𝕍 ist ê1,2,3.
- Vektoren mit unbestimmter Länge werden wie
mit einem Pfeil versehen. Der Name ohne Pfeil gibt den Betrag an:
= a â. - Dreiergruppen von Vektoren wie
1,
2,
3 oder
1,
2,
3 bezeichnen Basen von 𝕍. - Gleichnamige Basisvektoren mit unterem und oberem Index sind dual zueinander, z. B. ist
1,
2,
3 dual zu
1,
2,
3. - Als #Orthonormalbasisvektoren werden â, ĉ, ê, ĝ, ĥ und û1,2,3 benutzt.
- Tensoren zweiter Stufe sind Element des Vektorraums 𝓛 und bilden Vektoren aus 𝕍 nach 𝕍 ab. Sie werden wie A mit fetten Großbuchstaben notiert. Ausnahme: #Axialer Tensor oder Kreuzproduktmatrix [
]×. Tensoren vierter Stufe werden doppelt gestrichen geschrieben wie beispielsweise 𝔸 und bilden Tensoren aus 𝓛 nach 𝓛 ab. Analoges zu den Vektoren oben gilt bei Tensoren zweiter Stufe:
- Neunergruppen von Tensoren wie in H1, …, H9 oder G1, …, G9 bezeichnen eine Basis von 𝓛.
- Gleichnamige „Basistensoren“ mit unterem und oberem Index sind dual zueinander, z. B. ist G1, …, G9 dual zu G1, …, G9.
- Es gilt die Einstein'sche Summenkonvention ohne Beachtung der Indexstellung.
- Kommt in einer Formel in einem Produkt ein Index doppelt vor wie in c = ai bi wird über diesen Index summiert:
c = ai bi =
ai bi. - Kommen mehrere Indizes doppelt vor wie in c = Apq Bpq wird über diese summiert:
c = Apq Bpq = Apq Bpq. - Ein Index, der nur einfach vorkommt wie u in au = Auv bv, ist ein freier Index. Die Formel gilt dann für alle Werte der freien Indizes:
au = Auv bv bedeutet au = Auv bv für alle u ∈ {1, …, 6}. - Wird die Summation mit
explizit gefordert, ist die Summenkonvention außer Kraft gesetzt.
- Kommt in einer Formel in einem Produkt ein Index doppelt vor wie in c = ai bi wird über diesen Index summiert:
Glossar
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Reservierte und besondere Symbole
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Formelzeichen | Abschnitt in der Formelsammlung | Wikipedia-Artikel |
|---|---|---|
| 1 | #Einheitstensor zweiter Stufe | Einheitstensor |
| 𝟙, 𝕀 | #Einheitstensor vierter Stufe | Einheitstensor |
| Q, R | #Orthogonale Tensoren | Orthogonaler Tensor |
| λ | #Eigenwerte, im Abschnitt #Tensoren vierter Stufe erste Lamé-Konstante | Eigenwertproblem, Lamé-Konstante |
| δij | #Kronecker-Delta | Kronecker-Delta |
| ϵijk | #Permutationssymbol | Permutationssymbol |
| 𝞊 | #Fundamentaltensor 3. Stufe | Epsilon-Tensor |
| i | Imaginäre Einheit: i2 = −1 | |
| Nullvektor, Nulltensor zweiter und vierter Stufe | ||
Zeichen für Operatoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Operatoren für komplexe Argumente werden nicht speziell definiert, komplexe Konjugationen immer angezeigt, z. B.
bei komplexen Vektoren. Dies ist insbesondere bei der #Vektortransformation zu beachten. Komplexe Zahlen werden nur in den Abschnitten #Eigensystem und #Spektralzerlegung benutzt.
Tensorfunktionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Formelzeichen | Abschnitt in der Formelsammlung | Wikipedia-Artikel |
|---|---|---|
| Sp, I1 | #Spur | Spur (Mathematik), Hauptinvariante |
| I2 | #Zweite Hauptinvariante | Hauptinvariante |
| det, I3, |A| | #Determinante | Determinante, Hauptinvariante |
| [ |
#Axialer Tensor oder Kreuzproduktmatrix | Kreuzprodukt |
| [A], [𝔸] | #Voigtsche Notation symmetrischer Tensoren zweiter Stufe, #Voigtsche Notation von Tensoren vierter Stufe und nur in diesen Abschnitten | Voigtsche Notation |
| A× | #Dualer axialer Vektor | Kreuzprodukt |
| #Vektorinvariante | Vektorinvariante | |
| adj(A) | #Adjunkte | Adjunkte |
| cof(A) | #Kofaktor | Minor (Mathematik)#Kofaktormatrix |
| dev(A) | #Deviator | Deviator, Spannungsdeviator |
| skw(A) | #Schiefsymmetrischer Anteil | Schiefsymmetrische Matrix |
| sph(A) | #Kugelanteil | Kugeltensor |
| sym(A) | #Symmetrischer Anteil | Symmetrische Matrix |
Indizes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Formelzeichen | Abschnitt in der Formelsammlung | Wikipedia-Artikel |
|---|---|---|
| Aij, Aij, Aij | #Tensorkomponenten von A, siehe auch #Basis und duale Basis | |
| A⊤ | #Transposition | Transponierte Matrix |
| 𝔸 | #Transpositionen von Tensoren vierter Stufe | |
| A−1 | #Inverse | Inverse Matrix |
| A⊤−1, A−⊤ | #Transposition der #Inversen | |
| AS | #Symmetrischer Anteil | Symmetrische Matrix |
| AA | #Schiefsymmetrischer Anteil | Schiefsymmetrische Matrix |
| AD | #Deviator | Deviator, Spannungsdeviator |
| AK | #Kugelanteil | Kugeltensor |
| A× | #Dualer axialer Vektor | Kreuzprodukt |
| x−1 | Kehrwert | |
| (·)½, √(·) | Wurzel (Mathematik) |
Mengen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Formelzeichen | Elemente |
|---|---|
| ℝ | Reelle Zahlen |
| 𝕍 | Vektoren |
| 𝓛 = Lin(𝕍,𝕍) | Tensoren zweiter Stufe |
| Lin(𝓛,𝓛) | #Tensoren vierter Stufe |
| 𝓢 = Sym(𝕍,𝕍) | #Symmetrische Tensoren zweiter Stufe |
| Lin(𝓢,𝓢) | Menge der linearen Abbildungen von symmetrischen Tensoren auf symmetrische Tensoren, siehe #Voigtsche Notation von Tensoren vierter Stufe |
| O(3) | Orthogonale Gruppe, #Orthogonale Tensoren (mit det(Q) = ±1) |
| SO(3) | Drehgruppe, eigentlich #Orthogonale Tensoren (mit det(Q) = +1) |
Kronecker-Delta
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
Für Summen gilt dann z. B.
- vi δij = vj
- Aij δij = Aii
Permutationssymbol
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]ϵijk =
1 falls (i, j, k) ∈ { (1, 2, 3), (2, 3, 1), (3, 1, 2) } −1 falls (i, j, k) ∈ { (1, 3, 2), (2, 1, 3), (3, 2, 1) } 0 sonst, d. h. bei doppeltem Index
Verhalten bei vertauschten Indizes:
- ϵijk = ϵjki = ϵkij
- ϵijk = −ϵikj = −ϵjik = −ϵkji
Produkte und deren Summen:
ϵijk ϵlmn = δil δjl δkl δim δjm δkm δin δjn δkn
- ϵijk ϵklm = δil δjm − δim δjl
- ϵijk ϵjkl = 2 δil
- ϵijk ϵijk = 6
- ϵijk = êi · (êj × êk)
Spaltenvektoren und Matrizen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die hier verwendeten Vektoren sind Spaltenvektoren
Drei Vektoren
,
und
können spaltenweise in einer 3×3-Matrix M arrangiert werden:
M = Mij êi ⊗ êj = (
) =
a1 b1 c1
a2 b2 c2 a3 b3 c3
Die #Determinante der Matrix
ist
- ungleich null, wenn die Spaltenvektoren linear unabhängig sind und
- größer null, wenn die Spaltenvektoren zusätzlich ein Rechtssystem bilden.
Also gewährleistet |
| > 0, dass die Vektoren
,
und
eine rechtshändige Basis bilden.
