Gemeinde Devoll

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Devoll
Devolli
Wappen von Gemeinde Devoll
Gemeinde Devoll (Albanien)
(40° 37′ 16″ N, 20° 59′ 17″O)

Koordinaten: 40° 37′ N, 20° 59′ O

Basisdaten
Qark: Korça
Gemeinde: Devoll
Fläche: 453,27 km²
Einwohner Bashkia: 26.716 (2011)
Bevölkerungsdichte (Bashkia): 59 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 0811
Postleitzahl: 7006
Politik und Verwaltung (Stand: 2019)
Bürgermeister: Kristo Kiço (PS)
Website:
Lage der Gemeinde Devoll

Lage der Gemeinde Devoll

Die Gemeinde Devoll (albanisch Bashkia e Devollit) ist eine der 61 Gemeinden Albaniens. Das Gebiet der Gemeinde mit einer Fläche von 429 Quadratkilometern im Qark Korça entspricht dem ehemaligen Kreis Devoll. Die Gemeinde hat laut Volkszählung 26.716 Einwohner (2011).[1] Hauptort ist die Kleinstadt Bilisht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Devoll liegt ganz im Südosten des Landes. Unweit des Grenzübergangs Kapshtica liegt der östlichste Punkt Albaniens. Die ganze östliche und südliche Gemeindegrenze ist zugleich Landesgrenze zu Griechenland. Nachbargemeinden im Westen und Norden sind die Gemeinden Kolonja, Korça, Maliq und Pustec.

Der im albanischen Teil stark verlandete Kleine Prespasee beim Dorf Zagradec an dessen Südwestende

Die Gemeinde liegt im Hochtal des Flusses Devoll, der im Südwesten des Gebiets seine Quelle hat. Bilisht liegt auf einer Höhe von rund 900 m ü. A. in einer Ebene, die auf fast allen Seiten von Bergen umgeben ist. Der Grenzübergang Kapshtica nach Griechenland liegt auf einem 1048 m ü. A. hohen Pass. Die westliche Kreisgrenze wird vom Bergzug der Malet i Moravës mit der Spitze Maja e Lartë (1806 m ü. A.) gebildet, auf dessen anderen Seite die Stadt Korça liegt. Lediglich an drei Stellen öffnen sich Durchgänge zwischen den Bergen. Im Nordwesten fließt der Devoll durch einen schmalen Engpass in die Ebene von Korça. Im Nordosten zieht sich der lange Arm des Kleinen Prespasees bis fast in die Ebene von Bilisht. Im Südosten fällt die Ebene stellenweise fast übergangslos in die Schlucht des Flusses Kore ab, die sich hier zwischen den Bergen durchschlängelt. Dieser Fluss, der in den Aliakmonas mündet, macht eine etwa fünf Kilometer lange Schlaufe durch albanisches Territorium. Die wenigen von ihm entwässerten Quadratkilometer sind das einzige Gebiet Albaniens, das nicht zum Einzugsgebiet von Adria oder Ionischem Meer, sondern zum Einzugsgebiet der Ägäis gehört.

Die Ebene von Bilisht wurde dank zahlreicher Entwässerungskanälen nutzbar gemacht. Bei starken Niederschlägen und im Frühling während der Schneeschmelze floss Wasser durch einen natürlichen Ablauf aus dem Kleinen Prespasee in den Devoll und so direkt in die Adria. Seit den 1950er Jahren bis etwa zum Jahr 2000 wurde der Devoll bei Hochwasser zudem in den Kleinen Prespasee geleitet. Das so zwischengespeicherte Wasser wurde zur Bewässerung der Ebene von Korça genutzt.

In den Bergen östlich von Bilisht entlang der Grenze zu Griechenland werden umfangreiche Nickel-Vorkommen vermutet.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden Höhlenmalereien aus der Eisenzeit (bei Tren) sowie Gräber mit Schmuck der Illyrer (bei Kuç) gefunden. Die Kapelle in der Höhle von Blashtonja am Kleinen Prespasee stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Höhlenmalerei sind die ältesten Kunstwerke, die in Albanien gefunden wurden, und einige der Ikonen aus der Kapelle zählen zu den ältesten ihrer Art des Landes.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Devoll-Hochtal ein eigenständiger Verwaltungsbezirk. In der sozialistischen Zeit gehörte die Region zum Kreis Korça, von dem es bei der Gebietsreform von 1990 wieder abgetrennt wurde. Bei der Territorialreform von 2015 wurden die Gemeinden des Kreis Devoll in der neuen Gemeinde Devoll zusammengefasst.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willkommensschild an der Grenze des ehemaligen Kreises

Der Grenzübergang von Kapshtica zählt zu den wichtigsten Straßenverbindungen nach Griechenland. Entsprechend ist die ganze vom restlichen Albanien abgeschiedene Region auch nach Griechenland und den Grenzverkehr ausgerichtet. So entwickelten sich im ansonsten stark von der Landwirtschaft geprägten Gebiet zahlreiche Dienstleistungen für die Durchreisenden. Vor allem viele junge Männer aus der Region haben in den 1990ern zumeist illegal in Griechenland gearbeitet, um der Armut zu Hause zu entfliehen. Zwischenzeitlich ist es vielen gelungen, ihre Familie nachzuholen.

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2015 wurden die folgenden Gemeinden zur Gemeinde Devoll zusammengelegt:

Name Einwohner[1] Gemeindeart
Bilisht 6.250 Bashkia
Hoçisht 4.461 Komuna
Miras 6.577 Komuna
Progër 3.988 Komuna
Qënder Bilisht 5.440 Komuna

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gilles de Rapper: Grenzen überschreiten. Migration in der albanischen Grenzregion Devoll. In: Karl Kaser, Robert Pichler, Stephanie Schwander-Sievers (Hrsg.): Die weite Welt und das Dorf. Albanische Emigration am Ende des 20. Jahrhunderts = Zur Kunde Südosteuropas: Albanologische Studien. Band 3. Böhlau-Verlag, Wien 2002, ISBN 3-205-99413-2.
  • Gilles de Rapper: Religion in Post-communist Albania – Muslims, Christians and the idea of ‚culture‘ (Devoll, Southern Albania). In: Anthropological Notebooks. Band 14 (2), 2008, S. 31–45 (Artikel bei HAL [PDF; 185 kB]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ines Nurja: Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Korçë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Hrsg.: INSTAT. Pjesa/Part 1. Adel Print, Tirana 2013 (instat.gov.al [PDF; abgerufen am 14. April 2019]).
  2. European Nickel says Devolli site in Albania resource estimate 426,775 tonnes. In: London South East. 22. November 2007, abgerufen am 10. August 2015 (englisch): „… two main deposits, Verniku and Kapshtica West.“