Gemeinde Kolonja

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kolonjë
Kolonja
Wappen von Gemeinde Kolonja
Gemeinde Kolonja (Albanien)
Paris plan pointer b jms.svg

Koordinaten: 40° 20′ N, 20° 41′ O

Basisdaten
Qark: Korça
Gemeinde: Kolonja
Fläche: 846,06 km²
Einwohner Bashkia: 11.070 (2011)
Bevölkerungsdichte(Bashkia): 13 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 0812
Postleitzahl: 7401
Politik und Verwaltung (Stand: 2019)
Bürgermeister: Erion Isaj (PS)
Website:
Lage der Gemeinde Kolonja

Lage der Gemeinde Kolonja

Die Gemeinde Kolonja (albanisch Bashkia e Kolonjës) ist eine der 61 Gemeinden Albaniens. Das Gebiet der Gemeinde mit einer Fläche von 805 Quadratkilometern im Qark Korça entspricht dem ehemaligen Kreis Kolonja. Hauptort ist Erseka.

Hügellandschaft an der Nordgrenze der Gemeinde

In Kolonja leben 11.070 Einwohner (2011).[1] Ethnische Minderheiten – insbesondere Aromunen und Griechen – stellen rund 10 Prozent davon. Rund 50 Prozent der Bevölkerung sind bekennende Bektaschi; ein Drittel ist orthodox.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme mit Blick nach Westen, Pindus links

Kolonja liegt sehr abgelegen im Südosten des Landes an der Grenze zu Griechenland, der Fluss Sarandaporos bildet teilweise die Grenze. Die Region bildet ein Dreieck zwischen dem Fluss Osum, dem Berg Gramoz (griechisch: Grammos; 2523 m ü. A.) und dem Tal der Vjosa im Süden. An der Nordseite des Pindosgebirges befindlich ist die Landschaft hoch gelegen und gebirgig. Der tiefste Punkt liegt im kaum zugänglichen Osum-Tal bei 550 m ü. A. Von dort steigt die Landschaft rasch in die Höhe bis zum Gramoz. Einzig in den äußersten Gebieten der Gemeinde im Süden fällt die Landschaft in einigen tief eingeschnittenen Tälern unter 500 m ü. A. Erseka gilt mit einer Höhe von 1020 m ü. A. als höchste Stadt des Landes, und Leskovik liegt ebenfalls auf über 900 m ü. A. Die Winter sind in Kolonja entsprechend hart und kalt mit eisigen Nordwinden.

Der Name Kolonja bezeichnet insbesondere den nördlicheren Teil des Gebiets, das Tal am Oberlauf des Osum. Beim teilweise auch als Hochebene bezeichneten Gebiet mit tief eingeschnittenen Bachtälern handelt es sich um den Grund eines urzeitlichen Sees. Der südliche Teil der Gemeinde umfasst diverse Täler von Nebenflüssen der Vjosa, darunter die Lengarica. Die Übergänge von Tal zu Tal liegen meist auf über 1000 m ü. A.

In der Gemeinde Kolonja gibt es noch viele Wälder, in denen auch noch wilde Raubtiere wie Wölfe verbreitet sind. Ein kleines Gebiet an der westlichen Grenze der Gemeinde gehört zum Nationalpark Hotova-Dangell.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergland Kolonjas

Die Bevölkerung, die Mehrheit lebt auf dem Land, ist stark von der Land- und der Forstwirtschaft abhängig. Es gibt auch Fischzuchten. In Zukunft könnte auch der Tourismus eine bedeutendere Rolle einnehmen, wenn eine bescheidene Infrastruktur für Wanderer und andere Abenteuerurlauber, die die unberührte Natur erkunden wollen, errichtet wäre.

Die Verkehrswege innerhalb und nach Kolonja sind sehr rudimentär. Da im Osum-Tal von Berat nach Kolonja keine Straße existiert, ist die Gemeinde nur über Korça (ab Erseka 45 Kilometer) oder über Tepelena (ab Erseka 130 Kilometer) zu erreichen. Von Leskovik bis zum neuen Grenzübergang nach Griechenland im Vjosa-Tal sind es keine 30 Kilometer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kolonja wurden mehrere Hügelgräber gefunden. Wichtigster Ort im Gebiet war zur osmanischen Zeit Leskovik. Durch die Grenzziehung verloren aber viele Bewohner ihre Grundstücke. Während des Zweiten Weltkriegs war Kolonja erst Kampfgebiet von griechischen und italienischen Truppen, später ein Zentrum des antifaschistischen Widerstands. Als Vergeltungsmaßnahmen hat die deutsche Wehrmacht mehrere Dörfer zerstört: Um die Bevölkerung vor der Unterstützung der Partisanen abzuschrecken, führte die Wehrmacht eine so genannte Sühnequote ein: Für jeden getöteten Deutschen sollten 100 Albaner getötet werden. In Anwendung dieser Regel wurde das Dorf Borova – das „albanische Lidice“ – zerstört und zahlreiche Bewohner ermordet.

Seit dem Ende des kommunistischen Regimes in Albanien sind viele Einwohner der Region – vor allem junge Männer – nach Griechenland ausgewandert.

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2015 wurden die folgenden Gemeinden zur Gemeinde Kolonja zusammengelegt:

Name Einwohner[1] Gemeindeart
Erseka 000000000003746.00000000003.746 Bashkia
Leskovik 000000000001525.00000000001.525 Bashkia
Barmash 000000000000480.0000000000480 Komuna
Çlirim 000000000000355.0000000000355 Komuna
Mollas 000000000001520.00000000001.520 Komuna
Novosela 000000000000355.0000000000355 Komuna
Qendër-Erseka 000000000002673.00000000002.673 Komuna
Qendër-Leskovik 000000000000416.0000000000416 Komuna

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ines Nurja: Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Korçë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Hrsg.: INSTAT. Pjesa/Part 1. Adel Print, Tirana 2013 (instat.gov.al [PDF; abgerufen am 14. April 2019]).