Die Spaltenvektoren bilden eine #Orthonormalbasis, wenn
- M⊤ M = E
worin M⊤ die transponierte Matrix und E die Einheitsmatrix ist. Bei einer rechtshändigen Orthonormalbasis ist
- |M| = +1.
Vektoralgebra
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Skalarprodukt von Vektoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝕍 × 𝕍 ↦ ℝ
Betragsquadrat eines Vektors (einzige irreduzible Invariante):
Bezüglich einer #Orthonormalbasis ĉ1,2,3:
- (ai ĉi) · (bj ĉj) = aj bj = a1 b1 + a2 b2 + a3 b3
Kreuzprodukt von Vektoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝕍 × 𝕍 ↦ 𝕍
Eigenschaften:
×
= 
×
= −
× 
· (
×
) =
· (
×
) = 0- |
×
|2 = |
|2 |
|2 sin(∠(
,
) )2 = |
|2 |
|2 − (
·
)2 - det(
×
) ≥ 0
Graßmann-Identität:
Kreuzprodukt aus zwei Kreuzprodukten mit #Spatprodukten:
Bezüglich der Standardbasis:
(ai êi) × (bj êj) = ϵijk ai bj êk = ê1 ê2 ê3 =
a2 b3 − a3 b2
a1 a2 a3 a3 b1 − a1 b3 b1 b2 b3 a1 b2 − a2 b1
Spatprodukt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝕍 × 𝕍 × 𝕍 ↦ ℝ
Lagrange-Identität:
Basis und duale Basis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beziehungen zwischen den Basisvektoren
i ·
j = δij
Mit dem #Kreuzprodukt von Vektoren „ד und dem #Spatprodukt:
Trägt man die Basisvektoren spaltenweise in eine Matrix ein, dann finden sich die dualen Basisvektoren in den Spalten der #transponiert #Inversen:
Beziehung zwischen den Skalarprodukten der Basisvektoren:
- (
i ·
k) (
k ·
j) = δij
In der Standardbasis wie in jeder Orthonormalbasis sind die Basisvektoren ĉ1,2,3 zu sich selbst dual:
- ĉi = ĉi, ĉi · ĉj = δij
In einer rechtshändigen Orthonormalbasis ĉ1,2,3 ist
- ĉ1 = ĉ2 × ĉ3, ĉ2 = ĉ3 × ĉ1, ĉ3 = ĉ1 × ĉ2
Berechnung der Vektorkomponenten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wechsel der Basis bei Vektoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]#Berechnung der Vektorkomponenten liefert:
Als Matrizengleichung:
Dyadisches Produkt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die grundlegenden Eigenschaften des dyadischen Produkts „⊗“ sind:
Abbildung 𝕍 × 𝕍 ↦ 𝓛
Bezüglich der Standardbasis:
- (ai êi) ⊗ (bj êj) + (ci êi) ⊗ (dj êj) = (ai bj + ci dj) êi ⊗ êj
Bezüglich beliebiger Basen:
Multiplikation mit einem Skalar x:
Distributivität:
Weitere Eigenschaften von Dyaden siehe #Dyade und den folgenden Abschnitt.
Tensoren als Elemente eines Vektorraumes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch die Eigenschaften des dyadischen Produktes wird 𝓛 = Lin(𝕍,𝕍) zu einem euklidischen Vektorraum und entsprechend kann jeder Tensor komponentenweise bezüglich einer Basis von 𝓛 dargestellt werden:
Die Dyaden {êi ⊗ êj | i, j = 1, 2, 3} und {
i ⊗
j | i, j = 1, 2, 3} bilden Basissysteme von 𝓛.
Operatoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Transposition
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 ↦ 𝓛
- (Aij êi ⊗ êj)⊤ = Aij êj ⊗ êi = Aji êi ⊗ êj
- (A⊤)⊤= A
- (A + B)⊤= A⊤+ B⊤
- (A · B)⊤= B⊤· A⊤
Vektortransformation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 × 𝕍 ↦ 𝕍 oder 𝕍 × 𝓛 ↦ 𝕍
Dyaden:
Allgemeine Tensoren:
- Aij (êi ⊗ êj) · (vk êk) = Aij vj êi
- (vk êk) · Aij (êi ⊗ êj) = Aij vi êj
- Aij (
i ⊗
j) · (vk
k) = Aij (
j ·
k) vk
i - (vk
k) · Aij (
i ⊗
j) = Aij (
i ·
k) vk
j
Symbolisch:
Tensorprodukt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 × 𝓛 ↦ 𝓛
- (
⊗
) · (
⊗
) := (
·
)
⊗ 
- (
⊗
) · A =
⊗ (
· A) =
⊗
· A - (
⊗
) · A =
⊗ (A⊤ ·
) - A · (
⊗
) = (A ·
) ⊗
= A ·
⊗ 
- (Aik êi ⊗ êk) · (Blj êl ⊗ êj) = Aik Bkj êi ⊗ êj
- (Aij
i ⊗
j) · (Bkl
k ⊗
l) = Aij (
j ·
k) Bkl
i ⊗
l
Skalarprodukt von Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 × 𝓛 ↦ ℝ
- (
⊗
) : (
⊗
) := Sp((
⊗
)⊤ · (
⊗
)) = (
·
) (
·
) - A : B := Sp(A⊤· B) = Sp(A · B⊤)
- (Aij êi ⊗ êj) : (Bkl êk ⊗ êl) = Aij Bij
- (Aij
i ⊗
j) : (Bkl
k ⊗
l) = Aij Bkl (
i ·
k) (
j ·
l)
Eigenschaften:
- A : B = B : A = A⊤: B⊤= B⊤: A⊤
- A⊤: B = A : B⊤
- A : (B · C) = (B⊤· A) : C = (A · C⊤) : B
- (A · B) : C = B : (A⊤· C) = A : (C · B⊤)
- A : (
⊗
) =
· A · 
Kreuzprodukt eines Vektors mit einem Tensor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝕍 × 𝓛 ↦ 𝓛 oder 𝓛 × 𝕍 ↦ 𝓛
Dyaden:
Bezüglich der Standardbasis
- ai êi × (Ajl êj ⊗ êl) = ai Ajl (êi × êj) ⊗ êl = ϵijk ai Ajl êk ⊗ êl
- (Aij êi ⊗ êj) × ak êk = Aij ak êi ⊗ (êj × êk) = ϵjkl Aij ak êi ⊗ êl
Vektortransformation:
Kreuzprodukt mit dem Einheitstensor ergibt den axialen Tensor:
Mehr dazu, siehe #Axialer Tensor oder Kreuzproduktmatrix.
Mehrfach:
× (
× A) =
⊗
· A − (
·
) A- [
× (
× A)] ·
=
× [
× (A ·
) ] = (
· A ·
)
− (
·
) A · 
× (
× 1) =
⊗
− (
·
) 1- [
× (
× 1)] ·
=
× (
×
) = (
·
)
− (
·
) 
× (A ×
) = −(
⊗
) # A
Meistens ist aber:
Kreuzprodukt von Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 × 𝓛 ↦ 𝕍
Eigenschaften:
Zusammenhang mit der #Vektorinvariante:
Zusammenhang mit dem #Skalarkreuzprodukt von Tensoren:
- A × B = A ·× (B⊤)
Skalarkreuzprodukt von Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 × 𝓛 ↦ 𝕍
Zusammenhang mit dem #Kreuzprodukt von Tensoren:
- A ·× B = A × (B⊤)
Zusammenhang mit der #Vektorinvariante:
Doppeltes Kreuzprodukt von Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe auch #Äußeres Tensorprodukt #
Abbildung 𝓛 × 𝓛 ↦ 𝓛
- (
⊗
) ×× (
⊗
) := (
×
) ⊗ (
×
) = (
⊗
) # (
⊗
) - Aij (êi ⊗ êj) ×× (Bkl (êk ⊗ êl)) := Aij Bkl (êj × êk) ⊗ (êi × êl)
- A ×× B = A⊤# B
Äußeres Tensorprodukt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 × 𝓛 ↦ 𝓛
A # B = [Sp(A) Sp(B) − Sp(A · B)] 1 + [A · B + B · A − Sp(A) B − Sp(B) A]⊤ = cof(A + B) − cof(A) − cof(B)
Bezüglich der Standardbasis:
(Aij êi ⊗ êj) # (Bkl êk ⊗ êl) = Aij Bkl (êi × êk) ⊗ (êj × êl) = ϵikm ϵjln Aij Bkl êm ⊗ ên
Grundlegende Eigenschaften:
- (x A) # B = A # (x B) = x A # B
- A # B = B # A = (A⊤# B⊤)⊤
- (A + B) # C = A # C + B # C
- A # (B + C ) = A # B + A # C
Das Assoziativgesetz ist nicht erfüllt, denn meistens ist
- (A # B) # C ≠ A # (B # C)
#Kreuzprodukt von Vektoren und #Kofaktor:
- (A # B) · (
×
) = (A ·
) × (B ·
) − (A ·
) × (B ·
)
(A # A) · (
×
) = cof(A) · (
×
) = (A ·
) × (A ·
)
Weitere Eigenschaften:
- 1 # 1 = 2 1
- A # 1 = Sp(A) 1 − A⊤
- (A # B) · (C # D) = (A · C) # (B · D) + (A · D) # (B · C)
- (A # B) : C = (B # C) : A = (C # A) : B = ϵikm ϵjln Aij Bkl Cmn
× (A ×
) = −(
⊗
) # A
mit Komponenten Aij, Bkl und Cmn von A, B bzw. C bezüglich der Standardbasis.
