Georg Magnus

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Georg Magnus (* 28. Juli 1883 in Berlin; † 22. Dezember 1942 in München) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus’ Vater war der für seine Ovidforschung angesehene Hugo Magnus (Philologe). Die Vorfahren waren evangelische Pastoren in der Niederlausitz. Georg Magnus studierte Medizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Greifswald. Nachdem er bei der Kaiserlichen Marine gedient hatte, reiste er als Schiffsarzt nach Nord- und Südamerika. Nach kurzer Assistentenzeit in Görlitz und Dresden kam er nach Marburg zu Paul Leopold Friedrich, der durch seine experimentellen Arbeiten über die frühe Exzision infizierter Wunden nachhaltigen Einfluss auf Magnus ausübte. Danach ging Magnus zu seinem Freund Fritz König, bei dem er sich 1913 für Chirurgie habilitierte.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er a.o. Professor in Marburg. 1920 ging er mit Nicolai Guleke an die Universität Jena, wo er bis 1924 als a.o. Professor und Oberarzt der chirurgischen Klinik arbeitete. Im September 1916 kam es bei Emil von Behring nach einer unbedeutenden Operation zu Komplikationen. 1925 ging Magnus nach Bochum als Chefarzt im Krankenhaus für Bergmannsheil. Die Arbeit an diesem ersten europäischen Unfallkrankenhaus bestimmte sein weiteres Leben. Bald galt Magnus als Autorität auf dem gesamten Gebiet der Unfallchirurgie und des Gutachtenwesens. Daneben lehrte er als Honorarprofessor an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf.

Als er zum 17. November 1933 – wohl auf ausdrücklichen Wunsch Adolf Hitlers – für den emeritierten August Bier an die Charité berufen wurde, brachte er aus Bochum seinen Oberarzt Paul Rostock, den Assistenten Hanskarl von Hasselbach und Karl Brandt mit. 1935 wurde Magnus Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Im Herbst 1936 folgte er Erich Lexer als Lehrstuhlinhaber in München. Als Unfallchirurg in der Behandlung von Wirbelsäulenverletzungen angesehen, wurde er im November 1938 mit Karl Brandt nach Paris zu dem angeschossenen Ernst Eduard vom Rath entsandt. Von 1936 bis 1942 war er Beratender Chirurg der Wehrmacht. Von 1937 bis 1941 war er Mitglied des Senats der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. 1942 wurde er als ordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Magnus verfasste mehr als 150 wissenschaftliche Arbeiten.

Verheiratet war er mit Frances Magnus. Eine Tochter wurde am 28. März 1917 geboren.[1]

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Fritz König: Handbuch der gesamten Unfallheilkunde, 4 Bände. Stuttgart 1932–1934.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Zeiss, Richard Bieling: Behring. Gestalt und Werk. 2. Auflage. Schultz, Berlin 1941, S. 546 (Magnus schildert hier seine Erinnerungen an Emil von Behring).