Tensorkomponenten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- A = Aij
i ⊗
j ↔ Aij =
i · A ·
j = A : (
i ⊗
j) - A = Aij
i ⊗
j ↔ Aij =
i · A ·
j - A = Aij
i ⊗
j ↔ Aij =
i · A ·
j - A = Aij
i ⊗
j ↔ Aij =
i · A ·
j
Wechsel der Basis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit den Formeln für #Tensorkomponenten:
Mit dem #Einheitstensor 1 =
i ⊗
i:
Allgemein:
Oder mit 1 = (
i ·
k)
i ⊗
k = (
j ·
l)
j ⊗
l:
A = 1 · A · 1⊤ = (
i ·
k) (
i ⊗
k) · Amn (
m ⊗
n) · (
j ·
l) (
l ⊗
j)
= (
i ·
k) Akl (
j ·
l) (
i ⊗
j)
= Ãij
i ⊗
j
Bilinearform und Identität von Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝕍 × 𝕍 ↦ ℝ
Definition für einen Tensor A ∈ 𝓛:
- ⟨
,
⟩ :=
· A ·
= A : (
⊗
)
Zwei Tensoren A und B sind identisch, wenn
Kofaktor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
- cof(A) = A⊤· A⊤− I1(A) A⊤+ I2(A) 1 = adj(A)⊤
- I1(cof(A)) = I2(A)
- I2(cof(A)) = I1(A) det(A)
- det(cof(A)) = det(A)2
#Betragsquadrat:
Wenn λ1,2,3 die #Eigenwerte des Tensors A sind, dann hat cof(A) die Eigenwerte λ2 λ3, λ3 λ1, λ1 λ2, und hat dieselben Eigenvektoren wie A⊤.
Transponierter Tensor und Kofaktor kommutieren:
- cof(A) · A⊤= A⊤· cof(A) = det(A) 1
- C = cof(A · B) → C · B⊤ · A⊤ = B⊤ · A⊤ · C = A⊤ · C · B⊤ = det(A · B) 1
Weitere Eigenschaften:
- cof(x A) = x2 cof(A)
- det(A) ≠ 0 → cof(A) = det(A) A⊤−1
- cof(A · B) = cof(A) · cof(B)
- cof(A⊤) = cof(A)⊤
- cof(cof(A)) = det(A) A
Werden die Spalten von A mit Vektoren bezeichnet,
Kofaktor und #Äußeres Tensorprodukt:
#Kreuzprodukt von Vektoren und Kofaktor:
Adjunkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
- adj(A) = A · A − I1(A) A + I2(A) 1 = cof(A)⊤
- I1(adj(A)) = I2(A)
- I2(adj(A)) = I1(A) det(A)
- det(adj(A)) = det(A)2
#Betragsquadrat:
Wenn λ1,2,3 die #Eigenwerte des Tensors A sind, dann hat adj(A) die Eigenwerte λ2 λ3, λ3 λ1, λ1 λ2, und hat dieselben Eigenvektoren wie A.
Tensor und Adjunkte kommutieren:
- adj(A) · A = A · adj(A) = det(A) 1
- C = adj(A · B) → A · B · C = B · C · A = C · A · B = det(A · B) 1
Weitere Eigenschaften:
- adj(x A) = x2 adj(A)
- det(A) ≠ 0 → adj(A) = det(A) A−1
- adj(A · B) = adj(B) · adj(A)
- adj(A⊤) = adj(A)⊤
- adj(adj(A)) = det(A) A
Werden die Spalten von A mit Vektoren bezeichnet,
adj(Aij êi ⊗ êj) = ϵijk (Ai2 Aj3 ê1 + Ai3 Aj1 ê2 + Ai1 Aj2 ê3) ⊗ êk = … … =
A22 A33 − A32 A23 A32 A13 − A12 A33 A12 A23 − A22 A13
A23 A31 − A33 A21 A33 A11 − A13 A31 A13 A21 − A23 A11 A21 A32 − A31 A22 A31 A12 − A11 A32 A11 A22 − A21 A12
Inverse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition für A ∈ 𝓛 , |A| = det(A) = I3(A) ≠ 0:
- A−1: A · A−1 = 1
Tensor und Inverse kommutieren:
- A−1 · A = A · A−1 = 1
- A · B · C = 1 → A · B · C = B · C · A = C · A · B = 1
Weitere Eigenschaften:
- (A−1)−1 = A
- (A⊤)−1 = (A−1)⊤= A⊤−1 = A−⊤
- (x A)−1 =
A−1 - (A · B)−1 = B−1 · A−1
- (A · B)⊤−1 = A⊤−1 · B⊤−1
#Eigensystem: Die Inverse von A hat dieselben Eigenvektoren wie A aber die reziproken Eigenwerte.
Zusammenhang mit der #Adjunkten adj(A) und #Kofaktor cof(A):
(Aij êi ⊗ êj) −1 =
ϵijk (Ai2 Aj3 ê1 + Ai3 Aj1 ê2 + Ai1 Aj2 ê3) ⊗ êk = …
… =
A22 A33 − A32 A23 A32 A13 − A12 A33 A12 A23 − A22 A13
A23 A31 − A33 A21 A33 A11 − A13 A31 A13 A21 − A23 A11 A21 A32 − A31 A22 A31 A12 − A11 A32 A11 A22 − A21 A12
Werden die Spalten von A mit Vektoren bezeichnet,
#Äußeres Tensorprodukt und Inverse einer Summe:
- (A + B)−1 = det(A + B)−1 [adj(A) + adj(B) + (A # B)⊤]
Invertierungsformeln für Tensoren zweiter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| • (a 1 + |
1 | (g 1 − |
| a g |
| • (a 1 + |
1 | [z 1 + |
| a z |
Abhängigkeiten der Mehrfachprodukte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- A3 = I1(A) A2 − I2(A) A + I3(A) 1
worin I1,2,3 die drei #Hauptinvarianten sind.
Rivlins Theorem:
| A · (B · C + C · B) + B · (C · A + A · C) + C · (A · B + B · A) |
| = |
| Sp(A) (B · C + C · B) + Sp(B) (C · A + A · C) + Sp(C) (A · B + B · A) |
| + [Sp(B · C) − Sp(B) Sp(C)] A + [Sp(C · A) − Sp(C) Sp(A)] B |
| + [Sp(A · B) − Sp(A) Sp(B)] C |
| + [Sp(A) Sp(B) Sp(C) + Sp(A · B · C) + Sp(C · B · A) |
| − Sp(A) Sp(B · C) − Sp(B) Sp(C · A) − Sp(C) Sp(A · B)] 1 |
Eigensystem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es werden nur diagonalisierbare Tensoren betrachtet.
Eigenwertproblem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben:
- A ∈ 𝓛
Eigenwertproblem:
mit Eigenwert λ, Rechtseigenvektor
und Linkseigenvektor
.
Eigenwerte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Charakteristische Gleichung
- det(A − λ 1) = −λ3 + I1(A) λ2 − I2(A) λ + I3(A) = 0
Lösung siehe Cardanische Formeln. Die Koeffizienten sind die #Hauptinvarianten:
- I1(A) := Sp(A) = λ1 + λ2 + λ3
- I2(A) :=
[I1(A)2 − I1(A2)] = λ1 λ2 + λ2 λ3 + λ3 λ1 - I3(A) := det(A) = λ1 λ2 λ3
Spezialfälle:
det(
⊗
+
⊗
− λ 1) = …
= λ [(
·
) (
·
) − (
·
− λ) (
·
− λ)]
= −λ3 + [
·
+
·
] λ2 + [(
·
) (
·
) − (
·
) (
·
)] λ
Eigenvektoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rechts- und Linkseigenvektoren
bzw.
sind nur bis auf einen Faktor ≠ 0 bestimmt. Der Nullvektor ist kein Eigenvektor. Die Rechts- und Linkseigenvektoren werden dual zueinander normiert:
·
= 1.
Zu verschiedenden Eigenwerten gehörende Eigenvektoren sind bezüglich A und 1 orthogonal zueinander:
Bestimmungsgleichung: (A − λ 1) ·
=
, (A⊤ − λ 1) ·
=
Tensor A = Aij êi ⊗ êj:
Bestimmung mit gegebenem/angenommenem u1:
u2 = u1 (λ − A33) A21 + A23 A31 (A22 − λ) (A33 − λ) − A23 A32
u3 = u1 (λ − A22) A31 + A32 A21 (A22 − λ) (A33 − λ) − A23 A32
Geometrische Vielfachheit 2 mit gegebenen/angenommenen u1,2:
Die Formeln bleiben richtig, wenn die Indizes {1, 2, 3} zyklisch vertauscht werden. Für die Linkseigenvektoren werden alle Indizes vertauscht: Aik ↔ Aki.
- Symmetrische Tensoren
- Für das Betragsquadrat der Komponenten der auf Betrag 1 normierten Eigenvektoren des (komplexen) Tensors A ∈ ℂn×n gilt mit dessen Eigenwerten und den Eigenwerten der Hauptuntermatrizen von A:[1]
Eigensystem symmetrischer Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben A ∈ 𝓛 mit A = A⊤
#Symmetrische Tensoren haben reelle Eigenwerte und paarweise zueinander senkrechte oder orthogonalisierbare Eigenvektoren. Die Rechts- und Linkseigenvektoren stimmen überein.
#Spektralzerlegung mit Eigenwerten λi und Eigenvektoren âi des symmetrischen Tensors A:
A =
λi âi ⊗ âi = (âj ⊗ êj) ·
λi êi ⊗ êi
· (êk ⊗ âk)
= (â1 â2 â3) ·
· (â1 â2 â3)⊤
1 = âj ⊗ âj = (âj ⊗ êj) · (êk ⊗ âk) = (â1 â2 â3) · (â1 â2 â3)⊤
bzw.
Eigensystem schiefsymmetrischer Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben A ∈ 𝓛 mit A⊤ = −A
#Schiefsymmetrische Tensoren haben einen reellen und zwei konjugiert komplexe Eigenwerte ohne Realteil.
Spektralzerlegung:
- A = i a (û2 ⊗ û3 − û3 ⊗ û2)
- 1 = â ⊗ â + û2 ⊗ û3 + û3 ⊗ û2
mit:
#Dualer axialer Vektor: A× =: a â, a := │A×│ Eigenwerte: λ1 = 0, λ2,3 = ±i a Rechtseigenvektoren: û1 = â, û2,3 =
(ŵ ± i ŵ × â)
ŵ ∈ 𝕍 \
beliebig, solange ŵ · A× = 0
Linkseigenvektoren: 1,2,3 = û1,2,3
Eigensystem allgemeiner auch unsymmetrischer Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben a, b, c ∈ ℝ, eine Basis
1,2,3 von 𝕍 und die dazu duale Basis
1,2,3, siehe #Basis und duale Basis.
Drei reelle Eigenwerte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben A = a
1 ⊗
1 + b
2 ⊗
2 + c
3 ⊗
3 ∈ 𝓛
| Eigenwerte: | λ1 = a, λ2 = b, λ3 = c |
| Rechtseigenvektoren: | |
| Linkseigenvektoren: |
Ein reeller und zwei konjugiert komplexe Eigenwerte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben A = c
1 ⊗
1 + a (
2 ⊗
2 +
3 ⊗
3) + b (
2 ⊗
3 −
3 ⊗
2) ∈ 𝓛
| Eigenwerte: | λ1 = c, λ2,3 = a ± i b |
| Rechtseigenvektoren: | |
| Linkseigenvektoren: |
Verallgemeinertes Eigenwertproblem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben K, M ∈ 𝓛, M regulär.
Verallgemeinertes Eigenwertproblem:
- p(λ) = |K − λ M|
Eigenwerte λ sind Lösungen von p(λ) = 0.
Zu verschiedenden Eigenwerten gehörende Eigenvektoren sind bezüglich K und M orthogonal zueinander:
Weiteres siehe #Spektralzerlegung.
Invarianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eigenwerte des Tensors
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die #Eigenwerte λ1, λ2, λ3 sind Invarianten.
Hauptinvarianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| #Spur: | I1(A), Sp(A) |
| #Zweite Hauptinvariante: | I2(A) |
| #Determinante: | I3(A), det(A), |A| |
Die Hauptinvarianten des Tensors A sind die Koeffizienten seines charakteristischen Polynoms, siehe #Eigenwerte.
Spur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 ↦ ℝ
Linearität: x, y ∈ ℝ → Sp(x A + y B) = x Sp(A) + y Sp(B)
- Sp(A) = Sp(A⊤)
- Sp(A · B) = Sp(B · A)
- Sp(A⊤· B) = Sp(A · B⊤) =: A : B
- Sp(A · B · C) = Sp(B · C · A) = Sp(C · A · B)
- Sp(A) = A : 1 =
(A # 1) : 1 = λ1 + λ2 + λ3
mit #Eigenwerten λ1,2,3 von A.
In Komponenten:
- Sp(Aij êi ⊗ êj) = Aii = A11 + A22 + A33
- Sp(Aij
i ⊗
j) = Aij
i ·
j - Sp(Aij
i ⊗
j) = Aii - Sp(Aij
i ⊗
j) = Aii
Zweite Hauptinvariante
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 ↦ ℝ
- I2(A) = Sp(cof(A)) = Sp(adj(A))
- I2(x A) = x2 I2(A)
- I2(A⊤) = I2(A)
- I2(A · B) = I2(B · A)
- I2(A · B · C) = I2(B · C · A) = I2(C · A · B)
- I2(A + B) = I2(A) + I2(B) + Sp(A) Sp(B) − Sp(A · B)
- I2(
⊗
+
⊗
) = (
·
) (
·
) − (
·
) (
·
) - I2(A) =
(A # A) : 1 = λ1 λ2 + λ2 λ3 + λ3 λ1
mit #Eigenwerten λ1,2,3 von A.
In Komponenten:
Determinante
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 ↦ ℝ
I3(A) = det(A) = |A| = (A · ê1) · [(A · ê2) × (A · ê3)] = (A ·
) · [(A ·
) × (A ·
)]
[
· (
×
)]
für alle linear unabhängigen
,
,
∈ 𝕍
- det(A⊤) = det(A)
- det(x A) = x3 det(A)
- det(A · B) = det(B · A) = det(A) det(B)
- det(A · B · C) = det(B · C · A) = det(C · A · B)
- det(A) ≠ 0 → det(A−1) = det(A)−1
- det(A) =
(A # A) : A =
cof(A) : A = λ1 λ2 λ3
mit #Eigenwerten λ1,2,3 von A.
In Komponenten:
det(Aij êi ⊗ êj) = ϵijk Ai1 Aj2 Ak3 = A11 A12 A13 A21 A22 A23 A31 A32 A33
= A11 (A22 A33 − A23 A32) + A12 (A23 A31 − A21 A33) + A13 (A21 A32 − A22 A31)
- det(Aij
i ⊗
j) = ϵijk Ai1 Aj2 Ak3 |
1
2
3| |
1
2
3|
det(A + B) = det(A) + det(B) + Sp(A) I2(B) + I2(A) Sp(B) + Sp(A · B · (A + B)) − Sp(A · B) Sp(A + B) = det(A) + cof(A) : B + A : cof(B) + det(B)
Spezialfälle:
Betrag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 ↦ ℝ
- ∥
⊗
∥ = │
│ │
│ - ∥A∥2 := A : A = Sp(A⊤ · A) = Sp(A · A⊤)
- ∥Aij êi ⊗ êj∥2 = Aij Aij
- ∥ Aij
i ⊗
j∥2 = AijAkl (
i ·
k) (
j ·
l) - ∥Aij
i ⊗
j∥2 = Aij Akl (
i ·
k) (
j ·
l)
Falls A = A⊤ symmetrisch mit #Eigenwerten λ1,2,3:
- ∥A∥2 = Sp(A)2 − 2 I2(A) = Sp(A2) = λ12 + λ22 + λ32
Falls A = −A⊤ schiefsymmetrisch mit #Eigenwerten (0, i ζ, −i ζ):
- ∥A∥2 = 2 I2(A) = −Sp(A2) = 2 ζ2
Dualer axialer Vektor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 ↦ 𝕍
Gegeben #Schiefsymmetrische Tensoren A = −A⊤. Dann gibt es einen dualen axialen Vektor A× für den gilt:
Mit x ∈ ℝ,
∈ 𝕍, F ∈ 𝓛 und einem anderen
schiefsymmetrischen Tensor B ∈ 𝓛 gilt:
- (A⊤)× = −A×
- (A + B)× = A× + B×
- (x A)× = x A×
- A · A× = A⊤ · A× = A× · A =

- (
× 1)× = 
- (F · A · F⊤)× = cof(F) · A×
Vektorinvariante
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abbildung 𝓛 ↦ 𝕍
(Aij êi ⊗ êj) = Aij êi × êj = ϵijk Aij êk =
A23 − A32
A31 − A13 A12 − A21
#Symmetrische Tensoren haben keine Vektorinvariante:
(AS) =
Mit einer beliebigen Zahl x, beliebigen Vektoren
sowie
und
beliebigen Tensoren A, B ∈ 𝓛 gilt:
(
⊗
) =
× 
(A⊤) = −
(A)
(A + B) =
(A) +
(B)
(x A) = x
(A)
(A) ×
= (A⊤ − A) · 
(A # B) = A ·
(B) + B ·
(A)- A ·
(A) = A⊤ ·
(A) = AS ·
(A)
(A) · A ·
(A) = 4 [det(A) − det(AS)]
(
× A) = [A − Sp(A) 1] ·
= −(A⊤ # 1) · 
(
× 1) = −2 
([
×
] × A) =
· A ×
−
· A × 
(B · A · B⊤) = cof(B) ·
(A)
Spezielle Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einheitstensor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1 = êi ⊗ êi = δij êi ⊗ êj =
1 0 0
0 1 0 0 0 1
Eine #Basis und duale Basis liefern die allgemeine Darstellung:
Mit #Permutationssymbol:
#Kofaktor: cof(1) = 1
#Transposition und #Inverse:
- 1 = 1⊤= 1−1 = 1⊤−1
Vektortransformation
Tensorprodukt
- A · 1 = 1 · A = A
Skalarprodukt
- A : 1 = Sp(A)
- 1 : 1 = Sp(1) = 3
- Sp(1) = 3
- I2(1) = 3
- det(1) = 1
#Betrag: ∥1∥ =
- λ1,2,3 = 1
Alle Vektoren
∈ 𝕍 \ {
} sind #Eigenvektoren.
Dyade
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
#Kofaktor: cof(A) = O
#Betrag: ∥A∥ = |
| |
|
#Vektorinvariante:
(A) =
×
Mit zwei nicht kollinearen aber zu
senkrechten Vektoren
und
:
| Eigenwerte: | λ1 = | |||
| Rechtseigenvektoren: | ||||
| Linkseigenvektoren: | ( | |||
| #Spektralzerlegung: | 1 = | |||
| A = ( |
||||
Gegeben ein beliebiger #Orthogonaler Tensor Q, sodass
- Q · ĝ = â
Dann ist
Mit
= c ĉ sind W := (ĝ ĉ ĝ × ĉ) und Q · W orthogonal.
Mit Singulärwert s = a g sowie S = s ê1 ⊗ ê1 ist U = W · S · W⊤ und
Dyadentripel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jeder Tensor in 𝓛 kann als Summe dreier Dyaden dargestellt werden.
#Einheitstensor: 1 = êk ⊗ êk = ĉk ⊗ ĉk =
k ⊗
k
Allgemein:
A = A · 1 = (A · êk) ⊗ êk = (A · ĉk) ⊗ ĉk = (A ·
k) ⊗
k
= 1 · A = êk ⊗ (A⊤ · êk) = ĉk ⊗ (A⊤ · ĉk) =
k ⊗ (A⊤ ·
k)
#Orthogonale Tensoren und #Orthonormalbasis:
Unimodulare Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
- H ∈ 𝓛: det(H) = 1
#Kofaktor: cof(H) = H⊤−1
Determinantenproduktsatz:
- det(A · H) = det(H · A) = det(A)
Orthogonale Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Repräsentieren Drehungen und Drehspiegelungen.
Definition:
#Kofaktor: cof(Q) = det(Q) Q = ±Q
#Hauptinvarianten (α ist der Drehwinkel):
- Sp(Q) = det(Q) + 2 cos(α)
- I2(Q) = 1 + 2 det(Q) cos(α)
det(Q) =
+1: eigentlich orthogonaler Tensor, Q ∈ SO(3) −1: uneigentlich orthogonaler Tensor, Q ∈ O(3)
#Betrag : ∥Q∥ =
#Vektorinvariante ist proportional zur Dreh(spiegel)achse ĉ:
#Spatprodukt von Vektoren:
#Kreuzprodukt von Vektoren und #Kofaktor:
Drehung von Vektorraumbasis
1,2,3 nach
1,2,3:
- Formulierung mit einem Drehvektor
- Drehvektor
:= a ĉ
Q = σ 1 + p (
× 1) + q (
× 1)2
= σ 1 + p (
× 1) + q [
⊗
− (
·
) 1]
Sp(Q) = 3 σ − 2 a2 q = σ + 2 cos(α) I2(Q) = 3 − 2 σ a2 q = 1 + 2 σ cos(α) det(Q) = σ = ±1
(Q)= −2 a p ĉ = −2 sin(α) ĉ
mit Parametern a, p sowie q aus der Tabelle bei gegebenem σ und Drehwinkel α.
a p q für σ = +1 q für σ = −1 Bezug/Kommentar 1 sin(α) 1 − cos(α) −1 − cos(α) Rodrigues-Formel sin(α) 1 1 / [cos(α) + 1] 1 / [cos(α) − 1] Kreuzprodukt s. u. sin(α/2) 2 cos(α/2) 2 −2 / tan(α/2)2 Quaternionen cos(α) tan(α) (1 − a) / a2 −(1 + a) / a2 cos(α/2) 2 sin(α/2) 2 tan(α/2)2 −2 tan(α) cos(α) p2 / (p + 1) p2 / (p − 1) tan(α/2) 2 / (1 + a2) −2 / [a2 (1 + a2)] a2 =
·
- Kreuzprodukt
- Drehung eines Einheitsvektors â in den gleichlangen Vektor û mittels des Drehtensors gemäß der Tabelle zu den Parametern
Mit a = 1,
= ĉ = (c1 c2 c3)⊤ und σ = +1 ergibt sich die Rodrigues-Formel:
worin cα = cos(α), dα = 1 − cos(α), sα = sin(α).
Euler-Rodrigues-Formel mit a, b, c, d ∈ ℝ: a2 + b2 + c2 + d2 = 1.
Q =
a2 + b2 − c2 − d2 2(bc − ad) 2(bd + ac)
2(bc + ad) a2 − b2 + c2 − d2 2(cd − ab) 2(bd − ac) 2(cd + ab) a2 − b2 − c2 + d2
- entspricht Rodrigues-Formel wenn
- a = cos(α/2), (b c d) = sin(α/2) (c1 c2 c3)
Gegeben eine rechtshändige #Orthonormalbasis ĉ1,2,3 mit ĉ1 = ĉ. Dann besitzt Q die Darstellung
- Q = σ ĉ1 ⊗ ĉ1 + cos(α) (ĉ2 ⊗ ĉ2 + ĉ3 ⊗ ĉ3) + sin(α) (ĉ3 ⊗ ĉ2 − ĉ2 ⊗ ĉ3)
Drehwinkel:
#Dyadentripel mit Spaltenvektoren ŝi und Zeilenvektoren ẑi:
- Q = ŝi ⊗ êi = êi ⊗ ẑi → ŝi × êi = êi × ẑi = −2 sin(α) ĉ
Q − Q⊤ = 2 sin(α) ĉ × 1 = 2 sin(α)
0 −c3 c2
, |ĉ| = 1
c3 0 −c1 −c2 c1 0
Mit einem beliebigen orthogonalen Tensor R ∈ O(3) lauten mögliche #Singulärwertzerlegungen
- Q = U · S · V⊤
mit U = Q · R, V = R, S = 1
Positiv definite Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
A ist genau dann positiv definit, wenn sein #Symmetrischer Anteil AS es ist
(wegen
· A ·
=
· AS ·
.)
Notwendige Bedingungen für positive Definitheit:
Notwendige und hinreichende Bedingung für positive Definitheit: Alle #Eigenwerte von AS sind größer als null.
Immer positiv definit falls det(A) ≠ 0: A · A⊤ und A⊤· A
Symmetrische Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
- A ∈ 𝓛: A = A⊤
Bezüglich der Standardbasis:
#Kofaktor: cof(A) = adj(A) = A2 − Sp(A) A + I2(A) 1
- Sp(Aij êi ⊗ êj) = A11 + A22 + A33
- I2(A) =
[Sp(A)2 − Sp(A2)] =
[Sp(A)2 − ∥A∥2] - I2(Aij êi ⊗ êj) = A11 A22 + A11 A33 + A22 A33 − A122 − A132 − A232
- det(Aij êi ⊗ êj) = (A11 A22 − A122) A33 − A11 A232 − A132 A22 + 2 A12 A13 A23
#Betragsquadrat:
- ∥A∥2 = Sp(A)2 − 2 I2(A) = Sp(A2) = λ12 + λ22 + λ32
- ∥Aij êi ⊗ êj∥2 = A112 + A222 + A332 + 2 A122 + 2 A132 + 2 A232
#Vektorinvariante:
(A) =
Alle #Eigenwerte λ1,2,3 sind reell. Alle #Eigenvektoren sind reell und paarweise orthogonal zueinander oder orthogonalisierbar. Die Links- und Rechtseigenvektoren stimmen überein.
Bilinearform:
Funktionswert eines symmetrischen Tensors
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit den #Eigenvektoren â1,2,3 und der #Spektralzerlegung eines symmetrischen Tensors
sowie einer reellwertigen Funktion eines reellen Arguments
- f: ℝ ↦ ℝ
wird der Funktionswert von A definiert:
Ist f eine mehrdeutige Funktion, wie die Wurzel (Mathematik), mit n alternativen Werten, dann steht f(A) mehrdeutig für n3 alternative Tensoren.
Insbesondere mit dem Deformationsgradient F:
Rechter Strecktensor
- U = (F⊤ · F)½
Linker Strecktensor
- V = (F · F⊤)½
Singulärwertzerlegung von symmetrischen Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Symmetrische Tensoren A ∈ 𝓛 haben reelle #Eigenwerte λ1,2,3 und dazugehörige #Eigenvektoren û1,2,3, aus denen sich eine #Orthonormalbasis bilden lässt, was hier benutzt wird.
Singulärwerte:
- s1 = |λ1| ≥ s2 = |λ2| ≥ s3 = |λ3| ≥ 0 nach geeigneter Nummerierung der Eigenwerte
- S = diag(s1, s2, s3)
Modalmatrizen:
- U = (û1 û2 û3) mit den zu λ1,2,3 gehörenden Eigenvektoren
- V = (sgn(λ1) û1 sgn(λ2) û2 sgn(λ3) û3)
#Singulärwertzerlegung: A = U · S · V⊤
Voigtsche Notation symmetrischer Tensoren zweiter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In diesem Abschnitt bedeutet […] die voigtsche Notation.
Die symmetrischen Tensoren
- S1 = ê1 ⊗ ê1
- S2 = ê2 ⊗ ê2
- S3 = ê3 ⊗ ê3
- S4 = ê2 ⊗ ê3 + ê3 ⊗ ê2
- S5 = ê1 ⊗ ê3 + ê3 ⊗ ê1
- S6 = ê1 ⊗ ê2 + ê2 ⊗ ê1
bilden eine Basis im Vektorraum Sym(𝕍,𝕍) der symmetrischen Tensoren zweiter Stufe. Bezüglich dieser Basis können alle symmetrischen Tensoren zweiter Stufe in voigtscher Notation dargestellt werden:
Diese Vektoren dürfen addiert, subtrahiert und mit einem Skalar multipliziert werden:
- [A + x B] = [A] + x [B]
Beim Matrizenprodukt in voigtscher Notation muss eine Diagonalmatrix
- L = diag(1, 1, 1, 2, 2, 2)
mit den Einträgen Luv = Su : Sv zwischengeschaltet werden:
- A : B = [A]⊤L [B] = A1 B1 + A2 B2 + A3 B3 + 2 A4 B4 + 2 A5 B5 + 2 A6 B6
Gegeben ein #symmetrischer Tensor T ∈ 𝓛 und
ein bliebiger Tensor F = Fij êi ⊗ êj ∈ 𝓛 . Dann gilt:
- [F · T · F⊤] = R L [T]
mit
Wenn F ein #Orthogonaler Tensor ist, dann ergibt sich zusätzlich:
- R L R⊤= R⊤L R = diag(1, 1, 1, ½, ½, ½)
Schiefsymmetrische Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
- A ∈ 𝓛: A = −A⊤
#Kofaktor: cof(A) = adj(A) = A2 −
Sp(A2) 1 = A× ⊗ A×
Bezüglich der Standardbasis:
#Betragsquadrat:
- ∥A∥2 = 2 I2(A)
- ∥Aij êi ⊗ êj∥2 = 2 (A122 + A132 + A232)
Bilinearform:
Ein Eigenwert ist null, zwei imaginär konjugiert komplex, siehe #Eigensystem schiefsymmetrischer Tensoren.
Singulärwertzerlegung mit s ŝ := A×, s := │A×│,
ĝ senkrecht zu A× und ĥ = ŝ × ĝ:
- U = (ĝ ĥ ŝ), V = (−ĥ ĝ ŝ), S = diag(s, s, 0)
#Singulärwertzerlegung: A = U · S · V⊤ = s (ĥ ⊗ ĝ − ĝ ⊗ ĥ)
Axialer Tensor oder Kreuzproduktmatrix
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Kreuzproduktmatrix [ |
u1 | |
| u2 | ||
| u3 |
Eigenschaften:
×
= [
]× ·
=
· [
]×- ([
]×)⊤ = −[
]×
× [
]× = [
]× · [
]× =
⊗
− (
·
) 1
Weiteres siehe #Schiefsymmetrische Tensoren.
Deviatorische Tensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
- A ∈ 𝓛: Sp(A) = 0
#Kofaktor : cof(A) = (A2)⊤−
Sp(A2) 1
Bezüglich der Standardbasis:
#Betragsquadrat:
∥Aij êi ⊗ êj∥2 = 2 (A112 + A222 + A11 A22) + A122 + A212 + A132 + A312 + A232 + A322
Kugeltensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
#Kofaktor: cof(A) = adj(A) = a2 1
- Sp(A) = 3 a
- I2(A) = 3 a2
- det(A) = a3
Zerlegungen eines Tensors
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben ein beliebiger Tensor A = Aij êi ⊗ êj ∈ 𝓛
Symmetrischer Anteil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sp(AS) = Sp(A) = A11 + A22 + A33
I2(AS) =
[2 I2(A) + Sp(A)2 − ║A║2]
= A11 A22 + A11 A33 + A22 A33 −
[(A12 + A21)2 + (A13 + A31)2 + (A23 + A32)2]
det(AS) =
[det(A) + A : adj(A)] = det(A) −
(A) · A ·
(A)
= A11 A22 A33 +
(A12 + A21) (A23 + A32) (A13 + A31)
−
[A11 (A23 + A32)2 + A22 (A13 + A31)2 + A33 (A12 + A21)2]
∥AS∥2 =
[Sp(A2) + ∥A∥2] = A : AS = ∥A∥2 − ∥AA∥2
= A112 + A222 + A332 +
[(A12 + A21)2 + (A13 + A31)2 + (A23 + A32)2]
Schiefsymmetrischer Anteil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sp(AA) = 0
- det(AA) = 0
Deviator
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]I2(AD) = I2(A) −
Sp(A)2 =
[Sp(A)2 − 3 Sp(A2)]
=
(A11 A22 + A11 A33 + A22 A33 − A112 − A222 − A332)
− A12 A21 − A13 A31 − A23 A32
∥AD∥2 = ∥A∥2 − ∥AK∥2 = ∥A∥2 −
Sp(A)2
=
(A112 + A222 + A332 − A11 A22 − A11 A33 − A22 A33)
+ A122 + A212 + A132 + A312 + A232 + A322
Kugelanteil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beziehung zwischen den Anteilen des Tensors
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- AS : BA = AK : BA = AK : BD = 0
Folgerungen:
- AS : B = AS : BS
- AA : B = AA : BA = AA : BD
- AD : B = AD : BD
- AK : B = AK : BK = AK : BS
- ║A║2 = ║AS║2 + ║AA║2 = ║AD║2 + ║AK║2
Polarzerlegung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für jeden Tensor F ∈ 𝓛 mit #Determinante ≠ 0 gibt es #Orthogonale Tensoren Q und positiv definite #Symmetrische Tensoren U, V in eindeutiger Weise, sodass[2.1]
- F = Q · U = V · Q
Die Anteile U, V und Q berechnet sich aus
- U = (F⊤ · F)½, V = (F · F⊤)½
- Q = F · U−1 = V−1 · F = F⊤−1 · U = V · F⊤−1
Bei det(F) = 0 existiert eine solche Zerlegung ebenfalls, ist jedoch nicht mehr eindeutig und U sowie V sind nur noch positiv semidefinit, siehe z. B. die #Polarzerlegung einer Dyade.
Singulärwertzerlegung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Singulärwertzerlegung von A ∈ 𝓛:[2.2]
mit
- si = ĝi · A · ĥi ∈ ℝ (keine Summe über i),
- s1 ≥ s2 ≥ s3 ≥ 0 und
- #Orthonormalbasisvektoren ĝ1,2,3 sowie ĥ1,2,3
Bestimmung der Vektoren z. B. mit dem #Eigensystem symmetrischer Tensoren
Multiplikation einzelner #Eigenvektoren ĝk oder ĥk mit −1 sowie geeignete Nummerierung der Eigenwerte und -vektoren liefert
- s1 ≥ s2 ≥ s3 ≥ 0.
Darstellung mit Matrizen/Tensoren:
A = (ĝj ⊗ êj) ·
si êi ⊗ êi
· (êk ⊗ ĥk)
= (ĝ1 ĝ2 ĝ3) ·
s1 0 0
· (ĥ1 ĥ2 ĥ3)⊤ 0 s2 0 0 0 s3 = U · S · V⊤
Die Faktoren U und V sind eigentlich oder uneigentlich #Orthogonale Tensoren. Spezialfälle siehe
- #Dyade,
- #Singulärwertzerlegung von symmetrischen Tensoren,
- #Schiefsymmetrische Tensoren,
- #Orthogonale Tensoren
Spektralzerlegung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Darstellung von Tensoren mit ihrem #Eigensystem.
Es gilt:
· A = A⊤ ·
Im folgenden bedeuten
λ1,2,3 die #Eigenwerte des betreffenden Tensors und Λ die Spektralmatrix, Λ =
λi êi ⊗ êi =
- Spektralzerlegung des Paares (A, 1)
mit
- Spektralzerlegung des Paares (K, M), M regulär
mit
Projektionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Punkt auf Gerade
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben eine Gerade 𝔊 durch einen Punkt
∈ 𝔊 und der Einheitsvektor ê in Richtung der Geraden sowie ein beliebiger anderer Punkt
. Das definiert die Gerade als:
Fußpunkt von
:
=
+ ê ⊗ ê · (
−
)
∈ 𝔊, d. h.
−
∥ ê
Lotstrecke:
= (1 − ê ⊗ ê) · (
−
) =
−
⊥ 𝔊, d. h.
⊥ ê
Punkt oder Gerade auf Ebene
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben eine Ebene 𝔈 durch einen Punkt
in der Ebene (∈ 𝔈) und zwei die Ebene aufspannende Vektoren
und
∦
sowie ein beliebiger anderer Punkt
. Dann verschwindet der Normaleneinheitsvektor
nicht. Normalenform der Ebene:
Fußpunkt von
:
=
+ (1 − ĉ ⊗ ĉ) · (
−
)
∈ 𝔈, d. h.
−
⊥ ĉ
Lotstrecke:
= ĉ ⊗ ĉ · (
−
) =
−
⊥ 𝔈, d. h. ∥ ĉ
In höherdimensionalen Räumen extrahiert
den Anteil eines Vektors parallel zur Ebene.[3] Dann ist
=
+ P · (
−
)∈ 𝔈
= (1 − P) · (
−
) =
−
⊥ 𝔈
Fundamentaltensor 3. Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
ϵ := ϵijk êi ⊗ êj ⊗ êk = (êj × êk) ⊗ êj ⊗ êk = êi ⊗ (êk × êi) ⊗ êk = êi ⊗ êj ⊗ (êi × êj)
Tensortransformation 𝓛 ↦ 𝕍:
- ϵ : (
⊗
) =
×
=
· ϵ ·
= −
· ϵ ·
= −ϵ : (
⊗
) = −
× 
- ϵ : (êi ⊗ êj) = ϵijk êk = êi × êj
- ϵ : A = A : ϵ = −ϵ : (A⊤) = −(A⊤) : ϵ = A × 1 = 1 ·× A =
(A) - ϵ : (A · B⊤) = A × B
- ϵ : (A · B) = A ·× B
Vektortransformation 𝕍 ↦ 𝓛:
Tensoren vierter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tensoren zweiter Stufe sind Elemente eines euklidischen Vektorraums 𝓛 wie im Abschnitt #Tensoren als Elemente eines Vektorraumes dargestellt. Daher kann man Tensoren vierter Stufe definieren, indem man in dem Kapitel formal die Tensoren zweiter Stufe durch Tensoren vierter Stufe und die Vektoren durch Tensoren zweiter Stufe ersetzt, z. B.:
- 𝔸 = Apq (Ap ⊗ Gq) ∈ Lin(𝓛,𝓛)
mit
𝔸 Tensor vierter Stufe Apq Tensorkomponenten Ap Element der Tensorbasis A1, A2, …, A9 von 𝓛 Gq Element der Tensorbasis G1, G2, …, G9 von 𝓛
Standardbasis in 𝓛:
- E1,2,3 = ê1 ⊗ ê1,2,3, E4,5,6 = ê2 ⊗ ê1,2,3, E7,8,9 = ê3 ⊗ ê1,2,3
Tensortransformation:
- 𝔸 : H = Apq (Ap ⊗ Gq) : H := Apq (Gq : H) Ap
Tensorprodukt:
- (Apq Ap ⊗ Gq) : (Brs Hr ⊗ Us) := Apq (Gq : Hr) Brs Ap ⊗ Us
Übliche Schreibweisen für Tensoren vierter Stufe:
- 𝔸 = = Aijkl êi ⊗ êj ⊗ êk ⊗ êl
Transpositionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Transposition:
- (A ⊗ B)⊤ = B ⊗ A
- (Aijkl êi ⊗ êj ⊗ êk ⊗ êl)⊤ := Aijkl êk ⊗ êl ⊗ êi ⊗ êj
Spezielle Transposition A vertauscht k-tes mit n-tem Basissystem.
Beispielsweise:
Symmetrische Tensoren vierter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Definition:
- 𝔸 ∈ Lin(𝓛,𝓛): 𝔸 = 𝔸⊤
Dann gilt: 𝔸 : B = B : 𝔸
Einheitstensor vierter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dyaden vierter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben A, B ∈ 𝓛
- A = Aij êi ⊗ êj = (A · êi) ⊗ êi
- B = Bij êi ⊗ êj = (B · êj) ⊗ êj = êj ⊗ (B⊤ · êj)
Dyadische Produkte:
Tensortransformation von G ∈ 𝓛:
Orthogonale Tensoren vierter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegeben ein #Orthogonaler Tensor Q = Qij êi ⊗ êj und
Dann ist speziell
- ℚ : ℚ⊤ = ℚ⊤ : ℚ = 𝟙
- ℚ : A = Q · A · Q⊤
- ℚ : (A ⊗ B) : ℚ⊤ = (Q · A · Q⊤) ⊗ (Q · B · Q⊤)
- ℚ : (
⊗
⊗
⊗
) : ℚ⊤ = (Q ·
) ⊗ (Q ·
) ⊗ (Q ·
) ⊗ (Q ·
)
bei
,
,
,
∈ 𝕍 und A, B ∈ 𝓛. Die voigtsche Notation […] erlaubt ℚ : A für #Symmetrische Tensoren A als Matrizenprodukt M[A] darzustellen, siehe #Voigtsche Notation symmetrischer Tensoren zweiter Stufe.
Spezielle Transformatoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für beliebige Tensoren A ∈ 𝓛 gilt
𝕋 = Ep⊤ ⊗ Ep = δil δjk êi ⊗ êj ⊗ êk ⊗ êl → 𝕋 : A = A⊤ 𝕊 =
(𝟙 + 𝕋)
=
(δik δjl + δil δjk) êi ⊗ êj ⊗ êk ⊗ êl
→ 𝕊 : A = AS 𝔸 =
(𝟙 − 𝕋)
=
(δik δjl − δil δjk) êi ⊗ êj ⊗ êk ⊗ êl
→ 𝔸 : A = AA 𝕂 =
1 ⊗ 1
=
δij δkl êi ⊗ êj ⊗ êk ⊗ êl
→ 𝕂 : A = AK 𝔻 = 𝟙 − 𝕂 =
δik δjl −
δij δkl
êi ⊗ êj ⊗ êk ⊗ êl
→ 𝔻 : A = AD
Diese fünf Tensoren sind symmetrisch mit den Eigenschaften:
- ℂ ∈ {𝔸, 𝔻, 𝕂, 𝕊 } → ℂ : ℂ = ℂ
- 𝔸 + 𝕊 = 𝔻 + 𝕂 = 𝕋 : 𝕋 = 𝟙
- 𝔸 : 𝕊 = 𝔻 : 𝕂 = 𝕆 (Nulltensor vierter Stufe)
Invertierungsformeln für Tensoren vierter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit a ∈ ℝ und B, C, D, E ∈ 𝓛 gilt:
| • (a 𝟙 + B ⊗ C)−1 = | 1 | (g 𝟙 − B ⊗ C), mit g = a + B : C |
| a g |
| • (a 𝟙 + B ⊗ C + D ⊗ E)−1 = | 1 | [z 𝟙 + B ⊗ (f C + x E) + D ⊗ (y C + g E)] |
| a z |
- mit f = a + D : E, x = −C : D, y = −B : E, g = a + B : C, z = x y − f g
• (Ap ⊗ Gp)−1 = Gp ⊗ Ap
Mit 𝔸 und 𝕊 aus #Spezielle Transformatoren, a, b ∈ ℝ, #Symmetrische Tensoren B und C sowie #Schiefsymmetrische Tensoren D und E:
| • (a 𝕊 + B ⊗ C + b 𝔸 + D ⊗ E)−1 = | 1 | (g 𝕊 − B ⊗ C) + | 1 | (h 𝔸 − D ⊗ E) |
| a g | b h |
- mit g = a + B : C, h = b + D : E
Analoges ergibt sich für 𝔻, 𝕂, #Deviatorische Tensoren und #Kugeltensoren.
Hookesches Gesetz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit dem Spannungstensor σ und dem Verzerrungstensor ε schreibt sich das Hookesche Gesetz
- ℂ := 2μ 𝟙 + λ 1 ⊗ 1 → ℂ : ε = σ
mit den Lamé-Konstanten λ und μ. Der Elastizitätstensor ℂ ist symmetrisch. Erste der #Invertierungsformeln für Tensoren vierter Stufe
mit a = 2μ, B = λ 1 und C = 1:
mit der Querdehnzahl ν und dem Elastizitätsmodul .
Voigtsche Notation von Tensoren vierter Stufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus der Basis S1, …, S6 des Vektorraums 𝓢 = Sym(𝕍,𝕍) der symmetrischen Tensoren zweiter Stufe, siehe #Voigtsche Notation symmetrischer Tensoren zweiter Stufe, kann eine Basis des Vektorraums Lin(𝓢,𝓢) mit linearen Abbildungen von symmetrischen Tensoren auf symmetrische Tensoren konstruiert werden. Der #Einheitstensor vierter Stufe ist kein Element dieses Raumes, aber der Symmetrisierer 𝕊 aus dem Abschnitt #Spezielle Transformatoren ist es. Die 36 Komponenten der Tensoren vierter Stufe aus Lin(𝓢,𝓢) können in voigtscher Notation in eine 6×6-Matrix eingelagert werden:
𝔸 = Auv Su ⊗ Sv ↔ [𝔸] =
A11 A12 A13 A14 A15 A16
A21 A22 A23 A24 A25 A26 A31 A32 A33 A34 A35 A36 A41 A42 A43 A44 A45 A46 A51 A52 A53 A54 A55 A56 A61 A62 A63 A64 A65 A66
In diesem Abschnitt steht [(·)] für die voigtsche Notation von (·). Diese Tensoren vierter Stufe sind sämtlich singulär:
- 𝔸 : TA = 𝕊 : TA = O
Die Vektoren und Matrizen in voigtscher Notation können addiert, subtrahiert und mit einem Skalar x multipliziert werden:
- [A + x B] = [A] + x [B]
- [𝔸 + x 𝔹] = [𝔸] + x [𝔹]
Beim Matrizenprodukt in voigtscher Notation muss die Diagonalmatrix
- L = diag(1, 1, 1, 2, 2, 2)
mit den Einträgen Luv = Su : Sv zwischengeschaltet werden:
- A : B = [A]⊤ L [B] = A1 B1 + A2 B2 + A3 B3 + 2 A4 B4 + 2 A5 B5 + 2 A6 B6
- [𝔸 : T] = [𝔸] L [T]
- [𝔸 : 𝔹] = [𝔸] L [𝔹]
Inverse Matrix bei Determinante ungleich null in voigtscher Notation:
- [𝔹] = S [𝔸]−1 S ↔ [𝔸] = S [𝔹]−1 S
- → [𝔸] L [𝔹] = [𝔹] L [𝔸] = [𝕊] ↔ 𝔸 : 𝔹 = 𝔹 : 𝔸 = 𝕊
wobei S := L−1 = diag(1, 1, 1, ½, ½, ½) = [𝕊]
#Hookesches Gesetz in voigtscher Notation entspricht
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ P. B. Denton, S. J. Parke, T. Tao, X. Zhang: Eigenvectors from Eigenvalues. (PDF) 10. August 2019, S. 1–3, abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
- ↑ Philippe Ciarlet: Mathematical Elasticity. Band 1: Three-Dimensional Elasticity. North-Holland, Amsterdam 1988, ISBN 0-444-70259-8.
- ↑ J. Hanson: Rotations in three, four, and five dimensions. S. 4 f., arxiv:1103.5263.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Holm Altenbach: Kontinuumsmechanik. Einführung in die materialunabhängigen und materialabhängigen Gleichungen. 2. Auflage. Springer Vieweg, Berlin u. a. 2012, ISBN 978-3-642-24118-5.
- Philippe Ciarlet: Mathematical Elasticity. Band 1: Three-Dimensional Elasticity. North-Holland, Amsterdam 1988, ISBN 0-444-70259-8.
- Wolfgang Ehlers: Ergänzung zu den Vorlesungen Technische Mechanik und Höhere Mechanik. Vektor- und Tensorrechnung, Eine Einführung. 2015 (uni-stuttgart.de [PDF; abgerufen am 3. September 2020]).
- Ralf Greve: Kontinuumsmechanik. Ein Grundkurs für Ingenieure und Physiker. Springer, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-540-00760-1.
- A. Bertram: Elasticity and Plasticity of Large Deformations. Including Gradient Materials. 4. Auflage. Springer, 2021, ISBN 978-3-03072327-9, doi:10.1007/978-3-030-72328-6.